Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:12
- S.21
Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.
Gesamter Text dieser Seite:
den Prch.
Sroßen Ant
den Origine
alästinatr
dr Induth,.“ al usw. Für
en findet sich ein eine Schilderung
donnerstag, 6. Dezember 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 142 Seite 3
chweis bar chweis Giro
dung und
Rentnerund Jige, die am 10.000 Mark beDisponieren: Dieruppe I 70 Pro
*
abenstand in Raabgehoben werozent steht ebenso Lebensunterhalt if die Gesamtab50 Schilling nicht nKonto I 40 Proden, was für orteil sein kann.
echen dem eden, sind bis zu onibel, d. h. man verweifungen verent sind insoweit
endungsnachweis
Eine Abhebung St hier nicht statt.
ungen
schischen Schilliner eingelegt wervollen Höhe ohne r abgehoben wertändlich bankmä
eine
dbemalte Kleider
us Wien wird
Drichtet:
Shime,
ibermed 1 „Jas
Aus Stadt
und Cand
Barbarafeier in Häring
kandeshauptmann Ing. Weißgatterer eröffnet die Kahlenseilbah
ie Koylenseilbahn und den Hauptwetterdurchschlag
Von unserem ständigen Mitarbeiter Max Rieder
heute feierte die kleine Gemeinde Häring im Unterinntal den Tag der Schutzpatronin der Berglute, der heiligen Barbara, und zugleich die Erimnung der neuen Kohlenseilbahn und des Hauptnetterdurchschlages. Dieses Ereignis hat nicht nur Häring, sondern für ganz Tirol eine große bedeutung, kann doch nun die für unser Land #e dringend notwendige Kohle ins Tal befördert verden, ohne auf die Witterungsverhältnisse Rückscht nehmen zu müssen und ist durch Schaffung us Hauptwetterdurchschlages bereits bis jetzt eine kagesproduktion von 70 Tonnen kohle zu verzeichnen. Die Bedeutung dieses bergmannsfestes wurde besonders gewürdigt durch de Anwesenheit des Herrn Landeshauptmannes ug Weißgaiterer, des stellvertretenden Rilitärgouvernes von Kufstein, des
Chefs des dansports, Cap. Mair, sowie der Landesräte D. Gamper, v. Hradetzky und des Besukshauptmannes v. Kufstein Dr. Seeger.
Das Bergwerk wurt bereits 1766 gebaut und liefert Kohle, die einen
Kalorienwert bis 6000
meicht. 1784 wurde es verstaatlicht und von 1806 is 1814 von den bayerischen Besetzungstruppen veiterbetrieben. Mit geringfügigen Unterbrechungen wurde der Kohlenbergbau bis 1941 weitergefhrt, wo er dann jedoch infolge Kurzsichtigkeit dr Behörden ganz eingestellt wurde. Während dieser Zeit wüteten im Inneren des berges mehrere große Brände, von denen der uste im Jahre 1794 ausbrach. Der größte Brand ntstand 1836 und zum Schutze der anderen Gruten mußte damals ein Kohlenpfeiler, der sich über die ganze Streifenausdehnung hinzog, eine Länge rg 260 Meter und eine Tiefe von 10 Meter aufvies, stehen gelassen und der Betrieb darunter sortgesetzt werden. Dieser riesige Pfeiler bildet heute das Hauptabbaugebiet. Bei den Bränden von 1865 und 1898
mußten weitere Pfeiler stehen gelassen werden, bei denen ebenfalls in nächster Zeit mit dem Abbau begonnen werden wird, so daß mit einer
Ausbeutedauer von 10 bis 15 Jahren gerchne werden kann. Man nimmt an, daß aus Pfeilern bis zu 80.000 Tonnen Kohle gevonnen werden können, vorausgesetzt natürlich, d keine neuerlichen Brände ausbrechen.
Als nach dem Einmarsch der Alliierten im Mai ls im Jahre 1942 stillgelegte Montanwerk in lirchbichl durch Selbsthilfe der Gemeinde Häring vieder in Betrieb genommen werden sollte, stansten die damit beauftragten Organe vor einer fast mlösbar scheinenden Aufgabe. Es fehlte so gut wie alles, was zur Förderung der Kohle notwendig war. Infolge der tatkräftigen Unterstützung durch den Bezirkshauptmann von Kufstein, Ing. berber, gelang es jedoch schließlich, alle innerbetrieblichen Schwierigkeiten zu überwinden, so daß mit allen zur Verfügung stehenden Kräften
die Bergleute des Versatz= und Franziskistollens die Hände reichen. Die unsäglichen Mühen und oft lebensgefährlichen Kämpfe mit den immer wiederkehrenden Kohlensäureeinbrüchen waren endlich von Erfolg gekrönt, der sich auch sofort praktisch zeigte, indem in der vergangenen Woche die durchschnittliche
Tagesproduktion von 70 Tonnen
bereits überschritten wurde.
Seit Anfang des neuen Betriebes bereitete aber ständig ein zweites Problem große Sorgen, nämlich die Beförderung der Kohle ins Tal. Nicht nur, daß die einzige zur Verfügung stehende Straße so schlecht war, daß sie von Autos nicht befahren werden konnte und erst durch mühevolle Selbsthilfe des Betriebes halbwegs instand gesetzt werden mußte, bestand vor allem die Gefahr, daß bei Einsetzen von Schneefällen ein Lastwagenverkehr zum Franziskistollen überhaupt unmöglich würde und dadurch der Fall eintreten könnte, daß gerade in den kritischen Wintermonaten, in denen die Kohle am notwendigsten gebraucht wird, eine Einstellung des Betriebes deshalb hätte erfolgen müssen, weil die Kohle nicht zu Tal geschafft hätte werden können. Hier half die tatkräftige
Hand des Herrn Landesrates Hradetzky, der in großzügigster Weise das Projekt einer Anschlußseilbahn vom Franziskistollen zur Perlmooser Seilbahn nach Kirchbichl förderte. Auch hier schienen, besonders was die Beschaffung der Baustoffe und der Arbeitskräfte anlangte, die auftretenden Schwierigkeiten als unüberwindlich, doch gelang die Fertigstellung der Seilbahn noch zur rechten Zeit. Ab morgen erfolgt die Kohlenausgabe bereits in Kirchbichl und die Häringer Kohle fährt über die neu erbaute Seilbahn, ohne von Wetterverhältnissen abhängig zu sein, hinunter bis nach Kirchbichl.
Nachdem die Ehrengäste die verschiedenen Stollen besichtigt hatten, nahm Landeshauptmann Dr. Weißgatterer die Eröffnung der Kohlenseilbahn vor. Anschließend begaben sich die Gäste in den Ort hinunter und versammelten sich im großen Theatersaal des Dorfes. Bauingeniur Sykora begrüßte die Anwesenden und dankte den Bergleuten für ihre nimmermüde, uneigennützige Arbeit. Landesrat Hradetzky führte sodann den Anwesenden aus, wie dringend diese in Häring geförderte Kohle für das Land Tirol sei. Der Jahresfriedensbedarf an Kohle des Landes beläuft sich ungefähr auf 280.000 Tonnen; davon werden nun in Häring 100.000 Tonnen gefördert werden können. Das macht eine Ersparnis von sechs Millionen Galdschilling. „An Hand dieser Zahlen können Sie
sich vorstellen, wie ungeheuer wichtig Eure Arbeit nicht nur für Tirol, sondern für ganz Österreich ist“, sagte er. Anschließend sprachen noch Landeshauptmann Weißgatterer, Gewerkschaftsfunktionär Ohm und Capitain Mair der Militärregierung. Sie dank
auf die Herstellung des Hauptwetterdurchschlages ten den Bergleuten und gaben der Hoffnung Aushingearbeitet werden konnte. Trotz aller gegen= druck, daß dieser Tag einen weiteren Schritt zur teiligen Prophezeiungen älterer Bergleute konn= wirtschaftlichen Wiedergesundung Österreichs dar in sich am 22. November 1945 um 10 Uhr abends stellen möge.
zellwolle aus Frankreich für die Tiroler und Vorarlberger Textilindustrie
Wie seinerzeit schon berichtet wurde, sind in den dergangenen Monaten größere Kompensationsgechäfte abgeschlossen worden, um die Tiroler und vorarlberger Textilindustrie mit der derzeit unmbehrlichen heimischen Zellwolle zu versorgen.
In der letzten Zeit sind jedoch große Schwierigleiten bei der Nachschaffung der in erheblichem Unfang für die Zellwollerzeugung benötigten chemikalien aufgetreten. Dies hatte eine Stockung in der Produktion inländischer Zellwolle zur folge, welche unsere Betriebe mit einer neuersichen Stillegung bedrohte. Um dieser Gefahr zu bgegnen, hat sich die französische Militärregierung #besonderer Weise bemüht, vorübergehend Zell
wolle als Ersatz aus Frankreich heranzuschaffen. Tatsächlich ist es der Textilabteilung der Militärregierung auch gelungen, 400 Tonnen französische Zellwolle für unsere Textilindustrie sicherzustellen. Davon sind bereits 100 Tonnen eingetroffen, die nach der Dringlichkeit auf die notleidenden Textilbetriebe verteilt wurden. Weitere 100 Tonnen befinden sich unterwegs und der Rest dürfte im Monat Dezember angeliefert werden. Die Zellwolle wird zu österreichischen Preisen berechnet und ist zahlbar in inländischen Werten. Die Textilindustrie und ihre Belegschaft sind der französischen Militärregierung für ihr großzügiges Entgegenkommen zu besonderem Dank verpflichtet.
Weihnachts und Abschlußgratifikation
1945/1946
Auf verschiedene Anfragen wird offiziell mitgeteilt: Die Anordnung über die Weihnachts= und Abschlußgratifikationen vom 2 November 1943 bleibt auch für das Jahr 1945 rechtswirksam und bestimmt:
Die höchstzulässigen Gratifikationen sind in der Anordnung nicht, wie in den vergangenen Jahren, für das einzelne Gefolgschaftsmitglied, sondern für die Gesamtheit der Belegschaft eines Betriebes begrenzt worden. Der Betriebsinhaber soll sich als Weihnachts= und Abschlußgratifikation grundsätzlich an die sich nach dem letzten abgeschlossenen Lohnabrechnungszeitraum ergebende Wochenlohnsumme halten und an die Gehaltsempfänger nicht mehr als ein Viertel der zuletzt ausgezahlten Monätsgehaltsumme ausschütten.
Innerhalb der durch die im Absatz 1 dieser Anordnung gezogenen Grenzen ist der Betriebsinhaber in der Ausschüttung der Gratifikationen an einzelne Gefolgschaftsmitglieder frei. Er kann und soll die Zuwendungen mit den Leistungen, der Haltung und dem Familienstand der einzelnen Gefolgschaftsmitglieder abstufen.
Dort, wo die Aufrechterhaltung der in den vergangenen Jahren zulässiger Weise gewährten Gratifikationen ein überschreiten dieser Beträge im Betriebe unvermeidbar machen sollten, dürfen diese Grenzen überschritten werden.
Diese Bestimmung gilt auch für die ausländischen Arbeitskräfte. Diese sind gleich zu behandeln wie die österreichischen Arbeiter und Angestellten.
Lehrlingen und Anlernlingen darf eine Weihnachtsgratifikation bis zur Höhe der Erziehungsbeihilfe und sonstigen Leistungen an Lehrlinge und Anlernlinge gemäß der Anordnung vom 25. Februar 1943 gewährt werden.
Die Pfadfinder in der französischen
nten
Wien
Der Heimtransport österreichischer Kriegsgefaniner, die sich noch in Frankreich befinden, volllücht sich jetzt hauptsächlich über Innsbruck. die Wehrmachtsabwicklungsstelle in der Reichenau Vernimmt die Gefangenen und stellt sie zu Transorten für andere Besatzungszonen in Österreich nsammen. So wurde am 3. Dezember ein Transfort mit 680 Mann nach Salzburg für die ameriimnische Zone und am 4. Dezember ein Transport ait 700 Mann nach Kapfenberg für die englische zone abgefertigt. Für Ende der Woche sind wei#re Transporte nach Innerösterreich zu erwarten. 4. Dezember um 7 Uhr früh langte in Innswieder ein Lazarettzug mit 1000 verwunnien deutschen Kriegsgefangenen aus Italien der Zug wurde nach kurzem Aufenthalt nach kufstein weitergeleitet.
und
Graf
##trauf „Zlberne Hochzeit. Rudolf und Josefine Kern, leid mit vamens Lsitzer zur „Schönen Aussicht“ in Hötting, shrysanthei“, sierten am 4. Dezember die silberne Hochzeit.
#ang.
Achtet auf eure Handtaschen! Während einer Straßenbahnfahrt wurde einer Frau eine Handtasche mit 2500 Mark gezogen. — Einer Angestellten wurden beim Schlangenstehen vor einem Geldinstitut aus der Handtasche zwei Sparkassenbücher mit 3000, bzw. 1600 Mark Guthaben entwendet.
Kammer der österreichischen Diplomkaufleute in Wien. Der Anmeldetermin für noch nicht erfaßte Diplomkaufleute, welcher mit 30. November 1945 befristet gewesen ist, wird gemäß der Fristerstrekkung des 102. Verfassungsgesetzes der neuen österreichischen Staatsregierung vom 8. August 1945 bis zum 31. Jänner 1946 verlängert.
AV.=Bergrettungsdienst (Ortsstelle Innsbruck). Am
7. Dezember findet ein Schulungsabend um 20 Uhr im Schulungsraum Rathaus=Reubau, Parterre, statt. Vortrag des Ortsführers über die Entwicklung der winterlichen Rettungsgeräte. Pünktliches Erscheinen aller Rettungsmänner ist Pflicht.
Die Pfadfinderjugend ist die einzige weltweite Organisation junger Menschen, die zwei Weltkriege überstanden hat. Auch in Österreich setzen die Pfadfinder in allen Bundesländern ihre vor sieben Jahren gewaltsam unterbrochene Tätigkeit fort. Im Einverständnis mit der französischen Militärregierung wurde in Tirol ein Landeskorps der „Österreichischen Pfadfinder“ gegründet, das die Tradition und Erziehungsarbeit der beiden Pfadfinderverbände, die bis 1938 hier bestanden, fortsetzt. Um sich die wichtigsten Mittel zur Arbeit zu beschaffen, wenden sich die Landeskorps Tirol und Vorarlberg mit einer Wertmarken=Aktion an alle Freunde des Pfadfindergedankens. Befugte Werber bieten schöne Wertmarken zu je einem Schilling an, die das internationale Zeichen der Pfadfinder,
die Lilie, zeigen. Der Erlös wird ausschließlich für Heime, Ausrüstungsgegenstände und Arbeitsmaterial der Pfadfinderkorps in Tirol und Vorarlberg verwendet und kommt so einer unpolitischen, der österreichischen Heimat verbundenen Jugend zugute.
Fest in Obergurgl
Das höchste Kirchdorf österreichs, die Pfarrgemeinde Obergurgl, Ötztal, hat am ersten Adventsonntag ein seltenes Jubiläum gefeiert: Ihr hochgeschätzter und beliebter Pfarrer, Herr Kurat Franz Danler, hat vor 25 Jahren die Seelsorge der Gemeinde Gurgl übernommen. In 25jährigem priesterlichen Wirken hat Herr Pfarrer Danler seinen Gurgler Seelsorgskindern stets helfend und wegweisend zur Seite gestanden. Selbstlos und bescheiden, immer nur auf das Wohl und den inneren Frieden seiner Schäflein bedacht, hat er ihnen Freude gebracht und Trost gegeben in frohen wie in trüben Stunden. Mit unerhörtem Eifer ist er um die Erneuerung und Verschönerung des otteshauses bemüht gewesen und hat in jahrelanger Arbeit das Gurgler Kirchlein zu einem wahren
Schmuckkästlein um= und ausgestaltet. Es wäre müßig, alles aufzählen zu wollen, was Pfarrer Danler für die Pfarrgemeinde Gurgl geschaffen und geleistet hat. Worte können das überhaupt nicht zum Ausdruck bringen, die Gurgler aber wissen es zu schätzen und sind dem Jubilar in großer Dankbarkeit verbunden. Die schöne, schlichte Feier begann mit der Beglückwünschung des Jubilars durch die gesamte Bevölkerung vor dem Pfarrhaus, von wo er gemeinsam in die festlich geschmückte Kirche zu feierlichem Hochamt geleitet wurde. Herr Prof. P. Rainer aus Innsbruck hielt die Festpredigt, wobei er in wunderschönen und ergreifenden Worten das stille Wirken Pfarrer Danlers vor Augen führte. Nach dem Festgottesdienst überbrachte Herr Kanzler Dr. Lechleitner dem
Jubilar die Grüße und Glückwünsche des hochwürdigsten Herrn Bischofs und verlieh ihm in seinem Auftrage in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Kirche und die Pfarrgemeinde den Titel eines Geistlichen Rates.
Dr. B. H.
Tote
In Innsbruck starben: Karl Pesta, Minister a. D., geboren 1871 in Hard in Vorarlberg, zuletzt wohnhaft in Mayrhofen; Maria Woitasch geb. Lontsar, 84 Jahre alt; Berta Fischer geb. Kranich, 75 Jahre alt; Max Bliem, Altersrentner, 70 Jahre alt.
In Innsbruck starben: Josef Hauser, Postangestellter, 46 Jahre alt; Maria Roßbach, 87 Jahre alt.
In Gries a. Br. starb der Stationsvorstand Stephan Neuschmid im Alter von 56 Jahren.
WOHIN HEUTEI
Die „Tiroler Tageszeitung“ stellt sofort perfekte Sekretärin ein, die die französische Sprache in Wort und Schrift beherrscht. Vorzustellen in der Redaktion vormittags zwischen 10 und 12 Uhr.
Donnerstag, 6. Dezember
Theater
Landestheater, 15 Uhr: „Max und Moritz; 19 Uhr: „Der kleine Herr Niemand“
Vortrag
Arbeiterkammer, 19.30 Uhr: „Was will der Surrealismus“, Capitaine Alexandre, in deutscher Sprache
Filme
Kammerlichtspiele: „Kollege kommt gleich“ (2, 4, 6). Zentral: „Frau meiner Träume“
Kriumph: „Die Gattin“
Laurin: „Damals“
Löwen „Der Engel mit dem Saitenspiel“ Fulpmes: Schrammeln Seefeld: „Lache Bajazzo“.
Hall: „Trura“ „„ 000
Kufstein=Hirschen: „Romanze in Moll“.
Landeck: „Schlußakkord“.
Musik
Klavierkonzert Elfriede Butz=Steiner In einem selten genußreichen Abend mit auserlesenem Programm trat am Sonntag, den 2. Dezember, Frau Elfriede Butz=Steiner im Musikvereinssaale erstmalig vor das Innsbrucker Publikum Die bewährte junge österreichische Künstlerin erwies si“ als gereifte Vermittlerin klassischer, wie phantasievolle nterpretin romantischer Musik und ist eine von echter, ngeborener Musikalität durchpulste Persönlichkeit untei deren Händen sich die Werke in organischer C ügtheit mit bezwingender Überzeugungskraft zu geschle# iner Wirkung wie von selbst gestalteten. Dabei versteht zie es, unterstützt durch seltene Auffassungsgabe und tieses Einfühlungsvermögen, jede Linie, jeden Lauf, wie das kleinste Ornament mit Eigenleben zu erfüllen und in
der ihnen innewohnenden Schönheit aufblühen zu lassen. Die meisterhafte und in allen Gegensätzen harmonisch abgestimmte Wiedergabe der Sonate pathetique offenbarte tiefes Eindringen in Beethovens Beisteswelt und hinterließ dementsprechend einen nachhaltigen Eindruck. Zwei Impromptus Schuberts, in Feinschliff vorgetragen und mehr im Schimmer weicher Anmut stehend, leiteten zum zweiten Teil des Abends über, der dem Meister des Klaviers Chopin gewidmet war. Hier bewies die Pianistin, der alle Ausdrucksmittel von inniger Zartheit zu heroischer Kraft, von düsterem Ernst zu sprühender Temperamenthaftigkeit zur Verfügung stehen, eine bravuröse Beherrschung aller technischen Probleme. Es war geradezu verblüffend, mit welcher Kraft und Zügigkeit die
graziöse Künstlerin, die später als Zugabe die As=dur Etüde in duftigster Entmaterialisiertheit erklingen ließ, die gewaltige cemoll Etüde wie aus einem Guß formte. In der A=dur Polonaise hingegen bewunderte man den vollendeten Krafthaushalt mit dem sie unter Vermeidung erdrückender Massivität Forti und Fortissimi aus feinsten piano=Trillern zu Glanz und Höhe entwickelte. Hervorheben möchten wir noch ihren elastischen und durch keine technischen Schwierigkeiten beirrten Rhythmus. Im Ülbrigen wissen wir, daß Frau Butz=Steiner, was sie auch mit Moussorgsky anzudeuten schien, in weiser Mäßigung nur einen begrenzten Einblick in ihr weit umfassenderes Musikertum an diesem Abend gewährt hat. Es wurde begeisterter Beifall gespendet.
Frau Elfriede Butz=Steiner, Landeck, hat in Wien ihre musikalische Ausbildung genosfen und war seinerzeit Meisterschülerin des Lisztschülers Hofrat Prof. Sauers. G.R.
Adventmusik
der Staats=Lehrer= und Lehrerinnenakademie in Innsbruck. Zöglinge und Lehrer singen alte Adventlieder und spielen Instrumentalstücke. — Sämtliche Einnahmen kommen den bedürftigen Schülern zu, um ihnen das Studium zu erleichtern. Zeit: 8. Dezember, 17 Uhr. Ort: Wiltener Pfarrkirche.
Arien= und Balladen=Abend Kammersänger Osterkamp mit Musikdirektor Weidlich. Kammersänger Osterkamp, durch Konzert und Radio hier besiens bekannt, hat seinen zweiten Abend am 7. Dezember, 20 Uhr (Musikvereinssaal), Arien aus Opern und Oratorien sowie Balladen vorbehalten. Nach Arien aus „Messias“, „Elias“ und „Die Schöpfung“ singt der Künstler berühmte Arien aus „Don Juan“ (Registerarie!), „Entführung aus dem Serail“ und „Der Barbier von Sevilla“, nach der Pause berühmte Balladen von Carl Loewe (Prinz Eugen, Herr Oluf u. a.). Karten bei Johann Groß.
RADIOINNSBRICK
Donnerstag, 6. Dezember
17.30 Kindersendung zum Nikolotag: „Hans Wundersam“. Ein Wintermärchen für große und kleine Kinder von Adolf Holst, erzählt von Paul Sundt (Innsbruck). 18.00 Geistige Einkehr. Franz Werfel. Das Lied der Bernadette. Es liest Hermann Brir (Innsbruck). 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck). 18.45 Ein kleines Konzert (Innsbruck). Harry Berges, Bariton, singt Arien von Giuseppe Verdi (Maskenball, Traviata, Troubadour). Am Flügel Viktor Pfundner. 19.00 Österr. Nachrichtendtenst. 19.15 Bunte Weltschau. 19.30 Paris — franz. Nachrichten. 19.45 Österr. Presseschau. 19.55 Fünf Minuten Französisch (Wiederholung). 20.00 Innsbrucker Vokalmusik des 16. Jahrhunderts. Ausführende: Eine Auswahl des Innsbrucker Universitätschors. Einführung und Leitung Doktor Julius Alf.
20.30 Franz Schubert: Die Winterreise (Innsbruck; Schallplatten). Ein Liederzyklus, 1. Teil. Es singt Gerhard Hüsch. 21.00 Musik für Violoncello und Klavier (Innsbruck). Ausführende: Max Becke, Cello, Hans „Moltkau, Klavier. 21.30 Courrier de la grande France. 21.45 Fünf Minuten praktisches Deutsch. 21.50 Melodien von Ernst Arnold. Ferd. Kloß, Bariton, am Flügel Otto Stockhammer. 22.15 Programmvorschau.
Österreschtschrs Instltut für Kultur und Wissenschaft
„Unsterbliches Wien“!
Der angekündigte Dichterabend „Unsterbliches Wien“ mit Frau Traute Foresti und Herrn Gustav Waldau muß wegen Erkrankung ausfallen. Bereits gelöste Karten behalten ihre Bültigkeit für einen späteren Termin, der in der Presse noch zeitgerecht angekündigt wird.
Tüchtiger Stereotypeur, welcher in Flach= und Rundstereotypie vollkommen bewandert ist, wird eingestellt. Näheres in der Druckereileitung der Verlagsanstalt Tyrolia A.G., Innsbruck, AndreasHofer=Straße 4, 2. Stock.