Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.1
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist aue in 1 Redaktionelle Einfendungen und Aufragen sind zu richten an Innsbruck,
Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
summer 35 / 1. Jahrgang — Mittwoch, 1. August 1905
Die alliierte Kommission in Wien
Wien, 31. Juli. Das Eintreffen amerikanischer, britischer und französischer Einheiten in Wien bedeutet den Beginn einer neuen Besatzungsperiode. Die Großmächte beweisen ihre Einigkeit in der Ausübung der Pflichten und Rechte der Besatzungsmächte. Bisher war Österreich in vier Zonen aufgeteilt, die ohne Mittelpunkt und ohne Verbindung waren. Die Errichtung dieser Kommission bedeutet bereits eine Vereinheitlichung der Verwaltung österreichs. Denn die Vertreter der Alliierten Militärbehörde werden nunmehr die Möglichkeit haben, von Wien aus gleichförmige [Beschlüsse für alle Teile des Landes zu treffen. Wien wird also in diesem Sinne wieder zur Hauptstadt österreichs. Schon die Namensgebung „Alliierte Kommission“ zeigt einen Unterschied zwischen der
Besatzung von Österreich und der von Deutschland, denn sie wird nicht wie die deutsche „Kontrollkommission“ benannt. Die Besetzung österreichs soll nur solange dauern, bis die Österreicher bewiesen haben, daß sie allein ihre Heimat politisch und sozial auf einer demokratischen Grundlage wieder aufbauen können.
Die Engländer in Wien
In einem Bericht der englischen Nachrichtenagentur Reuter, datiert aus Wien vom 30. Juli, heißt es: Der erste Eindruck, den man bei der Fahrt durch Wien empfängt, ist kein guter. Man sieht, daß die Stadt schwere Beschädigungen davongetragen hat. Die Anfahrtsstraße aus dem Süden, von Wiener Neustadt, ist von Autowracks und zerstörten Häusern eingesäumt. Wiener Neustadt selbst ist sehr schwer beschädigt. In großen Höfen werden die überall herumstehenden zerstörten Lokomotiven, Eisenbahnwagen und Lastkraftwagen abgewrackt. In der Stadt Wien liegen viele der schönen Gebäude in Trümmer. Die Geschäfte sind geplündert. In den Straßen sind große Löcher. Die Bewohner sind bereits überall mit der Behebung der Schäden beschäftigt. Frauen und Kinder
sieht man den Schutt der zerstörten Häuser wegräumen. Sie bereiteten uns einen herzlichen Empfang, als wir in die Stadt einrückten.
Die Beziehungen zwischen den Briten und Russen sind korrekt und höflich. Die britischen Geleittransporte durch die russische
Zone haben sich genau an ihre Zeiten zur Durchfahrt zu halten. Unser Geleit mit den Korrespondenten mußte die ganze Nacht vor den russischen Grenzposten warten, da unsere übertrittszeit genau auf 7 Uhr früh festgesetzt war. Am nächsten Morgen wurde auf die Minute genau der Schlagbaum geöffnet und wir konnten passieren.
Der Vorsitzende der österreichischen
Nationalbank
Wien, 31. Juli. Der provisorische österreichische Staatskanzler Dr. Renner hat Dr. Ritzky, wie Radio Moskau aus Wien meldet, zum Vorsitzenden der österreichischen Nationalbank ernannt.
Provisorische Regierung von Kärnten
Klagenfurt, 31 Juli. Die britische Militärregierung hat ihre Zustimmung zur Bildung einer provisorischen Regierung in Kärnten erteilt, die den zu Beginn der Besetzung des Landes aufgestellten Beratungsausschuß ablösen wird. An der Spitze der provisorischen Regierung steht der Sozialdemokrat Hans Piesch, der bereits Vorsitzender des früheren Beratungsausschusses war. Von den Mitaliedern gehören vier der Sozialdemokratie, drei der österreichischen Volkspartei, je eines den Kommunisten und eines der Partei der Slowenen an.
Behandlung der Österreicher in der Tschechoslowakei
Wien, 31. Juli. Das Regierungsblatt „Neues österreich“ brachte einen vom Rund
tfunk übertragenen Bericht über die Behandlung der österreicher in der Tschechöslowakei. Obwohl zwischen den beiden Ländern keine offiziellen Beziehungen beständen, seien die tschechischen Behörden doch bereit, die in der Tschechoslowakei sich aufhaltenden Österreicher anders als die Deutschen zu behandeln. Die Österreicher erhalten die gleichen Lebensmittelkarten wie die Tschechen und ihre persönliche Freiheit wird in keiner Weise angetastet. Sie dürfen auch jederzeit unter Mitnahme ihrer beweglichen Habe, soweit es die Transportmittel erlauben, die Tschechoslowakei verlassen. Diese Sonderbehandlung wurde von der tschechischen Regierung den unteren Verwaltungsbehörden anbefohlen.
Der Prozeß gegen Petain
Jugend ohne Hoffnung?
Die jungen Menschen, deren Leben von den Schlachtengewittern verschont wurden und die ietzt an den heimatlichen Herd zurückgekehrt sind, mögen oft in trübem Sinnen an ihre Zukunft denken. Die Rückkehr in enge, auf den ersten Anblick wenig freundliche Verhältnisse hat wohl den meisten die Blüte ihrer Lieblingspläne, nach denen sie sich ihre Zukunft gestalten wollten, versengt. Manchen ist noch mehr zerstört worden, denn kaum ein Verlust wird von jugendlichen Herzen schmerzlicher empfunden als enttäuschter Idealismus. Ein nicht unbeträchtlicher Teil dieser jungen Menschen glaubte einst an Hitler und seine Sendung zur Schaffung eines Großdeutschland. Sie glaubten daran, weil man ihnen gesagt hatte, der Nationalsozialismus sei die Bewegung der Jugend.
Sie begeisterten sich an der Aussicht: „Der Tag für Arbeit und Brot bricht an.“ Sie hofften, Hitler werde sie aus der Enge in die Weite führen. Er bot ihnen die ganze Welt als Geschenk an. Sie brauchten nur „in festem Schritt und Tritt hinter der Hakenkreugfahne zu marschieren. So marschierten sie in festem Schritt und Tritt in die Massengräber, in die Gefangenenlager und in die bitterste Enttäuschung. Mit Bitterkeit, ja mit Enttäuschung stehen sie vor dem harten Richterspruch der Geschichte, die ihre Ideale als Trug verworfen hat. Ein anderer großer Teil der jungen Österreicher hat weder vor 1938 noch nach 1938 sich dem Nationalsozialismus ergeben. Sie litten schwer unter der harten Not, die Hitler über ihr Vaterland und über sie selbst verhängt hatke. Viele haben in
dieser Gesinnung den Dienst bei der Wehrmacht als eine fast unerträgliche Last empfunden und getragen. Andere unter ihnen flüchteten sich in die Vorstellung, daß die deutsche Wehrmacht und die nationalsozialistische Partei nicht ein und dasselbe sei. Sie empfanden vielleicht eine zeitlang sogar eine gewisse Bewunderung für den glänzenden Apparat des deutschen Heeres, eine Bewunderung, die während der letzten drei Kriegsjahre immer mehr schwand. Diese jungen österreicher, die den Nationalsozialismus stets als wesensfremd ablehnten und die den Zusammenbruch dieses Systems erwarteten, begrüßten und begrüßen die Befreiung, aber ihre Brust ist nicht frei von Beklemmung, wie sie unter und aus den Trümmern einer riesenhaften Katastrophe sich ihr
Dasein (aufbauen werden. Jeder, der in die Fährnisse der Schlachten auszog, jubelt der Heimkehr entgegen. Den Tränen der Freude gesellen sich die Zähren des Schmerzes über soviel Verwüstung und Zerstörung, über soviel Seelenqual und Leibesnot, welche die Geborgenheit, die in dem trauten Namen der Heimat uns winken soll, ihres Wesens zu berauben scheint.
Bereichert mit Erfahrungen, die oft wertvoller sind als irgend ein Schulwissen, steht diese Jugend nun an der Pforte ihrer Zukunft.
-Dieses Tor gewährt jedem freundlichen Einlaß, der entschlossen ist, die Fähigkeiten des Geistes und Körpers einzusetzen. diese Bereitschaft zur Arbeit und zum freudigen Streben vorhanden, so vermag jeder den Acker seines Daseins zu bestellen. Man wird sich nur von der Vorstellung losreißen müssen, daß die Fruchtbarkeit dieser Gefilde am Maßstab blühender, wohlhabender Zeiten zu messen wäre. Wir werden in den kommenden Jahren mehr Landwirte und Handwerker brauchen als Beamte und Akademiker. Die Jugend, die aus den Fährnissen dieses Krießes das Leben gerettet hat, wird die stolze Scheidewand zwischen geistiger und körperlicher Arbeit — eine Scheidung, von der nicht zuletzt ein großer Teil unseres sozialen Unglücks sich herschreibt
niederreißen. Die Hand, die das Buch hält und die zugleich die Kelle zu führen vermag, ist doppelt gesegnet.
Eine Zeit solcher Veränderungen, wie wir sie jetzt erleben, zeigt kein rosiges Gesicht. Muß deshalb, weil ein Unwetter getobt hat, der Himmel für immer von einer düsteren Wolkenwand verhängt sein? Auch im Leben der Einzelnen folgt dem Regen lachender Sonnenschein. Alles, was heute düster aussteht, kann in kurzer Zeit in schönerem Lichte stehen. Die Jugend hat das Glück langer Jahre vor sich. Je freudiger und hingeben
Paris, 31. Juli. Zu Beginn der heutigen Verhandlung teilte der Vorsitzende mit, daß Petains Arzt ihm erklärt habe, der 89 Jahre alte Marschall sei nicht mehr in der körperlichen Verfassung, eine langandauernde Sitzung auszuhalten. Der als Zeuge einvernommene frühere Ministerpräsident Herriot erklärte, nur das auszusagen, was im Interesse der Nation von Wichtigkeit sei. Von Anfang an, so sagte Herriot, war ich ganz und gar gegen den Waffenstillstand. In Bordeaux erklärte uns Petain, er habe sich entschieden, Frankreich nicht zu verlassen. Wir antworteten ihm, er möge bleiben, wenn er wolle, doch solle er die Regierung mit dem Parlament und dem Präsidenten Lebrun nach Nordafrika fahren lassen. Petain erteilte hierzu seine Zustimmung. Dieses übereinkommen
wurde aber von ihm nicht eingehalten. Er hat sein Wort gebrochen. Das Jahr 1940 konnte nicht mit dem Jahre 1870 verglichen werden, als Frankreich ganz allein stand, und auch da gab es große Männer, die den Kampf weiterführen wollten. Im Jahre 1940 hatte Frankreich Großbritannien und die wirtschaftliche Hilfe der Vereinigten Staaten an seiner Seite. Herriot selbst erklärte Reynaud, dem
der die jungen Menschen ans Werk gehen, desto reicher wird die Ernte sein, die eine Wendung zum Besseren ihnen gewähren wird. Die Wunden des Krieges vernarben um so rascher, je eifriger die Werke des Friedens gepflegt werden. Das ist die Arena, in der sich die österreichische Jugend jetzt zu be
Ministerpräsidenten zur Zeit des Zusammenbruches, er ziehe es vor, eher von den Deutschen erschossen zu werden, als für die Franzosen ein Gegenstand der Verachtung zu sein.
Laval vorgeladen
Paris, 31. Juli. Der Präsident des Obersten Gerichtshofes veröffentlichte eine Note an Pierre Laval, früheren Chef der Defactoregierung des französischen Staates, und teilte ihm mit, daß er sich vor dem Obersten Gerichtshof zu verantworten habe und ihm zehn Tage Zeit gegeben werde, um vor Gericht zu erscheinen. Der Aufruf ist mit 29. Juli datiert. Somit laufen die zehn Tage von diesem Tage an.
Laval kommt nach Frankreich
Paris, 31. Juli. Sonderabteilungen der Polizei halten sich in Bereitschaft, um Pierre Laval bei seiner von Barcelona erwarteten Ankunft auf dem Luftwege in Gewahrsam zu nehmen. Lavals Frau und Persönlichkeiten der Vichy=Regierung, die ihn auf seiner Flucht aus Deutschland nach Spanien begleitet hatten, sollen miteintreffen. Es sind dies der ehemalige Minister für Unterricht Abel Bonnard und der Exminister für Justiz Maurice Gabolle.
währen hat. Das aber ist auch die große, starke Hoffnung, die ihr grüßend sich zuneigt. Eine Hoffnung, die Gewißheit und Wirklichkeit wird, wenn die Schaffensfreude der Jugend sich an dem hohen Ziele versucht, unser geliebtes Vaterland neu zu erbauen.
Dr. Anton Klotz.
Zusammentritt der internationalen Kontrollkommission in Berlin
Berlin, 31. Juli. Die interalliierte Kontrollkommission ist erstmals in Berlin unter Vorsitz des Generals Eisenhower zusammengetreten. Sie wird künftig am 10., 20. und 30. eines jeden Monats tagen, an den Tagen, an denen das Oberkommando wechselt. Der Wechsel im Kommando erfolgt nach dem Alphabet.
Die Beteiligung Frankreichs an der Besetzung Berlins
Berlin, 31. Juli. Die Alliierte Kontrollkommission für Deutschland hat heute einen Teil Berlins der französischen Kontrolle übergeben.
Vermögensbesteuerung in Frankreich
Paris, 31. Juli. Die französische beratende Nationalversammlung nahm heute den Gesetzesvorschlag betreffend die Vermögenssteuer mit 233 gegen 2 Stimmen an. Die Steuer beträgt 3 Prozent auf jedes Vermögen über 100.000 Franken. Ermäßigungen sind für Ehepaare und Kinder vorgesehen, wobei Witwen und Kriegswaisen noch zusätzlich begünstigt werden. überdies wird jedes seit 1939 erworbene Vermögen, ohne daß Ermäßigungen vorgesehen sind, besteuert werden.
Warnungen an das japanische
Manila, 31. Juli. Wie hier bekanntgegeben wurde, wurden Flugblätter in großen Mengen über Japan abgeworfen mit der.. Bekanntgabe an die Zivilbevölkerung, daß ihre Städte und Heime innerhalb 72 Stunden durch großangelegte Luftangriffe zerstört werden. Die Flugblätter enthalten das für die Japaner bittere Versprechen: „Diese Stadt ist das Ziel der amerikanischen Flieger.“ Auf der Rückseite steht die Warnung: „Wie ihr seht, ist eure Militärmacht nicht imstande, uns Einhalt zu gebieten. Diese Zerstörung wird so lange andauern, als das Volk den Militaristen Folge leistet.“
Japanische Verlustziffern
London, 31. Juli. Wie Admiral Nimitz erklärt, wurden seit dem 10. Juli 76 japanische Flugzeuge und 915 Schiffe zerstört oder beschädigt.
Eine schwimmende Festung
Washington, 31. Juli. Der 27.000= Tonnen=Schlachtkreuzer „Guam“, die neue schwimmende Festung der Flotte, ist, wie das Marineministerium heute berichtet, bereits sechs Monate in Aktion. Die „Guam“, die an Kampfkraft zu den stärksten Kriegsschiffen der Welt zählt, hat eine Länge von über 244 Meter. Sie ist einer der zwei jetzt in Dienst befindlichen Typs, der amerikanischen Ausführung des „Taschenschlachtschiffes“.
Die Kriegsverluste der Empire=Streitkräfte
London, 31. Juli. Nach Mitteilung des britischen Kriegsministeriums betragen die Verluste, welche die Empire=Streitkräfte vom
3. September 1939 bis zum 31. Mai 1945 erlitten haben, in ihrer Gesamtheit 1,233.793 Mann. Die Gesamtsumme der Toten beträgt 336.772.
Churchill schlägt den Hosenbansorden aus
London, 31. Juli. Um Churchills große Verdienste während des Krieges zu ehren, hat ihm der König den höchsten britischen Ritterorden, den Hosenbandorden angeboten. Churchill bat jedoch um die Erlaubnis, die Auszeichnung unter den jetzigen Umständen ablehnen zu dürfen.
Das Gehirn Mussolinis wird untersucht
Rom, 31. Juli. Teile des Gehirns Musso
#nis werden nach Washington geschickt, wo sie durch Spezialisten für Geisteskrankheiten geprüft werden.