Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:7

- S.51

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Einzelpreis 15 Lfe.
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine
Postzustellung
Nummer 32/ 1. Jahrgang

Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. —
Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Samstag, 28. Juli 1945

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Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, daß amtliche Mitteilungen nur schriftlich, versehen mit dem Stempel der französischen Militärregierung für Österreich, in die „Tiroler Tageszeitung“ ausgenommen werden. Einsendungen ohne den Genehmigungsvermerk, telephonische Anrufe usw. sind zwecklos. Die Schriftleitung.
Märtyrer des Rechtsgefühls
Heute vor einem Jahre erfüllte sich an irgend einer der vielen Hinrichtungsstätten, mit denen die Macht Hitlers das sonnige und heitere Südfrankreich übersät hatte, das Schicksal eines iungen Tirolers und Österreichers. Dr. Walter Crainz aus Solbad Hall wurde von einem Kriegsgericht als Dienstverweigerer zum Tode verurteilt, weil er der Stimme des Gewissens gehorchte und sich deshalb dem Mordgebot der Unmenschlichkeit widersetzte. Der junge Mann gehörte einer Abteilung an, die den Befehl hatte, Franzosen, die als Geiseln ausgehoben worden waren, zu erschießen. Er wurde vorstellig, daß man ihm die Teilnahme an einem solchen Frevel gegen göttliches Gesetz und gegen jedes menschliche Rechtsempfinden erlassen möge. Den Versuch, ihn durch die militärische Disziplin zu dem zu zwingen, was seinem Inneren
widerstrebte, erwiderte er mit der offenen Weigerung. Damit war der Stab über ihn gebrochen. Das Kriegsgericht sprach gegen ihn „Im Namen des Führers“ das Todesurteil aus. In unmittelbarer Erwartung der Hinrichtung verabschiedete er sich von seinen Eltern und von seinen Lieben in der Heimat mit einem Briefe, in dem sich der höchste Sinn dieses wohlerwogenen Opfers ausspricht:
„Es ist dies wohl der letzte Brief, den ich an Euch schreibe. Ich hatte heute Verhandlung, das Ergebnis entsprach meinen Erwartungen. In kurzer Zeit werde ich vor dem Richterstuhl des Ewigen stehen. Ich fürchte sein Gericht nicht mehr, ich vertraue auf seine Barmherzigkeit.“
Den gramgebeugten Eltern, denen bereits ein Sohn durch den Krieg entrissen worden war, wurde die offizielle Benachrichtigung, daß ihr Walter nach den Begriffen des Drits ten Reiches in Unehre gestorben sei, mit der Warnung verbunden, es sei ihnen nicht gestattet, ihrem Toten eine Trauerfeier zu widmen, wie sie ausschließlich den „auf dem Felde der Ehre" Gefallenen veranstaltet werden dürfe. Nicht einmal ein Requiem durfte zum Andenken an diesen edlen Jüngling, der sein mehr als gewöhnliches musikalisches Können so oft der Pfarrkirche seiner Vaterstadt zur Verfügung gestellt hatte, gesungen werden.
Vierzehn Tage, nachdem dieses edle Leben zerstört worden war, landeten die Alliierten an der Küste Südfrankreichs und schlugen die deutschen Armeen. Am Jahrestag dieses Todes ist bereits das ganze Dritte Reich mit seinen Kriegsgerichten und seinem ganzen Henkerapparat in einem Sumpf von Blut und Schande versunken. Umso lichter und vom Immergrün des unvergänglichen, von der höchsten Sittlichkeit geadelten Ruhmes umwunden steht die Gestalt dieses iungen Helden vor uns, der lieber sein blühendes Leben opferte, als daß er sich dazu hergab unschuldige Menschen zu ermorden, die eine verbrecherische Willkür hinschlachten wollte. Der Name dieses Österreichers sollte immer genannt werden, wenn das Erschrecken und der Protest über die Barbarei der Geiselmorde, die Hitler zum System seiner Gewaltherrschaft
über geraubte Länder erhoben hatte, in der Erinnerung der Menschheit nachzittert.
Da wir zum Schweigen gezwungen waren, müssen wir es heute umso deutlicher aussprechen, daß viele in Österreich die barbarische Niedermetzelung von Geiseln für das fluchwürdigste Verbrechen gehalten haben und halten, mit dem der Militarismus des Dritten Reiches nicht nur sich befleckt hat, sondern alle besudelte, die an der Ausführung solcher Mordbefehle, wenn auch wider ihren Willen und ihre Neigung teilnehmen mußten. In dieser Schau sehen wir in der
London, 27 Juli. Der britische Rundfunk meldet, daß Präsident Truman, Ministerpräsident Churchill und Generalissimus Tschiangkaischek an Japan ein Ultimatum gerichtet haben, das Japan vor die Wahl stellt, sich zu unterwerfen oder vernichtet zu werden. Das Ultimatum enthält im wesentlichen folgende Forderungen: Die japanische Regierung soll alle Hemmnisse gegen das Wiedererstarken demokratischer Neigungen in Japan beseitigen und die Achtung vor den grundlegenden Menschenrechten wieder herstellen. Japan darf alle diejenigen Industrien weiterbehalten, die zur Stützung seiner Wirtschaft dienen und die die Beitreibung gerechter Reparationsleistungen gestatten. Das gilt jedoch nicht für jene Industrien, die Japan eine Wiederaufrüstung erlauben würden. Es wird Japan der Zugang zu den Rohstoffen ermöglicht, nicht aber die
Kontrolle über die Rohstoffe selbst. Die alliierten Besetzungsstreitkräfte würden aus Japan zurückgezogen
Altimatum an Fapan
werden, sobald eine friedfertige und verantwortliche Regierung, die dem Willen des Volkes entspricht, sich gebildet hat. Die japanische Regierung wird aufgefordert, nunmehr die bedingungslose Kapitulation aller japanischen Streitkräfte auszusprechen, sonst würde Japan vernichtet werden.
ersten französischen Truppen
für Indo=China
Der Bey von Tunis empfing General Maast
Paris, 27. Juli. Der Bey von Tunis empfing auf der Rückkehr von seiner Reise nach Deutschland General Maast, den Generalresidenten von Tunesien, dem er seine Zufriedenheit ausdrückte.
Drei französische Bataillone des Expeditionskorps für Indo=China sind bereits in Indien eingetroffen. Der Rest der Expeditionsarmee folgt demnächst.
Der Feldherr Frankreichs
General de Lattre de Tassigny, der große Feldherr des großen Soldaten und Staatsmannes General de Gaulle, stattet heute den französischen Truppen, die unter seinem Befehl große Teile des französischen Bodens befreiten und als Sieger im Verbande der Alliierten Deutschland und Österreich betraten, seinen Besuch ab. Da General de Lattre de Tassigny soeben auf einen Posten berufen wurde, auf dem er seine hervorragenden Fähigkeiten für die Wiederaufrichtung der Wehrmacht Frankreichs zur Geltung bringen wird, bedeutet die Anwesenheit des Generals in Innsbruck zugleich den Abschluß seines Wirkens als Kommandant der ersten Armee. Aus dem kurzen Lebensabriß, mit dem wir gestern die hervorragende Persönlichkeit, die wir heute in den Mauern unserer Stadt begrüßen dürfen, vorgestellt haben, erscheint uns die
Gestalt eines Heerführers, die für immer mit dem Lorbeerkranz des Ruhmes geschmückt sein wird. Heiße Liebe zum Vaterland, kühnes und entschlossenes, aber ebenso wohlabgewogenes Handeln, vorausschauendes Planen und geistvolle Beweglichkeit in der Fassuna und Durchführung der Entschlüsse sind die Gaben, die den berufenen
Feldherren erkennen lassen und ausmachen. General de Lattre de Tassigny verstand es, den berühmten Elan, durch den der französische Soldat hervorragt, mit der Technik der Materialschlacht so zu verbinden, daß sich der Sieg an seine Fahnen heftete. Vom Vater des preußischen Militarismus, von Friedrich lI. stammt das Wort: „Ich brauche Generale, die Fortune haben.“ Die Unternehmungen, die General de Lattre de Tassigny führte, endeten mit glücklichem Erfolg, weil er nichts versah und nichts unterließ, was ihn zum Schmied des Schlachtenglückes machen konnte.
Wie alle großen französischen Generäle ist auch der Mann, der Frankreichs Waffenehre in glänzender Weise wiederherstellte, ein Freund der Musen. So wird auch der Gruß, den ihm Innsbruck darbietet, des Juwels der Kunst nicht entbehren. Das Symphoniekonzert, das in der Hofburg zu Ehren des hohen Gastes veranstaltet wird, vermag vor dem Ohre eines Gönners das Wesen und den Geist dieses Landes, dem General de Lattre de Tassigny seine Zuneigung bekundete, am schönsten zu verdolmetschen. Wir werden uns frouen, wenn der Aufenthalt dieses Edel
General Bethouart anläßlich der französischen Gefallenenehrung am 24. Juli
(Landesbildstelle: Photo Demanega)
mit dem Leben bezahlten Weigerung des jungen Mannes, dessen Gedächtnis wir heute feiern, eine Art von Entsühnung für die vielen, die dieses höchsten Heldentums nicht fähig waren. Wir würden uns mitschuldig machen, wollten wir in dem Augenblick, da uns die freie, offene Sprache wiedergegeben ist, nicht einen solchen Anlaß wahrnehmen, lum im Namen des Volkes von Tirol und
Österreich den Immortellenkranz des ehrenden Gedächtnisses auf dieses Grab zu legen und uns zugleich auch in Ehrfurcht vor jenen vielen Tausenden zu verneigen, die eine bisher in der Welt unerhörte Grausamkeit des Lebens beraubte, einzig und allein deshalb. weil sie als treue Söhne ihres Landes auf eine Geiselliste gesetzt wurden.
Dr. Anton Klotz.
mannes in unserer Stadt sich unter den freundlichsten Eindrücken vollzieht und damit neue freundschaftliche Gesinnungen für unser österreich hervorruft. Sein Besuch in diesem Augenblicke beweist vor aller öffentlichkeit aufs neue, welch große Aufmerksamkeit Frankreich den von ihm besetzten Gebieten Österreich zuwendet, und wir dürfen ihn daher als ein wertvolles Anzeichen betrachten für die Sicherheit und Ruhe, mit der die künftigen Entwicklungen vor sich gehen werden.
Die Organisation der französischen Besetzungszone
Paris, 27. Juli. Die französische Besetzungszone in Deutschland wird in fünf, bzw. sechs Gebiete aufgeteilt und französischen Militärgouverneuren unterstellt werden. Zum Generalverwalter der französischen Militärregierung in Deutschland ist Emile [Laffon, Staatssekretär im französischen Innenministerium, ernannt worden. — Für Österreich übernimmt der frühere französische Staatssekretär in Marokko, Voizard, den Posten des Generalverwalters. — Für die französische Verwaltung in Deutschland sind Spezialämter vorgesehen, die als Ministerien arbeiten werden. So wird ein Informationskontrollamt eingerichtet für Presse und Rundfunk. Ebenso werden Vorkehrungen getroffen, um die Wiedergutmachung der Verluste, die Frankreich während der deutschen Besetzung erlitten hat, zu gewährleisten. Eine besondere
Entwaffnungskontrolle wird die ehemaligen Rüstungsbetriebe überwachen.
Französischer Regierungsausschuß für deutsche und österreichische Angelegenheiten
Paris, 27. Juli. Ein interministerieller Ausschuß für deutsche und österreichische gelegenheiten wurde ins Leben gerufen und dem Kabinett des Regierungschefs beigeordnet. Dieser Ausschuß hat die Arbeiten aller Ministerien in Bezug auf deutsche und österreichische Angelegenheiten in Einklang zu bringen. In diesem Ausschuß, der aus sechs Kabinettsmitgliedern besteht, führt der Chef der provisorischen Regierung General de Gaulle den Vorsitz. Der Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Deutschland oder dessen Stellvertreter können zu den Sitzungen des Ausschusses als Berater zugezogen werden.
Die Engländer in Graz
Graz, 27. Juli. über Graz wehen jetzt die britischen Fahnen. Der britische Oberkommandierende in österreich General MacLeery forderte in einer Botschaft die Bevölkerung auf, an der Errichtung des freien, unabhängigen Österreichs mitzuarbeiten.
Rüenberg Schauplatz der Aburteilung der
Nürnberg, 27. Juli. Die ehemalige Hochburg des Nationalsozialismus und die Stätte der braunen Parteitage wurde von der Interalliierten Kommission zum Gerichtsort der Verhandlungen gegen die nationalsozialistischen Hauptkriegsverbrecher bestimmt. Das Gericht wird in den Räumen der Nürnberger Burg tagen.
Dachau — ein europäischer Wallfahrtsort
München, 27. Juli. Kardinal Faulhaber von München ist an General Eisenhower mit dem Vorschlag herangetreten, an der Stelle des vormaligen Konzentrationslagers Dachau ein Kloster zu errichten und dieses zum europäischen Wallfahrtsort zu machen.
älteste Sohn Mussolinis in
London, 27. Juli. Nach Meldungen des Schweizer Rundfunks hat sich Mussolinis ältester Sohn Vittorio den Alliierten Militärbehörden gestellt. Vittorio Mussolini war Flieger. Während des abessinischen Feldzuges tat er den Ausspruch, er habe es für sehr unterhaltend gefunden, auf die Eingeborenen Bomben zu werfen.