Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:11

- S.25

Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.





vorhergehende ||| nächste Seite im Heft

Zur letzten Suche
Dieser Monat – 1945_11_TT
Ausgaben dieses Jahres – 1945
Gesamter Text dieser Seite:
Sr. 3. Jo
Innsbruck
Sreiaegckband en
#ltung, der tiefen,
Srysanthemen“ bin
Ae wingt die Verber
——————
Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.=Hofer=Str. 4
summer 119/ 1. Jahrgang
Sinzelpreis 15 pfg.
—4
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, I1. Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 39 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
Freitag, 9. November 1945
rof. Franz Bruck,
sensaal um Punkt
Frauenleben
im Wirbel unserer Zeit
Welche wilde, bewegte Zeit könnte die lindernde Hand der Frau entbehren? Darum wissen rtragung). Zuspät, die Söhne, denen der Kuß einer Mutter der den=Sonate Einlaz letzte Trost beim Abschied ins Ungewisse war. thoven=Sonate C. Das erfuhren die Männer, die von der liebenden che Suite in g Sorge der Gattin oder Braut sich begleitet wuß##e von Veracin, ten. Das empfanden die Verwundeten und Kranmuller. Resie ten, denen weiche, sänftigende Finger über die — sieberheiße Stirne strichen. Je rauher der Krieg
und je drückender die Not, desto notwendiger ein Rückhalt des Mitleides und der Hilfsbereit
LI T E 1 shaft.
— Doch wir wollen heute nicht von den seelischen
Belastungen sprechen, die Frauen und Mädchen zu ertragen hatten, als die mörderischen Schlachten wüteten. Sie waren ja wohl nur ein Teil der Riesenlast, die der Frau aufgebürdet war. Ist es bend Prof. 2. d schon einmal gewürdigt worden, wie drük
Franz lend der willkürlich verhängte Arbeitszwang empfunden wurde? Nicht etwa deshalb, weil die Frauen arbeitsscheu gewesen wären, sondern deshalb, weil ihnen Arbeiten auferlegt wurden, zu denen sie keine Neigung haben konnten und weil diese Arbeiten sehr häufig unter Umständen geleistet werden mußten, welche die sorgsame Beneuung des häuslichen Herdes verhinderten. Vor allem die verheirateten Frauen, aber auch viele oon den Unverheirateten arbeiteten unter Verhältnissen, die ihre Gesundheit zerrütten und ihr selisches Gleichgewicht erschüttern mußten. Lei
dr gibt es keine Statistik, welche diese Opfer is Krieges aufführt. Wir dürften und sollten zemals jene ergreifenden Szenen in den Stollen ugessen, in welche die geängstigten und gehetzin Frauen ihr Kostbarstes, ihre Kinder, in Si
seeheit flüchteten. Welche Größe der Anstrenzung schwacher Kräfte, welcher Opfermut von zen und Mädchen, die am Zusammenbrechen faren haben sich damals geoffenbart! Der totale krieg hat die Frau ebenso in das Reich des Shreckens einbezogen wie den Mann. Auch die Falen standen an der Front. Sie hatten zwar kine Märsche in die Schützengräben zurückzuhen dafür kannten sie den jeden Tag mühevlleren Weg zur Arbeitsstätte und den Lauf
Wichtige Erklärungen des englischen Außenministers
Theiterhaufen“
Böhmer: „Kommu
Saitenspiel“
kartenvorver
ebüro!
Geben.
breites Halstier)
Wiltener Friedbrücke nach d.
oren. Gegen guabzugeben bei Natters 94, oder nek. 14-15
Nr. in der Innen
in der ler Sireren Weg zur Arbeitsstätte und den Lauf
äntenunc aneitt in den Bunker. Das höllische Konzert des Belohnung und Knbengeheuls wurde der Frau im Hinterlande insrnor Leizen benso zum täglichen Erlebnis wie dem Solda
indeln und Kin
##e Unupthabn= Frau und Mann teilten in diesem Kriege die Gefahr und auch das Massengrab, in Bur Linder und dn die Opfer der Front wie die von den Bomen Finderioln b in Erschlagenen beigesetzt wurden. Ja, der #inspinger#ini viale Krieg hat der Frau noch eine Belastung nehr aufgebürdet: das Kartensystem und das Instehen. Die Kriegswirtschaft war ja vor allem ine Einschränkung der Hauswirtschaft. Sie for##. II. Nönlin######rte von den Frauen, daß sie mit völlig unzu
eimerlinge und richenden Mitteln die Ernährung ihrer Familie #ns nachm d# tisten sollten Wir fürchten, daß — wenigstens nes Ueim seiach den Erfahrungen des ersten Weltkrieges —
Sche#aut im vol=Pieses Erbe der Kriegswirtschaft nicht so schnell Knundessielle berwunden werden kann, wie man es wünschen
#genengre srürde. Gerade deshalb muß es einmal in der
#iten entlichkeit ausgesprochen werden, daß die
ien Pucig und justen Leidtragenden beengter Nahrungs= und Mi# und der ssarenverhältnisse immer die Frauen sind. Wenn Wienerhonann is richtig ist, daß der größte Teil des Einkomanteglentlbeis stens durch die Hand der Frau umgesetzt wird, nine Awist auch eine nicht wegzuleugnende Wahrheit, ##cneresienei si die Frau es ist, die den ersten Anprall prachen fier Sorgen auszuhalten hat, die mit dem ManFreiegennel # an Verbrauchs= und Gebrauchsgütern verbunungsbäre sien sind. Welcher geistigen Spannkraft bedarf es, #nta-Therigi# iin die unzureichenden Mengen an Lebensmitteln ngsen“ in Ampabsen Angehörigen zuzumessen! Jeder Tag stellt en Betriefese s# neue Frage, wie versuche ich es, aus kargen warme ##### saationen genießbare und nährende
Portionen zu Kutstein 6. Fnachen. Die Führung des Haushaltes ist in dieSielurgan wii zeiten zur großen Kunst geworden. Nicht enverkein##### nur wegen der materiellen Enge, sondern ##ragentur. 16 fuch wegen der Erschütterungen des seelischen u 8—.. i standard. Dem Familienkreis fehlen viele ###tk. Fieden er äußeren Voraussetzungen der schon sagenhaft gbempl“,# Behaglichkeit. Die Wohnungsnot, der nen Zrech #seklust lieb gewordener Möbel, die Drangsal der iein Fandve. eschaffungen des Nötigsten, die Unsicherheit ubs Vaite #are zit materiellen Werte, die das hervorstechendste ür gezuelt. Lir ächen unserer Zeit ist, sind Todfeinde jener 1. Abt.Ve##amilienkultur, welche die Lebensatmosphäre der I# olen, Sok- létat bildet. —er
###e#p#e ing Röchten alle, die Entscheidungen im öffentSchweise jg####ien Leben zu treffen haben, in erster Linie oller 3jahn f denken, däß der Staat nicht eine #gnepanne bei sde Einrichtung ist, sondern eine Gemeinschaft de biiiien. en i lebendigen und lebenshungrigen Menschen #igeiunsger Kneicht würde dann manches geschehen oder
der. #., Kuolig Verbleiben, was unseren Frauen zusätzliche La
Tinn 1e“ sen aufbürdet.
London, 8. November. Außenminister Be vin erklärte im Unterhaus, daß weder er noch sein Vorgänger im Außenministerium bei dem Versuch, ein außenpolitisches Problem zu lösen, die Atombombe damit in Verbindung gebracht habe. Er selbst habe es sich niemals erlaubt, daran zu denken, daß er diese oder jene Entscheidung erreichen könnte, weil Großbritannien im Besitze des Geheimnisses der Atombombe sei.
Wie groß auch die Gewalt der Waffen sein möge, und wer immer Außenminister sei, wenn einmal der Grundsatz, daß Probleme nur unter dem Gesichtspunkt des Rechtes gelöst werden können, aufgegeben werde, ginge es dem Abgrund entgegen.
„Ich glaube nicht, daß die Aufgabe der Neuordnung der Welt mit den alten Methoden bewältigt werden kann, wie sie z. B. bei der Friedenskonferenz von 1919 angewendet wurden. Es müssen so viele Dinge getan werden und in der ganzen Welt sind Menschen, die für einen höheren Lebensstandard des Volkes eintreten, als er je zuvor existiert.
Es herrscht überall ein allgemeines Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit, dem stattgegeben werden muß.
Die Frage ist nun, ob diese Forderung nach Erfüllung in ungeduldiger Weise gestellt werden darf, daß man sie nicht schnell genug befriedigen kann. Ich glaube, daß Präsident Truman in seinen 12 Punkten diesem Umstand Rechnung trägt und ich mache mir hierüber keine allzu großen Sorgen. In Beziehung zum Weltfrieden betrachte ich die Politik als absolut vorherrschenden Faktor, um eine Katastrophe zu verhindern, die jedem weiteren Gebrauch der zerstörenden Waffen folgen würde. Ich wende mich im Namen der britischen Regierung an alle Großmächte mit der Bitte, mit offenen Karten zu spielen. England ist dazu bereit.
Wir werden keine Schritte unternehmen, nichts tun oder zulassen, daß unsere Agenten oder Diplomaten etwas tun, um Haß zu schüren oder eine Lage zu schaffen, die Rußland in den osteuropäischen Ländern nachteilig sein könnte. Wenn man diese Sicherheit gegen Angriffe, gegen Intrigen und gegen das Schaffen von Schwierigkeiten bietet, dann kann ich es nicht anerkennen, daß es für die Folge unmöglich ist, die Tore zu schließen und jeden Wirtschafts= oder sonstigen Kontakt mit anderen Völkern zu verhindern.
Die britische Regierung nimmt für sich das Recht in Anspruch, mit Frankreich, Holland, Belgien, Skandinavien oder anderen Ländern im westlichen Block, die Großbritanniens Kulturfreunde und historische Verbündete sind, die dieselbe Demokratie anerkennen wie Großbritannien, zu verhandeln. Ich bin daher berechtigt, dafür zu sorgen, daß wir in unserem Gebiet gute Nachbarschaft pflegen, genau so wie jedes andere Land das Recht hat, sie in seiner eigenen Sphäre zu pflegen. Sie werden wahrscheinlich finden, ich sei in dieser Sache ein wenig energisch, aber ich bin ein wenig empfindlich und denke, das Haus wird zugeben, daß ich dazu berechtigt bin.“
Besuch Stalins erwünscht
London, 8. November.
Auf eine Anfrage im Unterhaus, ob die britische Regierung Generalissimus Stalin einladen wolle, Großbritannien in nächster Zeit zu suchen, erklärte der Vertreter der Regierung im Unterhaus Herbert Morrison: „Die Regierung würde sich außerordentlich freuen, Generalissimus Stalin in Großbritannien begrüßen zu können. Die Frage, zu welchem Zeitpunkt und aus welchem Anlaß eine Einladung an Generalissimus Stalin gerichtet werden soll, ist aber am besten dem Ermessen der Regierung überlassen.“
Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Amerika und Rußland
Trumans Botschaft an Kalinin
Washington, 8. November. In einer Botschaft, die er anläßlich des Jahrestages der Gründung der Sowjet=Union an Präsident Kalinin sandte, gab Präsident Truman seinem Vertrauen in eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen dem russischen und dem amerikanischen Volk zum Ausdruck.
Die Botschaft lautet: „Die Jahre, die vor uns liegen, bieten uns eine bisher noch nicht dagewesene Möglichkeit, friedliche Fortschritte zu erzielen und das Geschick der Menschheit zu verbes
sern. Das kürzlich erfolgte Inkrafttreten der Charta der Vereinten Nationen ist ein glückliches Vorzeichen für die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern und den freien Nationen. Ich bin voll Vertrauen, daß wir mit der Lage, die sich als Ergebnis unseres gemeinsamen Sieges präsentierte, erfolgreich fertig zu werden vermögen, wenn unsere beiden Völker während der kommenden Friedensjahre im gleichen Geiste zusammenarbeiten, der sie in vier Kriegsjahren beseelte.“
Der Krieg gegen die Kinder ..
Zahlen klagen an
London, 8. November.
Das Informationsamt der Vereinten Nationen hat eine Broschüre herausgegeben, die den Titel „Kinder von heute — Hoffnung von morgen“ trägt. Es ist die Geschichte der Kinder in den Gebieten, die von den Armeen Deutschlands und seiner Verbündeten überrannt und besetzt wurden, die Angaben und Zahlen in dieser Broschüre sind jedoch längst nicht vollständig, aber selbst so wie sie sind, sprechen sie eine furchtbare Sprache. Schätzungen zufolge ist etwa die Hälfte aller belgischen Familien auseinandergerissen worden. Nach amtlichen Statistiken, die in Deutschland und im besetzten Belgien veröffentlicht wurden, sind mindestens 600.000 belgische Männer und Frauen nach Deutschland verschleppt worden Weitere 70.000 Belgier waren Kriegsgefangene. Die
militärischen Verluste Belgiens, ausgenommen etwa 25.000 Zivilisten, die getötet worden sind, betragen ebenfalls rund 25.000. Etwa 30.000 Belgier wurden in Konzentrationslager oder Gefängnisse überführt. Dazu kommt auch noch die Tatsache, daß etwa,50.000 belgische Flüchtlinge und Soldaten in freien Ländern Zuflucht gefunden haben. Mit anderen Worten, zumindestens 10 Prozent des gesamten belgischen Volkes haben ihre Heimstätten verlassen müssen Dasselbe Bild, mit wenigen Anderungen, trifft zu auf alle elf anderen behandelten Länder Die Zahl der Menschen, die entwurzelt, verschleppt, gefangengesetzt oder getötet wurden, ist ungeheuer: Holland 1 Million, Tschechoslowakei 1½ Millionen, Frank
einige Länder wie Rußland und Griechenland liegen bisher noch keine Gesamtziffern vor. In Griechenland ist etwa ein Zehntel der Gesamtbevölkerung an Hunger gestorben. Die Kinder, die in Rußland die deutsche Besatzungszeit überlebt haben, sind äußerst unterernährt und leiden an nervösen Störungen. Viele von ihnen werden ihr ganzes Leben Spuren davon zurückbehalten. Viele Kinder haben zusehen müssen, wie ihre Eltern, Brüdex und Schwestern von den deutschen Unterdrückern gefoltert und erhängt wurden. Der amtliche Bericht gelangt zu folgender Schlußfolgerung:
„Wo immer die deutschen Armeen marschiertey, da haben sie der Jugend den Stempel des Elends aufgedrückt. Die Angriffe auf die Kinder waren das Ergebnis einer bewußten Politik, eines längst gefaßten Planes zur Entkräftung und Dezimierung der Bevölkerung in den Nachbargebieten des Reiches.“
Der Bericht zitiert die Erklärung von Generalfeldmarschall von Rundstedt:
„Wir Deutschen müssen eine doppelt so große Bevölkerung haben wie unsere Nachbarn. Deshalb werden wir uns gezwungen sehen, die Bevölkerung unserer Nachbarländer um ein Drittel zu verringern. Wir werden dies am besten durch planmäßige Unterernährung erreichen.“
Das war Rundstedts Erklärung über die Politik, die Deutschland so methodisch in den besetzten Ländern durchgeführt hat. Die Rettung der überlebenden des Terrors ist eine Aufgabe, die
reich 5½ Millionen, Polen 8 Millionen. Für von der ganzen Welt gelöst werden wird.
Gegen die Wahlschleicherei
Telephonischer Bericht unseres Wiener A. R.= Korrespondenten
Ein Teil der Wiener Presse zog in der letzten Zeit sehr heftig gegen die Methoden zu Felde, mit denen Nazis, die auf Grund des Gesetzes ihres Wahlrechtes verlustig gingen, sich auf Umwegen die Beteiligung an der Wahl zu erschleichen suchen. Das Staatsamt für Inneres verlautbart hierzu:
Personen, die wegen ihrer ehemaligen Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Partei oder zu den Wehrverbänden (mit den im Wahlgesetz enthaltenen Ausnahmen) vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, werden nachdrücklich gewarnt, sich die Wahlbeteiligung unter Ausnützung des Umstandes anzumaßen, daß ihre ehemalige Parteizugehörigkeit in ihrem derzeitigen Niederlassungsort nicht allgemein bekannt ist. Wenn solche Personen überführt werden, haben sie strengste Bestrafung zu gewärtigen.
Französische Kohlelieferung für Wien
Im Zuge der alliierten Aktion für Brennstoffbeschaffung für Wien haben die französischen Besatzungsbehörden eine besonders wichtige Aufgabe übernommen: die Beschaffung hochwertiger Kohle für das Städtische Gaswerk zur Erzeugung von bestem Leuchtgas. Die Kohle wird aus dem Ruhrgebiet herangeschafft.
Notstand in Niederösterreich
Eine Abordnung aus niederösterreichischen Industriegebieten wurde gestern vom Landeshauptmann Reither empfangen. Die Berichte über die Lage in den Notstandsgebieten sind erschütternd.
Die „Arbeiterzeitung“ schreibt heute: „Das Staatsamt für Volksernährung bemüht sich, aus Oberösterreich, wo die Salinen über große Vorräte an Speisesalz verfügen, Salztransporte nach Niederösterreich zu leiten, wo derartiger Salzmangel herrscht, daß vielfach nicht einmal das Brot gesalzen werden kann. Die Bemühungen blieben bisher erfolglos, weil die amerikanische Besatzungsbehörde Salzlieferungen in die russische Zone nur gegen entsprechende Kompensation zuläßt. Niederösterreich hat aber kaum Austauschgüter zu bieten.“
Die Aufräumungsarbeiten in Wien
In den Straßen von Wien befanden sich monatelang ungeheure Schuttmassen, die von den 4000 Gebäuden herrührten, die durch Fliegerangriffe und Kampfhandlungen in Trümmer gelegt worden waren. Dazu kamen gewaltige Kehrichtmengen, weil im letzten Kriegsjahre und in den ersten Monaten nach der Befreiung jede Abfuhr unterblieb 800.000 Kubikmeter Schutt und über 200.000 Kubikmeter Kehricht hatten sich in Straßen und öffentlichen Anlagen angesammelt. Durch eine Säuberungsaktion, für die Nationalsozialisten herangezogen wurden, bei der aber auch die übrige Bevölkerung Hilfe leisten mußte, wurden im September und Oktober 400.000 Kubikmeter Material entfernt. Nach einem Bericht, den Vizebürgermeister Speiser nunmehr vorlegte, ist mit Beendigung der
Aufräumungsarbeiten nicht vor Frühjahr zu rechnen, zumal durch notwendige Sprengungen von Hausruinen neue Schuttmengen täglich hinzukommen.
Selbsthilfe der Österreicher im Ausland Die vor dem Naziterror nach Ungarn geflohenen Österreicher haben unter Leitung von Hofrat Loidl ein Hilfsbüro geschaffen, das nunmehr bereits den fünften Heimtransport von Deportierten und Flüchtlingen durchführen mußte.
In Paris bemühen sich zwei Organisationen, der 1940 gegründete „Verband zur Befreiung österreichs“ und die „Österreichische Freiheitsfront“ um die Wahrnehmung der Interessen der 5000 Österreicher in Frankreich.
Neuaufbau der Fremdenverkehrswerbung
Vom Staatsamt für Handel und Verkehr wurde die österreichische Zentralstelle für die Förderung des Fremdenverkehrs unter Leitung von Dr. Hans von Becker ins Leben gerufen. Diese wird in Zusammenarbeit mit den Landesstellen an die Wiederaufrichtung der österreichischen Verkehrswerbung schreiten, die im Ausland durch eine Reihe von Jahren beispielhaft gewirkt hat. In den letzten Jahren vor dem Einbruch der Deutschen belief sich die jährliche Durchschnittszahl der Fremden auf 430.000, der Zustrom an ausländischen Zahlungsmitteln aus dem Fremdenverkehr auf über 200 Millionen Schilling.