Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:7
- S.43
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Sinzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung
Nummer 28/ 1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Dienstag, 26. Juli 1945
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Pflichterfüllung und stilles helfen
In solchen Notzeiten kommt viel darauf an, daß alle Volksschichten zusammenstehen, daß jeder seine Pflicht tut und daß jeder, der helfen kann, zur Hilfe bereit ist. Freilich gibt es auch in Notzeiten Menschen, die nur ihr eigenes Wohlergehen im Auge haben, einzig auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind und auf Grund ihrer egoistischen Haltung kein Interesse an Bedürfnissen der anderen haben. Solche Menschen bilden zu jeder Zeit eine Belastung für den Stand, dem sie angehören, und heute um so mehr. Die Ziffer solcher Egoisten ist aber doch eine geringe gegenüber den vielen, die ein aufgeschlossenes Auge für die Bedürfnisse der Zeit besitzen und geben, was in ihren Kräften liegt. Gerade die letzten Jahre haben wieder gezeigt, daß viel Edelsinn und echte Hilfsbereitschaft in unserem Volke lebt. Man denke nur an die feinen
Menschen, die immer wieder für unsere Landsleute in den Konzentrationslagern gesorgt haben und sich persönlich so vieles vom Munde sparten, um diesen eine kleine Zubuße geben zu können. Man denke auch an die vielen Pakete, die unseren Soldaten zugekommen sind, oder die in ganz verstohlener Weise in die Gefängnisse wanderten. Man denke auch daran, welch caritative Arbeit von unseren Klöstern, namentlich von unseren Frauenklöstern und ihren Einrichtungen geleistet wurde, ohne darüber zu sprechen, in der Gesinnung, daß das Gute besser im Verborgenen bleibt und daß die „Rechte nicht wissen soll, was die Linke tut“.
Unter den vielen in Stadt und Land, die sich selbstlos in den Dienst des Nächsten gestellt haben, verdient ein Stand eine besondere Anerkennung, der Bauernstand. Gewiß sind unter den Bauern manche, die kein Herz für die Not des anderen besitzen und zu den krassen Egoisten gehören, die nur auf eigene Vorteile bedacht sind. Zu solchen gehören jene, welche jetzt nichts mehr abliefern, weil sie, wie sie meinen, nicht mehr mit sofortiger Bestrafung wie in der früheren Zeit zu rechnen haben, und weil sie nicht mehr einzurücken brauchen. Noch mehr gehören auch jene dazu, denen, wie auch berichtet wird, heute nicht einmal mehr die Vollmilch genügt, sondern der gesamte Rahm für die Befriedigung persönlicher Gelüste zur Verfügung stehen muß, und die keinen Liter Milch mehr für die alten und kranken Leute in den Städten und
Industrieorten übrig haben, obwohl sie früher reichlich lieferten. Es ist schwer, eine richtige Bezeichnung für solche Charaktertypen zu finden. Allein, das sind mehr oder weniger Ausnahmen, die sich ja selbst in dieser Zeit ein Denkmal der Schande setzen. Dagegen bemüht sich die große Mehrzahl unserer Bauern, nicht bloß den Bestimmungen der Ablieferung nachzukommen, sondern gibt noch mehr von dem Eigenen. Man denke nur an die Bittsteller aus Städten und Industrieorten, die fast tagein=tagaus in den Dörfern sich zeigen, man denke an die zahlreichen Heimkehrer, die über Berg und Tal ihre Heimat zu erreichen suchten und dabei die Hilfe der Bauern in Kost und Unterkunft und so manchmal auch in Kleidung gefunden haben. Nicht wenige, besonders die kleinen und mittleren Bauern haben sich fast bis zum Letzten entblößt,
um den mit der Not des Alltags Ringenden zu helfen. Solche Leistungen müssen auch gewürdigt und anerkannt werden.
Auf der anderen Seite muß auch der Städter ein entsprechendes Verständnis für die Lage unserer Bauern haben. Ist dies der Fall, wird auch auf bäuerlicher Seite eine noch größere Bereitwilligkeit zur Erfüllung der an sie gestellten Aufgaben und zur freiwilligen Hilfe zu erwarten sein. Zu diesem Verständnis bäuerlicher Interessen gehört auch ein Empfinden dafür, was bei den Bauern geachtet wird und was sie verletzt. Was man auf dem Lande nicht verträgt, ist unter anderem die geringe Schonung der Kulturen durch unnötiges Betreten und Zertreten derselben, durch das Herumliegen in Feldern und Wiesen und durch Beraubung der Feldfrüchte noch in ihrer Reifezeit.
Auch ist darauf zu achten, daß unser Bauer auf Tradition und Vätererbe etwas hält und daß städtische Ausgelassenheit nicht in die herrliche Natur unserer Alpentäler hineinpaßt.
Die Bauern wissen, welche Aufgaben sie heute zu erfüllen haben. Die meisten von ihnen wollen dies auch tun, in der überzeugung, daß alle aufeinander angewiesen sind und daß ein Volk nur dann in seiner Gesamtheit zufrieden und glücklich sein kann, wenn jeder das Seinige dazu beiträgt. Wenn auch manche von ihnen nicht in die Reihen der Pflichtbewußten und Hilfsbereiten treten, so ist dies außerordentlich bedauerlich, kann aber dem Stand als solchen nicht angelastet werden. Freilich verdienen heute Pflichtvergessene nicht den Namen eines Tiroler Bauern. Die große Mehrheit der Bauern aber wird das Vertrauen recht
fertigen, das man auf sie setzt, und wird auch in dieser Zeit den Beweis dafür bringen, daß im Lande noch jener Bauernadel herrscht, der im bereitwilligen Helfer sich offenbart. Msgr. Michael Weißkopf.
Die Sicherheit unserer Währung
Die französische Militärregierung legt ebenso wie es die amerikanische und britische Militärregierung in österreich erklärt haben, größten Wert darauf, die in Österreich derzeit geltende Währung vor tionsgefahr zu bewahren. Die von der französischen Besatzung ausgebenen Besatzungsschillinge sind gleichwertig mit der im Umlauf befindlichen Mark.
Todesstrafe gegen Petain beantragt
Paris, 23. Juli. In dem Prozeß gegen den ehemaligen Marschall Philippe Petain, der heute nachmittags im Justizpalast beginnt, wird der Staatsanwalt Andree Mornet die Todesstrafe beantragen. Petain steht unter der doppelten Anklage, der Bedrohung der inneren Sicherheit seines Landes und der Zusammenarbeit mit dem Feind. Die öffentlichkeit wird zu dem Prozeß nur
in beschränktem Umfang Zutritt haben. Der Arzt des Marschalls und zwei Krankenwärter werden während des ganzen Prozesses, der, wie man erwartet, ungefähr 14 Tage dauern wird, anwesend sein. Das kleine Büro des Präsidenten, das neben dem Gerichtssaal liegt, wurde in eine Zweizimmerwohnung für den Angeklagten und dessen Frau umgewandelt. Die elf Seiten umfassende Anklageschrift teilt die Anklage in drei Gruppen: Strafrechtliche Tatbestände, Verbrechen gegen die Moral und politisches Verbrechen.
General de Gaulle in der Bretagne
Paris, 23. Juli. General de Gaulle unternimmt zur Zeit eine Reise durch die Bretagne. Der französische Regierungschef weilte dabei in Brest und hielt dort eine Rede über den Volksentscheid für eine neue Verfassung Frankreichs.
General Bethouart beim Bey von Tunis
Bregenz, 23. Juli. Der Bey von Tunis hält sich gegenwärtig zu einem Besuch in Konstanz auf. Aus diesem Anlaß weilte auch General Bethouart in Konstanz, wo er mit dem marokkanischen Würdenträger eine Unterredung hatte.
Dienst am Volke bis zum Tod
Paris, 23. Juli. „Universe“ berichtet: Die Nazi haben Hunderttausenden von zwangsverschickten Franzosen die seelsorgliche Betreuung verweigert. Daher verkleideten sich französische Geistliche als Arbeiter und gingen nach Deutschland, wo sie unter Lebensgefahr in den Fabriken und Dörfern für ihre Landsleute arbeiteten.
Einer von diesen Priestern wurde im Jahre 1941 von der Gestapo verhaftet, eingekerkert, gefoltert und schließlich in das Konzentrationslager Belsen geschickt. Dort holte sich der französische Priester Tuberkulose und Typhus. Als die Alliierten in Belsen eindrangen, lag er im Sterben. Wohl wurde er in höchster Eile im Flugzeug nach Frankreich gebracht, doch starb er bald darauf in einem Krankenhaus. Seinem Begräbnis wohnten Hunderte von Pariser Arbeitern bei, denen er Trost und Ermunterung gebracht hatte.
Wo sind die Größen von gestern?
Luxemburg, 23. Juli. Ehemalige berühmte Naziführer wie Reichsmarschall Göring, Großadmiral Dönitz, Feldmarschall [Kesselring, Außenminister Ribbentrop, Dr. Hans Frank und Julius [Streicher wohnen jetzt im Palasthotel Mondor, wo sie durch amerikanisches Militär in Haft gehalten werden, um die Entscheidung über ihr Schicksal abzuwarten. Die Quartiere dieser einstigen Größen sind sparsam eingerichtet. Mit sorgsamer Vorsicht hat man alle Gegenstände entfernt, die einen Selbstmordversuch ermöglichen könnten. Im Zimmer Ribbentrops steht ein ganz einfaches Feldbett mit einer Strohmatratze. Elektrische Beleuchtung fehlt. Die Glasfenster wurden durch anderes unzerbrechliches Material ersetzt. Der Raum enthält natürlich auch keinen Spiegel. In dem Hotel befinden sich aber auch keine Bediensteten. Die ehemaligen hohen
Herren müssen also alles selbst sauber machen. Die Dosis an Beruhigungsmitteln für Göring wurde stark verringert. Bei seinem Eintreffen hatte sie die normale Dosierung um das Zwanzigfache überschritten. Der Kommandant der Bewachungstruppen Oberst Andrus sagte:
„Wir sind nicht hier, um diesen Leuten ein angenehmes Leben zu bereiten. Sie sind Gefangene und wir halten uns streng an die Verordnungen, die wir vom Alliierten Oberkommando für die Bewachung dieser Kriegsverbrecher bekommen haben. Verschiedene Naziführer weigerten sich, mit Streicher an einem Tisch zu sitzen. Ich gab ihnen aber zu verstehen, daß sie mit jedem zu essen haben, den ich ihnen zum Tischgenossen bestimme.“
Der Tagesplan für die Inhaftierten ist sehr einfach und streng gehalten. Die einzige Un
terhaltung für sie sind Filmvorführungen von den schrecklichen Zuständen aus dem Konzentrationslager Buchenwald. Als Frank diese Bilder sah, führte er in einer erschreckten Geste die Hand zum Mund, Streicher spielte während des Films nervös mit den Händen und Kesselrings Gesicht war am Schluß der Vorführung weiß wie Kreide. Ab und zu dürfen sie Spaziergänge machen und untereinander sprechen. Manchmal halten die gefangenen Nazi Vorträge für ihre Genossen. So sprachen Dr. Walter Frank und Doktor Walter Funk, der ehemalige Präsident der Reichsbank, über das Papiergeld und Doktor Robert Ley über die kommende „Wiedergeburt Deutschlands“. Im Gegensatz zu seinen früheren Ansichten trat er für eine wirtschaftliche Entwicklung durch das private Geschäft und durch das private Kapital ein.
Pour les morts de Tarmée française
Demain mardi à 10 h 30 en l’église St. Nicolas un service solennel sera célébré à la mémoire des officiers et des soldats français tombés au cours de la guerre 1939—1945. Le général Béthouart, commandant en chef de la zone d’occupation française en Autriche, honorera la cérémonie de sa présence.
Aux mèmes intentions, des services religieux auront lieu à dix heures à la chapelle évangélique 4 rue Richard Wagner et à la Synagogue, Hotel Wilder Mann, Museumstr. 28.
Gefallenenehrung der französischen Garnison in Innsbruck
Am Dienstag, 24. Juli, gedenkt die französische Garnison in feierlicher Weise jener französischen Offiziere und Soldaten, die während des Krieges 1939—1945 gefallen sind. Um halb 11 Uhr vormittags findet in der St. Nikolauskirche ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem General Bethouart anwesend sein wird.
Um 10 Uhr ist Gedächtnisgottesdienst in der evangelischen Kirche, Richard=Wagner=Straße Nr. 4, und zu gleicher Zeit in der Synagoge, Hotel „Wilder Mann“, Museumstraße 28. Iimmmnmmmmmmmmntmimmmnmmmmmmmmmmmmmmmmn
Vorstellung der Siroler Presse bei der Militärregierung
Gestern empfing in Abwesenheit des Herrn Gouverneur Voizard dessen Vertreter Herr Oberst Thomazo, Generalsekretär der Militärregierung der französischen Besatzungszone in österreich, die Vertreter der Tiroler Presse und des Innsbrucker Radio, die von Herrn Weymüller, dem Direktor des Presse= und Nachrichtenwesens für die französische Besatzungszone in österreich, vorgestellt wurden. Oberst Thomazo erörterte das, was bisher geschehen ist, dem Tiroler Volk ein neues Pressewesen zu schaffen. Er gab auch einen Ausblick, auf Grund dessea sich die freie Presse des freien, unabhängigen Österreichs entwickeln und entfalten wird.
Ein zum Tode Verurteilter als Polizeichef von München
München, 22. Juli. Michael Freiherr von Godin, den die Gestapo nicht weniger als elfmal zum Tode verurteilt hatte, ist jetzt zum Polizeichef von München ernannt worden. Freiherr von Godin hielt als junger Polizeileutnant anläßlich des Putsches im Bürgerbräukeller mit seiner 33 Mann starken Truppe 1500 SA.=Leute in Schach. Als die Nazi die Macht ergriffen, fahndeten sie nach ihm, der sich nach Tirol zurückgezogen hatte. Nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich flüchtete Baron Godin in die Schweiz. Von dorther haben ihn jetzt die amerikanischen Militärbehörden zurückgeholt, damit er die Polizeikräfte der bayerischen Landeshauptstadt nach amerikanischem Muster organisiere.
Japan in der Klemme
Das Treibstoffproblem
Washington, 23. Juli. Der stellvertretende Verwalter des Petroleumkonzerns erklärte, die Operationen zu Wasser und der weite Weg verlangen im Pazifik große Mengen von Rohöl. Diese Mengen sind weitaus größer als jene, die für die Hauptoperationen in Europa gebraucht wurden.
Das Entweder—Oder für Japan
Generalmajor Allan Durnage, der mit dem 1. August zum stellvertretenden Befehlshaber der U.S. A.=Marine aufsteigt, erklärte im Rundfunk:
„Die größten Landungsoperationen, die die Welt jemals gesehen hat, sind im Pazifik in Vorbereitung. Ich warne die Japaner und sage, daß nichts als eine
rasche Kapitulation Japan vor dem Untergang retten kann.“
Die längste Nachschubstraße der Kriegsgeschichte
Washington, 23. Juli. Eine Mitteilung des Kriegsministeriums besagt, daß der Nachschubweg für die chinesischen Trüppen von Amerika über Kalkutta nach Tschungking führt. Es ist dies die längste Nachschubstraße, die die Kriegsgeschichte kennt.
Italien
Rom, 23. Juli. Der italienische Ministerpräsident Parri dementiert die Meldungen über die angebliche Aufstellung eines italienischen Expeditionskorps für den pazifischen Kriegsschauplatz.