Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.19
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Erscheint in der Woche sechsmal. — Umr im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahmo: Innsbruck, Undr.-Hofer-Str. 4
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die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einfendungen an die Schriftleitung der „E. E.“, Innsbruck, * — Druck: Trrolia, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4
Samstag, 11. Kugust 1945
Breinößlbühm
Erloschenes Jrrlicht
„Der Nationalsozialismus hat den großdeutschen Gedanken in Österreich für immer erschlagen.“ Dieses Wort stammt nicht von heute. Es wurde schon vor mehr als zwei Jahren gesprochen, und zwar nicht von einem Gegner der Anschlußbewegung und des Nationalsozialismus, sondern von einem Innsbrucker Universitätsprofessor, der einmal für diese beiden Dinge sehr viel übrig hatte. Wir haben schon damals, als der Anschlußgedanke wie ein Irrlicht aus der politischen Sumpflandschaft aufflackerte, zu erklärten Gegnern dieser Torheit gehört. Wir haben auch diesen Homunkulus, zusammengemischt aus Schönerianischen Phrasen und Berliner Propaganda, niemals für eine lebenskräftige politische Idee gehalten. Er war immer bloß eine Schmarotzerpflanze, die ihren Saft
aus solchen Zuständen schöpfte, die dem Aufkommen verirrter Gefühle und verwirrter Gedanken günstig waren. Weil die Generation, die nach 1918 ins Leben trat, sich in bedrängten Verhältnissen sah und ihnen entfliehen wollte, hielt sie den Anschluß für eine berformel zur Bannung von Elend und Not. Manche Politiker benötigten ein rettendes Schlagwort, um verdüsterte Gemüter aufzuheitern. Was war hiefür geeigneter als die Parole „Anschluß“, unter der man sich alles Mögliche vorstellen konnte, ohne daß man damit auch nur eine einzige Verpflichtung übernahm? Mit großartiger Ironie hat der österreichische Volkswitz die Anschlußbewegung gekennzeichnet: „Immer davon reden und nie daran denken.“ Genau so war es. Der Anschlußgedanke hatte in der
Herzenskammer der Österreicher niemals Hausrecht erworben. Je mehr sich österreich in den Jahren nach 1922 politisch und wirtschaftlich befestigte, umso weniger trug jemand ein ernstlicheres Verlangen nach dem Anschluß. Das wurde am klarsten anläßlich der großen Komödie, genannt „Zollunion“, die im Jahre 1930 auf unserer politischen Bühne gespielt wurde. Unser damaliger Außenminister Dr. Schober und der deutsche Außenminister Dr. Curtius überraschten die öffentlichkeit mit dem Plane, die beiden Staaten durch eine Zollvereinigung zu verbinden. Diese Absicht löste in den österreichischen Wirtschaftskreisen geradezu eine Panik aus. Die Vorarlberger Industriellen pilgerten nach Wien, um die maßgebenden Stellen zu beschwören, von diesem ruinösen
Einfall abzustehen. „Aber meine Herren“ wurde ihnen erwidert, „haben nicht gerade Sie bisher immer nach dem Anschluß gerufen?“ „Freilich — aber wir haben es
anders gemeint.“ Dann kam die nationalsozialistische Welle. Auf ihrer Brandung schaukelte das Strandgut des Anschlußgeredes. In der Nacht des 10. März 1938 gab es nicht wenige, die bereit waren, die Bitterkeit des Nationalsozialismus im schäumenden Becher des großdeutschen Freudentrunkes mitzuschlürfen. Wenige Monate später sagten nicht nur sie, sondern auch viele, viele andere, die sich den Himmel erhofft hatten: „Nein! So haben wir uns das nicht vorgestellts
In einer Schrift, die wir im Jahre 1933 veröffentlichten, schrieben wir: „Mit dem Anschlußgeschrei verhält es sich so wie mit dem Briefwechsel zwischen Verwandten, die sich nicht gerne sehen. Jeder Brief schließt mit den Worten: „Hoffentlich werden wir uns bald einmal persönlich begegnen.“
Der Anschlußgedanke hatte in unserem Volke keine tiefer reichenden Wurzeln. Er war im eigentlichsten Sinne des Wortes ein Spielzeug für die politische Kinderstube. Es gab so einige, die sich diesem Spiel mit der Begeisterung von Babys hingaben und andere, die dieses Spiel mit dem kalten Lächeln des Wissenden mitmachten. Am Ballhausplatz aber dachte man, es könnte nicht schaden, wenn hie und da das schwache Flämmchen des Anschlußgeredes für einige Augenblicke angefacht würde. War es nicht eine gewisse Karte, die man auf den Tisch legen konnte, wenn die Mächte zu wenig Entgegenkommen bewiesen? Dieser Gebrauch der Anschlußbewegung als Popanz für übrigens durchaus wohlgemeinte Ziele unserer Außenpolitik erwies sich als ein
verhängnisvoller Fehler. In der öffentlichen Meinung des Auslandes bildete sich die ebenso feste wie irrige Vorstellung, daß die österreichische Bevölkerung nach dem Anschluß verlange. Die Folgen
von bemerkten wir, als Hitler im Jahre 1938 das Spiel mit dem Anschluß in seine Finger nahm. Wir bemerkten damals mit großem Erstaunen, wie leicht man sich im Auslande von Berlin aus einreden ließ, daß die Vereinigung mit Deutschland ja durchaus dem
Willen des österreichischen Volkes entspreche. Heute vermögen wir eine Betrachtung über den Anschluß anzustellen, ohne dabei von irgend einem leidenschaftlichen Gefühl bewegt zu werden. Die zwar schillernde, aber keineswegs schön schillernde Seifenblase ist
zerplatzt. Man kann sogar, ohne sich gegen die Wahrheit zu verfehlen, ein stärkeres Wort gebrauchen: der Anschlußgedanke ist vermodert. Er war derart lebensunfähig, daß ihn das Leben töten mußte.
Dr. Anton Klotz.
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Japan ist zur Kapitulation bereit
Vor dem Ende des größten Krieges der Weltgeschichte
London, 10. August. Eine japanische Radiomeldung, die in den Vereinigten Staaten aufgenommen wurde, sagt, daß die japanische Regierung bereit sei, die Bedingungen der Potsdamer Konferenz bis auf eine Ausnahme anzunehmen. Die Japaner möchten, daß die Stellung des Kaisers als Oberherr Japans durch die Alliierten nicht angetastet werden soll. Das Kapitulationsangebot Japans sei durch die Regierungen der Schweiz und Schwedens an die USA., England, China und die Sowjetunion vermittelt worden. “
Moskau, 10. August. Radio Moskau gab bekannt, daß der sowjetische Gesandte durch den japanischen Ministerpräsidenten informiert wurde, daß Japan bereit ist, das Potsdamer Ultimatum anzunehmen.
Washington, 10. August. Kurz nach der japanischen Rundfunkmeldung begaben sich Außenminister Byrnes, Kriegsminister Stimson und Marineminister Forestal zu Präsident Truman in das Weiße Haus. Als Marineminister Forestal nach der Konferenz mit Präsident Truman das Weiße Haus verließ, sagte er, er hoffe, daß die übergabe der Japaner Tatsache sei, und er erwarte in Kürze ein weiteres Fortschreiten in der Kapitulationsfrage. Außenminister Byrnes erklärte, daß es für Amerika notwendig sei, wenn das japanische Kapitulationsangebot angenommen werde, sich mit den anderen alliierten Regierungen in Verbindung zu setzen, bevor man einen Beschluß faßte.
Ein Sieg der Wissenschaft und Technik
Die Nachricht vom Kapitulationsangebot Japans kommt nicht überraschend. Das Ultimatum, das Vereinigte Staaten und Großbritannien von Potsdam aus an die japanische Regierung gerichtet hatten, wurde mächtig unterstützt durch den Donner der zwei Atombomben, welche die Bevölkerung des Landes der aufgehenden Sonne in eine ungeheure Bestürzung versetzten. Die Kriegserklärung Rußlands mußte den japanischen Staatsmännern klar machen, daß es für sie keinen anderen Ausweg gab als die Unterwerfung oder die Vernichtung. Damit, daß sie sich nun zur Annahme der Bedingungen bereit erklären, endet der größte und blutigste Krieg, den die Weltgeschichte bisher kennt. Es hat Kriege gegeben, die länger dauerten als dieses fast sechsjährige Ringen. Aber es
hat noch keinen Krieg gegeben, von dem fast alle Länder der Erde ergriffen waren, und vor allem keinen, der so unerhörte Opfer forderte. Wird doch die Zahl der Toten dieses Krieges nach vorsichtigen Schätzungen mit 50 Millionen beziffert.
Das bevorstehende Ende des Krieges im Osten stellt für die ganze Welt den ersehnten Zustand des Friedens wieder her, d. h. alle Produktionskräfte der Welt werden nunmehr frei für die Arbeit der Wiederherstellung der in ihren Lebensgrundlagen schwer erschütterten Völker. Für Europa ist das eine besonders gute Botschaft. Die Staaten, die imstande sind, den notleidenden Ländern zu helfen, waren bisher in ihrer Bereitschaft zur Hilfeleistung durch die Erfordernisse des Krieges mit Japan gehemmt. Nun werden diese Hemmungen wegfallen. Die ungeheuren Reserven, die für eine weitere Kriegsdauer mit Japan bereitgehalten werden mußten, werden frei. Ein größerer Schiffsraum wird für die Verfrachtung der Waren vom amerikanischen Kontinent nach den hungernden
Ländern Europas zur Verfügung stehen.
Es ist geradezu von entscheidender Bedeutung, daß das voraussichtliche Kriegsende noch mitten in die Sommermonate fällt. So vermag man jetzt die großen Aufgaben der Wiederherstellung mit der Aussicht zu beginnen, daß sie eine Sicherung sein werden gegen die Gefahren, um deretwillen man dem kommenden Winter mit Bangen entgegensehen mußte.
Es ist kein Zweifel, daß die Atombombe den Zweck erreicht hat, um dessentwillen sie geschaffen wurde: die Verkürzung des Krieges. So ist aus dieser technischen Großleistung, die Tod und Schrecken verbreitete, und aus den Wunden, die sie geschlagen hat, der Anstoß zum Frieden geworden.
Noch haben die alliierten Mächte zum Kapitulationsangebot Japans nicht Stellung genommen. Es ist noch fraglich, ob sie die Bedingung der Japaner annehmen, welche die Herrschaft des Tenno beibehalten wollen. Aber selbst, wenn die akliierten Nationen das
Angebot der Japaner verwerfen sollten, ist doch zu erwarten, daß der Krieg in nächster Zukunft beendet wird. Es ist nicht damit zu rechnen, daß Japan auf neue Schläge warten will. Ehe das japanische Volk durch die Anwendung der neuesten Waffen gänzlich zugrunde geht, wird es wohl lieber sein Kaiserhaus opfern.
Es wird für die künftigen Entwicklungen einen Markstein bilden, daß der größte aller Kriege durch die höchste wissenschaftliche und technische Leistung entschieden und beendet worden ist. Wenn die Wissenschaft und die Technik sich nunmehr mit der gleichen Energie auf die Förderung der menschlichen Wohlfahrt werfen, werden, wenn nicht wir selbst, so doch unsere Kinder eine freundlichere, schönere Zukunft erleben. —
*
Seit dem Jahre 1905, nach der Beendigung des russisch=japanischen Krieges, ist Japan in die Reihe der Großmächte eingetreten. Damals trug es Korea als Beute davon. Die Teilnahme am ersten Weltkriege an der Seite der Entente brachte ihm den Besitz Sachalins und der Mandschurei ein. Jetzt wurde der geweckte Appetit zur Unersättlichkeit. Das erste Opfer der japanischen Angriffslust wurde China, das zum Vasallenstaat Japans werden sollte. Wegen des damit hervorgerufenen Gegensatzes zu den Vereinigten Staaten, zu Großbritannien und Rußland suchte Japan Rückendeckung bei gleichgesinnten Hasardeuren, bei Hitler und Mussolini. Das Kleeblatt der Räuber war nun vollständig geworden; aber es war kein Glückskleeblatt. Als Japan im Dezember 1941 an die
Gruppe der angelsächsischen Mächte den Krieg erklärte, rechnete es mit der Verblüffung der Feinde durch überraschungserfolge. Diesreichen Rohstoffquellen Ostindiens und die wichtigen strategischen Positionen im Stillen Ozean wie die Philippinen, fielen ohne viele Anstrengungen in die Hand der Japaner. Hitler hätte es
lieber gesehen, wenn der japanische Spießgeselle sich gegen Rußland gewendet hätte. Die Japaner hingegen holten sich lieber reiche Kolonien für sich, als daß sie für die Achsenpartner die Kastanien aus dem Feuer holten. Im Jahre 1944 waren die Aktionen der vereinten Nationen zur Bändigung der Friedensstörer auf der Höhe ihrer Entwicklung angelangt. Japan verlor eine der geraubten Besitzungen nach der anderen. Die Luftflotte und Flotte der Angelsachsen bedrängte das japanische Festland selbst. Als Deutschland fiel, war auch der Sturz Japans besiegelt. Drei Monate nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Kriegsmacht ist nunmehr auch das Land der Samurais und der Todesflieger zum Frieden gezwungen.
Niels Bohr — der geistige Vater der Atombombe
London, 10. August (Reuter). Einer der bekanntesten dänischen Wissenschafter, durch dessen Arbeiten über Atomforschung die Atomenergiebombe erst möglich wurde, ist Professor Niels Bohr. Durch seine 1913 entwickelte Theorie, daß das Atom ein Sonnensystem im kleinen darstellt, wurde er zum Begründer der modernen Atomphysik. Dank einer der kühnsten Aktionen während des Krieges in Europa wurde er vor der Nase der Gestapo aus Dänemark „evakuiert“, im geheimen nach Schweden und dann mittels Flugzeug nach Großbritannien gebracht. Auf diese Art rettete man sein unvergleichliches Wissen nicht nur vor den Nazis, die ihn zu zwingen versuchten, für sie zu arbeiten, sondern sicherte man auch seine Mitarbeit für die Alliierten.
Die Energie der Vernichtung
Washington, 9. August. Das Kriegsministerium gab heute bekannt, daß nur ein Tausendstel der Gesamtenergie der Atombombe bisher im Krieg gegen Japan eingesetzt worden ist.
Senator Hill über Österreichs Zukunft
Washington, 10. August. Der amerikanische Senator Mr. Hill, der dem Senatsausschuß für auswärtige und für militärische Angelegenheiten angehört, sagte, der wesentliche Unterschied zwischen der alliierten Besetzung von Österreich und der von Deutschland liege im Ziel und im Zweck der Besetzung, wie wiederholt in Moskau, Yalta und neuerdings in Berlin festgestellt worden sei. Ziel der alliierten Besetzung von Deutschland sei die Ausrottung von Militarismus und Nazismus. Ziel der Besetzung von Österreich sei die Unterstützung des Entstehens einer freien und unabhängigen Nation. Unsere entschiedene und ausgesprochene Absicht ist, dem österreichischen Volk zu helfen, damit es sich selber helfen kann.
Kontrolle und Besatzung in Österreich
spricht
Washington, 10. August. Aus offiziellen Erklärungen geht folgendes Bild hervor:
Der alliierte Kontrollapparat in Österreich wird aus dem alliierten Rat, dem Exekutivkomitee und Stäben bestehen, die von den vier beteiligten Regierungen ernannt werden. Die gesamte Organisation wird als die „Alliierte Kommission für Österreich“ bekannt sein. Die Hauptaufgaben der Alliierten Kommission für Österreich sind: die Trennung Österreichs von Deutschland zu erreichen, so schnell wie möglich die Errichtung einer zenkral=österreichischen Verwaltung zu sichern, den Weg für eine frei zu wählende österreichische Regierung zu bereiten und inzwischen für die zu
friedenstellende Verwaltung Österreichs zu sorgen. Der alliierte Rat wird aus den Militärkommissären der vier Mächte bestehen. Ihnen steht gemeinsam die höchste Entscheidungsbefugnis in Österreich in allen Angelegenheiten zu, die das Land als Ganzes betreffen. Sonst wird jeder Militärkommissär in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der von seiner Regierung bereitgestellten Besatzungstruppen die volle Entscheidungsgewalt in der Zone haben; die von diesen Truppen besetzt ist. Der alliierte Rat, dessen Entscheidungen einstimmig erfolgen sollen, wird Pläne ausarbeiten und Entscheidungen bezüglich der Frage treffen, die sich auf ganz österreich beziehen und in zweckdienlicher