Tiroler Tageszeitung 1945

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Tiroler Tageszeitung
Nr. 129 Seite 3
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21. November 1945
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Grabmal Maximilians in der Hofkirche ist ter. Der Kaiser ist in Wiener=Neustadt begraben.) in der Franziskanerkirchn sein die schwarzen * Mander,
Leiberleut sigst a dabei, sie stiahn ganz gleim beinander.
hoache Hearn und stolze Fraun sein da zsammenkemmen,
Big sie alle hoaßen tian, i kunn sie enk nit nennen.
Unten auf die Poschtamenter könnts die Namen lösn.
dorten stiahn sie alle drauf, es steaht a, was sie gwösn.
benn am Jüngsten Tag amal die Posaunen klingen
und die Toaten umadum aus die Gröber springen,
und aus Maxens Grab springt nix, dös sie so bewachn — —
eigst, i freu mi heut schon drauf, was dö für Gsichter machn.
Franz Abler.
Fettausgabe
Leitere 100 Gramm Fett werden abgegeben für #ormalverbraucher auf Kleinabschnitte III und der Lebensmittelkarte für Erwachsene über Jahre, Abschnitte III und IV der Lebensmittel#rte für Jugendliche von 6 bis 18 Jahre, Abmitt 14 der Lebensmittelkarte für Kinder von ibis 6 Jahre. Auf die Fettkarte für landwirtstaftliche Selbstversorger erfolgt die gleiche Zuuilung auf Abschnitt 414.
ein Anspruch auf Abgabe einer bestimmten zuart besteht nicht. Die Abgabe richtet sich nach in in den einzelnen Orten vorhandenen Beunden.
de in der 1. Woche der 7. Zuteilungsperiode agerufenen, aber wegen Mangel an Ware noch cht belieferten Fettabschnitte können weiter belrt werden.
echen, die uns einer Mannes
Was alles gestohlen wird
In Innsbruck wurden in den letzten Tagen entwendet: Aus einer Garage in der Defreggerstraße fünf Autoreifen; in der Jahnstraße ein Autoanhänger; aus einem Stall in der Völser Straße eine Ziege; in einem Gasthaus in der Höttinger Au fünf Säcke Kartoffel; in einem Lebensmittelgeschäft in der Maximilianstraße eine Menge Lebensmittel; aus der Wohnung eines Schuhmachers in der Höttingerriedgasse Kleider und Schuhe; einer Frau aus Völs in einem Lebensmittelgeschäft in der Altstadt eine Handtasche mit einer Armbanduhr, Lebensmittelkarten und 60 Mark; während einer Autobusfahrt aus dem Stubaital einer Frau aus Mieders eine Geldtasche mit 700 Mark.
Bundesvereinigung für Tapferkeitsmedaillenbesitzer Österreichs
Laut Verfassungsgesetz Nr. 102 wird die seinerzeit vom Stillhaltekommissär aufgelöste Bundesvereinigung wieder ihre Tätigkeit aufnehmen. Nach § 17 des Verbotsgesetzes können nur jene als Mitglieder wieder ausgenommen werden, die nicht dem Gesetz unterworfen sind. Zuschriften und Anmeldungen sind zu richten an den provisorischen Ausschuß der Bundesvereinigung Wien, 8., Lerchenfelderstraße 66 bis 68. Auskünfte nur schriftlich.
Tote
In Innsbruck starben: Andreas Hofer, Altersrentner, 82 Jahre alt; Maria Schmidt de Ohegy, Hofratswitwe, 71 Jahre; Aloisia Rossi, geb. Strobl, Baumeisterswitwe, 72 Jahre alt; Franz Troger, Bauernsohn aus Patsch, 19 Jahre alt; Franz Fiegl, Bauer aus Umhausen, 43 Jahre alt; Hedwig Sinwel, geb. Pröls, Professorsgattin, 80 Jahre alt; Eduard Hösel, Portier, 46 Jahre alt; Maria Fischler, Schuhmachermeisterswitwe, 76 Jahre alt; Barbara Lerch, Private, 22 Jahre alt; Ludwig Hirsch, städtischer Arbeiter, 34 Jahre alt; Frl. Marie Streli, 82 Jahre alt; Josefine Hampl, geb. Zepelsauer, Kaufmannswitwe, 82 Jahre alt.
„Dann gehen wir halt zum Wirtschaftsamt ..
Einiges von den wirklichen Aufgaben des Wirtschaftsamtes Innsbruck Von unserer Dr. E. K.=Mitarbeiterin
ommando
Innsbruck, 20. November.
###sädtische Wirtschaftsamt Innsbruck scheint n Beliebtheit bei der Bevölkerung die Kinos uch zu übertreffen, denn — ihm wurden bereits in Glasscheiben an den Türen eingedrückt. Der aktom von Antragstellern bei diesem Amt hat #er letzten Zeit ein so beängstigendes Ausmaß ##nommen, daß sich der Leiter des Amtes nun##zu einem Appell zur Vernunft an die Beserung genötigt sieht. Denn die meisten der
Kecheri, esucher des Wirtschaftsamtes lenten ritte vergeblich dorthin. Darum sei die ung zum soundsovielten Male darauf #ewiesen, daß nicht das Wirtschaftsamt, sonin die zuständigen Kartenausgabestellen, bzw. * Kartenausgabe= und Bezugscheinamt die sen Empfänger jeglicher Bezugscheinanträge
s.
imn Laufe der Zeit hat sich nämlich bei einem #osteil der Bevölkerung eine Art von „EllenKentaktik“ ausgebildet, deren Nutzanwendung # gesagt lautet: „Da gehen wir gleich zum sttschaftsamt!“ Dabei sind die Kartenverdungsstellen die eigentlichen „Filialen“ für den soblikumsverkehr, weil sie, nicht aber ihre Zen#le, die Personalkarteien der Bevölkerung fühK aus denen zu ersehen ist, was ein jeder zn bekommen hat und was ihm noch zustehen in. Nur gegen Anträge, die von der KartenAle abgelehnt sind, kann innerhalb 14 Tagen # zur Weiterleitung an das Wirtschaftsamt hiftlich Einspruch erhoben werden. Daraus geht so die Funktion des Wirtschaftsamtes in Bezug die Bevölkerung klar hervor: Es ist eine Art & „Schiedsgericht“, aber keine BezugZeinstelle.
kan beherzige daher die goldene Regel: Der üirzeste Weg für einen Antrag führt sicht über das Wirtschaftsamt, son firn über die Kartenstelle!
Glas= und Brennstoffsorgen
der diese und noch so manche andere Erfahzug im Umgang mit Wirtschaftsämtern sich vor sgen hält, der wird bedeutend leichter zum Ziele zmen und zur Erleichterung des Amtsverkehrs #agen. Die so drängenden Probleme der GlasBrennstoffversorgung haben zu geradezu fssischen Beispielen für unmögliche Wünsche aus Bevölkerung geführt. So sieht sich das Wirtgastsamt genötigt noch einmal auf folgendes Azuweisen: Bei der so großherzigen Glasspende # Vatikans, die vor kurzem hier eintraf, ist sürlich auch der Wunsch des Spenders bezüglich Verteilung zu berücksichtigen. Er besagt, daß deses Glas ausschließlich für Familien mit Kinem unter sechs, bzw. Angehörigen über 60 Jahsowie für Volksschulen gedacht ist. Andere muagsteller, so verständlich ihre
Wünsche sind,
können diesmal nicht berücksichtigt werden. Für die Allgemeinheit gilt aber folgender Ratschlag: Wer Fensterglas beantragt, muß die benötigte Glasfläche angeben, nicht nur die Zahl der Scheiben. Auch das dient zur Beschleunigung des Geschäftsverkehrs und nützt dem Antragsteller mehr als dem Wirtschaftsamt.
Und nun die Brennstoffversorgung: Das Wirtschaftsamt und die Kartenstellen können wirklich nichts dafür, wenn Antragsteller heute noch keine Brennstoffkarte haben, weil sie es zwei Monate lang unterließen, die im September ausgegebenen Anträge ordnungsgemäß einzureichen. Der ganzen Bevölkerung der Stadt wird dabei folgendes Rechenexempel aufgegeben, dessen Lösung ebenfalls unnötige überlastungen des Wirtschaftsamtes erspart: Für zirka 28.000 Haushalte der Stadt stehen 50.000 Raummeter Holz zur Verfügung: Das bedeutet, daß jeder Haushalt keinesfalls mehr als 2 Raummeter erhalten kann. Die Größe der Wohnung und der Familie kann nicht berücksichtigt werden. Für begründete Ausnahmefälle, wie für Krankheiten bei Vorlage eines ärztlichen
Zeugnisses usw., wird weitestgehendes Verständnis aufgebracht, und hier entscheidet dann das Wirtschaftsamt über den auf dem üblichen Weg zu ihm gelangten Antrag. — Kurz gesagt also ist das Wirtschaftsamt nicht für den Kleinverbraucher da, sondern für die Großverbraucher sowie für die richtige Verteilung der Mangelwaren aller Art.
Wir haben heute nur die Hauptsorgen des Amtes wieder einmal zusammengefaßt. Eine weitere wäre zum Beispiel, um nur kurz darauf hinzuweisen, die Verwechslung des Ernährungsmit dem Wirtschaftsamt, die zwar in den Bezirkshauptstädten vereinigt, in Innsbruck aber getrennt sind. Die Aufgabenteilung ist aus dem Namen eigentlich ersichtlich, und in Zweifelsfällen wende man sich überhaupt, wie oben schon geraten, an die Kartenstelle und lasse die oberen Instanzen unbehelligt.
Wir haben es schon im Laufe des Sommers an dieser Stelle immer wieder betont und dargelegt, daß das Wirtschaftsamt wirklich bestrebt ist, der Bevölkerung zu dienen, und aus der allgemeinen Mangelware, die eine fortdauernde Kriegslast ist, das Beste herauszuholen. Wenn jeder einzelne alle diese neuerlichen Erfahrungen in seinem „Amtsverkehr“ etwas berücksichtigt, dann kann insgesamt einer Behörde, die es wirklich sowieso nicht leicht hat, geholfen werden. Eine praktische Gelegenheit bietet sich zugleich demnächst: Es werden in den folgenden Wochen die Bezugscheinanträge für den Hausbrand ausgegeben.
Nutzanwendung —? Verschont das Wirtschaftsamt, alle auftauchenden Fragen sind vorerst mit den Kartenausgabestellen zu besprechen.
Heimkehr von Tirolern aus Norwegen
Gestern vormittags sind in Innsbruck 620 Tiroler und Vorarlberger aus Drontheim (Norwegen) eingetroffen. Sie wurden im Hotel „Arlberger Hof“ untergebracht. Ihre Entlassung wird raschestens erfolgen.
Eröffnung eines französischen Lyzeums in Fulpmes
Die kleinen Dörfer Schönberg und Neuwied an der Straße nach Fulpmes haben Fahnenschmuck angelegt, und schon seit den frühen Morgenstunden sind hinter den vom Frost angelaufenen kleinen Fensterscheiben der Bauernhäuser neugierige Gesichter zu sehen, die die Hauptstraße beobachten. Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch den Nebel und der Reif auf den Zäunen, Dächern und Wiesen funkelt wie Kristall im Lichte der aufgehenden Sonne. Der kleine Toni springt plötzlich mit einem Rumpler von seinem Beobachtungsposten am Fenster herab und ruft seinen Geschwistern zu: „Jetzt kimmt er!“ Wie auf Kommando stürzt die ganze Schar die hölzerne Treppe hinunter auf die Straße. Und da ist es auch schon, daß große Auto mit der Generalsstandarte und der
Tricolore auf dem Kühler, umgeben von einer Eskorte von Kradschützen, deren weiße Stahlhelme und Koppel ein farbenfreudiges Bild geben. Doch bald ist nur mehr eine Staubwolke auf der Straße zu sehen und die Dorfjugend beherrscht nur die eine begeisterte Feststellung: „A schians Auto hat er g’habt, der General von die Franzosn!“ Am Dorfeingang von Fulpmes ist die Ortskapelle angetreten und empfängt General Bethouart mit schneidigen Märschen. Der General hält kurz an, bedankt sich für diese Aufmerksamkeit der Bevölkerung und fährt dann weiter, durch den großen Triumphbogen aus Tannengrün, der an der Brücke errichtet ist, und auf dem in großen Lettern das Wort „Willkommen!“ steht. Vor dem am oberen Dorfausgang befindlichen Gebäude der
ehemaligen Hochgebirgsschule, die nunmehr als Gymnasium für französische Kinder dienen soll, ist eine französische Ehrenkompanie sowie eine Einheit der österreichischen Polizei angetreten, die dem hohen Offizier ihre Ehrenbezeugungen erweisen. Hier haben französische Kinder einen Studienort gefunden, wie es ihn landschaftlich schöner gelegen wohl selten gibt. In Begleitung des Gouverneurs, Exzellenz Voizard, sowie des Gouverneurs von Tirol, Exzellenz Dutheuil und seines Stabes begibt sich General Bethouart in das Innere des großen Gebäudes, um die Klassenräume und Lehrsäle zu besichtigen, die alle auf das Modernste eingerichtet sind.
Nachdem er auch der Küche einen kurzen Besuch abgestattet hat, begibt er sich in einen kleinen Nebensaal, wo von Schülern des Gymnasiums Märchenspiele aufgeführt werden, deren Darsteller durch ihre natürliche Ungezwungenheit allgemein begeistern.
Nach einer Besichtigung des Sportplatzes, auf dem Mädchen und Burschen des Lyzeums gymnastische übungen vorführen, versammelt er die Lehrerschaft in dem großen Speisesaal des Schulgebäudes und gibt ihnen allgemeine Instruktionen. Nach einem kleinen Imbiß verläßt der General unter den Klängen der Ortsmusikkapelle das Lyzeum. M. Rieder.
*
Silberne Hochzeit. Polier Ludwig Ertl in Innsbruck und seine Frau Johanna geb. Faserl feiern am kommenden Sonntag das Fest ihrer Sildernen Hochzeit mitten unter ihren Kindern.
Hohes Alter. Frl. Franziszis Pia, langjährige städtische Kindergärtnerin in Innsbruck, feiert in vorzüglicher Körper= und Geistesfrische am 26. November ihren 95. Geburtstag im Malfattiheim, Innallee.
Waldbrand im Unterinntal. Am 17. November gegen 13 Uhr brach aus unbekannter Arsache im Walde zwischen Schönau und Feuerfing in Unterangerberg ein Brand aus, der von den herbeigeeilten Bauern gelöscht wurde, bevor er eine größere Ausdehnung annehmen konnte.
Das Erbe des Hö.=Lagers. Am 15. ds. nachmittags spielten der zehnjährige Walter Wellensohn und seine beiden jüngeren Brüder, ein dreiund ein siebenjähriger Bub, als sie allein in der Küche ihrer Eltern in Maurach a. A. waren, mit einer Zündkapsel einer Handgranate. Walter hat die Kapsel vor längerer Zeit im Walde beim ehemaligen Wehrertüchtigungslager der H3. gefunden und daheim versteckt. Er wollte die Kapsel auf einem kleinen Schleifstein abschleifen. Dabei erfolgte eine Explosion und verletzte ihn an der linken Hand, so daß er möglicherweise einige Finger verlieren dürfte. Er wurde vom Rettungsauto des Roten Kreuzes in das Krankenhaus nach Schwaz überführt.
Flüchtiger Arkundenfälscher. Der 30jährige Südtiroler Josef Siller wurde von der Innsbrucker Kriminalpolizei wegen Arkundenfälschung und Mißbrauch einer falschen Urkunde verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Da er in der Haft erkrankte, wurde er ins Allgemeine Krankenhaus überstellt. Von dort ist er entkommen.
österreschssches Institut, Sfür Kultur und Wissenschaft
Heute findet keine Vorstandssitzung statt. Am nächsten Mittwoch, den 28. Rov., wird in der Gewerbeschule um 18 Uhr ein Farbfilm vorgeführt. Anschließend Besprechung der Vorstandsmitglieder.
Die Sitzung vom 4. Nov. führte zu einer wertvollen Verbindung der Arbeit des Kulturinstitutes mit den Bestrebungen der Jugendverbände und der mit Jugendbetreuung befaßten Persönlichkeiten. Die Förderung von Begabungen und Talenten wird mit allem Nachdruck betrieben werden; eine Reihe von Veranstaltungen und Einrichtungen, welche die Heranführung der Jugend zu kulturell wertvollen Zielen bezwecken, wurden in Aussicht genommen. Näheres wird verlautbart.
RADIO INNSBRUCK
Mittwoch, 21. November
Außer den fesisiehenden Sendungen: 17.30 Unterhaltungskonzert (Schallplatten, Innsbruck). 18.00 Sagenstunde — Robert der Teufel. 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck). 18.45 Ländliche Musik. Geschwister Kohler.
19.00 Osierr. Rachrichtendienst. 19.15 Dornbirn (Vortrag).
19.30 Paris, franz. Nachrichten 19.45 Worte zur Politik. 19.55 Fünf Minuten Französisch (Wiederholung). 20.00 Beiderseits des Arlberg: Ein volkstümlicher Abend mit der Sängergruppe Franz Winkler, einer Wäldlergruppe und einem Quartett aus dem kleinen Walsertal und Paul Krippner, Harfe. 20.45 Ludwig van Beethoven, Sonate in c=dur (Waldsteinsonate), Tony Sommer=Wirtinger, Klavier. 22.20 Unterhaltung und Tanz. Funkkapelle Willy Walter (Innsbruck).
Donnerstag, 22. November 13.25 Fortsetzung des Mittagskonzertes (Innsbruck).
17.30 Unterhaltungskonzert (Schallplatten, Innsbruck).
18.00 Geistige Einkehr (Innsbruck). „Das Lied der Bernadette“ — 4. Folge. Es liest Hermann Brix. 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck). 18.45 Musikalische Kostbarkeiten (Schallplatten). 19.00 Österr. Nachrichtendienst. 19.15 Bunte Weltschau. 19.45 Österr. Presseschau. 19.55 Fünf Minuten Französisch (Wiederholung). 20.00 Der Rosenkavalier (Schallplatten. Innsbruck). Szenen aus der Oper von Richard Strauß. 21.00 Balladen von Carl Loewe. Kammersänger Ernst Osterkamp. Am Flügel Fritz Seiler. 21.15 Paris — franz. Nachrichten. 21.30 Courrier de la grande France. 21.45 Fünf Minuten praktisches Deutsch (Wiederholung). 21.50 Tanz= und Unterhaltungsmusik (Schallplatten). 22.15 Programmvorschau. 22.20 Unterhaltungskonzert von Schallplatten, am Flügel
verbunden von Otto Stockhammer.
THEATER UND KUNST
Im Rampenlicht des Salzburger Marionettentheaters
Puppen, wenn sie auch noch so lebendig und wirklichkeitsnah scheinen, kennen doch nicht dies eigenartige Gefühl, das die Menschen mit „Lampenfieber“ bezeichnen, aber dafür hatten es in doppeltem Maße ihre kleinen und größeren Zuhörer. Als sich aber dann der Vorhang auftat, da waren von dem bunten Zauber mit all seiner Lieblichkeit nicht nur die Kleinen, sondern auch die ganz Großen voll und ganz in seinen Bann geschlagen.
„Bastien und Bastienne“, das zärtlich=komische Singspiel, mit dem Mozart seine kompositorische Genialität bereits im Alter von zwölf Jahre unter Beweis stellte, war das ersie Stück, in dem die Salzburger Puppen ihre Zuschauer entzückten. Hier vereinigt sich so vieles zu dieser ganz außerordentlichen künstlerischen Leisiung, das Bewunderung und Freude auslöst. Es ist zuerst einmal die technisch hochentwickelte Einrichtung der Bühne mit Dekoration, Beleuchtung und den zu naturgetreuester Lebendigkeit gestalteten Bewegungen der einzelnen Marionetten, wie deren mit wirklichem Schönheitssinn angefertigte Kostüme. Und als zweites bleibt die anerkennenswerte Leistung ihrer Sprecher und Sänger, unter denen wir stimmlich überraschend gute Kräfte finden. Es mag wohl
kaum ein geeigneteres Stück im musikalischen Teil des Spielplanes des Puppentheaters geben, als dieses anmutige Schäferspiel mit seinen heiteren kleinen Liebesverwicklungen, denn es ist schwerlich möglich, daß auf der großen Bühne diese Grazie der Darstellungskunst so vollendet in Erscheinung treten kann.
Jedoch standen diesem Genuß die zwei folgenden kleinen Szenen nicht nach. „Am Hofe der Kaiserin Maria Theresia“ erzählt von einer reizenden und humoristisch umwebten historischen Begebenheit aus dem Leben des damals sechsjährigen Wolfgang Amadeus Mozart, nämlich von seinem ersten Konzert vor der großen Kaiserin. „Columbine“ ist ein aus einer scherzhaft=lieblichen Idee heraus geschriebenes Puppenspiel, das bei all seiner Komik tiefes und wahres Gedankengut des Menschlichen birgt.
Wenn wir aber vom tiefen Bedankengut des Menschlichen sprechen, dann denken wir an die dem Gebiet des Puppenschauspieles als Spitzenleistung angerechnete Aufführung des „Dr. Johannes Faust“, die „das lastervolle Leben und erschröckliche Ende des weltberühmten, jedermänniglich bekannten Erzzauberers“ in der eigenen Bearbeitung des Salzburger Marionettentheaters zeigt und das älteste deutsche Faustspiel nach Texten des 16. Jahrhundertes ist.
Es ist geradezu erstaunlich, mit welchen technischen Mitteln das Marionettentheater zu arbeiten imstande ist und welche Wirkungen es hier mit Puppen, die zur dramatischen Ausdrucksfähigkeit Lebender gebracht wurden, erzielt.
Wir besitzen im Salzburger Marionettentheater eine wahrhaft wertvolle Stätte der österreichischen Bühnenkunst, von der wir hoffen, daß sie das hohe künstlerische Niveau, auf dem sie jetzt steht, auch durch den ferneren Lauf der Zeit beizubehalten oder sogar noch zu bereichern imstande sein möge. Und Innsbrucks Wunsch ist schon heute offenkundig: Die Salzburger Puppen mögen recht bald wieder in Tirols Hauptstadt ihren Einzug halten!
„ Jutta Pohl.
Klavierabend Hans Solty. Ergänzend zur Konzertvorschau: Am 5. Dezember Hans Solty um 20 Uhr im Musikvereinssaal. Kartenvorverkauf bei Joh. Groß, MariaTheresien=Straße.
Konzertvorschau vom 25. November
Die Unvollendete (nicht von Schubert)