Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.13
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung
Nummer 417 1. Jahrgang
Kedaktionelle Sinsendungen und Aufragen sind zu richten an Innsbruck, Andreus=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Mittwoch, 8. Kugust 1945
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adio Salzburg.
österreichs Verantwortung
Auf der Moskauer Konferenz der drei Großmächte im Oktober 1943 wurde eine Deklaration über österreich bekanntgegeben, in der die drei Großmächte folgendes feststellten: österreich ist als erstes Land der Hitler=Aggression zum Opfer gefallen, deshalb betrachten die drei Großmächte diesen sogenannten Anschluß für null und nichtig, sie wünschen, daß österreich wieder ein freier, demokratischer und unabhängiger Staat werde.
Aber gleichzeitig machten die Großmächte österreich darauf aufmerksam, daß es für die Beteiligung am Kriege auf Seite Hitlerdeutschlands die Verantwortung trägt, der es nicht entgehen kann, und daß bei der endgültigen Regelung unvermeidlich sein eigener Beitrag zu seiner Befreiung berücksichtigt werden wird.
österreich wurde dadurch offen vor die Frage gestellt: Für oder gegen Hitlerdeutschland?
Beherzte österreichische Patrioten und Antifaschisten fanden den Mut, offen und aktiv im bewaffneten Kampf gegen Nazideutschland für die eigene Befreiung einzugreifen und mitzuhelfen. Zu erwähnen sind die vielen durch die Gestapo zu Tode gehetzten Patrioten, unter denen die revolutionären Arbeiter eine hervorragende Rolle spielten. Zu erwähnen sind die österreichischen Freiheitsbataillone in der jugoslawischen Armee, und zu erwähnen sind die verschiedenen aktiven Widerstandsgruppen innerhalb des Landes selbst.
Gleichzeitig müssen wir aber zugeben, daß es uns Österreichern nicht gelungen ist, den bewaffneten Volkskrieg gegen die deutsche Fremdherrschaft in größerem Ausmaße zu organisieren und damit einen größeren Beitrag zu leisten.
Der Hitlerfaschismus ist jetzt militärisch geschlagen. Österreich ist endgültig vom Hitlerjoch befreit. Aber wir dürfen uns deshalb nicht zufrieden geben und glauben, daß wir unseren Pflichten zur Genüge nachgekommen wären! Die Tausende von Toten, welche im Kampfe für ein freies, unabhängiges und demokratisches Österreich ihr Leben lassen mußten, fordern von uns überlebenden, daß wir ihren Kampf konsequent fortsetzen und zu Ende führen.
Aber auch der Verantwortung Österreichs gegenüber den freiheitsliebenden Völkern haben wir noch lange nicht Genüge geleistet. Wir müssen diesen Völkern zeigen, daß wir auch gewillt sind, die moralische und ideologische Ausmerzung des Hitlerfaschismus in die Tat umzusetzen. Diese Aufgabe steht heute vor uns und ist einzig und allein Aufgabe unseres Volkes selbst. Es wäre falsch, zu glauben, daß irgendwer uns diese Aufgabe abnehmen könnte. Es wäre auch falsch, eine Rachepolitik gegen die verführten Mitläufer zu treiben. Aber wir müssen doch viel energischer als bisher gegen die Nationalsozialisten vorgehen.
Wir müssen darangehen, die Landesverräter, Kriegsverbrecher, Gestaposchergen, Gau=, Kreis= und Ortsgruppenleiter, die SS, das ganze Gesindel, welches an führender Stelle stand und mithalf, unser Land ins Unglück zu stürzen, dem zu gründenden Volksgericht zu übermitteln und es seiner gerechten Bestrafung zuzuführen.
Die Säuberung des ganzen Staats= und Wirtschaftsapparates von faschistischen Elementen und Ersetzung durch erprobte Antifaschisten und Demokraten ist eine so eindeutige Tagesforderung, daß darüber nicht debattiert zu werden braucht. Der Sabotage, die heute noch auf allen Gebieten des öffentlichen und privaten Lebens deutlich spürbar ist, muß sofort ein starker Riegel vorgeschoben werden.
Gründliche Volksaufklärung über den Faschismus und seine satanischen Methoden ist notwendig. Die Insassen der Konzentrationslager sollen sprechen, sollen ihre Erlebnisse in diesen Lagern mitteilen! Die Soldaten sollen berichten, wie die deutschen Faschisten in anderen Ländern gehaust haben!
Eine weitere Aufgabe ist, die Schulen und Schulbücher von faschistischem Schmutz zu reinigen, die Geschichtsfälschungen gründlich auszumerzen. Die Jugend muß umerzogen werden, sie muß die Möglichkeit haben, wieder etwas Richtiges zu lernen, sie soll Öster
Die Arkraft als furchtbarste Waffe
Washington, 7. August. Präsident Truman gab bekannt, daß die größte in der Kriegsgeschichte jemals verwendete Bombe auf den japanischen Stützpunkt Hiroshima abgeworfen wurde. Die Bombe hat eine stärkere Wirkungals 20.000 Tonnen [Dynamit und sie wirkt 2000mal stärker als die bisher bekannte wirkungsvollste Bombe. Bereits vor zweieinhalb Jahren wurde die Arbeit an diesem Geschoß begonnen. Zwei große und etliche kleinere Werke in den Vereinigten Staaten arbeiten für diesen Zweck. Die Atombombe verwendet die Urkraft des Universums. „Die Tatsache“, so erklärte Präsident Truman, „daß wir die Atomenergie freimachen können, ist ein weiterer Schritt zur Beherrschung der Naturkräfte durch den Menschen.“
Auch britische Wissenschaftler spielten bei der Erfindung der neuen verderbenbringenden Geschosse eine wichtige Rolle. Die Atombombe ist nach den Erklärungen des Präsidenten Truman die Antwort der Vereinigten Nationen auf die Ablehnung des Potsdamer Ultimatums durch Japan. „Wir setzten“, so sagte am Schlusse Präsident Truman, „Milliarden Dollars in dem größten Glücksspiel der Weltgeschichte ein und gewannen es.“ Präsident Truman forderte den Kongreß zur Bildung einer Kommission zur Kontrolle der Produktion der Urkraft auf.
Der amerikanische Kriegsminister Stimson erklärte, die Explosivkraft der Atombombe sei eine solche, daß sie unser Vorstellungsvermögen übersteigt. Die Bombe sei das Ergebnis einer dreijährigen Tätigkeit der allüerten Wissenschaft, Industrie und Wehrmacht. Der Plan, Atomenergien für Waffen zu verwenden, sei zum erstenmal im Jahre 1939 dem verstorbenen Präsidenten Roosevelt vorgelegt worden. Roosevelt ernannte. einen Ausschuß, um den Gedanken zu prüfen. Roosevelt und Churchill beschlossen, sämtliche Arminuituiititiitunnrittnnmntnmnnm
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beiten, die die Bombe betrafen, in den Vereinigten Staaten durchführen zu lassen. Daher reiste Ende 1943 eine Gruppe von britischen Wissenschaftlern nach Amerika, um zusammen mit amerikanischen Wissenschaftlern und dem berühmten dänischen Physiker Dr. Niels Bohr an der Erfindung zu arbeiten. Der Kriegsminister ernannte ein Komitee für die Behandlung der Probleme, die sich in Friedenszeiten aus der Entwicklung der Erfindung ergeben.
Das Problem der Gewinnung von Energie durch die Atomzertrümmerung ist seit mehr als zwei Jahrzehnten der Königsgedanke der modernen Physik geworden. Selbstverständlich haben sich auch die geistvollen Verfasser von Zukunftsromanen dieses Themas angenommen. Wir erinnern etwa an die Romane von Dominik, der sowohl im „Zeichen der Drei“ wie im „Kaiser von Amerika“ die ungeheure Umwälzung dieser zukunftsträchtigen Erfindungen in packender Weise schildert. Der „Kaiser von Amerika“ scheint uns in gewissem Sinne gerade heute als eine starke Vorahnung für die Gestalt des Präsidenten Roosevelt, die in diesen Zeiten den Völkern vertraut geworden ist.
100.000 Wissenschaftler an der Arbeit
Washington, 7. August. Der wissenschaftliche Stab der Vereinigten Staaten umfaßt ungefähr hunderttausend Wissenschaftler, die unter Führung fähiger und bedeutender Forscher stehen.
Englands Beitrag
London, 7. August. Ministerpräsident Attdee stellte in einer Erkläruna fest, daß das Problem der Freisetzung der Atomenergie gelöst worden ist.
Attlee übergab gleichzeitig einen Bericht, den Churchill vor der letzten Regierungs
umbildung entworfen hatte. In diesem Bericht heißt es, daß bereits im Jahre 1939 in den wissenschaftlichen Kreisen vieler Nationen die Meinung feststand, daß es möglich sei, die Atomenergie freizusetzen. Damals hätten nur wenige Gelehrte zu behaupten gewagt, daß es bereits im Jahre 1945 möglich sein werde, die Atomenergie als Bombe anzuwenden. Nichtsdestoweniger war das Projekt derart aussichtsreich, daß es die Regierung für richtig befand, die Forschung in dieser Richtung fortzusetzen. Sie wurde hauptsächlich in Orford durchgeführt. Ein wesentlicher Fortschritt wurde im August 1941 erzielt. Innerhalb des Generalstabes wurde über Betreiben Churchills eine Sonderabteilung zur Leitung dieser Arbeit geschaffen. Am 11. November 1941 erklärte Präsident
Roosevelt, daß es von Nutzen wäre, die weiteren Arbeiten gemeinsam durchzuführen. Dies geschah. Die Tätigkeit wurde streng geheim gehalten.
Im Jahre 1942 mußte man sich entscheiden, ob der Bau der Werke für die Massenherstellung begonnen werden sollte oder nicht. Verschiedene Gründe sprachen dafür, daß diese Werke ausschließlich in den Vereinigten Staaten errichtet wurden. Die Hauptleistungen und fast die gesamten riesigen Kosten fielen den Behörden der Vereinigten Staaten zu. Die kanadische Regierung leistete durch die Beistellung der unentbehrlichen Rohstoffe einen Beitrag von unersetzlichem Wert.
einmal Fapan gewarnt
Washington, 7. August. In der amerikanischen Rundfunkpropaganda wird das japanische Volk nochmals auf das Ultimatum vom 26. Juli hingewiesen. Nochmals wird betont, daß bei Ablehnung dieses Ultimatums über Japan ein Verderben aus der Luft hereinbrechen wird, wie es die Welt noch nicht gesehen hat.
Die neue französische Wehrmacht
Paris, 7. August. Der französische Kriegsminister Diethelm erklärte, daß alle jungen Franzosen über 20 Jahre, mit Ausnahme von Grubenarbeitern, gewissen Familienvätern und aus Deutschland Zurückgekehrten, zum Militärdienst verpflichtet sind. Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren erhalten wöchentlich vier Stunden militärische Ausbildung. Die neue französische Wehrmacht wird aus etwa 20 aufs modernste ausgerüsteten Divisionen bestehen. Bemerkenswert in der Rede des Kriegsministers war die Feststellung, daß von 146 französischen Generalen, die sich zur Zeit der Befreiung in Frankreich befanden, lediglich 12 ihren Posten behalten haben.
Die französische Luftfahrt
Paris, 7. August. Der französische Luftfahrtminister hat erklärt, daß vom Jahre 1946 an Frankreich die Bedürfnisse seiner Zivilluftfahrt selbst versehen und versorgen kann. Frankreich erhielt 400 Junkers=Maschinen zugewiesen, die für die Zivilluftfahrt verwendet werden.
Günstige Entwicklung der französischen Wirtschaft
Paris, 7. August. Der französische Finanzminister erklärte über die Wirtschaftsprobleme Frankreichs: „Es geht wieder bergauf! Die französischen Fabriken arbeiten wieder mit 70prozentiger Kapazität.“
Die Säuberungsaktion in Frankreich
Paris, 7. August. Die provisorische Nationalversammlung hat einstimmig die Forderung aufgestellt, daß die Säuberungsaktion
in Frankreich innerhalb von zwei Monaten zu beendigen sei. Der Sprecher von Radio Paris Jean des Voges erklärte: „Wir sind jetzt gewiß, daß das Ende des düsteren VichyAbenteuers mit all seiner Tragik und all seinem Unglück nahe ist.“
Der Raub an den Kunstschätzen Frankreichs Paris, 7. August. Wie amtlich festgestellt wird, haben die Deutschen während des Krieges aus Frankreich Kunstschätze im Werte von 110 Milliarden Franes geraubt.
Ein Rechenschaftsbericht Dr. Renners
Wien, 7. August. Dr. Renner, der Kanzler der provisorischen österreichischen Regierung, hat einen umfangreichen Bericht veröffentlicht, in welchem er die Ereignisse schildert, die zur Bildung seiner Regierung unter dem Schutze der Roten Armee geführt haben, und die Gründe darlegt, die ihn bewogen haben, wieder aktiv in das politische Leben einzutreten. Dr. Renner erklärt, daß die Besetzung von Gloggnitz, wo er sich damals aufhielt, der Bevölkerung harte Erfahrungen brachte. Deshalb habe er am Dienstag nach Ostern den russischen Kommandanten aufgesucht und um Schutz für die friedliche Bevölkerung gebeten. Auf Anweisung höherer russischer Stellen erhielten die russischen Truppen den Befehl, Gloggnitz zu schonen und Dr. Renner einem höheren russischen
Befehlshaber vorzuführen. In ausgedehnten Besprechungen mit verschiedenen russischen Stellen habe Dr. Renner Vorschläge zur Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Bedrückung und vom Anschluß an Deutschland erstattet. Dr. Renner lehnte es ab, den Russen eine Denkschrift über seine Vorschläge einzureichen, da er unter keinen Umständen als Beauftragter Rußlands handeln wollte. Er erklärte sich bereit, Aufrufe an die öster
reich kennen und lieben lernen, um beim Aufbau eines neuen und demokratischen Österreichs mitwirken zu können.
Nur dann, wenn es uns gelingt, auf allen Gebieten mit dem Hitlerfaschismus restlos aufzuräumen, werden wir richtig frei sein und werden den freiheitsliebenden Völkern bewiesen haben, daß wir mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun haben wollen. Nur
dann werden wir die nötige Hilfe und Freundschaft, das nötige Vertrauen unserer Nachbarvölker — ohne die das österreichische Volk nicht auskommt — erringen und sichern. Daher Konzentrierung der ganzen politischen Kraft, um diesen Aufgaben gerecht zu werden!
Max Bair,
Kommandant des 1. österr. Freiheitsbattls. in der jugoslaw. Armee
reichische Bevölkerung zu richten, um diese aufzufordern, sich von Deutschland loszusagen und ihre alte demokratische Republik wieder herzustellen. Am 21. April sei er nach Wien gekommen, wo er bereits die Grundlagen einer neuen demokratischen Stadtverwaltung vorgefunden habe.
Ein Engländer über Wien
London, 7. August. In einem Wiener Bericht der „Sunday Times“ heißt es, die Wiener haben schwer gelitten, doch hat man das Gefühl, daß die Stadt von Grund auf gesund ist und daß die Wiener entschlossen sind, ihre Häuser wieder in Ordnung zu bringen. Die Leute haben gerabe genug zu essen. Die Lebensmittel werden von den Alliierten zur Verfügung gestellt. Die Straßenbahnen verkehren täglich über immer längere Strecken, die Stromversorgung wird verbessert, die Trümmerhaufen werden kleiner. Die Kinder kommen in die Stadt zurück. In einer Auslage sah ich Hüte, die der BondStreet in London alle Ehre machen würden.
über die Beziehungen zwischen denwestlichen Alliierten und den Russen sagt der Bericht: Für die Russen ist die Zusammenarbeit nicht so einfach. Das ganze System der Zusammenarbeit ist ihnen neu. Bei den häusigen interalliierten Konferenzen herrscht zwar eine freundschaftliche Stimmung, aber die Schwierigkeiten der Sprache und die Notwendigkeit, über alle neuauftauchenden Fragen Instruktionen einzuholen, hemmen den flüssigen, Gang der Geschäfte. Der Bericht schließt mit den Worten: Wien ist für die Zukunft Europas und der ganzen Welt von großer Bedeutung.