Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:7
- S.15
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung
Nummer 16/ 1. Jahrgang
Redaktionelle Sinsendungen und Anfragen sind zu richten an IS B, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Dienstag, 10. Juli 1945
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An unsere Leser!
In dem Augenblick, da wir aus den Händen der amerikanischen Streitkräfte die „Tiroler Tageszeitung“ übernehmen, drängt es uns, unseren Verbündeten zu danken für die hervorragenden und großen Leistungen, die sie zur Rettung der Welt vor Willkür und Gewalt vollbracht haben. Mit klugem Plan und mutiger Tat haben sie das Verderben, das sich gegen die menschliche Kultur und Gesittung heranwälzte, abwehren geholfen und neue Wege für die Sicherheit der Welt vor Unterdrückung und Not gewiesen. Wo die Fahnen Frankreichs und das Sternenbanner sich begegnen — eine Freundschaft, die nunmehr durch fast zwei Jahrhunderte sich entwickelt und gefestigt hat — marschiert der Fortschritt der Menschheit. In dieser Gesinnung und uns der Verpflichtung bewußt, aus der Hand der amerikanischen Streitkräfte, die als Sieger in
Tirol eingezogen sind in jenen strahlenden Tagen, da der Untergang des Verschwörers gegen den Weltfrieden besiegelt wurde, eine edie Tradition zu übernehmen, grüßen wir unsere Alliierten.
Unsere Verbündeten haben uns in der „Tiroler Tageszeitung“ ein wertvolles Angebinde übergeben. Wir danken ihnen dafür. daß sie durch die Gründung einer Presse der Wiederaufnahme der geistigen Bezichungen einen außerordentlich wertvollen Dienst erwiesen haben. „
Wir richten unsere freundliche Begrüßung auch an jene Oesterreicher, die unter der nationalsozialistischen Bedrückung gelitten haben und an der Zukunft eines freien und unabhängigen Oesterreich mitarbeiten wollen. Sie dürfen überzeugt sein, dass wir ihnen aufrichtige Freunde sind.
Albschied von Freunden — Gruß an Freunde
Als die Truppen der Vereinigten Staaten am Abend des 3. Mai, kurz nachdem der Donner der Geschütze verstummt war, umwunden mit dem Siegeslorbeer schwerer Kämpfe in unsere Stadt ihren Einzug hielten, würden sie von der Bevölkerung mit Blumen überschüttet. Dieser herzliche Gruß galt den Befreiern und er galt der neu erworbenen Freiheit Oesterreichs. Während der zwei Monate ihrer Anwesenheit konnten sich die Amerikaner wohl überzeugen, daß jene Begrüßung aus dem Herzen einer Bevölkerung stammte, die unter der braunen Tyrannei unendlich gelitten hatte und die sich des Augenblicks innig freute, da ihr eine neue bessere Zukunft winkte.
Die Herren der amerikanischen Militärregierung sind rasch mit unseren Verhältnissen vertraut geworden. Sie verdienen den aufrichtigsten Dank des Landes für ihre ernsten und wohlwollenden Bemühungen, mit denen sie die öffentliche Wohlfahrt förderten und mit denen sie die so schwierige Ernährungslage hoffnungsvoller zu gestalten versuchten. Es wurde uns ein Vertrauen gewährt, das unsere Hochschätzung vor den Männern, die bei uns die Nacht der Vereinigten Staaten vertraten, nur erhöhen konnte.
Wir glauben, daß die Amerikaner sich in unserem Lande wohl gefühlt haben und daß sie nicht ohne günstige Eindrücke von diesem
Die Stimme eines Tirolers
scheiden. Dürfen wir uns mit dieser Hoffnung schmeicheln, so rufen wir ihnen den herzlichen Wunsch zu: Auf Wiedersehen in den schönen Zeiten des Friedens, der hoffentlich bald für die ganze Welt anbrechen wird! Möge den Offizieren und Soldaten der amerikanischen Armee, nachdem sie mit dem Siege über Japan die Ruhe und Ordnung
der Welt gesichert haben werden, eine glückliche Heimkehr in das traute Heim ihrer Familie beschieden sein. Mögen die Vereinigten Staaten, aus deren Schoß soeben die große Friedensverfassung der Welt hervorgegangen ist, auch in Zukunft unseres kleinen Landes im Gebirge eingedenk sein, dessen erste Schritte zu neuer Freiheit von Amerikanern geleitet und beobachtet wur den.
*
In den nächsten Tagen wird General Bethouard, Höchstkommandierender der französischen Besatzungstruppen in Innsbruck einziehen. General Bethouard ist einer der jüngsten unter den hohen Offizieren der französischen Armee. Während des ganzen Krieges wurde sein Name mit Auszeichnung genannt. Er ist einer von jenen Männern, die in den Tagen des Unglückes das Heer des Widerstandes aufgerichtet haben. Als Kommandant savojischer Alpenjäger ist ihm das Gebirgsland und das Wesen der Bergler wohl vertraut.
Wir erinnern uns bei diesem Anlaß
mit Dankbarkeit, daß in den trüben Stunden, die unser Vaterland nach dem Ueberfall Hitlers durchmachte, die erste Botschaft der Ermutigung und Hoffnung vom Boden Frankreichs ausging. Die französische Regierung bot damals jenen Oesterreichern, die an der Zukunft ihres Vaterlandes nicht verzweifelten, ein freundliches Asyl. Die moralische Verurteilung des Unrechtes, das Hitler gegen Oesterreich verübt hatte, durch eine Großmacht hat dem inneren Widerstand der Oesterreicher gegen das Naziregime stärkste Festigung gegeben. Der Zuruf des Straßburger Senders: „Harret aus!“ wurde in unsern Städten und Dörfern als Verheißung einer besseren Zukunft aufgenommen. Ueberall hat in diesen Jahren die französische Diplomatie bei den Verhandlungen, welche die Neuordnung Europas zum Ziele hatten, ihren mächtigen Einfluß für
die Wiederherstellung eines gesunden Oesterreichs eingesetzt. Frankreich hat sich damit als Dolmetsch eines wahrhaft europäischen Geistes bewährt. Mit leidenschaftlicher Anteilnahme hat man daher auch in Oesterreich die heldenhafte von General de Gaulle, dem heutigen franzöfischen Staatschef, geführte Widerstandsbewegung verfolgt, mit deren Hilfe sich Frankreich glanzvoll und strahlend aus seinem Unglück erhob. Diesen siegreichen Truppen und ihrem Führer gilt der herzliche Willkommgruß unseres Landes.
Dr. Anton Klotz.
Präsident Truman zur Dreierkonferenz abgereist
in
London, 9. Juli. Generalleutnant Sir Richard MeCreery wurde zum Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen in Oesterreich ernannt. Er wird gleichzeitig britischer Vertreter in der Interalliierten Kontrollkommission, sobald diese zusammentreten wird. Der Ministerialrat im Auswärtigen Amte Mack wurde zum volitischen Berater des britischen Oberbefehlshabers ernannt. Mack diente u. a. auch in Wien bei der britischen Vertretung.
Vor großen Ereignissen im Osten
Kalkutta, 6. Juli. (Reuter.) Tausende von Tonnen neuer Ausrüstungsgegenstände, Waffen und Nachschub strömen täglich aus Europa zu. Eine förmliche Karawane in der Luft und zur See, die sich über 6000 Meilen hinzieht, bringt neues Kriegsmaterial aus den britischen Häfen zu den Stützpunkten Lord Mountbattens. Bereits sind die Truppenabzeichen sichtbar, die man seinerzeit in der Normandie und am Rhein gesehen hat. Man hat das Gefühl, daß große Ereignisse bevorstehen.
Aufmarsch der Luftstreitkräfte gegen
London, 9. Juli. Die Massenbewegung der amerikanischen zweimotorigen Bomber und Transportflugzeuge von Europa nach den Vereinigten Staaten hat eingesetzt. Die Flugzeuge starten in Marseille und schlagen dann die Route über den Südatlantik ein, um den dichten Verkehr auf der Nordroute, die die viermotorigen Bomber verwenden, zu vermeiden.
Schwere Schiffsverluste
New York, 9. Juli. Die amerikanische Marine und Luftflotte versetzte der feindlichen Schiffahrt in den japanischen Gewäsund an der chinesischen Küste schwere Schläge. Australische Infanterieeinheiten vergrößerten die Bodengewinne in der Gegend von Balikpapan.
Kein Japaner darf die Philippinen betreten
Manila, 9. Juli (Reuter.) Der philippinische Kongreß hat ein Gesetz genehmigt, das den gänzlichen Ausschluß der Japaner von den Philippinen vorsieht.
heitlichen Staat zu werden, erwiderte Beirut: „Hitlerische Methoden zur Lösung der nationalen Fragen sind uns fremd. aber dennoch werden wir energisch die Politik der Schaffung eines national einheitlichen Staates betreiben.
Washington, 8. Juli. Gestern abends sagte der Radiokommentator Drew Pearsson in einer Rundfunksendung, daß Präsident Truman zur Zusammenkunft mit Ministerpräsident Churchill und Marschall Stalin bereits abgereist sei. Der Präsi[dent sei von ungefähr 100 Rat[gebern begleitet. Man erwarte, daß er fünf bis sechs Wochen von den Vereinigten Staaten abwesend sein wird. Nach dem Treffen in Berlin werde der Präsident sich nach Italien begeben und einen Besuch in London abstatten.
Die britische Heimatarmee aufgelöst
London, 9. Juli. Das Kriegsministerium teilt heute mit, daß das Hauptquartier der Heimatarmee bis 15. Juli aufgelöst werden wird. Die Heimatarmee wurde im Jahre 1940 geschaffen, als England der Gefahr einer Invasion gegenüberstand. Nach dem Schwinden der Invasionsgefahr wurde die Heimatarmee die Grundlage für verschiedene Operationen in Uebersee. Sie stellte viele Divisionen, die die Stoßkraft der Achsenarmeen in Nordafrika brachen, Sizilien eroberten und ihren Weg durch die italienische Halbinsel durchfochten. Auch die 21. Armeegruppe, die so glorreichen Anteil an den Endkämpfen in Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland hatte, ist aus ihr hervorgegangen.
Ernährungssorgen in Italien
London, 9. Juli. Der italienische Ministerpräsident Parri erklärte, daß große Teile des italienischen Volkes vor dem Hungertode stünden.
Die Franzosen übernehmen die südliche Rheinprovinz
Paris, 8. Juli. Französische Truppen haben den südlichen Teil der Rheinprovinz übernommen, der im Rahmen der Neuabgrenzung der endgültigen Besatzungszonen der französischen Zone zufällt. Die französische Zone wird außerdem die Saarpfalz, das westrheinische Gebiet von Hessen=Nassau und ostwärts des Rheins, einen Teil von Baden, südlich Karlsruhe, einen Teil des südlichen Württemberg und auf bayrischem Gebiet den Kreis Lindau umfassen. Die SaarIgruben werden unter der Aufsicht der fran
zösischen Besatzungsbehörden stehen. Ueber die Verteilung der geförderten Saarkohle wird jedoch der europäische Kohlenrat, dem alle Vereinten Nationen mit Ausnahme Sowjetrußlands angehören, zu entscheiden haben.
Polens zukünftige Politik
Radio Moskau, 9. Juli. Der Präsident des polnischen Nationalrates Beirut gewährte einem Vertreter Reuters ein Interview über die zukünftige Politik Polens. Die Frage nach dem Termin der Wahlen beantwortete er, daß die Durchführung der Wahlen erfolgen werde, sobald die Umstände es gestatten. Auf die Frage, wie Polen es anfangen werde, um zu einem national ein
Umsiedlung in Osteuropa
Moskau, 8. Juli. Hier wurde ein Abkommen zwischen der Sowjetunion und der polnischen Regierung unterzeichnet, das eine beträchtliche Bevölkerungsumsiedlung vorsieht. Jede Person, die vor dem 17. September 1939 die polnische Staatsbürgerschaft besaß, kann auf ihre gegenwärtige russische Staatsbürgerschaft verzichten und nach Polen zurückkehren. Anderseits können Russen, Ukrainer, Weißrussen, Ruthenen und Litauer, die die polnische Staatsbürgerschaft besitzen, diese aufgeben und nach Rußland zurückkehren.
an 10.000 Berlinern
Die Zeitung der amerikanischen Streitkräfte in Italien „Stars and Stripes“ bringt eine Nachricht der „Associated Preß“ über die Ermordung von 10.000 Berlinern durch die Nazis kurz vor dem Fall. Die Berliner hatten vor dem Bombardement in der Untergrundbahn Schutz gesucht. In dieser Hölle forderte die Menge immer dringender die Beendigung des nutzlosen Widerstandes. In äußerster Wut beschloß der SS=Kommandant, die Unruhestif: ter zum Tode zu verurteilen. Er ordnete an, daß die Tunnels der Untergrundbahn vom Anhalter Bahnhof bis zum Stettiner Bahnhof unter Wasser zu setzen seien. Noch heute ist das Netz der Untergrundbahn vom Anhalter Bahnhof bis zum Stettiner Bahnhof und vom Kaiserhof bis zum Potsdamer Platz unter Wasser. Die Leichen der Ertrunkenen konnten noch immer nicht geborgen werden.
Französische Kinder als Versuchskaninchen in den K3.
Paris, 9. Juli. Von den annähernd 6000 französischen Kindern, die in deutschen Konzentrationslagern gefangengehalten wurden, kehrten nur 80 Prozent nach Frankreich zurück. Die Kinder wurden als Versuchskaninchen für wissenschaftliche Experimente verwendet. Es ist auch vorgekommen, daß
Gruppen von Kindern in einem Wald ein geschlossen wurden, der dann in Brand gesteckt wurde.
Die Schwester des Bürgermeisters von New York im K3.
New York, 9. Juli. Die Schwester des New Yorker Bürgermeisters La Guardia, die einen Deutschen namens Gluck geheiratet hatte, wurde in Berlin aufgefunden. Wegen der antideutschen Haltung ihres Bruders war sie verhaftet worden. Im April wurde sie aus dem Konzentrationslager Ravensbrück nach Berlin gebracht, wo sie bis zu ihrer Befreiung durch die Russen festgehalten wurde. Da die Gestapo nicht imstande war, der Verhafteten irgend welche Informationen zu entreißen, so wurde auch ihre Tochter zusammen mit deren fünf Monate altem Kinde ergriffen und eingesperrt. Der Gemahl dieser Tochter wurde ebenfalls verhaftet. Von ihm fehlt seither jede Spur.
Die Aburteilung von Kriegsverbrechern
London, 9. Juli. Wie das britische Kriegsministerium bekannt gibt, wurden Anleitungen zur Aburteilung von Kriegsverbrechern an die zuständigen Militärbehörden der britischen Besatzungszone übermittelt. Selbstverständlich werden die Hauptkriegsverbrecher nicht von diesen Gerichten, sondern durch ein zwischenstaatliches Verfahren zur Verantwortung gezogen.