Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.10
Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.
Gesamter Text dieser Seite:
Seite 2 Nr. 39
Tiroler Tageszeitung
Montag, 6. August 1945
EaSa
Stadt und Land
Kinderferienaktion
Der österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wurden durch die Gesellschaft vom Roten Kreuz von Liechtenstein Kinderfreiplätze für Innsbrucker Kinder vermittelt.
Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren, die bedürftig sind und deren Ernährungs= und Gesundheitszustand eine Erholung erfordert, können einen solchen Freiplatz erhalten. Die Anmeldungen hierfür können auf eigenen Vordrucken der österr. Gesellschaft vom Roten Kreuz bei folgenden Stellen vorgenommen werden:
Caritasstelle des Seelsorgeamtes auf dem Wege über die Pfarreien.
Kinderhilfsstelle, Innsbruck, Maximilianstraße 7.
Die Vordrucke sind wahrheitsgemäß und vollständig auszufüllen und ehestens wieder einzureichen. Von Befürwortungen irgend welcher Art ist abzusehen, da für die Auswahl der Kinder lediglich die Bedürftigkeit sowie der Ernährungs= und Gesundheitszustand ausschlaggebend ist; nur ärztliche Atteste können beigelegt werden.
Die vorgelegten Ansuchen werden von den vorgenannten Stellen überprüft und an die österr. Gesellschaft vom Roten Kreuz weitergeleitet. Die für einen Freiplatz in engere Auswahl gezogenen Kinder werden vom Vertrauensarzt des Roten Kreuzes auf ihren Gesundheitszustand untersucht und auf Grund dieser Untersuchung nach Maßgabe der Freiplätze in solche eingewiesen werden. Auskünfte erteilen die Anmeldestellen.
40jähriges Berufsjubiläum bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben
Man schreibt uns:
Der Bahnmeister Berti Josef, der Fahrdienstleiter von Igls Holzhammer
Meldung der Mittelschullehrkräfte
Sämtliche Lehrkräfte der Tiroler Mittelschulen und Höheren Fachlehranstalten haben sich bei ihren Direktionen sofort persönlich zu melden und ihre Dokumente mitzubringen.
Vom Zugsverkehr
Wegen dringender Instandsetzungsarbeiten an der Ötztaler Eisenbahnbrücke ist die Strecke Ötztal — Roppen vom Donnerstag, den 9. August, ab 7.30 Uhr bis Sonntag, den 12. August, 12.00 Uhr für den Zugsverkehr gänzlich gesperrt.
Die fahrplanmäßigen Personenzüge verkehren bis Ötztal und ab Roppen, bzw. umgekehrt planmäßig.
Die Bahnverwaltung ist nicht in der Lage, einen Umsteigeverkehr einzurichten.
Eine Abfertigung von Reisenden und Gütern über die gesperrte Strecke findet innerhalb dieser Zeit nicht statt.
etwa 30jähriger Mann, der mit dem Fahrrad von der Mariahilfer Seite her über die Brücke fuhr, wurde am Beginn der Brücke von einem schweren Lastkraftwagen mit Anhänger erfaßt und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Der Mann hatte auf seinem Fahrrad einen Rucksack mit Holz geladen. Die Schuldfrage ist noch ungeklärt.
mann und der Werkmeister Stockinger Ignaz feierten am 2. August das 40jährige Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse fand am Bahnhof Berg Isel im Betriebsleitungsgebäude eine schlichte Feier statt. Anwesend waren die Jubilare, Reg.=Kommissär Josef Wilberger der JVB., Reg.=Kommissär der Stadtwerke Wilfried Egger, Betriebsleiter Dipl.= Ing. Pinter, in Vertretung der Personalvertretung Albert Haider, Raph. Gschösser und Christ. Lamprecht.
Reg.=Kommissär Wilberger würdigte die Verdienste der Jubilare, die trotz ihres Alters in den schwersten Zeiten in dem Unternehmen ihren Dienst beispielgebend versehen haben. Er verwies auf den Umstand, daß Berti 68, Holzhammer 74 und Stockinger 72 Jahre alt sind und daß diese in jeder Bezinhung noch immer ihre Pflichten erfüllen. Insbesondere wurde hervorgehoben, daß diese Bediensteten während zweier Welt
Kohlenvorkommen am Nößlacher
kriege und deren Nachkriegserscheinungen voll und ganz auf ihren Posten waren und in den kritischen Maitagen dieses Jahres in jeder Beziehung ihren Platz ausfüllten. Er sprach ihnen schließlich den Dank des Unternehmens aus für ihre langjährige Dienstleistung und wünschte, daß sie noch einen guten Lebensabend innerhalb eines freien öster. reich haben mögen.
Namens der Stadtwerke und der Stadt Innsbruck sprach Reg.=Kommissär Wilfried Egger, der im besonderen den Dank des Bürgermeisters zum Ausdruck brachte, daß gerade diese alten Bediensteten es waren, die in jeder Notzeit zum Unternehmen gehalten haben. Für die Personalvertretung sprach Obmann Albert Haider, der im Namen der Bediensteten die Glückwünsche überbrachte und hervorhob, daß die Jubilare in jeder Beziehung ein leuchtendes Beispiel für die gesamte Kollegenschaft sind. Auch Betriebsleiter Dipl.=Ing. Pinter brachte seine Glüchwünsche zum Ausdruck.
Oberhalb der Gemeinde Gries am Brenner in einer Höhe von 1800 Meter an der Grenze der Vegetation liegen die Nößlacher Kohlenvorkommen. An der gegenüberliegenden Talseite liegt in einer herrlichen alpinen Umgebung der Einschnitt des Brennerpasses und das Padaunjoch; die Gletscherwelt der beiden Eisriesen des Olperer und des Schrammacher vervollständigen das prachtvolle Bild.
Durch die Initiative der Tiroler Landesregierung und unter Aufsicht der Landesbauleitung wird daran gegangen, die in diesem Gebiete vorkommenden, ziemlich reichen Kohlenvorräte zu erschließen und dadurch den
Brennstoffmangel zu mildern. Für Innsbruck ist dieses Kohlonnorb#
Tödlicher Verkehrsunfall
Innsbruck, 6. August. Gestern gegen 5 Uhr abends ereignete sich auf der Universitätsbrücke ein tödlicher Verkehrsunfall. Ein
hrenvorkommen schon deshalb wichtig, weil es in unmittelbarer Nähe, kaum 30 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt, liegt.
Eine Seilbahn von rund 2100 Meter Länge führt von Gries am Brenner zu der im Bau begriffenen Beladestation am Nößlacher Joch. Diese besteht aus 14 Seilbahnstützen aus Holz von einem halben bis 17 Meter Höhe, überwindet einen Höhenunterschied von 638 Meter, die größte Spannweite der Seilbahn beträgt trotz der Holzstützen 410 Meter.
Die den Innsbruckern durch die Stollenbauten in Innsbruck und Amras gut bekannte Firma Beton= und Monierbau G. m. b. H. ist mit dem Bau der Seilbahn betraut, die schon zum größten Teil fertiggestellt ist und zum Transport von der Abbaustelle bis zur Brennerstraße in Gries dient. Der Bau dieser Seilbahn, die über teilweise schwieriges Gelände führt, war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden; er wurde durch das Fehlen wichtiger Hilfsmittel und durch den Arbeitermangel stark gehemmt.
Ebenso wird eine Starkstromleitung zum Antrieb der Seilbahn und der zum Betrieb der Anlage notwendigen Maschinen von der Tiwag zur Arbeitsstelle gebaut. Erst die Fertigstellung der Kraftleitung und der Seilbahn
ermöglichen eine energischere Inangriffnahme der eigentlichen Abbauarbeit, die durch manche Umstände stark erschwert ist. Der Mangel an qualifizierten Grubenarbeitern und das Fehlen der außerhalb der Grenzen des Landes liegenden Lieferfabriken bil
den die Hauptschwierigkeiten.
Mehrere Stollen, darunter der 200 Meter lange Hauptstollen, führen in das Innere des Berges und schon bei 65 Meter beginnen die sogenannten Kohlenflöze. Die Kohle selbst ist leider sehr feinkörnig und ist in dieser Form für unsere heimischen Tiroler Öfen, die
zum allergrößten Teil für Brennholz und #bohle geba
Groonohle gebaut sind, nicht geeignet. Aber von Wichtigkeit ist, daß sie für gewisse mische Industrien, wie z. B. die Zementindustrie und die Erzeugung von Ferro=Silizium, in ihrer ursprünglichen Form verwendet werden kann. Gegenwärtig wird die Frage geprüft, wie die gewonnene Kohle auch für den Hausbrand nutzbar gemacht werden kann.
Der Heizwert selbst ist erfreulicherweise sehr hochwertig, er beträgt rund 8000 Kalorien und reicht dadurch an die beste englische Kohle heran. Nach Beendigung der notwendigen bergmännischen Vorarbeiten können weitere Stollen errichtet und neue Kohlenflöze erschlossen werden. Jedenfalls bedeutet die Erschließung dieses Kohlengebietes für die kommende Heizperiode 1945/46 eine wesentliche Hilfe.
Allen Schwierigkeiten zum Trotz werden die Arbeiten fortgesetzt, um bei Eintritt des Winters, der ja in dieser Höhenlage sehr früh einsetzt, die Anlagen in Betrieb zu setzen. Nicht vergessen dürfen aber auch jene Männer werden, die unter den schwierigsten Verhältnissen und unter Verzicht auf viele Annehmlichkeiten, die ihnen eine andere im Tale gelegene Arbeitsstelle bieten würde, ihre wertvolle Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit leisten.
Hermann Tipotsch.
Bekämpfung von Kohlweißlingsraupen
überall auf unseren Feldern und Wiesen können wir zur Zeit Tausende von Kohlweißlingen sehen Die Eiablage dieser Schmetterlinge ist zum Teil bereits erfolgt und an manchen Orten sind schon junge Raupen ausgeschlüpft. Bei größerem Auftreten von Kohlweißlingsraupen (Krautwürmern ist die Ernte von Kohlgemüse, besonders von Weißkraut, stark gefährdet, denn es kann bis zu einen Kahlfraß kommen. Das Pflanzenschutzamt der Tiroler Landesbauernschaft stellt für diese Bekämpfung ein Mittel zur Verfügung, welches eine rasche Abtötung der Raupen zur Folge hat. Das ungis tige Stäubemittel „Gesarol“ wird mit Hilfe von Hand= oder Rückenverstäubern oder behelfsmäßig mit einem Rupfensack oder alten Strumpf, Sohken oder Gazebeutel auf die Felder gebracht. As
ausreichende Menge genügen 1 bis 2 Gramm pro Quadratmeter. Eine höhere Dosierung komm einer Verschwendung gleich. Das Mittel ist leider beschränkt erhältlich und kann nur für Feldgemüsebau und größere Gärten verwendet werden. In Kleingärten muß man sich daher begnügen, Eigelege zu zerstören und die Raupen abzusammeln. Diese Arbeit können auch Schulkinder leicht bewerkstelligen.
Gesarol kann von der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft Innsbruck oder der Fa. Dengel, Brixlegg, bezogen werden. Ebenfalls sind in einigen Drogerien noch Restbestände erhältlich. In vielen Gemeinden wurden bereits größere Mengen verteilt und es ist daher angebracht, sich zuerst an die Gemeinde oder den Obst= und Gartenbauverein zu wenden. Bezugsscheine können vom Pflanzenschutzamt, von der Gartenbau= oder Pflanzenbauabteilung der Landesbauernschaft bezogen werden. Alle drei Abteilungen befindensich in Innsbruck, Wilhelm=Greil=Straße 9/IGemeinden und Gartenbauvereine werden aufgefordert, die dort lagernden Mengen schnellstens zu Verteilung zu bringen.
Der Krieg ist aus — keine Opfer mehr? Gewiß, Bauer, wenn du ablieferst!
III (Alle Rechte bei Geraldine Katt.)
Die Mächen aus dem R. d. d. K.
Von Geraldine Katt
Einige Fälle allerdings möchte ich erzählen, um die ganze charakterlose Gefährlichkeit dieser „Mädchen aus dem K. d. d. K.“ zu beleuchten. Die Namen der Betroffenen will ich dabei nennen, weil sie der breiteren öffentlichkeit sicherlich durch ihre künstlerischen Leistungen bekannt sind.
Da wäre zunächst einmal der Fall meines Wiener Kollegen Walter Ladengast. Er ist dem Publikum bekannt durch seine unvergeßliche Leistung in dem Film „Musik im Blut“. Während der Dreharbeit an einem neuen Film sagte Ladengast in seiner bekannten offenen Art zu einem solchen K. d. d. K.=Mädchen, die seine Partnerin war, „sie solle sich doch schämen, jeden Tag ins Propagandaministerium zum Minister zu laufen. So etwas tue eine anständige Schauspielerin nicht und außerdem sei sie doch verheiratet und ihr Mann stünde an der Front“.
Das genügte. Am Tage darauf wurde Ladengast telephonisch aufgefordert, sofort ins gandaministerium zu kommen. Dort empfing ihn ein Herr und teilte ihm in dürren Worten mit, daß er mit dieser Bemerkung nicht nur die verheiratete „Kollegin“, sondern auch den Minister persönlich beleidigt habe. Er werde sich deshalb vor dem Minister verantworten müssen. Dann wurde er entlassen, wobei ihm bedeutet wurde, daß er sich in zwei Stunden wieder einzufinden habe, um dem Minister gegenübergestellt zu werden.
Ladengast wußte, was ihm bevorstand. In den ihm noch verbleibenden zwei Stunden verständigte er telephonisch seine Frau, teilte ihr mit, daß er wahrscheinlich nicht wieder nach Hause kommen würde, und regelte auch sonst noch alle seine persönlichen Angelegenheiten.
Dann ging er wieder ins Propagandaministerium. Dort wurde er sofort von uniformierten Gestapoleuten zu Dr. Goebbels gebracht. Der Minister empfing ihn in seinem Arbeitsraum, umgeben von einer ganzen Schar uniformierter SS=Män
schließlich zum Schutze des Ministers dagewesen, während die anderen die Meinung vertraten, daß sie im Auftrage Himmlers nach dem Fall des geflohenen Ministers Rudolf Heß vorsorglicherweise zum Aufpasser von Dr. Goebbels und anderen Parteigrößen eingesetzt war. Es ist jedenfalls nicht glaubhaft, daß Dr. Goebbels zum Schutze gegen den vorher auf Waffen untersuchten Ladengast eine solche Menge bewaffneter SS=Männer brauchte.
In Gegenwart dieser SS=Männer nun schrie der vor Zorn bebende Dr. Goebbels meinem Kollegen Ladengast ins Gesicht, daß er dafür sorgen würde, daß solche Männer wie er aus dem deutschen Kunstleben ein für allemal ausgemerzt würden. Dann wurde Ladengast, der damit gerechnet hatte, daß man ihn gleich dabehalten würde, zu seinem Erstaunen entlassen. Er konnte unbehelligt seine Wohnung aufsuchen und hatte von dort Gelegenheit, mich telephonisch zu verständigen. Er war kein Angsthase und darum rechnete er damit, daß die ganze Angelegenheit damit keinesfalls erledigt sein würde. Und er sollte Recht behalten.
Wenige Tage später gelang es mir nicht mehr, ihn telephonisch zu erreichen. Sein Anschluß war gesperrt und eine fremde Stimme fragte mich nach meinem Namen. Ich vermutete sofort, daß es die Gestapo sei, und hing ab, ohne meinen Namen zu nennen. Wenige Minuten später läutete bei mir das Telephon und dieselbe Stimme fragte, ob dort vielleicht Frau Katt sei. Da wußte ich, daß die Gestapo meinen Namen als verdächtig notiert hatte. Von meinem Kollegen Ladengast habe ich nie wieder etwas gehört. Hoffentlich lebt er noch.
Ein anderer Fall war der eines verheirateten Ritterkreuzträgers, der während eines kurzen Urlaubes, ein anderes dieser K. d. d. K.=Mädchen kennen gelernt hatte. Da er, wie gesagt, verheiratet ist, möchte ich seinen Namen nicht nennen. Als sein Urlaub zu Ende war, verlangte dieses K. d. d. K.=Mädchen von dem Offizier, daß er sie heirate, was er aus naheliegenden Gründen ablehnte. Daraufhin ging das Mädchen zu Minister Dr. Goebbels und erzählte ihm, daß der Offizier
THEATER UND KUNST
Montag, 18.30 Uhr: „Jedermann“.
ganzen Schar uniformierter SS=Män= ihr gesagt habe, er bedauere es, daß das Attentat
ner. Hier muß erwähnt werden, daß die Rolle, auf den Führer am 20. Juli nicht geklappt habe.
die die SS im Propagandaministerium spielte, nie Es kam natürlich sofort zu einer Verhandlung ganz klar war. Die einen behaupteten, sie sei aus¬ vor dem Volksgerichtshof, in der dieses Mädchen
als Hauptbelastungszeugin gegen den Offizier auftrat. Da sich aber sehr viele damals noch mächtige hohe und höchste militärische Stellen für diesen Offizier einsetzten, kam es nicht zu einer Verurteilung.
Das Verfahren wurde jedoch nicht eingestellt, sondern nur vertagt. Sehr zum Leidwesen von Dr. Goebbels, der Hinkel damit beauftragte, seine Empörung über diesen seiner Meinung nach unbefriedigenden Verlauf des Ganzen prominenten Künstlern klar zu machen. Das tat Hinkel auch, indem er jeden persönlich beschimpfte, obwohl keiner der Anwesenden etwas mit der ganzen Angelegenheit zu tun hatte. Das wurde meinem Kollegen Viktor de Kowa schließlich zu viel. Er verbat es sich, für etwas beschimpft zu werden, das ihn nicht anginge, und verließ die Reichskulturkammer.
Nach dieser mutigen Zurechtweisung von de Kowa wurde Hinkel etwas ruhiger, „versprach“ aber den anwesenden Künstlern, daß er den Fall dieses Ritterkreuzträgers im Auftrage von Doktor Goebbels weiter verfolgen werde und daß er nicht eher nachlassen würde mit seinen Bemühungen, als bis der Betreffende seiner gerechten Strafe überantwortet sei. Die Reaktion eines großen Teiles der Künstlerschaft auf diesen Fall bestand in einem stillen, aber fühlbaren Boykott des K.d.d. K.= Mädchens. Niemand sprach mehr mit ihr, niemand grüßte sie und manche weigerten sich sogar, mit ihr zu spielen. Das ging einige Tage gut, bis mir plötzlich die Reichskulturkammer im Auftrage von Hinkel mitteilte, daß ich das betreffende Mädchen ab sofort wieder zu grüßen hätte, wenn
ich mich nicht schweren Unannehmlichkeiten aussetzen wolle. Die gleiche telephonische Mitteilung erhielten auch andere Kollegen. Wenn man aber jemanden nicht trifft, dann kann man ihn auch nicht grüßen. Von diesem Tage ab traf keiner mehr von uns das K. d. d. K.=Mädchen. Es war wie verhext. Wir hörten dann nur noch von ihr, daß sie in dem wieder ausgenommenen Verfahren gegen den Ritterkreuzträger unter anderem ausgesagt habe, sie „stünde vor und hinter dem Führer“. Was aus dem Offizier geworden ist, weiß ich nicht. Nach Beendigung des zweiten Verfahrens gegen ihn haben wir nichts mehr von ihm gehört. (Fortsetzung folgt.)
Solistenkonzert im Landestheater
„Schöne Stimmen“ — so lautete der Titel des Nachmittags und schöne Stimmen waren es auch mit denen uns diese Veranstaltung des Landes theaters bekannt machte.
Sebastian Hauser, ein gebürtiger Tiroler, der zuletzt am Opernhaus in Prag wirkte, hat ein vielversprechende Stimme, einen lyrischen Tenor, der bei weiterer Vervollkommnung der Technik zu größten Erwartungen berechtigt. Wenn auch das lyrische Fach seine stärkste Seite zu sein schein, so erzielte er doch mit der bravourös gesungenen Stretta aus Verdis „Troubadour“ mit einen metallisch klingenden hohen C den stärksten Beifall.
Mela Bugarinowic von der Wiener Staats oper besitzt eine herrliche, kraftvolle Altstimme, die mühelos alle Schwierigkeiten meistert und auch das größte Opernhaus füllen würde. Die in französischer Sprache gesungene große Arie der Dalila von Saint=Saens war ein künstlerischer Höhe Operndirektor Siegfried Neßler begleiit feinster künstlerischer Einfühlung.
punkt. tete mit
——
Ersche
Einzel
Glück
Wenn man i#
paganda auf
erinnerte, daß gabe einer
trefflicher Weis man die Schwe chen beneiden stellte, wurde
wollt die Vers
eine Art des 2
rat entgegenge
die einst glat österreichs ste „nationalen dieser letzten □ merchen die S## der Erde, als epriesen haben! Krieg! Das La
kämpfenden N. überflutet wur rung der manche Woche gen bestanden. gelten ließ, k.
Neutralitätsal europäischen
sen Beschluß des Friedens Schweiz. In di friedlichste Steseines WillenWehrbereitscha Hoffnungen, 8 „Wartegaues“ lichen Einmar versuchte von nen her zu um fangen scheiter deutschen Sch Deutschland n wollten. Ist eman den deut leuten eines derer, Böcklin Vergangenheis sten Zierdenmüßten in deHimmler und tum lernen!
RADIO ROT-WEIIZ-ROT
Neue Sendezeiten von Radio Innsbruck
Frühsendung:
12.00—13.30: übertragung von Radio Dornbimn Mittagssendungen:
12.00—13.90: übertragung von Radio Dornbirn
12.00—12.10: Französischer Nachrichtendienst aus
Paris
12.10—12.45: Schallplattenmusik
12.45—13.00: Österreichischer Nachrichtendienst
13.00—13.10: Französischer Nachrichtendienst aus
Paris
13.10—13.20: Radio=Victoire (Sendung in fran
zösischer Sprache)
13.20—13.30: Schallplattenmusik 13.30—14.00: Eigensendung von Radio Innsbruck, Nachrichtendienst aus Tirol und Schallplattenmusik
Abendsendungen:
17.00—18.00: übertragung von Radio Salzburz
18.00—18.10: Französische Nachrichten aus Paris
18.10—19.00: Eigensendung Radio Innsbruck
18.10—18.45: Vorträge, Schallplattenmusik
18.45—19.00: Nachrichten aus Tirol
19.00—19.10: Französische Nachrichten aus Paris
19.10—24.00: übertragung von Radio
0.00— 0.10: Französische Nachrichten aus r