Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:7
- S.55
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
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Nummer 33/ 1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Sonntag, 29. Juli 1945
Generat de Lüttee de rassigng in oninsbruck
Innsbruck, 28. Juli.
Der Empfang, der in Innsbruck dem Feldherrn Frankreichs, General de Lattre de Tassigny zuteil wurde, bezeugte sowohl die Begeisterung, welche das französische Offizierskorps und die französischen Soldaten für ihren großen Heerführer hegen, wie auch die erfreuliche Entwicklung des Verhältnisses zwischen dem Vertreter der Besatzungsmacht und der Bevölkerung Tirols. Die Veranstaltungen, mit denen der hohe Gast in Innsbruck begrüßt wurde, trugen militärischen und künstlerischen Charakter. Sie gestalteten sich zu einem harmonischen Fest.
Der Empfang am Westbahnhof
Grüßend prangte der Westbahnhof im bunten Fahnenschmuck der französischen und österreichischen Landesfarben. Ein langes Spalier von französischen und marokkanischen Soldaten säumt die Andreas=HoferStraße bis unmittelbar zum Bahnhofe ein. Bis zum tannengeschmückten Bahnsteig, der in erstaunlich kurzer Zeit wieder ein repräsentatives Gesicht bekommen hat, ziehen sich die Reihen der Soldaten und Zuschauer. Auf die Minute pünktlich, um 18 Uhr, lief der Sonderzug des Generals ein. Nach dem Aussteigen begrüßte General de Lattre de Tassigny, der sich in der Begleitung der Generale Bethouart und Dumas sowie anderer hoher Offiziere befand, die französische Abordnung. Unter den Klängen französischer Märsche bestiegen die Herren ihre Wagen, um die Fahrt durch die Stadt anzutreten. Leider beeinträchtigte ein
plötzlich einsetzendes Gewitter die volle Entfaltung der Begrüßungsfeier.
Die größte Darade französischer Truppen
Auf dem großen Platz vor dem Stadttheater hatten inzwischen die französischen Truppen Aufstellung genommen. Trotz des starken Regens waren auch sehr viele Zivilisten anwesend. General de Lattre de Tassigny traf, von einer starken Eskorte von Kradschützen begleitet, in seinem Wagen auf dem Platze ein. In seiner Begleitung befanden sich General Bethouart, der Oberkommandierende der französischen Besatzungstruppen in Österreich, General Bondis, General Dumas und andere hohe französische Offiziere. Nachdem General de Lattre de Tassigny unter den Klängen der Marseillaise die französische Fahne gegrüßt hatte, schritt er die Front der angetretenen Formationen ab. Anschließend nahm er auf der vor dem Stadttheater errichteten Tribüne den Vorbeimarsch der Truppen ab. Die Parade selbst war die bisher größte der
französischen Truppen in Tirol. Die Truppen, die vor General de Lattre de Tassigny defilierten, bestanden aus Teilen seiner ehemaligen ersten Armee, die sich aus Einheiten, welche aus der französischen Widerstandsbewegung hervorgegangen waren und Truppen aus den Kolonien zusammensetzte. An der Spitze seiner Truppen befand sich Colonel Severin. Die marokkanische Musikkapelle mit ihren farbenprächtigen Uniformen eröffnete den Vorbeimarsch und nahm gegenüber der Tribüne Aufstellung. Sodann folgten zahlreiche Infanterieverbände, motorisierte Einheiten und schwere Panzer. Den Abschluß
bildete eine Einheit von Kriegshelferinnen des französischen Roten Kreuzes. Nach Beendigung der Parade dankte Herr General de Lattre de Tassigny dem Herrn Colonel Severin und begab sich in die Hofburg. Vor dem Eintritt in den Deutschmeistersaal wurde ihm von einem Mädchen in Tiroler Tracht ein Blumenstrauß überreicht, für den er sich herzlich bedankte. Im Saale selbst wurden ihm die prominentesten Mitglieder der Tiroler Landesregierung vorgestellt. Die Abordnung bestand aus Landeshauptmannstellvertreter Dr. Weißgatterer, aus den Landesräten Dr. Gamper, Hradetzky, Heinz, Hüttenberger, Bürgermeister Dr. Melzer, Bürgermeisterstellvertreter
[Dr. Greiter, dem Leiter der österr. demokrat. Freiheitsbewegung Major a. D. Molling, Rektor der Universität Prof. Doktor Brunner, Se. Exz. Bischof Dr. Rusch, Msgr. Weißkopf und Kaplan Freiherr v. Sternbach. Bei der Vorstellung sprach General Bethouart dem Sicherheitsdirektor Oberstleutnant Winkler die Anerkennung
aus für die hervorragenden Leistungen des Ordnungsdienstes der Polizei. Der Sicherheitsdirektor erwiderte: „Herr General! Wir tun, was wir können.“ Der General gab seiner Bewunderung über die herrlichen Gemälde des Deutschmeistersaales lebhaften Ausdruck und betrat sodann den Riesensaal der Hofburg.
Ein Bild der Sarben und Trachten
Wie sehr Tirol und seine Landeshauptstadt jeden liebenswürdigen oder feierlichen Anlaß begrüßt, sein Interesse am Zeitgeschehen und den Ereignissen des Tages durch rege Teilnahme und Anteilnahme zu bekunden, das bewies in festlicher Form der gestrige Empfang des General Jean de Lattre de Tassigny in Innsbruck.
Trotz des freien Samstagnachmittag und des drohenden Gewitterregens, der dann leider auch während des Empfanges am Defilierungsplatz vor der Hofburg strömend ein
Eine Trachtengruppe Innsbruck=Wilten überreichte am Eingang zur Hofburg dem General de Lattre de Tassigny einen Blumenstrauß, für den dieser herzlich dankte.
Und hatte auch die Bevölkerung zu dem anschließenden Symphoniekonzert um 7 Uhr abends im historischen Riesensaal der Hofburg keinen Zutritt, so waren doch als Gäste die Vertreter der Kirche und der Landesregierung zugegen und Innsbrucker Künstler, vor allem Musikdirektor Fritz Weidlich mit seinem Symphonieorchester und Sieg
ihrem prachtvollen Vortrag der Habanera aus der Oper „Carmen“ und der Arie der Dalila aus der Oper „Samson und Dalila“. Ihre kultivierte, in den schwierigsten Tonlagen sichere und kraftvolle Stimme erfüllte den ganzen Saal und wurde von allen Zuhörern, in besonderem von den beiden Generalen de Lattre de Tassigny und Bethouart mit großer Begeisterung und sichtlicher Anteilnahme ausgenommen.
Den Abschluß dieses wirklich künstlerischen Abends bildete, lebhaft, feurig und voll schwingendem Rhythmus, der Kaiserwalzer von Johann Strauß und der Radetzkymarsch von Johann Strauß Vater.
Gleich wie zu Beginn der Empfangsfeierlichkeiten in der Hofburg standen auch ietzt wieder in den geschmackvoll gezierten Gängen junge Mädchen in Südtiroler. Wipptaler und Lechtaler Tracht, ein farbenfrohes Bild.
Während der langen Zeit der Festlichkeit in der Hofburg waren der unentwegt ausharrenden Menschen auf dem Freiheitsplatz nicht weniger geworden, die unbedingt noch die Abfahrt der hohen Gäste in ihren Autos abwarten wollten. Erst nachdem die beiden Generale de Lattre de Tassigny und Bethouart den Platz endgültig verlassen hatten, zerstreute sich die Menge unter lebhaftem Geplauder und Erörterungen für das vorgesehene Feuerwerk anläßlich des Gartenfestes im Hofgarten.
Der Prozeß gegen Petain
Paris, 27. Juli. Der ehemalige Ministerpräsident Leon Blum erklärte anläßlich seiner Aussage im Verfahren gegen Petain, man hätte Paris mit Energie und Tapferkeit verteidigen müssen. In Bordeaux sei es dann klar geworden, daß die Armeeführer alle Hoffnungen aufgegeben hätten.
Die Verfassungsreform in Frankreich
Paris, 28. Juli. Die Volksabstimmung über die Verfassungsreform hat die Wahl zwischen den drei folgenden Regierungsformen zu treffen und zwar zwischen der Verfassung von 1875. der Einberufung einer konstituierenden Nationalversammlung mit beschränkten Vollmachten oder der Einberufung einer Nationalversammlung mit unbeschränkten Vollmachten.
Gegen den ehemaligen Informationsminister Paris, 27. Juli. Der in Innsbruck verhaftete Informationsminister der Vichy=Regierung Paul Marion wurde in das Untersuchungsgefängnis überstellt. Die Verhöre mit ihm werden sehr rasch beginnen.
Vichy=Minister in Innsbruck verhaftet Paris, 28. Juli. Andre Masson, Minister für die Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und der französischen Arbeiter in Deutschland unter der Regierung von Vichy, wurde in Innsbruck verhaftet.
General de Lattre de Tassigny, dessen Leben un
setzte, waren die Straßen vom Westbahnhof bis dorthin von Männern, Frauen und Kindern dicht gesäumt, die alle wenigstens einen Blick tun wollten auf den ruhmreichen General, den Feldherrn Frankreichs, von dessen glänzenden Siegen und Waffentaten die gestrige „Tiroler Tageszeitung“ bereits berichtete.
Auf dem Festplatz vor der Hofburg, unter dessen blau=weiß=roten, österreichischen und Tiroler Fahnen die verschiedenen Truppenteile in tadelloser Exaktheit Parade standen, drängten sich hinter ihnen, wieder Kopf an Kopf, die trotz der ungünstigen Witterung ausharrenden Zuschauer, um von dem Schauspiel dieses militärisch schönen, disziplinierten Truppenaufmarsches vor General de Lattre de Tassigny ja nichts zu verlieren.
Die Stadtmusikkapelle Hall in der schmukken Tracht der Speckbacher unter Leitung ihres Kapellmeisters Honc und eine Abordnung der Thaurer Musikkapelle wurden mit ihren schneidigen Tiroler Märschen besonders freudig begrüßt.
und Waffentaten wir gestern gewürdigt haben
fried Neßler vom Landestheater hatten an der künstlerischen Ausgestaltung dieses Empfangsabends besonderen Anteil.
Als unter den Klängen der französischen Nationalhymne General de Lattre de Tassigny und General Bethouart mit den hohen Offizieren ihres Stabes den Saal betraten, ging eine festliche Bewegung durch die bereits dicht besetzten Sesselreihen.
Der Riesensaal der Hofburg bot im glänzenden Schmuck seiner Kronleuchter und vielen natürlichen Kerzen ein wahrhaft imposantes Bild. In die lautlose Stille ertönte, meisterhaft geleitet von Musikdirektor Fritz Weidlich die Ouverture aus der Zauberflöte von Mozart und anschließend der erste Satz in e-moll von Beethoven, dirigiert von Operndirektor Siegfried Neßler, der ebenso wie Herr Weidlich die hohe Anerkennung des Herrn General de Lattre de Tassigny und des Herrn General Bethouart und den rauschenden Beifall des ganzen Saales fand.
Eine besondere Note gab Mela Bugarinowic von der Wiener Staatsoper mit
Ernährungsminister in Argentinien
Paris, 27. Juli. Der Ernährungsminister hat vor einiger Zeit eine Reise nach Südamerika angetreten. Er befindet sich gegenwärtig in Argentinien, das sich während der Kriegszeit immer mehr zu einem bedeutenden Versorgungszentrum der Welt entwickelt hat.
Die neue Regierung Englands
London, 27. Juli. Das Regierungsprogramm des neuen Ministerpräsidenten Attlee enthält folgende Hauptpunkte: Beendigung des Krieges mit Japan, die Durchführung der Besetzung Deutschlands, enge Zusammenarbeit mit den Alliierten, Ausrottung faschistischer Bestrebungen, Maßnahmen zur Erleichterung der. Ernährungslage für die europäischen [Länder. Unter den bedeutenderen Persönlichkeiten, die dem Kabinette angehören, befinden sich Lord Bevin, der das Außenministerium leitet, und Sir Stafford Cripps, der dem Handelsministerium vorsteht. Herbert Morrison wird die Stelle eines Präsidenten des Staatsrates bekleiden.