Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

- S.113

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Montag, 31. Dezember 1945
Tiroler Tageszeilung
Nr. 151 Seite 3
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Heraustretend aus der Finsternis einer siebenjährigen Nacht, bereitet sich Österreich vor, in seiner wiedergewonnenen Freiheit die Verheißungen neuer Tage zu feiern. Der Kampf der alliierten Mächte, die Anstrengungen des österreichischen Volkes, die gemeinsam gebrachten Opfer, haben uns so an die Schwelle des Jahres 1946 geführt.
Gewiß bleiben uns noch zahlreiche Fragen, die gemeinsam gelöst werden müssen. Es sind schwie
rige Aufgaben, doch wir werden sie meistern, da wir auf beiden Seiten erfahren haben, daß die Freiheit ein kostbarer Schatz ist, den man jeden Tag neu verdienen muß.
Das Jahr 1946 wird für das österreichische Volk ein Jahr der Hoffnung sein — das erste seit langer Zeit.
Dank der Tatkraft aller seiner Söhne und Töchter steigt Österreich aus dem Abgrund empor
und findet allmählich wieder seinen Platz in der Gemeinschaft der Völker.
Nachdem dieses Land mit einer nahen Vergangenheit gebrochen hat, die von Tränen, Leid und Not gezeichnet ist, wendet es sich nun entschlossen der Zukunft entgegen.
Als aufmerksamer Zeuge Eurer Bestrebungen und Eurer Kämpfe liegt es mir besonders am Herzen, in meinem Namen und im Namen der
von mir befehligten Truppen dem ewigen Österreich meine aufrichtigsten Glück= und Segenswünsche zu entbieten.
Der Armeegeneral
und
Oberbesehlshaber der französischen Besatzungstruppen in Österreich.
Gouverneur Volzard:
„Einer besseren Zukunft entgegen!“
Tiroler und Vorarlberger!
Heute, am ersten Tag des neuen Jahres, möchte ich Ihnen die herzlichsten Grüße und Wünsche der Offiziere und Beamten der französischen Militärregierung in Österreich zum Ausdruck bringen.
Mit der hohen und ehrenvollen Mission betraut, die Verbindung zwischen den französischen Dienststellen und den provinziellen und lokalen österreichischen Verwaltungsbehörden herzustellen, stel#len wir mit Freude fest, daß unsere Beziehungen von Tag zu Tag vertrauensFller und angenehmer werden. Ich kanke hierbei nach sechs Monaten fruchtbringender Zusammenarbeit insbesondere Herrn Landes
hauptmann Dr. Weißgatterer und dem Bürgermeister von Innsbruck, Dr. Melzer, den Spitzen der geistlichen und weltlichen Behörden sowie allen denen, deren Urteilsfähigkeit, Klugheit und Verständnis so viel zur Verwirklichung unserer Aufgabe beitragen. Diese Aufgabe ist eine sehr umfassende und umschließt politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Arbeitsbereiche. Auf allen Gebieten wurden wesentliche Ergebnisse erzielt. Ein mit jedem Tag wachsendes Einvernehmen mit den Beamten, den Industriellen, den Kaufleuten, den Bauern und Arbeitern hat es uns ermöglicht, Ihren stolzen Provinzen den Weg zu ihrem früheren Gedeihen zu bahnen.
Besonders unsere Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiete möchte ich in den Blickpunkt richten zu Beginn des neuen Jahres, das sich mit Belastungen, aber auch mit Versprechungen ankündigt. Ich freue mich ganz besonders über die vielversprechenden Gründungen wie „Vereinigung Innsbrucker Studenten“ oder der „Freunde Frankreichs“. Ich begrüße es ganz besonders, daß ich bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit, die geistigen Beziehungen zwischen unseren und den österreichischen Universitäten zu fördern imstande bin. Ich glaube, daß die Bande, die sich auf diese Weise zwischen den Katholiken beider Länder anknüpfen, jetzt und in Zukunft von großem Wert für den Weltfrieden sein werden.
Bevölkerung von Tirol und Vorarlberg — ein
Jahr, das zu Ende geht. regt zum Nachdenken an, zur Einkehr in sich selbst. Ein Jahr. welches beginnt, trägt die Hoffnung in sich und den Wunsch zu positiven Verwirklichungen.
Ich wünsche von ganzem Herzen, daß Frankreich und Österreich sich in enger Zusammenarbeit für die Verwirklichung dieser Ziele setzen. Die Söhne unserer beiden Nationen sollen es sich zur Aufgabe machen, ein neues, demokratisches und friedliebendes Europa zu schaffen.
Das ist die Aufgabe, die ich Ihnen anvertraue — eine Aufgabe, der sich meine Mitarbeiter in der Militärregierung und ich selbst mit allen Kräften und mit ganzem Herzen widmen werden. Unsere gemeinsamen Bemühungen werden sowohl Sie als auch uns einer besseren Zukunft entgegenführen.
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Mit 10. November 1945 wurden die bisherigen Gesetze der provisorischen Wiener Regierung für ganz Österreich — somit auch für das Land Tirol — verbindlich erklärt. Seither kann man wieder von einem österreichischen Staate sprechen. Dieser schien bis zu jener Zeit in ebenso viele Teile zerfallen, als er durch Besatzungszonen zergliedert war. Der mangelnde Einfluß der Länder wurde dadurch ausgeglichen, daß die provisorische Staatsregierung Länderkonferenzen einberief und den Ländervertretern Gelegenheit bot, die bisherigen Gesetze zu überprüfen sowie Anderungen durchzuführen. Wenn dieser Vorgang auch nicht ganz dem Empfinden der Länder entsprach, so wurde dennoch eine gewisse übereinstimmung erzielt.
Provisorisch war die Regierung sowohl in Wien als auch in den Ländern. Der junge Staat bedurfte vor allem der Klarheit in der politischen Führung. Es mußte durch Wahlen festgelegt werden, wer zur Vertretung des Volkes berufen ist und die Verantwortung zu tragen hat. Kein politischer Führer, welcher Richtung immer, durfte vergessen, daß er sein Mandat bisher nicht nach demokratischen Grundsätzen erlangt hat. gilt nicht nur für die Regierung in den einzelnen Bundesländern, sondern auch für die Staatsregierung in Wien, die auch die historischen Rechte der Bundesländer als Treuhänder zu schützen hat.
Achtung der Gesetze!
Nun kommt das Jahr 1946, es gibt eine Reihe von Dingen, die den Aufbau verzögern und erschweren. Vor allem ist strikte Befolgung der Gesetze durch jeden einzelnen erforderlich. Gesetzlosigkeit, Unsicherheit, verwerfliche Selbstsucht haben den Zusammenbruch von Machtsystemen zu allen Zeiten begleitet. Auch bei uns konnten diese Erscheinungen nicht ausbleiben. Daß sie immer mehr zu vereinzelten Handlungen unverantwortlicher Elemente hei absanken, ist das Verdienst der Be
satzungstiächte. Trotzdem erleben wir noch heue Fälle von Raub, Plünderung, Einbruch, Diebstahl und Erpressung. Bei den Tätern, die durch schnelles, unerwartetes Auftreten einer gesetzlichen Verfolgung oft entgehen können, handelt es sich meist um Landesfremde.
Daß wir Tiroler die Gesetze auch in kleinsten Dingen achten, ist für den von uns ehrlich angestrebten Wiederaufbau selbstverständliche Voraussetzung. Ich wende mich hiebei nicht nur an die Landsleute, die für sich selbst Leistungen zu erbringen oder Einschränkungen zu erdulden haben, sondern auch an jene, die durch die Tiroler Landesregierung mit öffentlichen Aufgaben oder als Treuhänder mit der Obsorge für Volksvermögen betraut sind. Ich appelliere an jeden, dem solche Aufgaben nach Recht und Gesetz obliegen, denn auch von hierher drohen erhebliche Gefahren.
Die Frage der Nationalsozialisten
In diesem Zusammenhang verweise ich auf die großen Gefahren, die für den jungen Staat aus der unrichtigen, parteilichen, allzu milden wie harten Handhabung jener Gesetze erwachsen könnten, welche zur Beseitigung nationalsozialistischer Einflüsse geschaffen worden sind. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Reinigungsgesetze im einen Falle zu nachsichtig, im anderen unbillig hart zur Anwendung kommen. Merkwürdig ist dabei, daß die tadelnswerte Nachsicht eher an den hohen Kreisen des ehemaligen Naziapparates und die unbillige Härte eher an den harmlosen Opfern der Nazipropaganda geübt wurde.
Mögen daher alle, in deren Händen die Entscheidung über die Existenz ganzer Familien liegt, in jedem einzelnen Falle auch die Auswirkungen für die Volksgesamtheit voll Verantwortungsgefühl im Auge haben. Das gilt für und wider die Betroffenen. So unerbittlich jeder nationalsozialistische Einfluß zu unterbinden ist, so unangebracht ist die Verdammung von nicht Verdammenswürdigen. Das demokratische Österreich hat keine Gestapo und keine Konzentrationslager, keine Mordzellen und keine Krematorien. Sollten jedoch da oder dort Funken geschlagen und Machenschaften gegen den neuen Staat versucht werden, so stehe ich auf dem Standpunkt, daß gegen solche Elemente mit aller Schärfe vorgegangen werden muß. In diesem Falle ist nicht nur der eigentliche Täter,
sondern auch der Berater wie jeder sonstige Hintermann auf das strengste zu bestrafen.
Unser Gewissen — ich habe das schon angedeutet und will es nochmals sagen — gestattet uns
Mit Vertrauen in die Zukunft
Von Dr. Anton Melzer, Bürgermeister der Stadt Innsbruck
Ein bewegtes Jahr geht zu Ende, ein neues Jahr voll Mühe und Arbeit beginnt. Der Jahreswechsel ist kein Ruhepunkt, er ist nur ein übergang. Die Lasten, die uns zu tragen auferlegt sind, können wir nicht ablegen, wir können sie nur von einer Schulter auf die andere wechseln. Der Weg, den wir zurückzulegen haben, ist steil und dornig, weil wir in allzu tiefe Abgründe gesunken sind. Wir können den Aufstieg in die Zukunft nicht bequemer machen, aber wir können die richtige Gesinnung hiefür mitbringen. Wenn man einen steilen Berg erklimmen muß, kann man fortwährend auf den Gipfel schauen und seufzen über den Weg, der noch zurückzulegen ist. Man kann sich aber auch von Zeit zu Zeit umwenden und sich freuen über den Weg, den wir schon glücklich überwunden
haben. Beide haben dasselbe geleistet, aber der eine mit Ach und Weh, der andere mit freundlicher Zuversicht. Und letztere wünsche ich den Innsbruckern für das neue Jahr.
Zur letzten Jahreswende heulten noch die Sirenen, heute klingen schon wieder die Glocken. Es werden zwar diesmal noch kaum viel schäumende Gläser zum Prosit aneinanderstoßen und erklingen, aber vor Jahresfrist klirrten die Gläser unserer Fensterscheiben und fielen zertrümmert zu Boden. Die Menschen drängten sich zitternd und angstvoll in den Kellern und Stollen.
Die Berichte aller auswärtigen Besucher stimmen darin überein, daß Innsbruck schon sichtlich vor den übrigen Städten Österreichs einen Vorsprung aufweist. Wir haben also Grund, mit Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Hat das letzte Jahr den Krieg beendet, möge das neue Jahr den Frieden bringen. Wurden wir im alten Jahr befreit, möge uns im neuen Jahre die Freiheit winken.
*
Dies sei mein Wunsch für die Stadt Innsbruck und ihre Bürger.
nicht, so zu verfolgen, wie jene verfolgten, deren oberste Repräsentanten sich zur Zeit vor den Schranken des Gerichtshofes zu verantworten haben. Wir wollen Gestrauchelte nicht vollends niederschlagen, sondern ihnen, wenn sie dessen würdig sind, im Interesse des Staates hilfreich die Hand geben. Diese Würdigkeit zu überprüfen, bleibt die vornehmste Aufgabe der Reinigungsausschüsse.
Südtirol
Das kommende Jahr steht für uns Tiroler im Zeichen Südtirols. Die Bundesregierung hat den Herzenswunsch unseres Landes den Mächten vorgetragen und ihn mit den stärksten politischen und wirtschaftlichen Argumenten als eine wichtige Angelegenheit der internationalen Friedensordnung dargestellt. Das Gespräch über Südtirol ist damit offiziell eröffnet worden, und was uns noch bedeutsamer erscheint, Österreichs Legitimation, diese Unterhaltung in Gang zu bringen und
sich an ihr zu beteiligen, wird von den Mächten anerkannt. Diese Entwicklung darf uns mit Zuversicht erfüllen.
Die Besatzungsmächte
Zur Genesung brauchen wir auch im neuen Jahre die Mächte, die uns von dem nationalsozialistischen Alpdruck befreit haben Mit Genugtuung erkennen wir an, daß die Besatzungsmächte weniger den nur allzu verständlichen Siegerstandpunkt als die Freundschaftspflichten hervorkehren, die sie mit der von ihnen seinerzeit zugesicherten Befreiung österreichs auf sich genommen haben. Frucht einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kann es nur sein, daß die Achtung vor der Staatsautorität und den Gesetzen sowie die daraus erwachsende Rechtssicherheit jenes Gefühl festigen und stärken werden, das alle Opfer und mit dem Wiederaufbau verbundenen Mühsale freudig ertragen läßt: das Gefühl der wieder erlangten Freiheit!