Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:12
- S.86
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Seite 4 Nr 156
Tiroler Tageszeitung
Montag. 24 Dezemher 1945
Der Weihnachtsaal ist ein Aal, der immer auf die Hochzeit geht Er ist wie der Tenor im „Rigoletto“; er wartet, bis es schlechtes Wetter ist, um auf Liebesabenteuer auszugehen In den finsteren, stürmischen Spätherbstnächten, wenn das ganze Land sich angstvoll vor dem drohenden Unwetter duckt, wenn es in der Ferne blitzt und donnert und der harmloseste Wanderer das Aussehen eines Banditen hat; wenn man das Meer vom Lande aus rauschen hört, und wenn der Fuchs in der Höhle niest; wenn ein Blitz wie eine Zündschnur niederfährt, ein greller Schein aufflammt. der Donner rollt, so daß man aus dem Schlaf auffährt, sich auf das Bett setzt, die Kinder tröstet, das Licht ansteckt, an Gefahren zurück denkt, um sich dann wieder ins Bett zu legen die Decke noch höher
hinaufzuziehen und bei dem klatschenden, in Strömen niederprasselnden Regen mit Wohlbehagen wieder einzuschlafen: wenn die Flüsse stolz geschwellt über die Ufer treten. dem Tale zueilen; wenn das Rotkehlchen mit dem Köpfchen unter den Flügeln vor Angst zittert, es könnte am Ufer mitsamt dem Baum und allem heruntergezogen werden; wenn schließlich angesichts der nächtlich erschimmernden Stadt unter den Regenböen die Stare in Erwartung der Morgendämmerung piepsen, dann begeben sich die Aale ganz gemächlich fort und machen sich leise pfeifend auf den Weg nach dem Sargassomeer Es ist die Zeit der Wanderung.
Sie begeben sich zu dem großen Feste, dem großen Hochzeits all Dort unten auf dem Grunde des großen Atlantischen Ozeans, an dem großen Grabe aller Schiffbrüchigen, wohin der Golfstrom seit Jahrhunderten die versunkenen Massen treibt: wo das Wrack der „Esnérance“ neben dem Gerippe des „Nomhre de Dios“ ruht: wo die Galeere sich mit ihrer Bordseite in den Grund bohrt. unter den Wald von Rahen einer Unmenge bearabener Schiffe: dort ist der Ort ihrer Zusammenkunft Von Norden und Süden von allen Seiten kommen sie dorthin und gleiten in Scharen über den Meeresarund zwischen den Sandbänken Alle Bewohner der Tiefe die Rochen, die Langusten die Schollen, tauchen auf den Grund, wenn sie vorüberkommen, um nicht in die Flucht hineinge zogen zu
werden Die dunkle Mesrestiefe leuchte: plötzlich in phosphoreszierendem Schein: die elektrischen Zitteraale vom Mississippi, vom Rio de la Plata sind es, die das ganze Wasser erhellen.
„O would the Atlantic were all champagne!“ ... „Oh, wenn der Atlantik ganz von Champagner wäre“, singen im Chore die Aale von Amerika. Sie kommen mit den Aalen von Afrika, aus den Steppen Rußlands, von Island dort zusammen. Nach der Öffnung des Suezkanals treffen auch die von Indien und von den Sundainseln ein. Die Aale vom Norden ziehen vorüber.
„Der Rhein, der schöne heitere Rhein.“
Von allen Meeren sind sie herbeigeeilt, außer vom Schwarzen Meer, auch von den Seen und von allen Flüssen, außer der Donau Sie kommen sogar vom Norden Chinas und von Feuerland. Als Letzte treffen gemächlicher, dicker, wohlgenährter die aus den Flüssen der Täler ein.
„E sen gli enguill d"Cumac!“
„Wir sind die Aale vom Comachio.“
V ON FABIO TOMBARI
Einer dieser Aale schwamm verspätet ganz allein durch das Adriatische Meer hinunter Es war das erstemal, daß er sich zu dem großen Fest begab. und er wußte nicht recht, wie er sich betragen sollte. Es ist das Schicksal der Aale, daß sie zur Hochzeit gehen, ohne zu wissen, ob sie männlich oder weiblich sind.
Kurzsichtig, wie alle Aale, strich er schnuppernd da und dort umher, zögerte an den Mündungen der Flüsse; sobald er den Geruch von Süßwasser verspürte, überkam ihn eine Sehnsucht nach Erbsen und Ackerschnecken. Da er nicht tief unter Wasser war, hatte das Adriatische Meer ein grünes Aussehen, und es war für den kleinen Aal chwer, den richtigen Weg zu finden. Da erblickte er ein großes Schneckengehäuse Der Aal ging hin und klopfte zwei= oder dreimal mit dem Maul an Man hörte eine feine näselnde Stimme: „Wer ist da?“
Dann richtete sich das Gehäuse auf, und es kam ein Krebs heraus. Ein alte: Schaltier, dem die Fischkundigen den Namen Bernhardiner oder Einsiedlerkrebs gegeben haben. Er bewohnte ein troßes, leeres Schneckenhaus.
„Verzeihung. können Sie mir den Weg nach en Antillen sagen?“
„Immer die Küste entlang, mein Lieber, und ann rechts ab. Ihr werdet auf eine Meerenge stoßen, die dem „armen“ England gehört, dann seht es immer gerade aus!“
Der Aal machte sich wieder auf den Weg. Der Einsiedler rief ihm nach:
„Aal! Hört auf meinen Rat. kehrt zurück: Amerika ist nichts für Euch Aber wenn Ihr un bedingt hin w #t, haltet Euch hinter den Schif
fen, und Ihr werdet die Meerenge passieren!“ Darauf richtete das gute Schaltier ganz vorsichtig das Häuschen auf und kroch wieder hinein. um seine Gebete zu verrichten.
Der Aal kam mühelos an Gibraltar vorüber ind befand sich bald auf hoher See Es war ähnlich wie bei einer Bergtour: Je mehr es abwärts ging, desto bedrückender erschien der Atlantik. Die Meerestiefe war schwarz und heiß, das Wasser roch nach Schwesel Von Zeit zu Zeit öffneten sie zwei große Augen und starrten ihn an; es waren riesige Seespinnen, die Argonauten. Der Aal zitterte am ganzen Körper, aber er schwamm immer weiter Er gelangte in eine kalte, aber sehr helle Zone, unter Aste von Seefedern; er strich zwischen Korallenbänken hindurch; kleine, gelbe Fische flogen über seinem Kopf von einem Zweig zum anderen. Er stieß gegen einen dicken Rochen: eilte weiter. Auf einem Wege von Flustern und Seeanemonen traf er einen anderen Aal, der sich
ebenfalls verspätet hatte, und schloß sich ihm an. Es war ein etwas romantischer Aal, der im Rhein zu Hause war. unterhalb des Rheinfalls von Schaffhausen, und er erzählte wundersame Dinge von seiner Heimat,
Einen Juwelenschatz gibt es dort! Keiner weiß es. Oh, wie das glänzt! Halsketten, Diademe. feine Ohrringe, Armbänder! ... Es ist das Rheingold, der berühmte Nibelungenschatz.
„Haben Sie schon davon gehört?“
„Nein, bis jetzt noch nicht. Wissen Sie, ich komme vom Po della Gnocca.“
„Ich verstehe, ich verstehe“ erwiderte der andere und fuhr fort zu reden. Er war vornehmer Abstammung. Sein Vater war ein berühmter Aal.
Der erste Aal, der die Ehre hatte, im Speisewagen aufgetischt zu werden. ja! Und seine Mutter war geradeswegs vom Mississippi herabgekommen. Sie hatten sich auf einem dieser großen Feste kennengelernt. — Er aß wenig, aus Angst, die schlanke Linie zu verlieren. „Wie heiß ist dieser Golfstrom! Zum Glück hat man den Panamakanal geöffnet.“
Zwischen hohen abschüssigen Felsen hindurch waren sie bereits in den Golf gelangt „Bald sind wir da, die Berge, die man dort sieht, sind die Grundmauern von Nord= und Südamerika.“
Vor ihnen kam mit aufgeklappten Schirmen eine lange Reihe von Medusen vorüber wie eine Prozession von Kulis bei Regenwetter Und in der Ferne sah man einen hellen Schein. Es war, als käme man bei Nacht in eine Großstadt, wenn die Lichtreklamen aufflammen. Unter dem dichten Wald des von Infusionstierchen leuchtenden Sargassotangs, bestrahlt von Seesternen, Tierpflanzen und Quallen, tanzten um die untergegangenen Schiffe die grünen und funkelnden Aale in Scharen ihren angsterregenden Bauchtanz; sie waren wie besessen, und es war unmöglich, den Blick davon abzuwenden Von Zeit zu Zeit tauchten unter den Massen jenes Kreises feuerrote, riesige, chine sische Drachenfische auf. Es waren die Zahnbraf sen. Drachenköpfe, Meersäue.
Unser in den Wirbel hineingezogener Aal stief an einen zuckenden„ Zitteraal: ein heftiger elek trischer Schlag schleuderte ihn zurück, und der Armste floh; er wollte nichts mehr sehen; er floß die ganze Nacht, bis unter die Bermuden! Wie verrückt irrte er umher, immer eine Strömung suchend, um schneller vorwärts zu kommen, doch er konnte den Zugang zur Meerenge von Gibraltar nicht finden, einem Betrunkenen ähnlich, der das Schlüsselloch nicht zu finden vermag. Schließ lich fiel ihm der Rat des guten Einsiedlerkrebses ein. Er eilte an die Oberfläche, sah ein Schiff und schwamm hinterher. Es regnete stark. Der Aal fühlte, wie ihm bei dem Regen wieder wohler wurde. Dann schwamm er hinab, um den Meeresgrund auszukundschaften, und kam an dem jetzt ganz
geschlossenen Häuschen des alten Einsiedlerkrebses vorbei! Er versuchte es nun mit der Zunge. An dem salzigen Geschmack erkannte er das Adriatische Meer wieder. Endlich atmete er auf. Er konnte langsamer schwimmen. Vor Cattolica geriet er in eine Reuse verwickelte sich in Lorbeerblätter und konnte nicht mehr hexaus. In der Nacht kamen in einem Kahn zwei Matrosen; sie suchten das Meer mit einer Kerze ab. zogen die Reuse herauf und nahmen den Aal heraus.
Er starb auf Florentiner Art: in kleine Stücke geschnitten, in einer feinen Tunke von Öl, Knob lauch und Salbei. Vortrefflich! Ein Fuchs, der jenen Duft witterte, fiel in Ohnmacht
In Serravalle, unterhalb von San Marino atte ihn eine Frau mit einem kleinen Jungen sekauft.
„Mutti, wir wollen diesen Aal kaufen und am Beihnachtsabend essen!“
Aber die Mutti wollte nichts davon wissen; sie iberschlug in Gedanken ihr Geld: er kam ihr zu teuer.
„Ich habe schon mehr als drei Lire heute ausgejeben!“
Doch das Kind bestand darauf. Sie drehten wieer um, und die Mutter handelte etwas herunter, chließlich nahm sie den Aal und legte ihn unter Salat in das Körbchen. Dann schickten sie sich an, iber Land nach Hause zu gehen.
„Was für komische Menschen!“ sagte der Fisc ändler.
„Wer weiß, was das für Leute sind?“
„Es müssen keine Bauern sein“ bemerkte ein Händler mit irdenem Geschirr. „vielleicht sind es Zugezogene?“ Aber der Fischhändler schien nich überzeugt und betrachtete die Soldi, die ihm die Frau gegeben hatte.
Mutter und Sohn waren nach zwei Stunden Beges bereits unterhalb der Mauern des Klosters Montemaggio angelangt Die Mutter war müde. der Junge setzte das Körbchen auf die Erde In diesem Augenblick entwischte der Aal Mutter und Sohn mußten laufen, um ihn wieder einzufangen. Je fester sie zupackten desto eher entschlüpfte er ihrer Hand. Die Mutter hatte ihren Spaß daran und lachte, und das Kind war ganz glücklich, seine Mutter froh zu ehen Schließlich pflückte der kleine Junge ein Brennesselblatt „Paß auf" Was tust du da?“ rief die Mutter Der Junge lächelte: die Brennessel stach ihn nicht Er ergriff mit dem Blatt den Aal, tat ihn wieder in das Körbchen, und sie schritten weiter auf dem Wege, der zu dem Wildbach hinabführt Als sie über den Steg gingen hielt
der Bub das Händchen über den Korb „Mutti, wenn er hier in die Marzocca fällt, bekommen wir ihn nicht mehr wieder!“
Sie ließen die Mühle rechts liegen und schritten #ings der Wasserfurche bergauf.
Am folgenden Abend. zu Weihnachten, drang ein guter Geruch durch das Haus. Es war spät. Der kleine Junge und seine Mutter setzten sich zu Tisch, wo unter der Lampe die Schüssel mit dem Aal stand. Auf einem Stuhl lag zusammengerollt die schwarze Katze. Die Mutter gab zuerst dem Kind zu essen, dann brach sie mit ihren weißen Händen das Brot entzwei.
Sie aßen mit Behagen Plötzlich hebt das Kind den Kopf. „Mutti, was für einen Weg mag wohl der Aal zurückgelegt haben, bis er hierher gekommen ist?“
Die Mutter lächelte: „Iß, iß weiter, denke nicht an so dummes Zeug!“
Das Kind senkt ein wenig beschämt den Kopf, beginnt wieder zu essen, aber es hat keinen Hunger mehr und denkt immerzu, welchen Weg der Aal wohl zurückgelegt hat, bis er auf seinen Teller gelangt ist.
Draußen ist ein Hundewetter. Das Land ist in Finsternis gehüllt, nicht ein einziges Licht in der Ferne. Es ist windig. Vielleicht fällt Schnee. Ein dumpfes, klapperndes Geräusch unterbricht die Stille. „Du hast die Tür vom Hühnerstall offengelassen“, sagt die Mutter.
Dann hört man die Glocken in der Ferne. „Eist Weihnachten! Es ist Weihnachten!“ ruft das Kind. „Mutti, wir wollen in die Messe gehen!“
Die Mutter ist unentschlossen; sie sagt, es sei draußen kalt, die Straße schmutzig, der Weg zur Kirche weit. Sie ist sehr müde, aber schließlich willigt sie doch ein Sie nimmt eine Jacke, einen Schal und hüllt das Kind ganz in den Mantel, der einst dem Vater gehörte Dann macht sie das Licht aus. Das Kind dreht sich um.
„Was schaust du so?“
„Nichts.“
Sie gehen hinaus. Vielleicht ist der Wildbach über die Ufer getreten.
Allein im Dunkel zurückgeblieben, erhebt sich die Katze. Sie hatte getan, als ob sie schliefe, nun aber reißt sie die Augen auf, wird lebendig springt auf den Tisch und steckt die Schnauze in die Schüssel.
Is die Lede überbevötkeet:
Ein Problem, das zwei Milliarden
Menschen interessiert
Eine Frage, die jeden angeht: Wie viele Menschen faßt die Erde? Dabei ist natürlich nicht an den Rauminhalt gedacht, sondern an die Menschenzahl, die sich im Höchstfalle von der Erde ernähren kann. Diese Frage ist nicht ohne weiteres zu beantworten, denn sie berührt eine Menge Probleme aus den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft. Eines dieser Gebiete das erst neuer lich besonders gepflegt wird, ist die Forschung über Volks= und Bodenordnung, die die zweckmäßigste Besiedlung des vorhandenen Bodens zur Aufgabe hat. woraus sich natürlich auch eine Steigerung der Menschenzahl erwarten läßt.
Im Rahmen dieser Forschung ist besonders interessant das Problem der zweckmäßigen landwirtschaftlichen Betriebsgrößen und der Zuord nung nichtlandwirtschaftlicher Berufe zum Siedlungsraum. Dabei hat sich in Deutschland ergeben. daß in verschiedenen Teilräumen des Reiches die
landwirtschaftliche Bevölkerung auf schlechterem Boden dichter ist als auf gutem. Nach wirtschaftlichen Grundsätzen müßte aber die Entwicklung dahin gehen, daß mit abnehmender Bodengüte die landwirtschaftlichen Betriebe größer werden und umgekehrt.
Es ist auch nicht etwa so, wie vielfach angenommen wird, daß solche Dörfer wirtschaftlich am gesundesten sind, die sich aus rein landwirtschaftlicher Bevölkerung zusammensetzen. Bäuerlichlandwirtschaftliche Gemeinwesen sind nur dann gesund in ihrer Struktur, wenn sie eine berufliche Mischung aufweisen. Dabei spielt das Handwerk eine große Rolle Eine günstige Berufsmischung ergibt sich, wenn die Einwohner des Dorfes zu 85 v H der landwirtschaftlichen und zu 15 v H anderen Berufsgruppen angehören.
Hiermit sind einige von den verschiedenen Problemen aufgezeigt die allein im Rahmen der ländlichen Volks= und Bodenforschung mit der Frage der Menschenzahl, die die Erde faßt. berührt werden. Dazu kommen noch eine ganze Reihe physisch=geographischer Fragen, die sich mit
solchen wirtschaftlicher und technischer durchdringen. So ist in jedem Falle zu berücksichtigen, daß es sich für den korrekten Wissenschaftler bei dem Versuch, Ziffern zu nennen über eine mögliche Bevölkerung der Erde, um Größen mit beträchtlichem Spielraum handelt, die sich aus der Entwicklung von Technik und Chemie ergeben.
Interessieren muß in diesem Zusammenhang das Maß der zu erwartenden Bevölkerungszunahme, die ja nicht ohne weiteres mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten Hand in Hand geht Aus der Statistik läßt sich diese Zunahme nur in beschränktem Umfang ableiten, da sie mit ihren Ziffern noch bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts zu unsicher ist. als daß man darin eine exakte Unterlage hätte. Die Bevölkerungszunahme im letzten Jahrhunderts ist eine in der Geschichte der Erde einmalige Erscheinung. die sich in diesem Ausmaß wahrscheinlich nicht fortsetzen wird. Um 1800 betrug die Bevölkerungszahl der Erde 775 Millionen. 1850 dagegen schon 1075 Millionen. um 1900 1564 Millionen. Heute wird die Gesamtbevölkerung der Erde mit über zwei Milliarden angesetzt.
Die Bevölkerungszunahme in diesn Ausmaz wird allerdings weitgehend in Zusammenhang gebracht mit der Entwicklung der räumlichen quelle menschlicher Existenz besonders in den subtropischen und tropischen Ländern. Auch die moderne Pflanzenphysiologie dürfte daran beteiligt sein. Sie ermöglicht es zum Beispiel, daß auf den mageren Boden mancher Teile der Landschaft un Berlin mehr Ertrag gewonnen wird als auf den von Natur aus sehr fruchtbaren Böden der Ukraine.
Unter Berücksichtigung all dieser angedeuteten Probleme haben nun die beiden deutschen Forcher Fischer und Penk die Zahlen der maximalen Erdbevölkerung auf 6,2 Milliarden, bzw sogat auf 8 bis 9 Milliarden errechnet. Danach könnte also von der schon jetzt gelegentlich behaupteten überbevölkerung der Erde keine Rede sein, sondern die Frage nach der Menschenzahl, die die Erde zu tragen vermag, wäre dahin zu beantworten, daß ihre Bevölkerung heute erst ein Drittel oder gar ein Viertel des Höchstmöglichen en reicht hat. —