Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:11
- S.73
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Lennerstag, 22. November 1945
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Tiroler
Nr. 130 Seite 3
Aus Tradt Eund Cand
Vor der Wahl
für uns Wahlberechtigte ist jetzt wie ja immer Wahlen eine wunderschöne Zeit gekommen; u die wir nun so lange Jahre der reine Nieand waren, sind wieder zum „sehr geehrten Ehler“ avanciert, alles wirbt um uns und Zhlt um unsere Gunst.
alle drei Parteien machen vor uns ihre Aufuttung und schwören treuherzig: Nur wer uns ine Stimme gibt, kann beruhigt in die Zukunft scen und in ihr samt Kind und Kindeskindern steier geretteter Mensch glücklich werden. So##eigene Plakatgerüste hat man in Innsbruck uns aufgestellt, so daß wir bald nicht mehr noch ein wissen, bei welcher Partei das noch sotere Glück zu finden ist. Mit herrlichen Vernchungen werden wir als Wähler umschmei## und in deine Hand wird das Schicksal des #ates und des Volkes gelegt. Alle Parteien gei dem unglücklichen Nazismus noch einen letzn Fußtritt und verheißen nun die wahre Depkratie; ja, es ist ein förmliches überbieten, z die bessere Demokratie zu liefern weiß. k schwillt einem ordentlich die Brust, zu weli Bedeutung man nun als
Wähler gelangt ist, Zwir wollen diese Vorfreude der Wahl in dieTagen noch nach Möglichkeit auskosten, denn wird dann immerhin eine Weile dauern, bis nen wieder die Rolle eines Stimmzettel=Paris sallt, vor dem die drei Parteigöttinnen mit in unwiderstehlichen Reizen wetteisern ....
D.
Tirols gefährliche Verkehrsstraßen
die Eibergstraße zwischen Kufstein und Zwoich führt zum Großteil durch eine enge deren eine Seite durch schroffe Felsande, die andere durch den wildtobenden Eger##ach begrenzt wird. Zwischen Felsen und Ge#bach führt die asphaltierte Bundesstraße. kebe ist teilweise steinschlaggefährdet. Bei der nöfahrt einer Gendarmeriepatrouille auf Räwereignete sich kürzlich ein schwerer Unglücks* Der Gendarmerieanwärter Viktor Neumaus Kufstein verlor infolge Steinschlages die #schaft über sein Rad und stürzte zu Boden. im Sturz erlitt er einen Schädelgrundbruch ####ee schwere Gehirnerschütterung. Er wurde Krankenhaus nach Kufstein gebracht.
Enchicher Unfall ereignete sich am 18. Nonemrum 8 Uhr abends bei der sogenannten #####rücke, südlich von Landeck, wo die #nsstraße ebenfalls neben dem Inn führt. i Reirad=Auto stürzte in der Dunkelheit über ##öschung in den Fluß. Auf dem Wagen be##nsich außer dem Lenker Karl Probst aus Ac, zwei Männer und zwei Frauen sowie
ein elfjähriger Bub. Durch den Verkehrsunfall erlitt ein Mann eine schwere Gehirnerschütterung, eine Frau einen Schlüsselbeinbruch, während die übrigen mit leichteren Verletzungen davonkamen. Ersterer, Josef Carotta aus Landeck, ist auf der Fahrt ins Innsbrucker Krankenhaus seiner schweren Verletzung erlegen.
Wie heißt man das?
Man schreibt uns: Wie aus der Tageszeitung bereits bekannt, erhielt die Stadtgemeinde durch Vermittlung der Kirche vom Vatikan eine Spende an Kirchenglas. Im Sinne der Spenderin hat das Wirtschaftsamt nunmehr die Erhebungen der Bedürftigsten vorgenommen und das inzwischen eingetroffene Glas den Glasermeistern zur Verfügung gestellt Der Glasermeister. Glätzle hatte nun nichts Eiligeres zu tun, als widerrechtlich, ohne einen Bezugschein oder irgend einen Auftrag des Wirtschaftsamtes zu haben, bei der Firma Unterberger u. Co., Herzog=Friedrich=Straße, drei Scheiben einzuglasen. Das Wirtschaftsamt hat die Rückstellung dieses Glases sofort veranlaßt und wird den Glasermeister Glätzle sowie die auftraggebende Firma Unterberger u. Co. mit dem
Höchstausmaß bestrafen. Außerdem wurde das Glas aus der Vatikanspende bei der Firma Glätzle sofort beschlagnahmt, abgeführt und ist die Firma Glätzle von jeglicher Einglasungsarbeit aus dieser Vatikanspende ausgeschlossen worden.
Das, durch die Vatikanspende zur Verfügung stehende Glas wird ausschließlich für jene Zwecke benützt, welche die Spenderin vorgeschrieben hat. Jeder Mißbrauch oder Eigennutz wird verläßlich ausgeschaltet werden.
Raubüberfall und Diebstähle
In Inzing erschienen am 19. Nov. abends gegen 9 Uhr zwei unbekannte Burschen in einem einsam am Waldrand westlich des Dorfes gelegenen Hause, das nur von zwei Frauen bewohnt wird. Die Burschen erzwangen sich mit vorgehaltener Pistole Eintritt in das Haus und plünderten eine Menge Kleider, Wäsche, Lebensmittel, einen Photoapparat, eine Geldtasche mit 50 Mark.
In Innsbruck wurden im Turnsaal der jetzt in der Müllerschule untergebrachten Lehrerbildungsanstalt von drei Turnpferden und einem Sprungkasten die Lederbezüge abgeschnitten und entwendet. Ferner wurden gestohlen: Inder Sonnenburgstraße 6 einer Dolmetscherin ein wertvolles Goldarmband mit Brillanten und ein Damenwollkleid; einem Medizinstudenten in einem Gasthaus in der Anichstraße ein Wintermantel; im Wartesaal am Westbahnhof einem Südtiroler ein Reisekoffer mit Kleidern und Wäsche; auf einer Baustelle am Bozner Platz einem Bauarbeiter aus seinem abgelegten Rock 150 Mark und Lebensmittelkarten.
Innsbruck, 20. November.
uf der schmalen Verkehrsinsel in der Marianesien=Straße warten Menschen auf die Strakahn. Links und rechts davon flutet ein Strom * Autos, Motorrädern, Straßenhahnen und ktbussen vorüber und der franzosische Verspolizist am Ende der Straße hat viel zu tun, kallen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. *„Dreier“ kommt die „Vierer“ fährt wieder Nenschen steigen ein und aus, überqueren ksichtig die Fahrbahn und verlieren sich im Stra
Innsbruck arbeitet ...
Aus dem Rathaüse wird uns geschrieben:
Wie in der „Wochenpost“ gemeldet wurde. konnten in Graz bisher 16.690 Kubikmeter Straßenschutt abtransportiert werden. Um für diese Menge einen Vergleichsmaßstab zu geben. wird darauf hingewiesen, daß in Innsbruck bisher bereits etwä 40.000 Kubikmeter Straßenschutt, also ungefähr die 2½fache Menge beseitigt wurde. Bekanntlich ist die Einwohnerzahl von Graz etwa doppelt so groß wie die von Innsbruck.
Die überprüfung der Studentenschaft
Zu dem Aufsatz „Unbelehrbar und — getarnt“ in unserer Ausgabe vom 17. November 1945. S. 4, teilt uns der Rektor der Universität mit, daß selbstverständlich auch in Innsbruck alle Studierenden, die jemals der NSDAP. und einer ihrer Gliederungen angehörten, auf Grund der von der Studentenschaft zur Verfügung gestellten Unterlagen und ihrer eigenen Angaben im Standesblatt überprüft werden. Sollte irgendein Student in diesem unwahre Angaben gemacht haben, so ist er natürlich strafbar. Die Universität ist für alle zweckdienlichen Angaben, die aber nicht allgemein gehalten sein dürfen, sondern sich auf bestimmte Persönlichkeiten beziehen müssen, dankbar, da die Unterlagen durch den Mangel an Postverbindungen und rechtzeitiger Mitteilungen seitens der anderen
Universitäten notgedrungen mangelhaft sind.
*
Silberne Hochzeit. Am 15. November feierten Josef Niederkofler, Schuldirektor i. R., und Frau Berta, geb. Frenner, in aller Stille in Trins das Fest der Silbernen Hochzeit.
Tote
In Innsbruck starben: Max Zotti, Kaufmann, 52 Jahre alt; Anna Kögl, geb. Flöck, Geschäftsinhaberin, 74 Jahre alt; Anna Gabel, geb. Schrempf, Private, 72 Jahre alt.
In Jenbach wurde am 6. November die einzige Tochter des Oberlehrers Alois Haag, Gertrude Haag. unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Sie starb nach ganz kurzer Krankheit im Alter von 20 Jahren.
THEATER UND KUNST
Wahlstimmung“ in Stadt und Land
(Von unserm ständigen Mitarbeiter Max Rieder)
in das Stubaital und fahre die steile Straße nach Schönberg hinauf. Am Dorfeingang empfängt mich
dasselbe Bild,
das ich eben in der Stadt verlassen habe. Scheunentore, Anschlagetafeln, Haustüren, alles ist beklebt mit den Propagandaplakaten der verschiedenen Parteien. An einem großen hölzernen Schuppen, an dem bereits zahlreiche Plakate Platz gefunden haben, ist soeben ein Mann damit beschäftigt neue hinzuzufügen.
spwrimmel. Endlich kommt die „Einser“. Wir und stelle mein Rotorrad in der Rähe des Schupegen ein fahren langsam den Burggraben ente dens ab. Um den Plakateur haben sich bereits
und biegen in die Museumstraße ein. Das einige Männer und Frauen gesammelt und die
ce Straßenbild ist beherrscht von roten, blauen, neuen Plakate werden mit Eifer gelesen. Da an
ien und grünen Propagandaplakaten der ver= der rechten Straßenseite ein Gasthof liegt, ent
sidenen Parteien. Die Menschen eilen daran schließe ich mich hineinzugehen, um mich etwas zu süber, kaum daß sich jemand einmal die Zeit erwärmen. In der kleinen Gaststube sitzen bereits Emt eines zu lesen. Innsbruck hat ganz andere mehrere Bauern, die von meinem Eintreten kaum ägen. Was gibt es in der Neuen Zuteilungs= Notiz nehmen. Ich setze mich in die Nähe des
kiode? Bekomme ich Heizmaterial, woher Ofens, von dem eine wohlige Wärme ausgeht, und
Zme ich Fensterglas, wer hilft mir meine be¬ stelle nach einiger Zeit erstaunt fest, daß die ganWohnung instandsetzen, damit ich nicht zen anwesenden Gäste
m muß, wie bekomme ich einen Winierman#usw. ... Das sind die Fragen die den Stadtmenschen beherrschen.
die Masse ist abgestumpft gegen Propaganda 2 viele von ihnen finden die Wahlen wohl bloß Kein notwendiges übel.
in der Haltestelle „Grüner Baum“ steige ich #. Au, „#... Arg zum Bahnhof marschieren
itergebracht
Wie Reuter
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wurden.
Wigte Wohnung instandsetzen, damit „2. Anwesenden
eien muß, wie bekomme ich einen Winterm... „
nur ein Gesprächsthema
beherrscht, „wie werden die Wahlen ausfallen“. Hier prallen die Meinungen aufeinander, werden verschiedene Ansichten ausgetauscht und jedes Für und Wider genau erwogen. Die Wahlreden der führenden Politiker werden besprochen und bekritelt, die verschiedenen Wahlprogramme werden
&. Auf dem Weg zum Bahnhof marschieren begutachtet, die eventuellen Chancen der Parteien
daten, deutsche Kriegsgefangene, auf denen erwogen. Hier auf dem Lande, dessen Bewohner die ganze Last des verlorenen Krieges liegt kaum etwas wissen von den Nöten und Sorgen # die wohl auch Weihnachten gerne Zuhaufe der Stadtbevölkerung, sind die bevorstehenden Abringen möchten. Nachdenklich wandere ich Wahlen der aktuellste und interessanteste GeFiter, zum Bahnhof, wo mich mein Freund mit sprächsstoff, welcher geeignet ist, die Gemüter zu Einem Motorrad erwartet. Minuten später habe erhitzen. Beneidenswerte Menschen. Ich #die Stadt verlassen und fahre in Richtung zum das Lokal wieder, hole mein Motorrad hervor Renner. Auf der Straße begegnen mir englische und fahre vorbei an dem großen Holzschuppen, Frzeuge, die wohl von Südtirol
kommen Schön der wiederum um einige Plakate bereichert wurde #ie es, den: ich. wenn man wieder einfach und vor dem sich bereits ein großer Kreis eifriger * Bozen durchfahren könnte überall auf den Leser eingefunden hat. Außerhalb der Ortschaft desen und Hängen liegt der erste Schnee und begegne ich dem Plakateur, der auf seinem FahrNachmal, wenn ein Windstoß in die Fichten=rad, einen großen Stapel von Plakaten auf inme fährt, rieselt ein feiner weißer Pulver Gepäcksträger, sich auf dem Wege zur nächsten Anich herab. Dann bin ich an der Abzweigung Ortschaft befindet.
Unfälle bei Kindern
Ein Blick in die Zeitungsberichte lehrt uns, daß Unfälle bei Kindern besonders häufig vorkommen, ganz abgesehen von den trotz aller Warnungen jetzt immer wiederkehrenden Unglücksfällen durch das Spielen mit gefundenen Sprengkörpern. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir aber wohl dem Gedanken Raum geben, daß in hundert und aber hundert Fällen dieser und jener Unfall des Kindes zu vermeiden gewesen wäre, wenn die Mutter vorbeugende Maßnahmen getroffen hätte, Damit soll sicher nicht der alle Teile peinigenden überängstlichkeit das Wort geredet sein; aber wenn manche Mutter bedächte, daß aus ihrer kleinen Unachtsamkeit ihrem Kinde ein Schaden fürs Leben erwachsen, ja dieses verloren gehen kann, sie müßte wahrlich die Zweckmäßigkeit des
Vorbeugens einsehen und danach handeln.
Das Kleinkind kann so leicht durch ungeschicktes Tragen oder gar durch Fallenlassen Schaden nehmen, der sich oft erst viel später offenbart. Ist das Kind in dem Alter, daß es nach allem greift, alles zum Munde führen will, da ist es wohl nötig, dem Kinde alles Gefährliche aus Reichweite zu schaffen. Recht gefährlich ist das Alter, da das Kind überall hinaufsteigen will. Eine Gehschule oder eine ähnlich gestaltete Zimmerecke tut da gute Dienste. Um größere Kinder vor einem Sturz aus dem Fenster zu bewahren, wird sich die Vergitterung der Fenster im Kinderzimmer bewähren. Geräte wie Scheren, Messer, Nadeln oder gar Schußwaffen, wird man nie im Bereiche der Kinder liegen lassen; bei all der unglückseligen Spielerei mit Schußwaffen und den daraus entstehenden
Katastrophen sind einzig und allein die Erwachsenen zur Verantwortung zu ziehen.
Für das Schulkind ist zunächst der Schulweg eine große Gefahrenquelle. Man wird es vor dem Laufen über die Straße warnen, weil es stürzen und dadurch erst recht unter einen Wagen kommen kann; man wird es über die Verkehrsregeln und das Auf= und Absteigen bei der Straßenbahn belehren und es vor dem Berühren herabhängender Drähte warnen. Das Kind soll ferner die Straße — wie wir es so häufig sehen — nie als Spielplatz benützen; es soll auch Personen, die es an sich locken wollen, nie und nimmer folgen.
Gefährliche Dinge, wie Gasherde, Petroleumöfen, Gefäße mit heißem Wasser. Fläschchen mit gefährlichem Inhalte usw. müssen unbedingt aus der Reichweite kleiner Kinder geschafft werden: da dürfen wir nicht, ohne schwerste Schuld auf uns zu laden, gedankenlos sein Das Alleinlassen kleiner Kinder sollte doch mit allen Mitteln umgangen werden; es ist sicher bei ernstlicher überlegung oft ein helfender Ausweg zu finden. Furchtbar müßte doch der Gedanke für die Mutter sein, daß ihr Kind durch ihre Fahrlässigkeit oder Unüberlegtheit Schaden genommen hat!
Prof. Hermine Giannoni.
Bunte Tiroler Bühne. Im Musikvereinssaal gastiert am 28. und 29. November, um 20 Uhr, die Bunte Tiroler Bühne Blaas=Berchtold mit dem lustigen Einakter Wenn die Katz aus dem Haus“ von Julius Pohl, sowie Tiroler Volks= und Jodellieder, Volkstänze. Fahnenschwinger usw. Kartenvorverkauf ab 23. November im Tabakgeschäft Reßler, Maria=Theresien=Straße.
Tiroler Abend in Landeck. Am 6. Nov. veransialtete der Landecker Hans Baldauf mit seinem Ensemble im vollbesetzten Kinosaal, einen großen Tiroler Abend. Getragen von Tiroler Brauchtum und Tiroler Gemütlichkeit, gab die Truppe melodienvolle Zithervorträge und frohlokkende Jodlerlieder zum Besien. Stürmischen Beifall zollten die Zuschauer nach dem Verklingen des wunderbaren Südtirolerliedes „Verlorene Heimat Südtirol“, gesungen von Frl. Huber und Herrn Baldauf Selbsi für einen schwungvollen Schuhplattler ließ sich Herr Baldauf den Mut nicht nehmen. (Hakö)
Musik
3. Klavierabend Prof. Andreas Karal"s
Am 17. November erlebte Innsbruck den 3. Klavierabend von Prof. Andreas Karalis. Der glänzende Ruf, der dem Künsiler durch seine Konzerte in den europäischen Großsiädten vorausgeht, hatte zur Folge, daß der Riesensaal der Hofburg bis zum letzten Platz gefüllt war.
Das Programm brachte eigene und Liszt"sche Bearbeitungen, Werke von Beethoven, Chopin. Liszt und SaintSaens, aber auch drei Originalkompositionen von Prof. Karalis.
Zu Beginn hörten wir eine eigene Bearbeitung einer Bach"schen Fuge in G=moll. Diese Kunsigattung der Bearbeitung von Orgel= und Orchesterwerken, Liedern usw. wurde besonders von Liszt und seinem Schülerkreis im 19. Jahrhundert viel gepflegt. Die enorme Entwicklung des Klaviers in dieser Zeit begünstigte dieses Genre. Es mag gewagt erscheinen, heute, wo an bemüht ist, die Werke früherer Perioden in originaler Besetzung und Ausführung zu bringen, Transkriptionen in den Mittelpunkt eines Konzertes zu stellen.
Und doch: meinten wir nicht, bei Bach die Orgel selbst zu hören, mit ihren Vier= und Sechzehnfußregistern, mit ihren Mixturen und ihren verschiedenen Klangfarben, und wurde z. B. die Liszt"sche Bearbeitung des „Erlkönig“ unter den Meisierhänden Prof. Karalis nicht zu einem aufwühlenden Drama, das in mächtiger Steigerung vor unserem geistigen Auge abrollte? Und erst die TannhäuserOuverture! So mag der Bearbeiter — Franz Liszt — sie selbst gespielt haben. Daß Karalis neben diesem Genre, das infolge seiner technischen Schwierigkeiten nur ganz auserlesenen Könnern zugänglich ist, auch unsere Klassiker nicht vergißt und sie mit Liebe und Hingabe zum Vortrag bringt, das zeigte er u. a. mit Beethovens „Mondscheinsonate“.
Prof. Karalis trat auch mit sehr beachtlichen eigenen Tonschöpfungen auf den Plan, in denen der Komponist ohne Sucht nach effektvollen Klängen und Akkorden einen völlig eigenen Stil wahrt. Daß auch diese Werke, besonders die Jüdische Rhapsodie“, pianistisch das Letzte vom Spieler fordern, ist bei diesem Künsiler, der technische Schwierigkeiten nicht kennt, selbsiverständlich. Das pianistische Können von Prof. Karalis darf man nicht kritisieren, man kann es nur bewundern.
Mit einer Reihe von glänzenden Zugaben dankte der Meister für den frenetischen Jubel, mit dem seine Darbietungen aufgenommen wurden. —9—
Konzertbericht aus Hall
Am 19. Rovember fand ein großes volkstümliches Konzert im Haller Stadtsaal siatt. Das Reinerträgnis dieser sehr abwechslungsreichen Veranstaltung galt den Kindern der Gefallenen. Zunächst lauschte der bis auf den letzten Platz ausverkaufte Saal den Klängen des städt. Orchesters unter der kundigen Führung Hans Ebenbichlers. Ziehrer, Suppé, Waldteufel, Johann Strauß und Millöcker waren eine gediegene Auswahl bester altösterreichischer Musik. L. Wedl"s wuchtiger D" Haller Kübel“=Marsch, der vom Komponisten mit Schwung dirigiert wurde, fand stürmischen Beifall. Die RanggerSängerrunde unter der Direktion ihres tüchtigen Meisters Alois Fintl errang wie immer mit allen ihren Darbietungen ungeteilte Anerkennung. Das Zithertrio Hornhof, Skalar, Frl. Häuser und
Saurwein erfreute die Zuhörerschaft und versetzte sie in angenehmste Stimmung. Sehr interessant war die meisterhafte Vorführung des zitherartigen Insirumentes das „Raffele“ durch Herrn Saurwein. Dieses Instrument wurde zu Matia Therestas Zeiten zunächst im Pustertal gespielt Der große Kunsthistoriker Schlosser hat es in seinem Werke „Musikinsirumente“ (Wiener Kunstverlag Anton Schroll) ausführlich beschrieben. Die Haller Volkstanz= und Singgruppe, unter Führung von Frl. Ella Peintner und Frl. Erna Khuen, brachte ganz reizende Vorführungen. Die frische Jugend in der bunten Tiroler Tracht, die jugendlichen pausbackigen kleinen Musikanten mit ihren gewaltigen Instrumenten, das war ein Bild, das einem Waldmüller Freude bereitet hätte. Die volkstümlichen
Tänze und Gesänge erzielten einen Beifallssturm. Es war ein äußerst gelungener Abend, zur vollsten Zufriedenheit der Veronstalter wie der Gäste. Dr. Heinrich Prohaska.
Zum Meisterkonzert Prof. Popoff. Der weltbekannte bulgarische Meistercellist spielt in seinem Konzert (Freitag, 23. Nov., 20 Uhr im Musikvereinssaale) das 1. Konzert von J. S. Bach, die Händel=Variationen von Beethoven, eine altfranzösische Sonate von Breval, drei Stücke von Debuffy und das Adagio=Rondo von C. M. v. Weber. Karten bei Johann Groß, Maria=Theresien=Straße 37, Parterre (Ruf 5202).
Kirchenkonzert des Pfarrchores St. Jakob in der Pfarrkirche Wilten am Freitag, 23. Rov., 8 Uhr abends. Vortragsfolge: 50. Pfalm „Erbarme dich meiner“, für gemischten Chor a capella von Karl Koch. op. 28a; „Schmerzensreiche“, Frauenchor mit Orchester von Karl Koch, op. 23: J. S. Bach. Magnificat, Kantate für Soli, Chor, Orgel und Orchester. Solisten: Sopran: Baronin Tilly v. Call: Alt: Frl Anna Martinstetter; Tenöre: Opernsänger Dr. Franz Lechleitner und Josef Schneider (lprischer Tenor); Baß: Rud. Steiner Orgel: Frl. Maria Auer. Dirigent: Chordirektor Karl Koch. — Programme mit vollständigem Tert an der Abendkasse. — Vorverkauf bei Musikalienhandlung Groß, Maria=Theresien=Straße. — Eintrittspreis: 3 Mark. — Der Ertrag wird verwendet zur Deckung der Kosten und
als Reservefonds zur Wiederherstellung der in St. Jakob zerstörten Fernorgel.