Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:11

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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. erst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.=Hofer
stummet 136/ 1. Jahrgang
Einzelpreis 15 Psg.

Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der T. T.“, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 39 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
Dienstag, 27. November 1945
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Wer wird Staatskanzler in Österreich?
P. E. Wien, 26. Nov. (Drahtbericht) österreich hat seinen Weg angetreten. Es ist ein neuer Weg, den ein neues Österreich beschreitet, ein österreich, dessen Gesinnung seit 11 Jahren hart auf die Probe gestellt war, das aber durch all die Wirrnisse der Diktatur und des Krieges seine klaren demokratischen Gedanken behalten und bis heute der Welt bewiesen hat. Die Wahlbeteiligung der Stimmberechtigten hat gezeigt, welche Bedeutung der Österreicher diesem Wahlgang beigemessen hat. In mehreren Wahlbezirken erreichte die Beteiligung der stimmberechtigten Bähler 97 Prozent, eine ganz unglaubliche Zifser, wenn man bedenkt, daß diese Männer und Frauen ohne jedweden Zwang zur Urne gingen. Jedenfalls dürfte die Wahlbeteiligung einen der Höchstprozentsätze
unter den bisher in Eurpa abgehaltenen Wahlen darstellen. In Vorarlberg gingen 94 Prozentaller Wähler zur Urne. In Tirol 89 Prozent.
„Arbeiterzeitung": „Vor allem soll festgestellt werden, daß die Wahlen selber ein Erfolg für Österreich waren Das österreichische Volk hat damit seine politische Reife bewiesen. Die KPs hat in Wien kein einziges Mandat erlangt. Wenn sie nicht in Niederösterreich und Kärnten eines erreicht hätte, so wäre sie nach der Wahlordnung im Nationalrat gar nicht vertreten.
„Wiener Montag“: „Die große Wahlbeteiligung zeigt für die politische Reife des österreichischen Volkes.“
Tirol
„Tiroler Nachrichten": „Der erste Tag nach der Wahl ist der erste Tag Arbeit für Österreich, muß der erste Erfolg für Österreich sein Die Welt, die gespannt auf uns sieht. mag beruhigt sein. Wir Österreicher, wir werden es schaffen. wir werden uns durchkämpfen, durch Not und Elend, und die Welt wird sagen, das Herz Europas schlägt normal, Österreich. Europa, ist gerettet.
Doch vor dem Tor zu Österreich darf niemand zurückbleiben. Alles muß mit herein zum Bauplatz und aupacken und anpacken dürfen. Wir haben es versprochen: Demokratie ist Duldung, nicht Haß So wollen wir mit allem Schutt auch den Plunder des Hasses wegschaufeln.“
„Volkszeitung": „Die Österreicher haben begriffen, daß sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen, daß sie ihre demokratische Grundeinstellung unter Beweis zu stellen haben. sollen sie die nötige Anerkennung des Auslandes und dessen Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes erhalten. Und so marschierten zwischen 85 und 90 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne, in manchen Orten noch mehr. Man möge zu dem parteimäßigen Ergebnis der Wahl wie immer Stellung nehmen, diese große Wahlbeteiligung der österreichischen Bevölkerung ist ein Garant für die zukünftige demokratische Entwicklung des Landes.“
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Das Resultat an sich ist vollkommen klar und entsprach als Ganzes den Erwartungen. Eine Tatsache hat jedoch einige überraschung hervorgerufen: Die Minderheit, in die die kommunistische Partei gegenüber
den anderen Parteien gesetzt wurde. IIm Nationalrat besitzen die Kommunisten von 155 bisher verteilten Sitzen nur 3, also nicht ganz Prozent. Eine weitere überraschung war der bewinn, den die Sozialistische Partei in den Bundsländern zu verzeichnen hatte. Von den Indunriegebieten in der Steiermark ganz abgesehen, lat die Sozialistische Partei auch in Oberösterleich in Kärnten und in Salzburg oft beträchtliche Gewinne erzielt. Hingegen konnte die Österreichische Volkspartei in Wien eine über Erwartenzünstige Position erringen.
eisterreichische Volkspartei ist aus dem Wahlkaupf als die stärkste Partei Österreichshervorgegangen. Mandatsmäßig stellt sie die absolute Mehrheit im Nationalrat dar. Nach der letzten parlamentarischen Tradition wird nunmehr die Österreichische Volkspartei als stärkste Partei des Nationalrates den Staatskanzler zu stellen haben und bald werden wir vor der Frage stehen: Weicher Mann soll die schwierigen Geschäfte der Staatsführung auf sich nehmen? Aber geifen wir nicht vor, verschiedene verfassungsFtechnische Schwierigkeiten werden noch zu überbrücken sein, u. a. die Frage der Regelung der laufenden Geschäfte, bevor die neue Regierung sich dem Nationalrat vorstellen kann.
Diese neue Regierung wird jedoch keine rein provortionelle Regierung sein; denn in diesem Falle wäre eine der drei Parteien wohl überhaupt nicht darin vertreten.
Es handelt sich heute nicht darum, da Öster
reich die Einigung aller seiner Kräfte so drin
# gend benötigt, eine Partei in die Opposition zu drängen.
* Die neue Regierung wird eine Vertretung aller drei Parteien darstellen und vor allem den Notwendigkeiten des Augenblicks Rechnung tragen.
Die Naklen im Spiezel der J#esse
Drahtbericht unseres Wiener A R. Korrespondent.
Wien, 26 November
Unter dem Titel „Reinheit und Einheit“
shreibt die Zeitung „Neues Österreich;: „Nicht ####nur die Wahl selbst auch der vorhergehende 4 Kampf ist ein Stück des demokratischen Lebens ####und verdient, in der politischen Chronik festge halten zu werden Unser gewaltsam entpolitisier###es Volk ist zu neuem Leben erwacht. Die Masse ##des Volkes hat sich politisch gegliedert Wer sind ##durch diesen Wahlkampf in die Reihe der politisch
n aufgeschlossenen Nationen aufgerückt Ein solcher Prozeß ist selbstverständlich immer mit lebhaften
# bewegungen und Erregungen der Gemüter vereit# knüpft, er hat sich aber bei uns durchwegs in zi#vilisierten Formen abgespielt &# Unter den schwierigen heutigen Verhältnissen # können wir bei unserem politischen Gemeinschafts###werk auf keine Hand verzichten. Wir sind nicht # so reich, daß die schöpferischen Individualitäten n#l#igendeiner Volksgruppe gleichsam Gewehr bei 3 guß beiseite stehen und den anderen die Arbeit dert allein überlassen könnten Es kann nur dann ge##lingen, wenn wir alle uns an den alten österne richischen Wahlspruch halten: Mit vereinten
zu Kräften“.
Endgültiges amtliches Wahlergebnis
für ganz Osterreich:
Österreichische Volkspartei: 1,587.474 Stimmen Sozialistische Partei: 1,428.449 Stimmen
Kommunistische Partei: 174.187 Stimmen
Mandatsverteilung
Seeterselchete eren Sozialistische Partei: 76 Mandate
Kommunistische Partei: 4 Mandate
Nachklang zu den Wahlen Photo: Landesbildstelle Tirol
Aus der Flut der Plakate haben wir je eines der drei wahlwerbenden Parteien festgehalten. Die sast durchwegs 30=prozentige Wahlbeteiligung hat das Interesse der österreichischen Bevölkerung an der wiedergewonnenen Freiheit und am Staate gezeigt. Fast alle Wahlberechtigten sind der Stimme der Parteien gefolgt und übten ihr Wahlrecht aus. Selbst die Nonne verläßt ihre stille Klause, um der Wahlpflicht zu genügen
Amerika
Die führenden New Yorker Morgenblätter bringen Berichte ihrer Korrespondenten aus Österreich, die alle betonen, daß die Wahlen sich in vollkommener Ruhe und Ordnung abgespent haben.
England
Die gesamte britische Morgenpresse bringt Berichte über die Wahlen in Österreich. Die enalischen Zeitungen beionen die gewaltige Wahlbeteiligung und das absolut ruhine Verhalten der Bevölkerung. Die Blätter brin#n ihre Verwunderung zum Ausdruck über die geringe Stimmenanzahl der kommunistischen Partei. Die „Times“ weist darauf hin, daß in zwei Industriestädten das Wahlergebnis nahezu analog war, in Linz und in Wiener=Neustadt.
Erklärung Dr. Renners zu den Wahlen
Wien, 26 November.
Staatskanzler Dr Renner, der für das Parlament wiedergewählt wurde, erklärte heute:
Die Wahlergebnisse müßten nach seiner Ansicht den Alliierten deutlich die demokratische überzeugung der Österreicher und die demokratische Struktur Österreichs beweisen. Dr Renner erklärte jedoch. er rechne nicht mit irgendwelchen alliierten Aktionen unmittelbar nach der Wahl.
Die Wahlergebnisse seien nicht unerwartet. Man habe eine ungefähr gleiche Stärke der beiden großen politischen Parteien vorausgesehen Staatskanzler Dr. Renner fügte hinzu: „Für die Tätigkeit des Parlamentes ist es ziemlich unbedeutend, welche der beiden Parteien etwas stärker ist. Wie jetzt die Dinge liegen, kann Österreich nur durch eine Koalition regiert werden.“
Dr. Renner erklärte weiter: „Die provisorische Regierung wird voraussichtlich bis zur Eröffnung des Parlamentes in drei bis vier Wochen im Amt bleiben. Dann wird die provisorische Regierung dem Parlament über ihre Amtsführung Bericht erstatten und zurücktreten.“
In der Zwischenzeit sollen Besprechungen der drei Parteien über die Regierungsbildung stattfinden. Parteikonferenzen sollen unverzüglich einberufen werden, um Richtlinien für die künftige Regierung festzulegen.
Dr. Renner erklärte: „Die Zeit ist gekommen, wo nicht die Parteiführer, sondern die Parteien zu entscheiden haben.“
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Inteenationale Politik
Neue Partei in Italien.
Wie aus Mailand gemeldet wird, wurde in Italien in der vergangenen Woche eine neue politische Partei gegründet, die national=konservative Partei. In ihrem Programm fordert die neue Partei Privatunternehmertum auf allen Gebieten des Handels und der Industrie, Schutz des Privateigentums Mitwirkung des Privatkapitals beim Wiederaufbau des italienischen Staates.
(Radio London).
Moskau zur Zusammenarbeit bereit.
London, 26 November
Moskau erklärte heute, die Organisation der Vereinten Nationen darf nicht von einer Großmacht beherrscht werden. Die Sowietunion ist vereit, durch Taten und nicht durch Worte allein zu beweisen, daß sie eine verläßliche Säule bei der Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit dei Nationen sein will. wie es auch im Kriege war Die Sowjetunion ist voll und ganz zur Zusammenarheit bereit. Die anderen Großmächte müssen das gleiche tun.
USA ersucht Rußland um Information
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat an die Sowjetregierung ein Ersuchen um Information gerichtet über die Aktionen der Roten Armee in Nordpersien gemäß dem Abkommen der drei Großmächte über Persien. (Radio London).
Damaskinos bleibt Regent Griechenlands
Wie aus Athen gemeldet wird, hat Erzbischof Damaskinos Sonntag abends auf persönliches Ersuchen des britischen Außenministers sowie der britischen und der amerikanischen Botschafter in Athen die Regentschaft wieder übernommen und sich bereit erklärt, bis zu den griechischen Wahlen im Amte zu bleiben. (Radio London).