Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:12
- S.40
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Seite 2 Nr. 146
Tiroler Tageszeitung
Mittwoch, 12. Dezember 1945
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Sitzung des frei gewählten Tiroler Landtages (Fortsetzung von Seite 1)
det auch nicht dieselben unlauteren Waffen wie seine Folterknechte und wenn wir durch die Ereignisse, die nunmehr zurückliegen, auch Feinde geworden waren. In den neuen Tagen, die ihnen unser Sieg brachte findet Österreich endlich seine ganze neue Lebenskraft wieder, seine ganze Redefreiheit, seine Freiheit zu fühlen, zu handeln und zu leben.
Tirol, das so sehr an seinen Freiheiten und an seinen Traditionen hängt, nimmt in diesem Rahmen mit jenem ihm eigenen Stolz seinen Platz ein und es ist kein Zweifel, daß diese Versammlung im Schoße der Regierung Österreichs seine Stimme hören läßt, die, wenn vielleicht auch etwas rauh, doch gesund und klar blickend ist und die sehr an der praktischen Verwirklichung hängt.
Diesen Wunsch äußert heute der Vertreter Frankreichs in Tirol. Ich erinnere auch, daß alle Mittel aufgewendet werden — so wie ich es dem Landeshauptmann versprochen habe —, daß Ihrer Versammlung schon in Kürze der traditionelle Sitzungssaal im alten Landhaus zurückgegeben werde. Ich habe die bindende Zusage des Herrn General=Administrateurs und ich verspreche Ihnen, daß ich mich persönlich dafür einsetzen werde damit dieser Wunsch in Kürze befriedigt wird.
Ich wünsche dem Tiroler Landtag in meinem Namen und im Namen der hohen Vertreter Frankreichs eine glückliche, nutzbringende und erfolgreiche Laufbahn.
Nach der Angelobung der Abgeordneten erteilte Bürgermeister Pichler dem
Ostticoler Abg. Kranewitter
das Wort, der, ein echter Tiroler Bauer, u. a. ausführte:
„Ich stehe hier vor Ihnen als einfacher Tiroler Bauer. Mein Gang ist müde und mein Rücken gebeugt von hartem, opfervollem dreißigjährigem Tagwerk eines Tiroler Bergbauern. Ich bin kein Gelehrter und auch kein schlauer und geriebener Diplomat. Was ich mitbringe, ist neben dem tiefen Verantwortungsbewußtsein vor Gott und dem Volke und einem klaren gesunden Hausverstand und einiger Lebenserfahrung eine große, selbstlose Liebe zum Tiroler Bauernstand und zum Volk dieses herrlichen Tirolerlandes, sowie eine ehrliche Bereitschaft, meine ganzen mir vom Schöpfer verliehenen Kräfte in den Dienst des schwerringenden Volkes und der Heimat zu stellen.
Es wird mir als Führer der Osttiroler Bauernschaft die große Freude und Ehre zuteil, mit den drei anderen Osttiroler Abgeordneten im Namen Osttirols, das nun nach langer schmerzlicher Trennung wieder heimkehren darf nach Tirol, der Volksführung Tirols und durch dieselbe dem Tiroler Heimatland und Volk die Hand zur Wiedervereinigung zu reichen und die innigsten Grüße der Bevölkerung Osttirols zu entbieten. Aus ganzem Herzen ein ehrliches „Deo gratias“
In unser aller Freude mischt sich aber ein bitterer Wermutstropfen: der Gedanke an den noch immer abgetrennten südlichen Landesteil. Es muß die vornehmste und dringendste Aufgabe der neuen Tiroler Landesregierung sein, alles daranzusetzen, daß dieses Unrecht endlich gutgemacht und das geknechtete Südtiroler Volk aus der Verbannung erlöst und mit Tirol wieder zusammengeführt wird.“
Nach diesen Worten des Osttiroler Abgeordneten sprach
Landeshauptmann Dr. Weißgatterer
und sagte u. a.:
Im Jahre 1929 wurde der letzte Tiroler Landtag gewählt.
Im Jahre 1933 löste sich der Tiroler Landtag unter Druck der Wiener Regierung auf. Es kam der autoritäre Kurs und später die NSDAP. Als äußeres Zeichen, daß man mit Ausschluß der Öffentlichkeit regieren könnte, kann die Entfernung der Galerie im Landtagssaale betrachtet werden. Später im Zeichen des tausendjähri
gen Reiches wurden noch die Bänke entfernt und der Landtagssaal seinem Zwecke nicht mehr zugeführt. Ein Landtag war auch nicht mehr notwendig, da Landeshauptmänner und Regierungsmitglieder in Hinkunft ernannt wurden.
Es ist uns leider nicht mehr gelungen, den Landtagssaal für die heutige Sitzung freizumachen, aber dank dem Entgegenkommen der französischen Militärregierung wird es möglich sein, die nächste Landtagssitzung im Landtagssaal im Landhaus abzuhalten.
Der Landtag und mit ihm das Tiroler Volk ist sich über die Stellung eines auch von einem auf Grund einer freien Wahl gewählten Landeshauptmannes bei der augenblicklichen Gestaltung der politischen Lage vollauf im klaren daß
die Landesregierung heute Mittlerin zwischen der Militärregierung und dem Tiroler Volk ist.
Diese Mittlerrolle ist schwierig, schwierig deshalb, weil wir als vielleicht furchtbarstes Erbe des Nationalsozialismus unter tausend anderen passiven Posten auch das Mißtrauen der Siegermächte übernommen haben. Wir sind aber nicht bereit, diese Erbschaft auf uns zu nehmen; das Tiroler Volk verdient Vertrauen und wird es in jeder Weise rechtfertigen. Es wird daher unsere Aufgabe sein, das Vertrauen zwischen der hohen Militärregierung und dem Lande Tirol auf allen Gebieten der öffentlichen Wirtschaft zu stärken und zu vertiefen.
Das Tiroler Volk hat nun wieder seinen Landtag und damit auch seine freigewählte Regierung. Ich freue mich, feststellen zu dürfen, daß der Landtag die Auffassung vertritt, nicht mehr einseitige Parteipolitik zu betreiben sondern eine gesunde Gegenwarts= und Wirtschaftspolitik. Nach dem größten Zusammenbruch der Weltgeschichte ist
ein Aufbau des Landes und des Staates nur durch gemeinsame Arbeit möglich.
Ich setze voraus, daß alle zwei Parteien aus der Vergangenheit gelernt haben, wirtschaftliche und politische Dauerwerte von billigen Schlagwortwerten zu unterscheiden. Dasselbe gilt vom Schlagworte der Sozialisierung. Nun ist die BVP. nicht der Meinung, daß Sozialisierung an sich ein übel sei, sie ist nur der Meinung, daß nicht alles sozialisiert werden könne. Wenn wir als Vertrauensmänner des Volkes an jede Frage, ohne gleichzeitig auf das Parteiprestige zu schielen, an die Arbeit gehen, so haben wir, glaube ich, damit beiden am besten gedient, dem Volke und der politischen Partei, die uns gewählt hat. Eine der Hauptvoraussetzungen für die weitere Erhöhung der Verständigungsbereitschaft der hohen Militärregierung ist
die restlose Beseitigung der überreste des Nationalsozialismus.
Wir sind allerdings der Meinung daß nicht jeder Österreicher, dem ein Parteiabzeichen angeheftet wurde, einmal für immer vertilgt werden müßte, wir wissen alle mit welchen tausendfältigen Mitteln gearbeitet worden ist, um dem Lande Tirol das Aussehen eines hitlertreuen Gaues zu verleihen. Wir fühlen uns aber stark genug, auch hier Spreu vom Weizen zu sondern und versichern daher der Militärregierung, daß, wenn deren Interesse an der Ausmerzung des Nationalsozialismus groß ist, unser eigenes Interesse daran noch viel größer ist.
Vor allem auch lassen wir eines nicht aufkommen, die Militärregierung gegen uns und uns gegen die Militärregierung auszuspielen.
Denunzianten sollen in Tirol genau so wie der Nationalsozialismus ausgetilgt werden und in der Beurteilung auf der gleichen Stufe stehen wie Illegalität. Ich bin überzeugt, daß die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Militärregierung keinen Schlupfwinkel für solche Elemente mehr offen lassen wird. Es gilt aber auch nach dem totalen Zusammenbruch der Wehrmacht, der Volkswirtschaft und mit ihr der Landwirtschaft zurückzuführen, was ihr in diesem Zusammenhange entzogen worden ist. Viel hievon fällt unter den Beutebegriff, es gibt aber manches, was jenseits desselben liegt.
Dackau Von H. Berndt
Unter 47 Folterknechten von Dachau, die kürzlich vor dem Militärgericht in Frankfurt erschienen, waren auch zwei Arzte, die nicht zu der Direktion des Lagers gehörten, deren Gegenwart dort aber aus anderen Gründen notwendig war: Dr. Klaus Schilling, ehemaliger Professor der Medizin an der Universität Berlin, und Dr. Siegmund Rascher, Sanitätshauptmann der Waffen=SS. Professor Schilling leitete die Malariastation, die seit 1942 in mehreren Räumen des Lagers von Dachau eingerichtet war. Unter der Schutzherrschaft des „Reichsarzt SS.“ machte dieser Spezialist für Malaria hier Versuche in großem Stil, um neue Methoden zur Heilung und Immunisation dieser Krankheit zu finden. Da er nicht genügend malariakranke Insassen des Lagers zur Verfügung hatte, schuf er
sich auf künstliche Art solche. Aus diesem Grunde ließ er sich aus Rußland, Italien und Afrika Anophelesmücken, welche die Erreger der Malaria übertragen, kommen. Diese Fliegen wurden in einem Käfig mit feinem Gitter eingeschlossen und zwischen die nackten Schenkel der Versuchskaninchen gestellt. Das infizierte Blut des ersten Opfers wurde zu Injektionen an anderen Inhaftierten verwendet. Eine Woche nach diesen Stichen oder Injektionen wurden die Kranken mit Chinin oder Neosalvarsan behandelt. Um das schwache Herz zu unterstützen, wurde Atebrin verwendet. Durch Variation der Dosis versuchte der Professor bessere Heilungsergebnisse zu erzielen, als bisher bekannt waren.
Ich selbst lag im Jahre 1942 dreimal auf dieser Station, zweimal 14 Tage und einmal drei Monate lang. Beim letztenmal wurde mir etwa ein dutzendmal infiziertes Blut injiziert; jede dieser Injektionen folgten Chinin= und Neosalvarsaneinspritzungen. Dann war der Professor der Mei
nung, daß mein Körper nun selbst genügend Abwehrstoffe gegen die Malaria gebildet habe, und schickte mich ins Lager zurück.
Aber einige Tage nach meiner Rückkehr von der Station wurde ich von Fieberschauern geschüttelt. Das Experiment war also mißglückt. Viele von den 3000 menschlichen Versuchskaninchen dieser Station werden ihr ganzes Leben krank bleiben. Das Endresultat dieser skandalösen, bis zur Befreiung des Lagers fortgesetzten Versuche war fast null, wie aus den Monatsberichten des Professors an seinen Vorgesetzten hervorgeht.
Die Versuchsstation von Block 5
Wenn man die auf der Malariastation durchgeführten Versuche noch relativ glimpflich nennen kann, so übertrafen die von Dr. Rascher auf Block 5 der Krankenabteilung durchgeführten Versuche an Grauen alles, was ein normales Hirn sich vorstellen kann.
Vor der übernahme der Versuche für dieses Institut war Dr. Rascher als Arzt der Luftwaffe mit Versuchen zur „Rettung von Menschenleben in großen Höhen“ beauftragt worden. Zu diesem Zweck wurde eine auf einem Lastwagenanhänger montierte luftdicht abschließbare Kabine zum Block 5 transportiert. In dieser Kabine konnte der Luftdruck mittels Saugpumpen so vermindert werden, wie es in großen Höhen bis zu 25.000 Meter der Fall ist. Die Häftlinge wurden in diese Kabinen eingeschlossen und künstlich in die Stratosphäre versetzt. Der Zweck dieser Versuche war, die Vorsichtsmaßnahmen und Medikamente zu finden, die angewendet werden müßten, um den Piloten den Aufenthalt in großen Höhen zu ermöglichen. Im Verlaufe dieser Versuche sind mehrere
Dutzende Häftlinge elend zugrundegegangen, weil ihre Org ne und Blutgefäße durch den Unterschied zwischen äußerem und innerem Druck platzten.
Für die Heimkehr unserer Kriegsgefangenen!
Tausende von Landessöhnen warten noch jenseits der Grenzen darauf, in die Heimat zuruckzukehren Ihnen die Rückkehr zu erleichtern und zu beschleunigen, soll weiterhin unsere Sorge sein.
In der Währungsfrage haben wir keinen großen Einfluß, jedoch ist meine Ansicht daß der alte Schilling der Wertmaßstab von Leistung und Gegenleistung sein wird. Wenn der Schilling in Ordnung ist, kann sich der wieder Ware und gewerbliche Hilfe verschaffen, der nicht in der Lage war, dem Gewerbetreibenden an Stelle der wertunsicheren Papiermark eine wertsichere Gegenleistung hinzugeben.
Seit dem Jahre 1918 hat es noch keinen Landeshauptmann gegeben, der bei einer solchen Gelegenheit, wie heute, auf eines vergessen hätte, auf
Suotirol
Wir wissen, daß unsere Worte es nicht machen werden aber es ist unsere Verpflichtung festzustellen, daß Tirol ohne Südtirol nicht Tirol ist. Möge die Rückkehr Südtirols in Bälde erfolgen.
Ich ersuche noch die Herren Abgeordneten von der einen und der anderen Seite alles daranzusetzen, was dem Aufbau unseres Landes dient und alles hintanzusetzen, was die Zusammenarbeit stört.
Die neue Landesregierung
Nach Beendigung der Rede des Landeshauptmannes ging der Landtag zur Tagesordnung über. Als Landeshauptmann wurde einstimmig Dr. Ing. Weißgatterer, als erster Landeshauptmann=Stellvertreter Prof. Dr. Gamper und als zweiter Stellvertreter Direktor Franz Hüttenberger gewählt.
Ferner wurden als Landesräte Muigg Josef, Ortner Ignaz, Oberhofer Albuin und Heinz Alois gewählt. Ein Mandat blieb vorläufig unbesetzt.
Das Landtagspräsidium
setzt sich nach Wahl zusammen: Präsident Doktor Platzgummer (OVP.), 1. Stellvertreter Abg. Molling (SVP.). 2. Stellvertreter Abg. Hössinger (Soz.).
Als Schriftführer wurden Dr. Ing. Franz Lechner, Zechner Stefan, Privatangestellter, und als Stellvertreter Versicherungsinspektor Prattl Viktor sowie Adele Obermayer gewählt.
Im Anschluß wurden folgende Ausschüsse gebildet:
Finanzausschuß:
Obmann Graus Alois, Obmannstellvertreter Heinz Alois, Muigg Josef, Obermoser Johann, Gamper Hans, Oberhofer Albin, Kecht Anton, Annewandter Jakob, Heinz Alois, Prattl Viktor, Hüttenberger Franz; Ersatzmann Lechner Franz und Wilberger Josef.
Finanzkontrollrat:
Obmann Hößinger Franz, Obmannstellvertreter Alois Molling, Pichler Martin, Lechner Franz, Egger Josef, Haller Anton, Gruber Hermann, Obermayer Adele; Ersatz: Zechner Stefan, Wilberger Josef.
Rechts= und Gemeindeausschuß:
Obmann Dr. Platzgummer Adolf, Obmannstellvertreter Wilberger Josef, Lechner Franz, Obermoser Johann, Oberhofer Albin, Marincovich Alsons, Wilberger Josef, Deutinger August.
Bauausschuß:
Obmann Dr. Melzer Anton, Obmannstellverteter Gruber Hermann. Grissemann Hans, Rainer Anton, Wagner Ernst. Kecht Anton, Pichler Martin, Muigg Josef. Gruber Hermann, Wilberzn Josef, Hößinger Franz.
Schulausschuß:
Obmann Prof. Dr. Gamper, Obmannstellvertreter Prattl Viktor, Dr. Groder Martin, Egger Josef, Haller Anton, Obermayer Adele.
Land= und Forstwirtschaftsausschuß:
Obmann Muigg Josef, Obmannstellvertreter Winterberger Florian, Graus Alois, Tauber Hans, Rainer Anton, Zechner Stefan, Wirtenberger Florian, Kerber Florian.
Industrie= und Gewerbeausschuß:
Obmann Pichler Martin. Obmannstellvertreter Gruber Hermann, Haller Anton, Lugger Alois, Grissemann Hans, Marincovich Alfons, Heinz Alois.
Ausschuß für soziale Fürsorge:
Obmann Marincovich Alfons, Obmannstellvertreter Obermayer Adele, Prof. Dr. Gamper Hans, Lugger Alois, Obermoser Johann, Haller Anton, Prattl Viktor, Obermayer Adele.
Immunitätsausschuß:
Obmann Heinz Alois, Obmannstellvertreter Lechner Franz, Dr. Melzer Anton, Dr. Platzgummer Adolf, Heinz Alois.
Unvereinbarkeitsausschuß:
Obmann Zechner Stefan, Obmannstellvertreter Wilberger Josef. Lechner Franz, Dr. Platzgummer Adolf.
Kunstausschuß:
Obmann Dr. Groder Martin, Obmannstellvertreter Prattl Viktor, Prof. Dr. Gamper Hans, Dr. Oberhofer Albin.
Ernährungsausschuß:
Obmann Heinz Alois, Obmannstellvertreter Doltor Melzer Anton, Lechner Franz, Egger Josef Molling Alois, Pichler Martin, Deutinger Augist..
Wie sehen die neuen
Ministerialrat Dr. Franz Bartsch, Generaldirektor der österreichischen Nationalbank, erklärte über die neuen Schillingnoten:
Um den Notenumtausch durchführen zu können, mußte in verhältnismäßig kurzer Zeit eine große Menge neuer Noten bereitgestellt werden, was keine leichte Aufgabe war. Wenn man bedenkt, daß es in normaler Zeit ungefähr ein Jahr dauert, bis von einer neuen Note ein solcher Vorrat hergestellt ist, daß man mit ihrer Inverkehrsetzung beginnen kann, gewinnt man eine Vorstellung, welch ungeheurer Arbeitsaufwand nötig war, um in knapp vier Monaten vier Kategorien neuer Noten (Zehner, Zwanziger, Hunderter und Tausender) in einer Menge zu beschaffen, die den normalen Bedarf der Vorkriegszeit erheblich übersteigt.
Wiedererweckung künstlich gefrorener Menschen
In der Folge unternahm Rascher eine noch unmenschlichere Versuchsserie. Bis 1935 waren die Wissenschaftler der Ansicht, daß man nahezu Erfrorene mit Hilfe von äußerlich angewandten Kältemitteln ins Leben zurückrufen könne und durch Einflößen heißer Getränke. Rascher ließ menschliche Versuchskaninchen nur mit einer Schwimmweste bekleidet in ein Becken mit Wasser von 4 bis 10 Grad je nach Saison tauchen, und dies für Stunden, so lange, bis sie das Bewußtsein verloren, steif und blau wurden und zu speicheln begannen. Andere dieser Versuchskaninchen mußten nackt im Winter auf dem Erdboden liegen, bis sich dieselben Anzeichen einstellten. Alle fünfzehn Minuten wurde die Innentemperatur dieser Versuchskaninchen gemessen, jene der im Wasser der
Erfrierung überantworteten mittels eines elektrischen Galvanometers. Wenn die erwünschte Innentemperatur erreicht war, wurden die Versuchskaninchen in ein Bad von 40 bis 50 Grad gelegt. Die Wirkung dieser Kur war erstaunlich. Die Temperatur ging zuerst noch etwas herunter, stieg aber dann langsam an und der Körper belebte sich wieder.
Versuche mit Zyankali
Während des Sommers 1943 mußte Dr. Rascher Versuche mit Zyankali anstellen. Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, daß eine ausreichende Dosis gefunden werden sollte, um den Nazichefs im Falle der deutschen Niederlage einen nicht zu schmerzvollen Tod zu bereiten. Damals setzte Rascher über Befehl Himmlers die Versuche in großem Maßstab fort. nachdem dieser im September 1942 einem solchen beigewohnt hatte. Durch Komplizierung der Erperimente gelang es Dr. Rascher, ungefähr zwanzig menschliche Versuchskaninchen zu töten.
Schillingnoten aus?
= Zunächst standen keine brauchbaren Entwürse für neue Noten zur Verfügung und es war die Zeit zu kurz, um neue Entwürfe zu beschaffen. Man behalf sich also damit, daß man auf die Bilder der Noten zurückgriff, die var dem Umbruch des Jahres 1938 in Österreich in Umlauf waren, und nur das Datum und die Unterschriften dieser Noten änderte. Eine Herstellung in Kupserdruck, wie sie bei diesen Noten früher üblich war, kam nicht in Betracht, weil diese Art des Druckes zu langsam vor sich geht und daher viel zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Man wählte daher das Offsetdruckverfahren, das allein eine rasche Er zeugung großer Mengen ermöglicht. Der Druck erfolgt hauptsächlich in der Staatsdruckerei undi einer großen Privatdruckerei, die über die nötige
Anzahl geeigneter Maschinen verfügt.
Die Beschaffung des notwendigen Papiers wer nicht einfach. Nicht minder schwierig war es die erforderlichen Druckfarben in der benötigen Menge aufzubringen. Auch sind die Farben# teilweise mit Ersatzstoffen hergestellt werden### litativ nicht auf der Höhe, so daß sich beidi Druck mancherlei Unzukömmlichkeiten ergaeh die den Prozentsatz der Makulaturen erhöhten
Hauptsächlich waren es die immer wieder ein tretenden Störungen in der Zufuhr elektrischen Stromes, welche die Maschinen oft stundeflang zum Stehen brachten. Es tauchten täglich neue Hindernisse auf und es schien oft wirklich, als ob es kaum möglich wäre, die notwendigen Mengen der Noten zeitgerecht zur Verfügung zu haben.
Die neuen Noten stellen ein Provisorium, ein Notlösung dar. Sie werden die bekannten, uns noch vertrauten Bilder der letzten, vor dem Jahre 1938 in Umlauf gewesenen Banknoten aufweisen. Man wird also auf dem Zehner die Wachauerin mit der Goldhaube, auf dem Zwanziger das schlichte Landmädchen und die energische Gestalt des Schnitters und auf dem Hunderter die sich entschleiernde Frau als alte Bekannte begrüßen können. Freilich, so hübsch und geschmackvoll wie auf den Noten vor dem Jahre 1938 werden sich diese Bilder nicht präsentieren. Sie entbehren nämlich des Kupferdrucks und haben daher nicht die kontrastreiche, plustische .Wirkung nicht die hellen Lichter und die kräftigen dunkten Töne, wie sie für die Erzeugnisse des Tiefdruckverfahrens so
charakteristisch sind. übrigens sollen, sobald es die technischen Möglichkeiten gestatten, an Stelle dieser übergangsnoten neue, definitive Noten treten. Die Vorbereitungen für die Drucklegung dieser Noten sind schon jetzt im Gange Sie sollen von Künstlern entworfen und dann in der Notendruckerei der Nationalbank im Kupferdruckverfahren mit aller Sorgfalt und Präzision hergestellt werden.
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