Tiroler Tageszeitung 1945

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Tiroler Tageszeitung
Nr. 141 Seite 3
Kittwech. 5. Dezember 1945
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Der 3. Dezembee
der Sepp war an diesem Tage froh und munFaufgewacht, wie an jedem anderen Tage auch. ## etwas unrasiert, da der Kalender einen sontag anzeigte. Der Tag schien ihm verheiugsvoll, denn der Autobus fuhr ihm nicht wie #st vor der Nase weg Fröhlich schwenkte der kp einen Zwanzigmarkschein vor seinem alten zeunde, dem Schaffner. Doch dieser brave ken, der ihn noch kürzlich zu seinem Leidwe# einen ganzen Berg voll Wechselgeldes in die and gedrückt hatte, daß es dem Sepp beinahe n Manteltasche zerrissen hätte, zeigte sich heute zeknöpft bis an die obersten Uniformknöpfe ind zuckte nur die Achseln worauf der Sepp kmpt als unfreiwilliger Schwarzfahrer bei der semächsten Haltestelle vom Kontrollor ausgeotet wurde
Nißmutig und zu Fuß strebte er seinem kammkaffee zu, aber auch hieher schien ihn ein ##sehaftes Unheil zu verfolgen, denn der hupfende Frühstückskaffee entschwand sofort sider vor seinen hungrigen Augen, als der ii Ober in der Hand seines Kunden den ganzigmarkschein erblickte. Leeren Magens #ie der Sepp zum Friseur, aber kaum hatte er à Türe nur halb geöffnet, als ihm auch schon in der Kasse her, wie die Posaune des Jüngsten nrichtes eine Stimme entgegenscholl: „Haben & Kleingeld?“ — worauf der Sepp mit reueol niedergeschlagenen Augen die Türe schleuist wieder schloß.
Ein Hoffnungsstrahl schlich sich in sein umEstertes Gemüt, als sein rettungsvoller Blick
am Schilde des Kaufladens hängen blieb, dessen Kunde er seit langem war, und richtig: An der Kasse in deren unergründlichen Fächern sich die
se in deren unergründlichen Fächern sich die
5=, 2= und 1=Markscheine zu Bergen stapelten. thronte in ehrfurchtsgebietender Majestät Herr Maier Vor ihm jedoch drängte sich ein wimmelnder Menschenhaufen, der wild mit grünen und blauen Scheinen in der Luft gestikulierte Aber einer nach dem anderen schlich geschlagen und mit leeren Händen davon Auch Sepp"s flehende Miene vermochte nicht einmal ein Zucken in der eisigen Maske des Gewaltigen zu wecken Mit einem gierigen Seitenblick auf die ihn unerreichbaren Brote und andere Herrlichkeiten wankte Sepp aus dem Geschäft. Doch das Golgatha seines Leidenweges erreichte Sepp erst zu Mittag, als seine langjährige Nährmutter Anna, die Kellnerin, für den zerknüllten Geldschein ihres Pfleglings nur ein höhnisches Lachen und für den Sepp kein Essen
übrig hatte.
Mit hungrigem Magen und verstörtem Blick irrte er den ganzen restlichen Tag. durch die Straßen Der Plan, seinem Leiden und Leben selbst ein Ende zu setzen, hat er wieder aufgeben müssen. als er in der Beerdigungsanstalt erfuhr, daß ein ordentliches Begräbnis nur bei Vorauszahlung der Bestattungskosten in Kleingeld möglich sei. Am Abend war er soweit, daß er sich von einem dunklen Mann in einer dunklen Ecke seinen Zwanziamarkschein in „drei Fünfmarkscheine“ umwechseln ließ. In einer noch offenen Apotheke erwarb Sepp noch einige Schlafpulver, die er im Bette zu sich nahm nachdem er den Wecker auf den 20. Dezember gestellt hatte.
G. Th. G.
Zahlungsverkehr mis K"eingeld
Verordnung des Landeshauptmannes von Tirol vom 4. Dezember 1945
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Inhaber von bschäften aller Art, insbesondere von lebenswichtigen Dezgeschäften, wie Lebensmittelgeschäften, Tabak=Trafiken, ##tursalons u. dgl. verpflichtet sind, bei Einkauf mit Achsmarknoten im Werte von RM 10.— und darüber # jeden Fall die Herausgabe des Restgeldes mit Kleinch durchzuführen, oder, falls kein genügender Bestand n Kleingeld vorhanden ist, für den Restbetrag Gutscheine nszugeben.
Alle Personen werden dringend ermahnt, die Hortung in Kleingeld zu unterlassen. Es wird darauf hingewiesen, ##f die Meinung, Kleingeldnoten und Münzen seien wertbsändiger als die Reichsmarknoten über RM 10.— auf anem Jrrtum beruht.
Gegen Zuwiderhandelnde wird nach Art. VIII EGVG.
" scnichtlich vorgegangen.
Der Landeshauptmann: Weißgatterer.
Der Regierungsdirektor: Kundratitz.
De Polizeidirektion Innsbruck teilt mit:
Die Verlautbarung des Schilling=Gesetzes hat, wie zu #arten, eine starke Nachfrage nach Banknoten M. 1.—, 2.— und 5.— zur Folge. Auf dieser Jagd ih Kleingeld werden von einzelnen Kaufleuten, Gewerbelibenden und Unternehmen Methoden angewendet, die #ter gar keinen Umständen geduldet werden. Kein Kaufzm, Gewerbetreibender und Unternehmen darf die Ab
####e von Waren oder die Gewährung von Leistungen von # Vorlage von Kleingeld abhängig machen. Insbeson
dere müssen die auf Karten zustehenden Lebensmittel an die Kunden so wie bisher abgegeben werden.
Es wird jeder Kaufmann, Gewerbetreibender und Unternehmen mit den Kunden einen den jeweiligen Verhältnissen entsprechend angepaßten privaten Verrechnungsverkehr einführen können.
Es ist ohne weiteres möglich, daß die Lebensmittel wöchentlich oder monatlich bezahlt werden. Es steht auch jedem Kaufmann, jedem Gewerbetreibenden und Unternehmen frei, für seine Kunden ein Kreditkonto bis zu RM. 10.— zu eröffnen:
Vorübergehend wird es sich nicht vermeiden lassen, daß die Bevölkerung bei der Benützung von Fahrzengen Blocks kauft oder daß sich Hausparteien zu Gemeinschaften zusammenschließen.
Die Mithilfe der gesamten Bevölkerung ist also derzeit notwendig, um das Währungsproblem im Sinne der ergangenen Weisungen zu lösen.
Unter allen Umständen muß eine Störung des Wirtschaftslebens vermieden werden. Mit gutem Willen der Bevölkerung sind auch keinerlei Schwierigkeiten zu erwarten.
Sollten einzelne sich dem Bebot der Stunde nicht beugen, werden die Sicherheitsbehörden energisch gegen die Saboteure des Wiederaufbaues einschreiten.
Im übrigen könnten die Regierungsstellen bei Überhandnehmen von Hamstern von Kleingeld, bzw. Überzahlungen derartiger Geldsorten entsprechende Maßnahmen treffen, um die Hamsterer um ihren Hamster lohn zu bringen.
Ergebnis der Innsbrucker Schutträumaktion
Schätzungsweise lagen am 1. Mai dieses sts auf den Straßen und Plätzen unserer Stadt 95000 Kubikmeter Schutt. Dazu kommen noch Schuttmengen, welche von zerstörten Häusern i Zuge der Wiederherstellungsarbeiten auf die Fnaßen geworfen wurden Also jedenfalls eine Renge, die ohne großzügige Selbsthilfe niemals ktte weggeräumt werden können. Diese Ernntnis bildete auch die Anregung für die Schutträumaktion, die von der SicherheitsdirekAn in Zusammenarbeit mit dem Stadtbauamt ensbruck organisiert wurde a# Seit 25. Oktober sind rund 40 000 Kubikmeter shutt weggeschafft worden, das sind fast 90 ProIt der gesamten Schuttmassen. Unter dieser shuttmenge versteht man die gelockerten Schuttufen, die durch das Aufladen und Wegschaun eine fast
30prozentige Vermehrung gegen#er dem lagernden Schutt erfahren. Bis zum # 4 November standen insgesamt 18.104 Personen
im Einsatz, von denen im ganzen 90.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet wurden, die bei Zugrundelegung des niedrigsten Hilfsarbeiterlohnes von 65 Pfennig pro Stunde eine Lohnsumme von fast 59.000 Mark ergeben würden. Diese große Ausgabe wird der Stadigemeinde Innsbruck durch die freiwillig geleistete Arbeit der Innsbrucker Bevölkerung erspart. Außerdem waren in der genannten Zeitspanne 276 Kraftfahrzeuge und Traktoren sowie 318 bespannte Fahrzeuge bei der Schutträumaktion tätig, für deren Einsatz der Stadtgemeinde ebenfalls keine Kosten erwuchsen.
Zugleich konnten aus den weggeräumten Schuttmassen 4 Millionen Mauerziegel aussortiert und für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt werden. Ebenso eine sehr beachtliche Menge an Bau= und Brennholz, die in der heutigen Notzeit eine sehr bedeutende Rolle spielen.
heimkehrertransporte. Am 3. Dezember ist in n Imsbruck kurz vor 3 Uhr nachmittags wieder Transport mit österreichischen Kriegsgefannen aus Frankreich eingetroffen, und zwar ##Mann. die in der amerikanischen Besatzungs
#n beheimatet sind Sie wurden nach Salzburg eitergeleitet — Am gleichen Tage um 9 Uhr nds traf ein Sonderzug mit 450 Zivilinter##lerten aus der Schweiz ein. Der Zug wurde nfalls nach Salzburg weitergeführt. — Außern ist ein Transportzug mit 1650 italienischen #riegsgefangenen aus Deutschland eingetroffen. ##e nach kurzem Aufenthalt in Richtung Bren## weitergeführt wurden
## Verunglückter Motorradfahrer. Am 2 Dezem nach 4 Uhr nachmittags erfolgte in Stein##ha. Br auf der Bundesstraße bei der Einndung der Bahnhofstraße ein Zusammenstoß ## wischen einem Personenauto und einem MotorAdjahrer Der Motorradfahrer wurde in schwer 2 Krletztem Zustand in das Innsbrucker Krankenus überführt, das Motorrad ist schwer beschä
Bund der Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung in Tirol. Alle Mitglieder, die Kleinkinder (bis zu 12 Jahren) haben, werden gebeten, die Anzahl dieser umgehend der Geschäftsstelle, Innsbruck, Museumstraße 12, 1. St., Telephon 25 37. bekanntzugeben.
Fortbildungsschule für das Bau= und Kunstgewerbe. Der Fachunterricht für die 3 Klasse (Photographen) findet ab sofort jeden Freitag von 8—11.30 und von 13—17 Uhr an der Knabenhauptschule, Leopoldstraße, statt.
Geschäftseinbrüche. In Innsbruck wurden gestern zwei Geschäftseinbrüche verübt, und zwar in einen Friseurladen im Hallenbad, wobei ein Radioapparat und vier Gummischwämme entwendet wurden, und in eine Schuhmacherwerkstätte in der Anichstraße 13; hier wurden Reparaturschuhe. Oberteile Sohlen und Leder im Gesamtwert von 600 RM gestohlen. — Thaur ist in das Bauernhaus Nr. 13 ein Einsteigdiebstahl verübt worden. Der Täter nahm 2 Geldbörsen mit 80 bzw. 20 RM und einige Lebensmittel mit.
Ausgabe von Makrelen
In Innsbruck gelangt an die Erwachsenen über 18 Jahren je 1 Dose Makrelen zur Ausgabe Die Auslieferung erfolgt in der Fischhalle am Innrain Fa Nordsee am Burggraben und Fa Ischia. Innrai Nr. 3. Die Lebensmittelkarten für Erwachsene der 7 Zuteilungsperiode und der Innsbrucker Haushaltsausweis sind vorzuweisen.
Vollauszahlung gekürzter Ruhebezüge
Die Tiroler Landesregierung hat über Antrag des Landeshauptmanns Ing. Dr. Weißgatterer beschlossen, an Beamte, die unter dem Nationalsozialismus gemäß § 4 der BBV. unter Kürzung ihres Ruhegenusses in den Ruhestand versetzt worden sind, ab 1. Juni 1945 wieder die österreichischen Ruhebezüge im vollen Ausmaße flüssig zu machen.
Die zufolge Landesregierungsbeschluß vom 16 Juli 1945 Amtsblatt I, Nr. 24, festgesetzte Höchstgrenze des Ruhegenusses von monatlich Brutto RM 500.— bleibt hievon unberührt.
Hilf uns helfen!
Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz Landesverband Tirol
Veranstaltungen zugunsten des Roten Kreuzes in der Werbewoche unter dem Ehrenschutz des Herrn Landeshauptmannes Dr. Ing. Weißgatierer und des Herrn Bürgermeisters Dr. Melzer.
Programm:
Mittwoch, 5. Dezember, 8 Uhr. Landhaus: Kanzert des Salzburger Festspielorchesters (Mozartenmorchester) unter Leitung des Domkapellmeisters Prof. Josef Meßner. — 8 Uhr Landestheater: Festaufführung „Der Troubadour“. Oper von Verdi.
Donnerstag, 6. Dezember, 8 Uhr, Landhaus: Bunter Abend unter Mitwirkung von verschiedenen prominenten Künstlern. unter an
deren Gustav Waldau, Rudolf Christ, Kapellmeister Neßler
Freitag, 7. Dezember, 8 Uhr, Landhaus: Festakademie: Kammerfänger Herbert Alsen.
Staatsoper Wien, Prof. Bruckbauer (Violine). Wien Am Flügel Prof. Neumüller,
Samstag, 8 Dezember. 8 Uhr, Musikverein: Festakademie: Prof. Karalis (Klavier), Opernsängerin M. Rainisch Tenor Dr. F Lechleit
ner. 8 Uhr: Festaufführung: „Die Zauber
flöte“ Over von Mozart mit Kammersänger Herbert Alsen von der Staatsoper Wien. Samstag, 15. Dezember, 8 Uhr. Landestheater Premiere der Komödie von Molière „Der eingebildete Kranke“
Kartenvorverkauf ab 5. Dezember in der Musikhandlung Groß und in der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes. Landesverband Tirol, Suchaktion. Maria=Theresien=Straße 39, sowie an der Abendkasse.
*
„Schweizer Spende in Londeck=Zams“
Landeck, 3. Dezember. Während der letzten Tage des Wahlkampfes konnte man in Landeck ein kleines, ganz bescheidenes Plakat inmitten der großen Anschläge der wahlwerbenden Parteien bemerken, dessen einziges ins Auge fallendes Merkmal vielleicht das Schweizer Wappen war. Aber trotzdem drängten sich gerade vor diesem unscheinbaren Plakate die Frauen und Mütter Landecks, um die Ausgabezeiten der Schweizer=Spende zu erfahren.
An dieser Stelle sei über das segensreiche Wirken der „Schweizer=Spende“=Hilfsaktion einiges gesagt: In drei Zuteilungsprioden wurden in Landeck=Zams an insgesamt 3493 Kindern bis zu zehn Jahren 5429 Dosen Trockenmilch und 3114 Büchsen Kondensmilch, an 392 stillende und werdende Mütter 3920 Büchsen Kondensmilch, an Kranke und Personen über 70 Jahre insgesamt 12.282 Schachteln Käse und Fleischkonserven ausgegeben. Ein kleiner verbleibender Rest wurde den im Kloster Zams untergebrachten Kindern
des eingeäscherten Nachbardorfes Grins zur Zerfügung gestellt.
Die ganze Hilfsaktion kam durch die vereinten Bemühungen von Fabriksdirektor BucherLandel und Bürgermeister von Samnaun. Jenar, zustande, da durch die besonders schwierigen Bedingungen in der Milchversorgung im vergangenen Sommer die Ernährung der Kinder ernstlich gefährdet war. Wie schon so oft erwies sich wieder einmal das Schweizer Rote Kreuz als Helfer in der Not, das dem Bezirke Landeck bald beträchtliche Mengen von Lebensmitteln zur Verteilung zur Verfügung stellte. Der Dank der Landecker Bevölkerung, hier wieder besonders der Kinder und Mütter, gilt unserem hilfreichen Schweizer Nachbarvolke, wie den auch dem Komitee, das diese Spenden in mihevoller Arbeit und in freundlichster Weise zur Verteilung brachte, und zwar den Damen Frau
Bucher, Frau Egger, Gattin des Bezirkshauptmannes von Landeck. Frau Hössinger. Gattin des Bezirksahmannes der SPO sowie Frau Schön: Frau Stenico und Herrn Krismer=Perjen All den Genannten daher nochmals ein herzliches Vergelt"s Gott! (HW)
Am 26 Nov. verschied in Stefnach a Br im 79. Lebensjahre Tischlermeister Franz Kreidl nach längerem Leiden Er war ein vielbeanspruchter Handwerker, durch viele Jahre Mitglied der Freiw Feuerwehr und im Weltkriege 1914—1918 Standschützenhauptmann. Die zahlreiche Beteiligung an seiner Beerdigung zeigte von seiner allgemeinen Beliebtheit. Weiters starb in Steinach Johann Spörr, Zeiner=Bauer in Maurn, nach langem, schwerem Leiden im 63. Lebensjahre.
WOHIN HEUTE!
Mittwoch. 5. Dezember
Theater
Landestheater: 15 Uhr, „Max und Moritz“; 20 Uhr, „Der Troubadour“ (zu Gunsten des Österr. Roten Kreuzes)
Konzert
Musikvereinssaal: 20 Uhr, Klavierabend Hans Solty. Filme
Kammerlichtspiele: „Kollege kommt gleich“ (2, 4, 6). Zentral „Frau meiner Träume“
Triumph Die Gatti“
Laurin: „Damals“ (8=Uhr=Vorstellung entfällt). Lömen „Der Engel mn dem Sattenspiel“ Fulpmes: Schrammeln Seefeld: „Lache Bajazzo“.=
Hall: „Trura“
Kufstein=Hirschen: „Romanze in Moll“. Landeck: „Schlußakkord“.
THEATER UND KUNST
Klavierabend Anton Kratz. Hall, Stadtsaal, 6. Dez., 8 Uhr abends J. S. Bach: Italienisches Konzert. W. A. Mozart: Variationen über „Salve iu Domine“. L. van Beethoven: Sonate cis moll op. 27 Nr. 2 (Mondscheinsonate) R. Schumann: Romanze b=moll, Fis=dur. J. Brahms: Rhapsodie g=moll. Fr. Schubert: 1. Tänze (aufgefunden 1931). 2. Moment musical As=dur. 3. Impromptus as=moll, Es=dur.
SBORTUNDTPIEL
Sport—Rugby
Am vergangenen Sonntag hat die Militär=Mannschaft des Tiroler. Klubs die französische Militär=Mannschaft von Bregenz nach einem angenehmen Spiel mit 16:3 geschlagen.
Stand der Fußballtabelle der süddeutschen Verbandsliga
Stuttgart. 3. Dezember. Nach dem vierten Spielsonntag ist in der süddeutschen Verbandsliga kein Verein mehr ohne Verlustpunkte. An der Spitze der Tabelle steht der FC Nürnberg mit 15:8 Toren und 7:1 Punkten vor München 1860 mit 9:4 Toren und 7 :1 Punkten. Es folgen Schwaben Augsburg, Stuttgarter Kickers, VFE Stuttgart. Waldhof, Bayern München, Kickers Offenbach, Eintracht Frankfurt, Karlsruher FV, V§R Mannheim, Fürth und Phönix Karlsruhe. Zwischen dem Tabellenführer und dem Tabellenletzten bestehl nur ein Unterschied von 5 Punkten.
Turnerschaft Innsbruck. Heute, um 20.30 Uhr, findet in der Turnerschaftskanzlei eine Turnratssitzung statt. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen wird gebeten.
Arbeiter Radfahrer=Verein Innsbruck. Mittwoch den 5. Dezember. 8 Uhr abends Monatsversammlung im alten Arbeiterheim. Mentlgasse 12.
I. A. C. Das Wintertraming für Männer und Frauen aller Sektionen beginnt Mittwoch, 5. Dez., um 19 Uhr, in der Pradler Hauptschule. Pembaurstraße. Eingang Gartentor nordseitig. Die Leitung der Gymnastikstunden hat der bekannte Europameister Dipl.=Turn= und Sportlehrer Ernst Schmalenberg übernommen. Anmeldungen bei Mitgliedern und in den Gymnastikstunden.
Österreichtsehrs Institut Sfür Kultur und Wissenschaft
Der Christkindlmarkt kommt wieder!
Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Nachkriegszeit, die boden=, bzw landschaftsbedingten Gemütswerte wieder zu entschlacken, soweit sie in unserer Heimat durch die brutalen Gleichschaltungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Willkür gelitten haben. Daher gilt es, an vielen Stellen die so tief veranlagte Tiroler Seele von neuem zur Geltung zu bringen.
Zu den schönsten Erinnerungen an die Vorkriegszeit gehört in Innsbruck der sogenannte Christkindlmarkt Auf Anregung des Landesleiters der Österr demokratischen Freiheitsbewegung, Herrn Major Molling, wird der Chistkindlmarkt in diesem Jahre neuerdings abgehalten. In den Vorbereitungen hiezu teilt sich mit der Freiheitsbewegung das Österr Institut für Kultur und Wissenschaft. Bisher haben bereits zwei wichtige Besprechungen stattgefunden, zu der eine Reihe maßgeblicher Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens insbesondere der öffentlichen Versorgung, erschienen sind, um zu erörtern, inwieweit sich der Weihnachtsgedanke bei unserer Jugend auch durch eine bescheidene äußere Aufmerksamkeit in Geschenkform noch unterstreichen läßt Alle näheren
Einzelheiten über den Markt selbst und über seine stimmungsgemäße Gestaltung wird noch in der Tagespresse bekanntgegeben.
„Neue österreichische Dichtung“ nennt sich der literar Abend, der zu Gunsten des „Bund der Opfer nationalsoz. Unterdrückung in Tirol“ am Samstag den 9 Dezember 1945, um 17 Uhr. im Musikvereinssaal stattfindet. Aus Werken der österreich. Dichter Karl Johann Ander und Franz Gschnitzer wird gelesen werden. Damit kommen erstmalig zwei Männer zu Worte, die einen neuen Geist in einer neuen Zeit versinnbildlichen.
Karl Johann Ander war mit seinen ersten Werken bereits vor dem Nationalsozialismus hervorgetreten und ist in Kreisen von Literaturkennern kein Unbekannter mehr. Er schrieb seine Werke wissent- und willentlich in der Erwartung der heutigen Zeit. Im Jahre 1941 wurde Karl Johann Ander von der Gestapo verhaftet und kam ins Konzentrationslager Auch dort verlo## er den Glauben an die Güte im Menschen nicht. Zeugnis dieser inneren Gewißheit und Sicherheit dieses tiefen Glaubens an das Menscheutum, sind seine Gedichte die 1942 im Konzentrationslager entstanden sind Sein künstlerisches Hauptstreben gilt aber dem Drama und dem Theater
Franz Gschnitzer in Innsbruck und weit darüber hinaus längst bekanmt als Wissenschaftler und Gelehrter, hat einen Rebenberuf was vielen neu sein dürfte. Die Berufung seines Herzens hat ihm epische, dramatische wie auch lyrische Dichtungen in die Feder diktiert, die darauf warten, Allgemeingut zu werden.
Und somit können wir treffend behaupten: „Neue österr. Dichtung“ In den Dienst der guten Sache haben sich zwei Künstler des Tiroler Landestheaters gestellt: Berthe Waeber und Siegfried Süßenguth, die diese Werke am Vortragspult interpretieren werden. Hans Solty am Flügel übernimmt die musikalische Umrahmung.