Tiroler Tageszeitung 1945

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Seite 2 Nr. 117
Tiroler Tageszeitung
Mittwoch, 7. November 198
7. Non
Geseimakten Görings über den „Fall Österreich 1938“
Aus Berlin berichtet ein amerikanischer Pressekorrespondent, er sei in den Besitz geheimer Dokumente der Nazis gelangt, die er im Berliner Luftfahrtministerium gefunden habe. Diese Dokumente, so erklärt der Korrespondent, tragen die Aufschrift
„Geheimarchiv=Besprechungen: Der Fall Österreich 1933“
Nach Ansicht des Korrespondenten sind diese Dokumente ein Beweis für den Druck, der von Göring und den Wiener Nationalsozialisten auf Präsident Miklas ausgeübt wurde, um ihn zu zwingen, den Führer der österreichischen Nationalsozialisten, Seyß=Inquart, als Bundeskanzler einzusetzen. In dem Bericht des Korrespondenten heißt es weiter: Als Präsident Miklas sich energisch weigerte, dieser Forderung nachzukommen, übermittelte Göring Sey=Inquart am 11. März folgendes Ultimatum: Begeben Sie sich sofort mit dem Generalleutnant Muff, dem deutschen Militärattaché in Wien, zu Präsident Miklas und erklären Sie ihm, daß unsere Truppen, die entlang der österreichischen Grenze stehen, in Österreich einmarschieren werden, falls unseren Forderungen nicht
unverzüglich Folge geleistet wird. über die Haltung des Bundespräsidenten muß uns sofort
Meldung erstattet werden. Sagen Sie ihm: Jetzt wird es ernst. Falls Sie uns 7.30 Uhr nicht gemeldet haben. daß Ihnen von Miklas die Bundeskanzlerschaft übergeben wurde, marschieren wir in Österreich ein.“
In einem Telephongespräch mit dem damaligen Staatssekretär Keppler sagte Göring:
„Die Würfel sind gefallen.“
Göring erteilte den Befehl, die deutsch=österreichische Grenze zu schließen. Den Mitgliedern der NSDAP in Österreich gab er die Anweisung, Uniform anzulegen, und den führenden österreichischen Nazis erteilte er den Befehl, in ganz Österreich die Schlüsselstellungen zu besetzen. Kurz vor 8 Uhr abends erhielt Göring von Seyß=Inquart einen dringenden Telephonanruf. Er wurde in Kenntnis gesetzt, daß Schuschnigg im Rundfunk erklären werde, Deutschland habe an Österreich ein Ultimatum gerichtet und die österreichische Regierung sei zurückgetreten. Darauf sagte Göring, er würde nunmehr den Marschbefehl geben. Göring erteilte darauf General Muff telefonisch seine Befehle und gab Seyß=Inquart die Anweisung. die Macht an sich zu reißen. — In den frühen
Morgenstunden des nächsten Tages marschierten deutsche Kolonnen über die österreichische Grenze.
Der Leser hat das Wort
Zum Wahlgesetz
Die in Ihrem Blatte veröffentlichte Kompromißlösung besagt, daß den Mitgliedern des NSKK und NSFK das Wahlrecht zugebilligt wird, die nicht Mitglied der NSDAP waren.
Wo sind die Tausende Kriegsopfer, die nicht Mitglied der NSDAP waren, weil sie Gegner des Nationalsozialimus waren, aber, um Hilfe und Unterstützung zu finden, sich in die Kriegsopferversorgung aufnehmen lassen mußten? Sollten die Tausende Kriegsopfer, die nicht Mitglied der Partei waren, deswegen vom Wahlrecht ausgeschlossen sein, die Armsten unter den Armen, die Opfer des Hitlerkrieges, die ihre Glieder, Gesundheit, Augenlicht opfern mußten? Ausgeschlossen vom primitivsten Recht des anständigen, hitlerfeindlich eingestellten Staatsbürgers, nur weil er wegen des bißchen Versehrtengeldes, wegen Zubilligung einer Prothese oder Heilaufenthalt einer Kriegsopferversorgung beitreten mußte, die erst 1943 von der Partei übernommen wurde Kriegsopfer, die
Mitglieder des NSKOV sind und nicht Parteimitglieder, haben mehr Anrecht auf das Wahlrecht als NSKK und NSFK.
Privatangestellte — Reichsdeutsche
In der kürzlich stattgefundenen Versammlung des Arbeiter= und Angestelltenbundes im Leopoldenheim wurde u. a. auch eine Frage angeschnitten, die unserer heimischen Arbeitnehmerschaft am Herzen liegt. Es ist das die Frage jener deutschen Staätsangehörigen, die im Zuge der deutschen Invasion in österreich, nach dem März 1938 aus irgendeinem Grunde nach Österreich übersiedelt sind.
Es war bekanntlich ein Heer von Parteiangestellten, Heeresbeamten, öffentlichen Angestellten aller Art (DAF., Versicherungen, Industriebetriebe mit reichsdeutschem Einfluß u. a. m.), die damals nach Österreich kamen, mit der festen
Absicht, nicht mehr fortzugehen. Tatsache ist jedenfalls, daß wir nicht wenige solche deutsche Staatsangehörige hier haben, die jetzt als Angestellte in Tirol untergetaucht sind, Aufenthaltsbewilligungen wegen Krankheitsfälle in ihrer Familie oder aus anderen Gründen erreicht haben.
Ich weiß einige solcher Fälle. Darunter ein Mann aus Köln, der bis zur militärischen Niederlage in der Kanzlei Hofers als Parteiangestellter tätig war und jetzt in einer Versicherungsanstalt als Angestellter dder Vertreter „arbeitet“. Ein zweiter Fall betrifft einen ehemaligen deutschen Heeresbeamten, der jetzt in einer Kartoffelgroßhandlung als Angestellter arbeitet. Solche Fälle gibt es aber viele! Vielleicht würden die Leute nirgends in Stellung sein und von ihren baren Mitteln leben, aber der Lebensmit
telkartenbezug verpflichtet sie, „tätig“ zu sein.
Anderseits gibt es aber in Innsbruck allein bereits viele österreichische arbeitslose Privatangestellte, die aber nicht so viele Beziehungen haben, wie die Leute aus der Naziära, die überall leicht Unterschlupf finden. — Einem kürzlichen Bericht der Privatangestelltengewerkschaften aus Salzburg ist zu entnehmen, daß es in Salzburg allein bereits mehr als zweitausend arbeitslose Privatangestellte gibt (Bericht des Gewerkschaftssekretärs Hell aus Salzburg).
Warum findet nicht der früher selbstverständlich gewesene Schutz der heimischen Angestelltenund Arbeiterschaft Anwendung? In Österreich mußte die Beschäftigung jedes Ausländers von der Industriellen Bezirkskommission bewilligt sein und diese Bewilligung wurde nur gegeben, wenn es sich um die notwendige Beschäftigung von besonderen Fachkräften handelte. Brauchen wir aber ausländische Schreibkräfte, an denen wir selbst überfluß haben? Es wäre an der Zeit, die alten österreichischen Schutzbestimmungen zum Wohle unserer stellenlosen Angestellten in Kraft zu setzen.
Rotruf an das überfallskonmando der Polizei: 61 61, Klappe 51.
Dabei mollten sie siegen
Von Verus
Vorne der General — hinten die Sau!
Auf einem kleinen Flugplatz im Protektorat herrschte emsiger Betrieb. Ein General war mit einem großen Flugzeug gekommen, um zu „inspizieren“, wie es hieß. In Wirklichkeit ließ er aber von willfährigen Untergebenen in Windeseile einige Kleinigkeiten „organisieren“ — so lautete der beschönigende Fachäusdruck für jede Art von widerrechtlichem Aneignen Ein Gefreiter, im Zivilberuf Diplomingenieur für Flugzeugbau, war der Verlademannschaft zugeteilt. Der legte nun ein Verzeichnis dieser „Kleinigkeiten“ an, so weit nicht eine allzu feste Verpackung ihn daran hinderte, einen Blick in die vielen Päckchen und Schachteln, Kistchen und Kisten zu werfen. Neben einer Menge Flaschen französischen Weines, der zu Weihnachten an die Truppe hätte verteilt werden sollen,
standen da rund 800 Paar Seidenstrümpfe, eine Reihe großer Blechtrommeln voll der verschiedensten Kanditen, wie z. B. Drops, Karamellen, Hustenbonbons, ferner Kisten mit Würfel= und anderem Zucker, Schachteln mit Zahnpaste, Anzugsstoffe und noch viele andere schöne Dinge, mit denen „man“ seinen Vorgesetzten im Reichsluftfahrtsministerium günstig stimmen konnte. Die Krone kam aber erst noch. Der Fleischhauer des nahen Marktfleckens hatte nämlich seinen ganzen, selbstverständlich auch für die Zivilbevölkerung bereitgehaltenen Wurstvorrat herzugeben und da dies nun einmal dem Herrn General nicht genügte. wurde eine eben eingelieferte lebende Sau auch noch dazugenommen. Da der Flugzeugführer für einen späteren Start wegen kurz
bevorstehender Wetterverschlechterung die Verantwortung hätte nicht tragen können, unterblieb die Herstellung eines Verschlages und die Sau wurde unverpackt in die „Ju 52“ verladen. Beim Start, wo das gesamte Offiziers=, Ingenieurs= und Beamten
korps zur Ehrenbezeigung Aufstellung genommen hatte, dahinter noch das fliegertechnische Personal, grüßte der General freundlich=leutselig winkend aus dem Vorderteil des Flugzeuges, während die Sau neugierig, wie solche Tiere eben einmal sind, beim letzten Fenster heraussah. Der General mag sich über seine offensichtliche Popularität sehr gefreut haben, denn alles, was da stand — stramm die Hand an den Mützenrand gelegt — grinste natürlich von einem Ohr bis zum anderen über diesen bestimmt nicht alltäglichen Anblick.
Was tat nun der erwähnte Ingenieur mit seiner Liste? Er vervielfältigte sie und schickte mit entsprechenden Begleitworten je ein Exemplar derselben an: erstens die NSDAP., zweitens die Protektoratsgendarmerie, drittens die „Deutsche Gendarmgrie in Böhmen und Mähren“ und viertens an die Gestapo. Hierzu ist noch zu bemerken, daß ein in gleicher Weise ertappter gewöhnlich Sterblicher nach den damals bestehenden Bestimmungen zum Tode verurteilt worden wäre. Es ist fast überflüssig zu sagen, daß dem Herrn General nichts passierte. Sollte der Fall wirklich zu einem Vorgesetzten von ihm gelangt sein, so wurde von dem Betreffenden, der ja an der Beute sicher Teil hatte, eine solche Sache mit einem wohlwollenden Lächeln als „Panne“ abgetan. Meist bekamen aber
solche Akten Unterläufel in die Hände, die dann das betreffende Schriftstück einfach unter den Tisch fallen“ ließen und oft genug für den, wie sie meinten, glänzenden Dienst, den sie einem solchen hohen Vorgesetzten erwiesen hatten nicht einmal entsprechend entlohnt wurden Sie waren ja zu unbedeutend, um wirklich ernstlich schaden zu können. Mehrere Wochen nach der Absendung der Meldung waren verstrichen und noch immer hatte sich nichts gerührt Da riß dem Ingenieur die Geduld. Er wollte noch einen letzten Versuch machen und schrieb daher die Sache dem „Schwarzen Korps“, dem man nachrühmte. Skandale an die öffentlichkeit zu zerren. Mit viel Genuß und
„Die Stimmung in Italien: keine Revolution —
sondern Amtsschimmes“
Rom, 6. November.
Dem Bericht eines Sonderberichterstatters zufolge findet man im verwirrten Italien von heute eine große Anzahl unerklärlicher Paradoxe. Einerseits drehen sich die Diskussionen in den Salons und Kreisen der Gesellschaft um die angeblich drohende Diktatur. Anderseits fehlt es den führenden politischen Kreisen der extremen Linien an Fanatismus, und es bestehen keine Anzeichen dafür, daß sie die Absicht haben, eine rote Tyrannei zu errichten. Der Herausgeber der „Liberta stampa“ einer gutunterrichteten römischen Tageszeitung, die viel Kapital hinter sich hat, schrieb vor einigen Tagen: „Italien ist wieder zu einem totalitären Staate geworden und die Linke ist am Ruder.“ Kenner der politischen und sozialen Lage sind sich jedoch darüber einig, daß die Stimmung in Italien
nicht revolutionärer ist. Die früheren Linksparteien verzichten auf eine Revolution und setzen ihre Hoffnungen st.“ dessen in politischen Schachzügen. Sie wollen es auf keinen direkten Zusammenstoß mit den Konservativen ankommen lassen, die in der christlichsozialen Partei mit ihrer starken bäuerlichen Anhängerschaft vertreten sind. Aber in ganz Italien gibt es Millionen junger und weniger junger Menschen, die eben erst Geheimverschwörung und Bürgerkrieg hinter sich haben und die nicht alle zu der gegenwärtig herrschenden Richtung gehören. Die Neigung, das Partisanenwesen aufrecht zu erhalten, ist viel zu vorherrschend, als daß sie sofort durch gemäßigte Leute abgelöst werden konnte.
Eine Anzahl von Vorkommnissen zeugen von der Intoleranz der Kommunisten gegen die Ansichten anderer politischer Gruppen, besonders in kleinen Orten. überdies agitieren die Kommunisten pausenlos für eine Amtsenthebung von hohen Beamten und Ingenieuren, die während der zwanzig Jahre Faschismus rasch Karriere gemacht haben. Es ist bezeichnend, daß das Oberhaupt des „Säuberungsministeriums“ der fanatische Kommunist Seoccimarro ist. Es ist durchaus möglich daß trotz der Tatsache, daß die rote Fahne auf dem Mast gesenkt wurde, der ehemaligen herrschenden Klasse eine wirklich rote Gefahr droht. aber die Waffe, die gegen sie gerichtet wird dürfte viel eher der Amtsschimmel als die Guillotine sein.
Keine britische Intervention wegen Istrien London, 5. November.
Informierte Londoner Kreise halten eine britische Intervention bei den jugoslawischen Behör den auf den Protest Italiens gegen die jugoslawische Herrschaft in Ost=Venetien hin für unwahrscheinlich. Dieser Teil Veneziens wurde auf Grund des Abkommens vom 9. Juni von den jugoslawischen Truppen besetzt, und politische Be obachter sind der Ansicht, daß dieses Abkommen schon den Keim für zukünftige Zwischenfälle in sich trug. Zu den Verpflichtungen der Jugoslawen gehört die Rückführung deportierter Personen und die Rückgabe von Eigentum, welches westlich der Demarkationslinie konfisziert wurde.
Eine Kundgebung für Südtirol
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Bei der Delegiertentagung der Österreichischen Volkspartei in Tirol wurde folgende Resolution angenommen:
„Die Delegiertentagung der „Österreichischen Volkspartei“ in Tirol entbietet in geschichtlicher Stunde den Brüdern in Südtirol herzlichen Gruß. Sie erklärt es als selbstverständliches Streben des ganzen Volkes nördlich und südlich des Brenners, nach 27 Jahren der Trennung seine staatliche Gemeinsamkeit wieder hergestellt zu sehen. Das ganze Tiroler Volk ist sich bewußt, daß durch die Nichterfüllung dieses Strebens für die Südtiroler die Existenz selbst bedroht, für Nordtirol und Österreich aber eine geographische Verstümmelung geschaffen würde, der eine Kette politischer Krisen folgen müßten. Die „Österreichische Volkspartei“ wird daher alle Kraft einsetzen, um zusammen mit der Bundesregierung die Großmächte von der demokratischen Gerechtigkeit des tirolischen
Anspruchs zu überzeugen.
Inzwischen tragen unsere Landsleute im Süden schwer an den Auswirkungen der faschistischen Politik, besonders des Schandvertrages Hitler=Mussolini über die Aussiedlung der Südtiroler. Aber unsere Landsleute, die sich eine vorbildliche Organisation geschaffen haben, lassen sich dadurch vom tirolischen Ziel nicht abbringen. Wir Nordtiroler wollen ihnen Treue um Treue halten.“ (25K.)
Zur Rechtslage der Südtiroler Optanten
Die „Dolomiten“ vom 19. September brachten
folgende Meldung: Der Höhere Alliierte Kriegsgerichtshof fällte am 17. September 1945 im Strafprozeß Tribus Arnold und gegen Wegleiter
essigscharfer Pikanterie prangerte man dort z. B. eine Drogenfirma an, die der Wehrmacht Kuhmist, vermengt mit Waldstreu, als „Deutschen Wald=Tee“ verkauft hatte. Aber an einen General der „besten Luftwaffe der Welt“ traute man sich natürlich nicht heran. So blieb auch diese Eingabe ohne Wirkung für den General — nicht aber für den Ingenieur den kleinen Gefreiten. Zuerst versuchte man den unangenehmen Mitwisser aus dem Wege zu räumen, indem man ihn „zur Bewährung“ an die Front versetzte. Doch der Mann tat ihnen nicht den Gefallen, auf dem Felde der Ehre zu bleiben. Er kehrte nach etlichen Monaten Dienst in den vordersten Linien heil zurück. Jetzt war es inzwischen so weit, daß man ihn vor das „Feldgericht“ stellte Ein ekelerregendes Schauspiel nahm
seinen Lauf. Als der Ingenieur nach der Verlesung der Anklageschrift, die den wahren Sachverhalt vollkommen entstellte, das Wort ergreifen wollte, wurde er sofort von mehreren Vorgesetzten niedergebrüllt. Die von ihm angeführten „fielen um“ indem sie mehr oder minder gezwungen erklärten, „sich an nichts mehr erinnern zu können“. Erfolg: Der Gefreite wurde zu sechs (!) Monaten schweren Kerkers (verbunden mit dem Verlust seines akademischen Grades) wegen „respektwidrigem Verhalten gegen einen hohen Vorgesetzten“ verurteilt. Trotz völliger Unbescholtenheit des Angeklagten wurde die Strafe als unbedingt ausgesprochen und mußte sofort angetreten werden. Die Junkers=Werke, die den Ingenieur kannten erreichten daß nach drei Monaten die Strafe bis
Kriegsende ausgesetzt werden konnte, da man auf derart tüchtige Fachkräfte zu dieser Zeit in der Flugzeugindustrie keine weiteren drei Monate“ mehr verzichten konnte. Wäre der Krieg andefs ausgegangen. hätte der hochanständige Mensch seinen Versuch zur Brechung der Korruption mit seiner Existenz bezahlen müssen; ganz abgefehen von der Kerkerstrafe schon als solcher.
Alois aus Lana, Ochner Anton und Fritz Bruno aus Burgstall sowie Johann Pircher aus Algund ein grundsätzlich richtungweisendes Urteil: Die fünf jungen Südtiroler standen unter der Anklage, gegen die Provinz=Verordnung Nr. 17 de Alliierten Militärregierung verstoßen zu haben weil sie es unterlassen hätten, sich als feindliche Ausländer der örtlichen S.cherheitsbehörde von Lana zu stellen und sich d rt registrierenz lassen. Diese in Südtirol geborenen und hier ansässigen jungen Leute waren auf Grund ihrer sei nerzeitigen Option für Deutschland zur Wehr macht eingezogen worden und im Laufe der ersten Monate 1945 in ihre Heimatsgemeinde zurückgekehrt. Es stand nun zur Entscheidung, ob sie als abgewandert zu betrachten und somit nach ihm Rückkehr als
feindliche Ausländer anzusehenn# ren, die, wie bekannt, der Anmelde= und Regi strierungspflicht unterworfen sind. Nach Abschluf des Beweisverfahr ns verkündigte der Mler## Kriegsgerichtshof in übereinstimmung mit den Antrag der Verteidigung, welche Rechtsanwal Dr. Sand für alle fünf Beschuldigten führte, den Freispruch sämtlicher Angeklagten. Hmniiimimnnmnmmmnmnmmmnmnmmanmmnmnnntngtmnenen
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Ein Radfahrer
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Neuestes vom Tage
Japanische Kriegsfabriken, die auf Friedensproduktün umgestellt werden können, sollen abgerissen und in dies freiten asiatischen Länder abtransportiert wene
China wird bei der Vergrößerung seiner Militin macht von Amerika unterstützt werden.
Der Ministerpräsident der Tschechoslowakei berichte, daß die russische Besatzung wesentlich verminden werden wird.
Eine Entschließung angesehener koreanische Kreise fordert die vollständige Unabhängigkeit Koreas.
Der jugoslawische Finanzminister erklärte, Jugoslawien den Tatsachen nach schon längst Republi sei und daß diese Feststellung von der am 11. Novemon neu zu wählenden Skuptschina getroffen werden wird.
Die sowjetische Presse erhebt gegenwärtig heftige Von würfe wegen der Haltung der Türkei während d# Krieges.
Ein Sprecher des amerikanischen Heeres berichtet, das von 409.437 Arbeitern, die in der amerikanischen Zen
erlins registriert sind, 74.917 nichts arbeiten.
In London trafen sich Vertreter von 37 verschieden Nationen — die Sowsetunion war nicht vertreten — un die Errichtung einer Erziehungs= und Kulturorganisation der Vereinten Nationen zu berata
In der amerikanischen Besatzungszone Deutschlandt wurden weitere 21 Direktoren der sechs größe ten Finanzinstitute Deutschlands verhaf tet, denen die Finanzierung des deutschen Kriegsapperates und die Ausbeutung der besetzten Länder zur Las gelegt wird.
Furtwängler, der sich in einer Schweizer Klin befindet, muß die Schweiz am 30. Rovember verlasse haben.
Fal
Von der Krir den der 1912 ge Tusch aus Ins sangebliche Kar Breslau verhaft Die beiden habe inalbeamte zu ühren zu dürfe leichsmark Barsund einen goldeKriminalpolizei in großer Teil. werden.
Won Künstle
Nax Spielmanr
Auf dem Weltjugendkongreß in Londer wurde gefordert, daß das Geheimnis der Atombomben erzeugung der Weltsicherheitsorganisation übergeben den solle.
„News Chroniele“ verzeichnet das Gerücht, daß Churchill sich am Ende des Jahres aus dem öffentlichen Leben zurückziehen werde, um seine Memoiren zu schreiben.
Die Verwaltung von Bremen wird zwischen der Engländern und Amerikanern geteilt.
König Georg von England sagte in einer Ansprache an Wissenschaftler: „Betrachtet eure Kenntnisse und euer Wissen stets als ein euch zum Rutzen der Menschheit anvertrautes Gut und sellt daber sicher, soweit es in eurer Macht ist, daß die Wissenschaft niemals für gebraucht werde, die das höhere Gewissen der Menschheil verletzen.
* Der König von England hat sieben hervorragende länder in den Adelsstand erhoben mit dem Zwecke, die bisher im Oberhaus wenig vertretene regierende Arbeiterpartei zu stärken.
Die Friedensstärke der USA=Marine soll nach einen vorliegenden Gesetzentwurf eine halbe Million Mann betragen.