Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:11
- S.42
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Seite 2 Nr. 123
Tiroler Tageszeitung
Mittwoch. 14. November
Mährungsproblem
Wien, 13. November.
Die Frage der Beseitigung des Währungschaos heute im Mittelpunnt der öffentlichen Dis
kussion.
Das Preisniveau in Österreich ist gegenwärtig noch dem Preisstop unterworfen, den das Reich 1938 eingeführt hat, d. h. daß trotz der ungeheuren Entwertung der Mark heute noch für den gleichen Nennwert an Mark die gleiche Warenmange geliefert werden soll. Dies hat zu einem mehr oder minder völligen Verschwinden aller Waren geführt, soweit sie nicht von der öffentlichen Bewirtschaftung zwangsweise erfaßt sind. Die Warenmengen, die dem öffentlichen Zugriff zugänglich bleiben, schrumpfen aber täglich meh zusammen; immer stärker wandern sie zum Schwarzkandel ab. So klafft die Spannung zwischen dem amtlich festgesetzten Preis und dem Prois, zu dem die Ware wirklich erhältlich ist, beständig weiter auseinander.
Dem gleichen Preisstop unterliegen auch die Cehälter und Bezüge. Es ergiot sich für Wien der groteske Zustand, daß der durchschnittliche Monatsverdienst eines Angestellten oder Arbeiters knapp ausreicht, um 100 bis 150 Zigaretten auf dem Schwarzen Markt zu erstehen. Es ist unter diesen Umständen nicht weiter verwunderlich, wenn die Unlust am Arbeiten im gleichen Maße wächst, wie die Lockung des Schwarzen Marktes.
Eine Neuordnung des Preisniveaus ist aber erst möglich, sobald durch eine Reform der Währung ein fester Wertmaßstab geschaffen ist. Deshalb hängt von der Beseitigung des augenblicklichen Währungschaos der gesamte Wiederaufbau des Landes ab, nicht nur der wirtschaftliche, sondern auch der soziale und moralische.
Mit Spannung erwartet man daher die Bestimmungen über die Neuregelung der Währung, die für die nächsten Tage angekündigt wird.
Wie Dr. v. Schuschnigg nach Berchtesgaden gelockt wurde
Bundeskanzler Dr. v. Schuschnigg erklärte in Nürnberg Pressevertretern gegenüber:
„Eine energische Haltung des Völkerbundes sowie die Beendigung der Krise zwischen England und Italien hätten im März 1938 den Anschluß verhindert. Mehrmals hat mich Mussolini aufgeresen, um mir den Rat zu geben, den Versuch zu machen, Zeit zu gewinnen.“ Dr. v. Schuschnigg erzählte sodann, er sei im Februar 1938 von Hitler unter falschen Vorspiegelungen dazu verlockt worden, sich nach Berchtesgaden zu begeben. Vor seiner Abreise habe er die Versicherung empfangen, es sei die einzige Absicht Hitlers, das Juni=Abkommen von 1936 zu erneuern. Herr v. Papen habe erklärt, wie immer die Begegnung verlaufen möge, so könne sich die Lage österreichs nicht verschlechtern. „sevor ich mich, so erklärte Dr. von Schuschnigg, „nach Berchtesgaden begab, ließ
ich mir versprechen, daß das Kommuniqué, das am Ende der Besprechungen veröffentlicht werden llte, betone, Deutschland achte die Unabhängigit österreichs. Aber Hitler hat mich von 10 Uhr früh bis 10 Uhr abends festgehalten und mich wie ein Besessener angebrüllt: „Unterzeichnen Sie! Sonst werden meine Truppen noch vor dem Morgengrauen marschieren!“
Aus den Enthüllungen der Geheimakten über den Anschluß wird ein Telephongespräch
zwischen Göring und dem General der Luftwaffe Bodenschatz mitgeteilt.
Göring: „Sagen Sie dem Führer, daß auf Grund der Berichte, die wir jetzt besitzen, klar hervorgeht, daß Schritte gegen uns nur deshalb nicht unternommen wurden, weil England nicht wollte. Der Führer wird diese Berichte morgen in der Hand haben. Die Situation war folgende: Frankreich wollte ohne jeden Vorbehalt zur Aktion übergehen und übte auf Englandeinen starken Druck aus. Nur deshalb, weil England es ablehnte, mitzumachen, ging der geplanten Aktion der Atem aus. England lehnte es auch ab, Schuschnigg in seinem Widerstand zu bestärken. Falls der englische Botschafter in Wien dies trotzdem tat, so unternahm er es auf eigene Faust. England lehnte die übernahme jeder Garantie ab.“ Und noch einmal betonte Göring in sein Gespräche: „Hören Sie,
Bodenschatz, es steht außer Zweifel, daß Frankreich bis zur letzten Minute sich bereit erklärte, auch mit militärischer Hand bis zu den äußersten Konsequenzen einzugreifen, falls England mit ihm gehen würde.“ Bodenschatz: „Jawohl, und England hat also abgelehnt.“ Göring: „Richtig, England lehnte ab. Es ist tatsächlich wahr, daß England nicht bereit war, Herrn v. Schuschnigg in seinem Widerstand zu unterstützen.“
Ein gang aulrch die Aupenpotuilk
Frankreich
Besuch Churchills bei General de Baulle Paris, 14. November (AFP.) General de Gaulle empfängt heute Winston Churchill im intimen Kreis zum Mittagmahl. In Begleitung Churchills befindet sich dessen Tochter.
Palästina
Prüfung der Palästinafrage Washington, 13. November (AFP.) Präsident Truman gibt heute auf britischen Vorschlag hin die Schaffung einer englisch=amerikanischen Untersuchungskommission zwecks Prüfung der Palästinafrage bekannt. Der Vorsitz der Kommission wird abwechselnd England und Amerika übertragen.
Rußland
Der Gegensatz zwischen England und Rußland kann überbrückt werden London, 13. November. Staatsminister Noel Baker erklärte in einer Erwiderung auf Anfragen im Unterhaus, es wäre äußerst wichtig, die Differenzen zwischen der britischen und der sowjetischen Regierung nicht zu übertreiben. Er wurde gefragt, welche Schritte er zur Bereinigung dieser Differenzen zu tun gedenke. Es wäre wirklich ein Wunder, antwortete Baker, wenn eine Einigung über alle Streitfragen, welche in dieser Nachkriegsperiode zwischen den siegreichen Großmächten aufgetaucht sind, sofort erzielt werden sollte. Die Regierung wird verschiedene Methoden der Diskussion zwischen den Regierungen, sobald es angemessen erscheint, zur Anwendung bringen, um auf der Basis gegenseitigen
Austausches im Geiste des anglo=sowjetischen Bündnis= und Freundschaftsvertrages eine beiden Teilen genehme Einigung zu erzielen.
England
Churchill über Parteipolitik und Außenpolitik
Westerham, 13. November (Reuter). Winston Churchill sagte heute: „Wir haben in diesem Land und unter uns selbst große Meinungsverschiedenheiten und ich kann es im Augenblick nicht verhehlen, daß es auch unter der jetzigen Renierung welche gibt Alles was ich wünsche, ist, daß sie beigelegt werden können. Diese Angelegenheiten werden im Parlament und im Wettbewerb der Parteien besprochen, eine Sache, die in jedem freien Land vor sich geht und auch in jedens Land weiter vor sich gehen muß, wenn es frei bleiben will.
Sie dürfen aber unsere Aufmerksamkeit niemals im großen Maßstab von den
Interessen der Nation ablenken: Wir können es uns auch niemals leisten, daß der Wettbewerb der Parteien irgendeinen Einfluß auf die Hauptinteressen der Nation gewinnt.“
Ungarn
Neue Regierung in Ungarn Budapest, 13. November. Die kleinen Landwirte, die Sozialisten und die Kommunisten bilden unter der Führung des Vorsitzenden der Partei der kleinen Landwirte Zoltan Tildy eine Koalitionsregierung.
Die Persönlichkeit des ungarischen Ministerpräsidenten
London, 13. November. Der der britischen Arbeiterpartei angehörenie Sachverständige für ungarische Fragen, Haire, schreibt über Zoltan Tildy, den neuen ungarischen Ministerpräsidenten: „Tildy ist ein kalvinistischer Geistlicher und erhielt einen Teil seiner Ausbildung an dem Presbyterianerkolleg in Belfast (Irland). Er wird die in Ungarn dringend benötigten sozialen Reformen fördern. Er anerkennt die Notwendigkeit einer engen Verbindung mit Rußland und wird nicht zögern, sein Programm, das eine bemerkenswerte Ahnlichkeit mit dem der englischen Arbeiterpartei hat, durchzuführen. Zu dem Programm Tildys gehören eine Bodenreform und die Bildung neuer Gewerkschaften. Tildys politische Ehrenhaftigkeit ist unantastbax. Er wird sich aber vor ungeheure
Schwierigkeiten gestellt sehen, da die Probleme, die die neue Regierung lösen soll, fast unüberwindlich sind. Die hauptsächlichsten dieser Probleme sind die Inflation, die 600.000 Mann zählende Besatzungsarmee, die fast die ganze Produktion aufsaugt, die Reparationen, der Wiederaufbau des Landes und die Bekämpsung des Hungers.“
Deutschland
Großbritannien fordert Hermann=Göring=Werke
London, 13. November. Gut unterrichteten Kreisen zufolge werden britische Vertreter bei der bevorstehenden Reparationskonferenz in Paris die baldige überlassung der Hermann=GöringWerke an Großbritannien als „Vorschußleistung auf das britische Reparationskonto“ verlangen. Etwa 20 europäische Länder, die Reparationsforderungen gegen Deutschland geltend machen, werden der am Freitag beginnenden Konferenz beiwohnen.
Erste Tagung der Rheinkommission seit 1939 Paris, 13. Nov. Die Zentralkommission für die Rheinschiffahrt wird sich zum erstenmal seit 1939 am 20. November in Straßburg versammeln.
Jozialpokit sche Eche
Die soziale Krise in Amerika
(Brief aus New York im „Temoignage Chretien“)
Während des Krieges hat Amerika seine Industriebetriebe in einem für kontinentale Verhältnisse kaum vorstellbaren Maße ausgeweitet. Die großen Industriezentren wirkten wie ungeheure Saugnäpfe auf die Bevölkerung, die von allen Teilen des Landes herangezogen wurde. Aber in der gleichen Zeit, in der gewisse Arbeiter in Detroit die übergabe Japans erfuhren, konnten sie auch von ihrer unmittelbar bevorstehenden Entlassung lesen. Die Demobilisierung der Soldaten vollzieht sich fast im gleichen Tempo wie die Entlassung der Arbeiter. In ganzen Autokolonnen fahren sie nach dem Süden zurück, aus dem sie größtenteils gekommen sind. Freilich, ihre Wohnwagen sind angestopft mit Hausgeräten und anderen Dingen, die sie sich in diesen Jahren erwerben konnten.
Meistens haben sie auch eine kleine Sparsumme bei sich. Dieser Menschenstrom hat zum Teile keine eigentliche Heimat mehr. Daher begeben sie sich dorthin, wo ihnen ein reicheres industrielles Gebiet Arbeit zu verheißen scheint. Zu dieser Gattung gehören insbesondere die Neger. Diese wollen nicht mehr nach dem Süden zurückkehren, in dem ihnen traditionsgemäß alle Freiheiten verschlossen sind, die ihnen im Norden offen stehen. Der Großteil des industriellen Heeres, der gegenwärtig in der Gegend von Michigan lagert, steht vor der Arbeitslosigkeit. Allerdings erreicht diese Arbeitslosigkeit gegenwärtig ihren Höhepunkt. Nach einigen Wochen wird sie fast völlig zurückgegangen sein. Der größte Teil der Fabriken hat ja ihr Personal nur entlassen, um den
Kriegsbetrieb auf den Frieden umzustimmen. Nachdem sich die Fabriken von den Arbeitern geleert haben, damit einige Fachleute diese Umstellung vollziehen können, sinnen die Unternehmer darüber nach, wie sie so schnell als möglich den umgestellten Betrieb in Gang setzen und das entlassene Persmnal zurückberufen können.
Alle erwarten, daß, nachdem dieser schwierige übergang überwunden ist, die Geschäfte neuerdings angekurbelt werden. Man muß ja 120 Millionen Amerikaner versorgen, die seit dem Jahre 1942 weder ihr Auto noch ihren Kühlschrank, ihr Radio, ihre Waschmaschine — nach amerikanischen Begriffen alles lebenswichtige Dinge — nicht ersetzen konnten. Man muß, wenn man träumt von einem Außenhandel, der um so stärker blühen soll, als ihm lange Zeit kein Wettbewerb entgegensteht, der um so einträglicher sein muß, als
das Maß der allgemeinen Zerstörung außeror dentlich groß ist. Dieser geschilderte Zustand vorübergehender Beschäftigungslosigkeit kann kaun als ernste Schwierigkeit gewertet werden.
Wesentlich anders steht es mit der Rückkeh; vom Kriegslohn zum Friedenslohn Darin liegt die Hauptursache der großen StreitInsbesondere in Detroit. Während des Krieges war vom amerikanischen Arbeiter eine Höchstlei stung verlangt worden. Die Zahl der Arbeitstunden war so hoch, daß die überstunden durc. schnittlich um 50 bis 100 Prozent höher bezahl wurden als Normalstunden.
Während mehrerer Monate befindet sich als der Rüstungsarl eiter finanziell in einer weitaus besseren Lage als der Arbeiter der Privatunter nehmungen. Die Folgen machten sich in den Privatbetrieben sehr rasch geltend. Man mußte Richtlöhne aufstellen, um lebenswichtige Betriebe, die unmittelbar mit der Kriegsindustrie zusammenhängen, mit Arbeitskräften zu versehen. Die Erhöhung der Löhne führte zu einer Erhöhung de Lebensstandards und zur Erhöhung der Kosten der Lebenshaltung, obwohl starke Anstrengungen unternommen wurden, feste Preise aufrechtzur halten und den Schwarzen Markt zurückzudrän gen. Gegenwärtig sind die notwendigsten Artikel wie Lebensmittel und Kleidung, um 25 bis 3 Prozent höher als im Jahre 1942. Nun tritt sol gendes ein: Die
Rückkehr zum Friedenszustan schränkt die Zahl der überstunden ein. Die Löhn werden verringert, gesenkt und erreichen etwade Stufe des Jahres 1942. Andererseits aber wiede halten sich die Preise auf der Höhe, die sie ebn zuletzt erklettert hatten. Aus diesem Mißverhälnis entspringt die Tat sozialer Erschütterungen
Ein Streik der Facharbeiter könnte in diesen Riesenlande, das nicht leben kann, ohne daß dieVerkehrslinien gut funktionieren, ein ungeheureUnheil anrichten. Jeder Staat der Vereinigten Staaten ist derart spezialisiert, daß seine Einwohner Hungers sterben können, wenn sie nicht vom Nachbarstaat das Brot empfangen, das ihnn mangelt. Die Arbeiterschaft ist gewerkschaftlich gu organisiert und ihre Macht ist stark. Auffallend ist den fremden Beobachtern die Ruhe, mit de sich Streiks und ähnliche soziale Bewegungen vollziehen. Wird diese Ruhe auch bleiben, wenn ein mal der letzte Tropfen Benzin ausgegangenist und wenn die Versorgung gewisser Gegenn schwierig geworden ist?
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lus Welt und Wissen
Friedens=Nobelpreis für Cordel Hull
Oslo, 13. November (AFP.)
Der Friedensnobelpreis für 1945 wurde an Cordell Hull, den ehemaligen amerikanischen Staatssekretär für Außeres, verliehen. Der Nobelpreis für 1944 wurde dem Internationalen Roten Kreuz zuerkannt.
Die Verleihung der Nobelpreise erfolgt durch ein Komitee des Storting, das aus sechs Mitgliedern besteht und dessen Präsident der Chefredakteur der sozialistischen Zeitung „Arbeitsbladet“ ist.
Die feierliche überreichung des Nobelpreises für den Frieden wird in Oslo am 10. Dezember erfolgen.
Geheime Rundfunkgeräte bei der Invasion Deutschlands
London, 11. November. Einzelheiten über die Erfindung eines neuen Rundfunkgerätes, das bei der britischen Rheinlandbesetzung große Dienste geleistet hat, wurden jetzt veröffentlicht. Das Gerät ermöglichte es Feldmarschall Montgomery, von Deutschland aus direkt mit Churchill in Whitehall zu sprechen, und zwar mit der vollen Sicherheit einer Telephonverbindung. Dieses Radio bildete einige Wochen hindurch die einzige Sprechverbindung zwischen den Flüssen Rhein und Maaß und ermöglichte es Montgomerys Hauptquartier, mit dem Kriegsministerium in London in Verbindung zu bleiben. Eine besondere Eigenschaft dieses neuen Gerätes ist, daß es acht gleichzeitige Sendungen zwischen nur zwei Apparaten ermöglicht. Es wurde vom britischen
Versorgungsministerium entworfen.
nen. Vielleicht kann die Atomkraft auch mi & folg zur Beeinflussung des Wetters eingesett werden, denn nur auf diesem Wege können wi die nötige Kraft gewinnen, die einzusetzenist wenn man den Bewegungen in der Atosphn die Richtung weisen will.
Praktische Ergebnisse der Atomforschung
Der englische Gelehrte Prof. A. M. Low weist daraufhin, daß während der Bemühungen zur Herstellung der Atombombe eine Rethe von Entdeckungen gemacht wurden, die man aus Mangel an Zeit bisher nicht weiterverfolgen konnte. Eine der wichtigsten Entdeckungen betrifft jedoch die Radioaktivität der Uranium=Graphitmasse. Bisher war das Radium allein die Quelle der uns bekannten Radioaktivität. Das Radium war selten und daher sehr teuer. Jetzt verfügen wir über die „synthetische Radioaktivität“, das heißt über eine Radioaktivität, die leicht zugänglich und leicht anwendbar ist. Arzte sehen voraus, daß es bald auch möglich sein wird, Tumoren u. dgl. mit radioaktiven Strahlen zu behandeln, ohne daß die gesunden Gewebe in Gefahr geraten. Die „synthetische
Radioaktivität“ ermöglicht es, auch die schwere Apparatur für die Erzeugung von XStrahlen abzuändern. In Zukunft wird man kleine, federleichte Apparate hiefür benützen kön
Die Stunde der Atomkraft
Ein amerikanischer Gelehrter hat berechnt daß eine Volladung der Atombombe den Zu fall einer unendlichen Kette von Atomen her vorrufe. Bei diesen Vorgängen müßte sich ein Hitze von 40.000 Grad entwickeln. Da nun de Sonnenhitze ungefähr 6000 Grad enthält, würd die Vollatombombe nicht nur die Erde, sonden auch das Sonnensystem, die gesamten Planeten und die leuchtenden Sterne in Staub und Asch verwandeln. Andererseits sagen amerikanische Fachleute, daß die gewaltigen Zerstörungen, de die Atombombe auf Hiroshima anrichtete, um auf die leichte Bauweise der Stadt zurüchzu führen sei.
ebt, Ha sch noch irgenzerschlissener 93 ltzte freiwilli ffür unsere Sammel s. straße 12.
„Tiroler fleißigen, gew sionsboten ein ion 3—5 Uhr ioler Tageszeis
Neue Vorstöße ins Reich der kosmischen Strahlun
Washington, 13. November. Wie die gegraphische Gesellschaft der Vereinigten Staate bekanntgab, sollen zwischen Washington und den Aquator eine Anzahl Flüge stattfinden, um de Wirkung der kosmischen Strahlen zu studieren Man hofft, daß diese Erforschung der Weltraum strahlung für die Entwicklung der Atom energie von großem Nutzen sein werde. Die Flüge sollen im kommenden Frühjahr unter wirkung des Fliegerkorps der amerikanischen A mee in einer B 29 durchgeführt werden. J. Briggs der Vorsitzende des Forschungskomitees der sellschaft, erklärte, die Einwirkung kosmische Strahlen verursache einen Zerfall der Moleküe und Freisetzung von Energie, ähnlich der Frei setzung der Atomenergie.
Wichtige Erfindungen
Ein Apparat zur Umwandlung von Salzwasser in Süßwasser, der nicht größer ist als eine Taschenkamera, ist eine der nütlichsten Erfindungen der Kriegszeit. Viele allierte Flieger, deren Maschinen auf See nieder gehen mußten, wurden durch diesen Apparat, der rund eineinhalb Liter Frischwasser herstellt, von Tode durch Verdursten gerettet.
Die Erfindung einer die gesamte Röntgentechnik revolutionierenden Röhre wird vom Professor George Clark von der Universität Illinoise bekanntgegeben. Diese neue Röhre, die eine Spannung von 50.000 Volt hat, erzeugt Strahlen von fünfeinhalb Millionen Röntgeneinheiten, während die bisher größte Apparatur der Universität nur Strahlen von 540 Ein heiten produzierte. Mittels der neuen Röhre können Röntgenaufnahmen anstatt in Minuten in Sekunden hergestellt werden.