Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:12
- S.95
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Montag 24 Dezember 1945
Amtliche Mittellangen
Meldung ehemaliger Wehrmachtsangehöriger Mittwoch, den 19. Dezember, wurde unter dem Titel „Aufruf an alle ehemaligen österreichischen Wehrmachtsangehörigen“ verlautbart, daß alle jene österreichischen Wehrmachtsangehörigen, die ihre Entlassung bei den ständigen französischen Behörden noch nicht geregelt, bzw ihre Entlassungspapiere noch nicht behoben haben, diese bis
31. Dezember nachholen müssen andernfalls sie mit polizeilichen Nachforschungen und Verhaftung zu rechnen haben
Dieser Aufruf ist verschiedentlich mißverstanden worden. Eetreiche längst aus der Wehrmacht entlassene ehemalige
Masngene.. gmeldet Es wird festgestellt, daß diese o ch. ae für jene ehemaligen Soldaten gilt, die am
v. Mai 1945 noch im Dienst standen.
Aus diesem Grunde wird der Termin für die Meldung bis zum 15. Jänner verlängert.
Die Militärregierung von Tirol.
*
Bekanntmachung der Heeresamtsstelle Tirol,
Innsbruck, Hofburg (Kriegsgef.=Referat, Tel.=Nr. 2467 und 5451). Von der Heeresamtsstelle Steiermark, Graz, ist nachfolgende Mitteilung eingelangt: „Herr Karl Krall, Vorderberg 227,
Steiermark, hat sich angeboten, über Kriegsgefangene der ehemaligen Feldpost=Nr. 24.122 B Auskünfte zu erteilen Da er sich jedoch an alle Namen seiner Kameraden nicht mehr erinnern dürfte, ersucht er bei eventuellen Anfragen ein Photo des Gesuchten beizulegen. Weiters teilt Herr Krall mit. daß Kriegsgefangene der ehemaligen Feldpost=Nr. 18 341 A—F und 23 437 A—F sich noch im Raume von Karlovac in Jugoslawien befinden.
Parteienverkehr in dei letzten Dezemberwoche
Behufs Brennstoffersparnis wird der Diensibetrieb in den Amtsstellen der Landeshauptmannschaft in Innsbruck in der Zeit vom 24. Dezember bis 31. Dezember eingeschränkt.
Parteienverkehr in dieser Woche nur in besonders dringenden Fällen vorgesehen.
Verkehr in der Kundler Klamm
Die Landeshauptmannschaft für Tirol. Landesbauamt gibt bekannt: Im vergangenen Sommer haben schwere Elementarereignisse die Straße durch die Kundler Klamm mehrfach unterbrochen und jeden Verkehr unmöglich gemacht. Die Wiederherstellung der Straße ist nunmehr soweit gediehen, daß wieder ein beschränkter Verkehr möglich ist. Mit Rücksicht auf den Zustand der Brücke können bespannte Fahrzeuge bis zu einem Bewicht von 2 Tonnen verkehren. Personenkraftwagen können mit viel Vorsicht die Straße befahren. Der Verkehr von Lasikraftwagen ist so wie früher ausgeschlossen. Die zur weiteren Sicherung der Straße und Erleichterung des Verkehrs notwendigen Arbeiten laufen über den Winter weiter.
Bauer, Baudirektor=Stellvertreter.
Nr. 156 Seite 13
WOHIN NEUTEIRADIOINNIBRUCK
Montag, den 24. Dezember
Theater:
Landestheater: Geschlossen. Filme:
Sämtliche Lichtspieltheater bleiben geschlossen.
Dienstag, den 25. Dezember
Theater:
Landestheater: 16 Uhr: „Der kleine Herr Niemand.“ 20 Uhr: „Der Troubadour.“
Jugendbühne St. Nikolaus: 15 Uhr: Erstaufführung „Schneewittchen.“
Konzert:
Landeck. Kinosaal: 20 Uhr: Klavierabend Elfriede ButzSteiner.
Filme:
Kammer: Hab" mich lieb“ (Wo. 2, 4, 6, So. 1. 6) Jentral: „Ave Maria.“
Triumph: „Romanze in Moll.“
Laurin: „Der Strom.“
Löwen: Die heimliche Gräfin.“ Hall: „Arzt aus Leidenschaft.“
Wattens: Seine Tochter ist der Peter.“
Jenbach: „In flagranti.“
Kramsach: „Die Feuerzangenbowle.“
Wörgl: „Die Frau meiner Träume.“ Häring: „Späte Liebe.“
Kufstein, Egger: „Immer nur du.“
Kufstein. Hirschen: „Lumpazivagabundus.“
Hopfaarten: Die Wirtin zum Weißen Rößl.“ Kitzbühel: „Wiener Bluk.“
St Johann: „Der weiße Fraum.“
Ehrwald: „Philbarmoniker.“
Telfs: „Damals.“
Mittwoch, den 26. Dezember
Theater:
Landestheater: 16 Uhr: Der eingebildete Kranke.“ In der Titelrolle Gustav Waldau als Gast.
20 Uhr: „Polenblut.“ Helena: 6. Theimer als Gass Jugendbühne St Nikolaus: 15 Uhr: „Schneewittchen“ Filme:
Sämtliche gleich wie Dienstag, den 25 Dezember.
16.00 Wel
Montag, 24. Dezember achtssendung für die franz. Kinder in Tirol
Bärtnerische Berufsschule. Am 8. Jänner 1946 beginnt die Gärtnerische Berufsschule wiederum mit ihrem Unterricht. Es haben sich daher alle Bartenvaulehrlinge des Landes Tirol am 8 Jänner um 8 Uhr früh am oberen Eingang der Hofbura einzufinden Während der Wintermonate wird um die versäumte Zeit nachzuholen wöchentlich zwei Tage, und zwar jeden Dienstag und Mittwoch Unterricht erteilt Die Lehrherren werden daber gebeten ihren Lehrlingen diese zwei Tage für den Schulbesuch freizugeben Das Schulgeld beträgt für den Lehrling 10 Schilling und ist vom Lehrherrn zu bezahlen.
KIRCHLICHES
Pfarrchor St. Jakob. (Kirchenmusik in der Spitalkirche.) In der Christnacht: 22 Uhr Christmette: Responsorien von Ig. Mitterer. — Messe in F für Chor, Orgel und Streichorchester von Karl Pembaur op. 10. — 25. Dezember: 10 Uhr Pontifikalamt. Pastoralmesse für Soli, Chor und Orchester von Anton Diabelli (geb. 1781 in Salzburg, gest. 1858 in Wien). — Zum Graduale: „Beistliches Wiegenlied“ für Chor und Orchester von V. Czajanek op. 57. — Offertorium „Tui sunt coeli“ von Ignaz Mitterer (Rundfunkübertragung des Hochamtes). — Solisten: Sopran: Frau Helga Cardon (Wien), Alt: Frl. Anna Martinstetter, Tenor: Dr. Fr. Lechleitner, Baß: Rud. Steiner, Leitung: Chordirektor Karl Koch.
„Hab mich lieb!“
Eine niedliche, allerdings letzten Endes handgreifliche Affäre bringt ein kleines Ballettmädchen (Marika Rökk) mit einem Agyptologen (Hans Brausewetter) und dessen Freund (Viktor Staal) zusammen. Rasch wird Verlobung gefeiert. Die Hochzeit soll folgen, wenn nicht ... Wie nun die sprühende Balletteuse zum Freunde, hinüberwechselt und der enttäuschte Privatgelehrte sich doch noch zu trösten vermag, das bleibe varerst verschwiegen Das Ganze entwichelt sich jedenfalls zu einer außerordentlich temperamentvollen Komödie, die sich durch feinen Witz und viele überraschungen auszeichnet, und mit der Musik eines Grothe auch an klingenden, singenden Melodien nicht arm ist. Im Mittelnunkt des Lustspiels Marika Rökk mit ihrem beschwingten Scharm und ihrer naiven
Unverfrorenheit, die alles bezaubert, alles bezwingt. Die Kammerlichtspiele haben jedenfalls ihrem Publikum ein hübsches Weihnachtsprogramm vorgestellt, das gewiß Anklang finden wird.
Dazu läuft in den Kinos die neue Wochenschau mit Bildern der Regierung de Gaulles, Boxkampf in Hamburg, die Anklage im Nürnberger Prozeß und viel anderem Interessantem aus aller Welt. F. B.
Abwäscherinnen, Hausmädchen und Herdmädchen bei gutem Gehalt und guter Verpflegung für Wintersaison 1945/46 gesucht. Offert an Hotel Post, St. Anton a. A.
Erstklassiger Automechaniker wird gesucht. Vorzustellen Landhaus, Zimmer 747, ab Montag zwischen 10 und 12 Uhr.
17.00 Musik in weihnachtlicher Stunde: Länze und Fesmußken aus drei Jahrhunderten. 18.00 Dr. Anton Dörer: Die ersten Christbäume in Österreich (Innsbruck 18.30 Sechs Weihnachtslieder von Peter Cornelius. Ilse Matzkan=Erdmann, Alt; am Flügel: Grete Beintrerler 18.50 Kleines Konzert. 19.00 Österr. Nachrichtendienst. 19.15 „O du fröhliche, o du selige . . ., Weihnachtslieder 19.30 Wir läuten den Heiligen Abend ein. 20.40 „Es hat sich halt eröffnet, das himmlische Tor ...“ (Innsbruck) Hirten= und Krippenlieder. Ausführende: Robert Berchtold. Lautensänger; die Geschwister Wilhelm und ein Bläserquarteit der Wiltener Musikkapelle, 21.40 Festliches Konzent. Ludwig van Beethoven. Violinkonzert DDur. 23.00 Eine kleine Nachtmusik. W. A. Mozart. 23.20 Peter Rosegaer: Als
ich zur Christmesse ging. 23.55 Übertragung der Christmesse aus der Stadtpfarrkirche Dornbirn.
Dienstag, 25. Dezember
7.00 Schallplatten. 9.45 Geißtliche Ansprache: Pater Dr. Suso Braun (Innsbruck). 10.00 Pastoralmesse für Soli. Chor und Orchesier, opus 147, von Anton Diabelli. Ausführende: der Stadtpfarrchor unter Leitung von Chordirektor Kari Koch. llbertragung aus der Innsbrucker Spitalkirche. 11.00 Franz Schubert: Forellenquintett A=Dur, op. 140 11.30 Unterhaltungsmusik zu Mittag. 12.45 Französische Musik. 13.00 Radio, Pictoire. 13.10 Mittagskonzert. 13.30 Jortsetzung des Mittagskonzertes (Schallplatten, Innsbruck). 14.00 „Rotkäppchen“, Märchenhörspiel nach Grimm von Willi Tom Stassar (Innsbruck)
16.00 Unterhaltungskonzert der Funkkapelle Willy Walter (Innsbruck) 17.00 Ein Weihnachtssingen von Otto Jochum. 18.00 Vorlesung Gusiav Waldau: Weihnachtliches von Reimmich! (Innsbruck) 18.30 Alte Weihnachtsbeder, gesungen von Maria Pfeil= Sviegelfeld. Prof Karl Senn. Klapier: Hans Zimmert, Violine; Eduard Heinz.
Flöte (Innsbruck) 19.50 Osferr. Nachrichtendienst 19.15 Bunte Weitschau 19.30 Swischenmusik 20.00 Konzert des Junkorchesters. Leitung Hans Moltkau. Solisten: Veronita Soamschenko. Git: Angela Janswsky, Klavier: Jaroslaw Megasink, Violine; Wladimir Babiak. Flöte 21.00 Alte Krippen= und Huttenlieder für Soli. gemischten Chor und Orchesier von Viktor Zack. Ausführende: der Stadtpfarichor Bregenz Leitung: Odo Polzer. 21.30 Courrier de la grande France. 21.45 Otto Stockhammer spielt. 22.00 Französische Weihnachtssendung. 23.20 Suchmeldungen
24.00 Paris: französische Nachrichten.
Mittwoch, 26. Dezember
7.00 Morgenkonzert. 9.00 Kriegsgefangenensendung. 11.00 Geistliche Stunde: Franz Schubert: Messe in 6 für Soli, gemischten Chor und Orchester. Ausführende: Stadtpfarrchor Bregenz, Leitung: Odo Polzer. 11.30 Symphoniekonzert. W. A. Mozart, Violinkonzert Nr. 7 E=Dur (Innsbruck). 12.15 Unterhaltungskonzert (Innsbruck, Schallplatten). 12.45 Französische Musik. 13.00 Radio Picroire. 13.10 Mittagskonzert. 13.30 Fortsetzung des. Mitragskonzertes (Schallplatten, Innsbruck). 17.00 Unterhaltungskenzert der Musikkapelle Willy Walter (Innsbruck). 18.00 Eugen Klöpfer liest ein Kapitel aus Felix Timmermanns: Das Jesuskind in Flandern (Innsbruck) 18.30 Nenes vom Tage (Innsbruck). 18.45 Geittliche Wiegenlieder. Ausführende: Margarethe KasparGasiner, Sopran:
Rudolf Mayer. Violine; Odo Polzer. Klanier. 19.00 Ostert. Nachrichtendienst. 19.15 Margarete zur Bentlage: Zillertaler Weihnacht. 19.30 Ein Bläierserteit de: Dornbuner Stadtmusik. 19.45 Zwischenmusik 20.00 „Gruß an Südtirol“ (Innsbruck). Tiroler Krippenspiel von Manfred Nayer, anschließend Tiroler Weihnachts= und Krippenlieder. Ausführende: u. a. Tiroler Sängergruppe Franz Winkler und der Innsbrucker Volksliederchor. 21.30 Courrier de la grande France. 21.45 Emission variete francaise. 22.15 Programmvorschau. 22.20 Unterhaltung und Tanz. Funkkapelle Willy Walter (Innsbruck). 23.20 Suchmeldungen. 24.00 Paris: französische Nachrichten.
Donnerstag, 27. Dezember
17.30 Unterhaltungsmusik (Schallplatten, Innsbruck).
18.00 Geistige Einkehr. Franz Werfel: Das Lied der Bernadette (9. Folge). Es liest Hermann Brir (Innsbruck). 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck). 18.45 SoloGitarrevorträge von Willi Ader (Innsbruck). ,19.00 Österr. Nachrichtendienst. 19.15 Bunte Weltschau. 19.30 Zwischenmusik. 19.45 Osierr. Presseschau 20.00 Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 6 F=Dur (Schallplatten, Innsbruck). 20.40 Ludwig van Beethoven, Sonate opus 27
Nr. 2 (Mondschein) (Schallplatten. Innsbruck). 21.00 Kantaten alter Meister (Innsbruck) Ausführende: ThorHauck, Sopran; Eugen Stoia, 1. Geige; Josef 2. Geige; Liselotte Richter, Cello; Antonia Brixa, Cem balo. 21 30 Courrier de la grande France. 21.50 Zw: schenmusik 22.00 Otto Stockhammer spielt. 22.15 Pro grammvorschau. 22.20 Tanz= und Unterhaltungsmust (Schallplatten). 23.20 Suchmeldungen. 24.00 Paris französische Nachrichten.
Kreuzworträtsel
* WEIANACHTEN *
Bedeutung der einzelnen Worte:
WAAGRECHT: 1. Fest; 6. Charaktereigenschaft:
7. weibl. Vorname; 8. nord. Komponist; 10. chem Element; II. Postgebühr; 14. Fett: 15. Bebörde; 16. Ver bindung; 17. unbestimmter Artikel; 18. Schicksal; 1 Gefrorenes; 20. griech. Buchstabe; 21. Stimmenverein gung: 23 Romangestalt v. Zola; 26. Zuleitung; 28. Sin nesorgan: 29. Staatsmann; 36. hinweisendes Fürwort 31. franz. Kolonie in Afrika; 53. Vergrößerungsglas 35 ethischer Begriff; 37. physik. Begriff; 38. Hirsel tier; 40. Schweizer Kanton; 41. Teil des Kopfes; 4: Zeitmesser; 44. elektr. Einheit; 46. Gestalt aus deNibelungensage; 48. geographischer Begriff: 49. Labe. 50. See in Kanada: 51. Vertiefung; 52. Schlinge; 53. Metall; 54. Staat in Europa.
SENKRECHT: 1. Eisenbahnwagen; 2. Vorbild; 3. männl. Vorname; 4. Nadelbaum; 5. Stadt in Italien:
8. Raubvogel; 9. weibl. Vorname; 12. Blume; 13. Meer: 21. Weihnachtsgottesdienst; 22. Gedichtform; 24. Bier:
25. Vorweihnachtszeit; 27. ital. Speise; 28. geographi scher Begriff; 32. Wurfgerät; 34. Nachtvogel; 36 männl. Vorname; 37. Zuneigung; 39. Titelgestalt von Ibsen; 40. Gebirge in Asien; 42. Stil; 43. männl. Vor name; 45. Prophet; 47. Amtstracht; 48. männl. Vorname (Abkürzung).
Auflösung des Kreuzworträtsels in Nummer 149 vom 15. Dezember
WAAGRECHT: 1. Nimes, 4. Rival, 7. Ida, 8. Edt. 10. Agave, 13. Mumie, 14. Ani, 16. nie, 17. mir, 18. ten, 19. Ter, 20. Era, 21. Ares. 28. Sent, 24. Rast, 25. treu. 28. bleiern, 29. torpedieren.
SENKRECHT: 1. Nilkatarakt, 3. Edam, 3. Sagunt, 4 Revier. 5. Idee, 6. Literaturen, 9. General, 11. Amiens. 12. Stirnen, 15. Ines, 17. Meer, 22. Stolp, 23. Stare.
26. See. 27. Lei.
Das auserlesene Weihnachts=Festprogramm Der Liebling aller
Marika RoRk
alles entzückend in dem humorsprühenden Film ur
Dictor Staal 7 Mady Rabl
Hans Brausewetter Ursula Herking Paul Henceie
HAB" MICH LIEB!
Vorstellungen: werktags 2, 4, 6 Uhr sonntags 1 u. 6 Uhr am Christtag 1 am Stefanitag / u. 6 Am Heiligen Abend keine Vorstellungen.
Frohe Weihnachten allen Besuchern
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10
Alle Rechte Deutsche Verlagsanstalt Stultgart
Einen Augenblick schien es, als komme ihr etwas vor den Atem, etwas wie aufwallende und niedergerungene Freude Er hatte eine merkwürdige Abwechslung in ihre Tage gebracht. Er war verschieden von denen, die um sie waren und denen, die vorüber gingen. Sie brachte es nicht fertig, ihn als Knecht zu halten. Darum sah sie auch mit Erstaunen zwar, aber nicht mit Unmut. wenn er sich Freiheiten nahm. Sie wußte, daß er aus gutem Hause kam. Sie fühlte, daß er einen hochfliegenden Sinn hatte. Seine Richtungslosigkeit aber weckte in ihr den Trieb des Weibes, ihn als einen der Leitung und Geduld Bedürftigen anzusehen und ihm eine mütterliche Freund
Auf seine Frage erwiderte sie jetzt ruhig: „Ihr seid noch zu wenig weit in der Welt herumgekommen guter Freund. als daß ich das, was Ihr sagt für bar nehmen könnte“
Das Gespräch stockte Markus wußte auf einmal nicht weiter Er hatte das erste kurze, seltsame Schlucken der Befangenheit an ihr bemerkt und es machte auch ihn unfrei Aber schon sprach sie gelassen weiter: „Es scheint Euch jetzt bei mir zu gefallen.“
Er errötete Wollte sie ihn verspotten, weil er es sich so wohl sein ließ? Aber er antwortete „Mir gefällt es freilich. Ihr aber werdet weniger erbaut sein?“
„Ee entwischt mir Zeit, die besser angewendet dei Remten —
„Die Hauptsache ist, daß Ihr wieder irgendwo Wurzel faßt „„ „ sie für eine 9
Er sah sie an. Was hatte sie fur eine Verpflichtung ihm das Leben leicht zu machen? „Ich bin Euch doch fremd“, meinte er.
Sie entgegnete: „Schon nicht mehr.“ Ihre
Stimme klang weich. Sie hatte, seit die Otti fort war, niemand gehabt, um den sie sich sorgen konnte. So war Markus unbemerkt in eine Lücke gerückt
Darauf setzte sie ihren Weg über die Weide fort Es war nur ein Gespräch im Vorübergehen gewesen, aber es hastete in ihnen beiden. Es war jedoch seltsam, daß von da an eine leise Befangenheit sie befiel, wenn sie aufeinandertrafen. Als ob sie dächten, daß sie bei jenem Gespräch einander zu freundlich begegnet Es war nur eine kaum merkbare Erregung, ein Zittern der Lippen, ein Zucken der Brauen Keines dachte schon darüber nach Keines sah im anderen etwas anderes als die Meisterin und den Untergebenen.
Nach einem solchen Zusammentreffen kam Pankraz der Hirt mit einer Kuh. die er zum Stier führen wollte über die Matte geschrinten Er hatte gezögert als er sie beisammenstehen Erst als Frau Sirta sich entfernte. kum er näher
Als er setzt Markus erreichte. la# in ##
Blick ein leites Erstaunen und die Frage Wesien
hat sich die Frau nan dir zu versehen? Und mer
bist du daß sie dir so viel Aufmerksamkeit
schenkt? Aber in seiner Verwunderung war nach immer mehr Wohlwollen als Mißtrauen Auch unter dem Gesinde war des Markus Schichsal bekannt geworden und hatte ihm Pankraz geneigt gemacht Andere hatten den Fremden einmal einen Schmarotzer und Eindringling genannt, aufbegehrt, daß er sich herausnehme, nach Belie
ben der Arbeit zu entlaufen, und gescholten, es sei bislang doch auch ohne den Nebenregenten gegangen. Pankraz hatte ihn in Schutz genommen. Wen Frau Sixta zu sich zog, den erkannte auch er an. „Nun seid Ihr ja schon ein paar Wochen da“, sprach er Markus an. —
Dieser fühlte daß die Tatsache seines langen Bleibens den Alten befremdete; er wußte, daß sie auch anderen auffiel. aber er ließ sich das nicht anfechten. „Ja wohl“, antwortete er zerstreut.
„Der Mensch muß irgendwo daheim sein“. meinte Pankraz Sein Ton war herzlich.
Markus legte ihm eine Hand auf die Achsel. „Das muß er“, sagte er. „und ich bin Euch dankbar, wenn Ihr es mir gönnt.“
Sie trennten sich Die Ställe der Pferde und die des Rindviehs, zu denen sie auf dem Wege waren. lagen weit auseinander.
Aber Markus dachte über das Gespräch nach, wie er über die Begegnung mit Frau Sixta kurz vorher nächdachte Der Alte mit dem ehrwürdiBart und dem gelassenen Wesen war ihm längst aufgesollen. Er war froh. vom Gesinde mand zu haben, mit dem er ein Wort sprechen kunnte Er munderte sich nicht, daß den Dienst
Iran Sirta, Gunstbeweise auffielen Vielleicht dachte ### murde er dem und jenem mißsehle werden Iin Grübeln versunken begab er
sich an seine Arbeit die Zurechtstellung eines
neuen Sänmerzuges Und die Wirklichkeit entriß
ihn für einmel seinen überlegungen Er behum dann freilich Gelegenheit, diese wieder aufzunehmen
Die Teilnahme der blonden Anna. der Kellnerin. für ihn wuchs. Sie suchte einen Liebhaber. Als Markus ankam, war ein Postkutscher, dem sie angehangen, eben nach Amerika gegangen. Sie brauchte Ersatz. Markus war ihr dazu recht.
Der Umstand, daß er am ersten Abend ein wenig mit ihr getändelt hatte, hatte sie warm, sein Lautenspiel und der weiche Klang seiner Stimme sie noch mehr auf ihn aufmerksam gemacht. Sie begann ihm Augen zu machen, ihm mit Worten und kleinen Aufmerksamkeiten zu höfeln. Er ließ es sich nicht ohne Behagen gefallen. Sie war eine hübsche Person.
Einmal, da sie miteinander nachts im Dunkel vor dem Hause standen und just niemand sie hörte, wäre aus dem Tändeln beinahe Ernst geworden. Die Anna seufzte und girrte. Markus brauchte nur die Hand auszustrecken. Sein Blut kam ins Wallen. Es gelüstete ihn nach ihren vollen Lippen. Plötzlich fiel ihm Frau Sixta ein, und daß sie Spielereien zwischen den Männern und Weibern im Hause nicht liebte Das ernüchterte ihn seltsam. Er suchte eine Ausflucht und lief hinweg.
Tagelang schämte er sich, als ob er sich irgend etwas vergeben Er mied die Anna.
Diese merkte das bald Es erhitzte sie noch mehr Sie strich ihm nach wie der Fuchs den Hühnern Aber sie sing auch an sich über Frau Sirta Gedanken zu machen Sie raunte anderen Mägden zu Unsere Frau scheint auch herausgefunden zu haben daß der Markus Graf ein schöner Mensch ist“
Gegenüber Markus machte sie einige spitze Bemerkungen Das kann man sich gefallen lassen, wenn man so aufs hohe Roß gesetzt wird wie Ihr. nicht wahr?" und „Soll ich Euch nicht neben die Frau decken? Ihr sitzt doch zu oberst in ihrer Gunst.“
Am Gesindetisch hatte Markus bisher unter den Säumern gesessen.
(Fortsetzung folgt!)