Tiroler Tageszeitung 1945
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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Crrolia. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Samstag, 3. November 1915
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Um die Pressefreiheit zu ermöglichen und das für die Parteiblätter vorgesehene Papierquantum freizustellen wird ab Montag die Auflage der „Tiroler Tageszeitung“ in beträchtlichem Maße verringert. Hmmmkmimnmummmmmmmmmmmmmmmmmmmmnmiummmmmmmmmmmmnn
Gespräche
mit Staatskanzler Dr. Renner und Kardinal Dr. Innitzer
Eine Berichterstatterin unseres Blattes weilte während der letzten Tage in Wien. Sie hatte Gelegenheit, mit führenden Persönlichkeiten Fühlung zu nehmen. In einem Interview, dessen Inhalt wir bereits vor zwei Tagen veröffentlicht haben, sprach sich Staatskanzler Dr. Renner über die brennenden Tagesfragen aus, wie über die Bünsche des österreichischen Volkes nach Locketung der Demarkationslinien, Regelung der Wähtungsfrage und Aufnahme wichtiger handelspolitischer Beziehungen zum Ausland.
Aus den Ausführungen des Staatskanzlers ging auch hervor, daß die Südtiroler Frage bevorzugt behandelt wird.
Ein Empfang bei Kardinal Erzbischof Dr. Innitzer brachte lebhafte Berührungspunkte. der Kirchenfürst erkundigte sich sofort. ob Innsbruck durch den Krieg sehr gelitten habe. „Bei uns sieht es traurig aus. So viel wurde verwüstet; aber alle Wiener sind sich einig in dem bestreben, so schnell als möglich wiederaufzubauen. Den Stephansdom hoffen wir im Verlaufe des nächsten Frühjahres so gut als möglch auszubessern. Leider ist des Domes größte Glocke, die altbekannte „Brummerin“ geborsten und zum Teil geschmolzen. Aber wir hoffen, auch ##wieder etwas zustandezubringen. — Es wäre lesser, wenn nicht die SS alles bis zum letzten sunls zerstört und angezündet hätte. Nach allen in Schrecken und Wirrnissen sind die Wiener #sehrlapfer. Sie wollen sich nicht
unterkriegen — lssen Das Kunstleben, auch auf dem Gebiete der — enmusik, nimmt einen raschen Aufschwung.“ Der Kirchenfürst erzählt dann noch anschaulich von den Ereignissen der letzten April= und ersten Agitage. „Man wird es mir nicht glauben, aber chhabe selber stundenlang mit meinen vielen underen Helfern mit dem Feuerpatschen und dem kschlappen den Funkenflug vom Dom herüber gwehrt. Nur mit größter Mühe konnte der historische Bau inmitten der brennenden Häuser ringsum heil bewahrt werden.“
banduhr am *. Die Entbehrungen der Jetztzeit, denen der Karriumphkino od zinal nicht ausweicht, finden ihn sehr gefaßt und St Untversitäts. bedürfnislos.
nwes der in „Der Kontakt zwischen den Alliierten und mir ricdrich-Str. ##soerklärte er, „sehr gut. Ich werde ständig Herlohn abrig von Offizieren der verschiedenen Besatzungen be
Unterstaatssekretär Dr. Gruber über Südtirol
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27. Okt. vorm. enbach oder im nach Brixlege Brieftasche m. Skarte, Lebensa. Der Finder an der Bahnoder Brixless 14-201
am 26. Oktob. ssen. Um Rück=lohnung, Fundbeten. 1421
(Eigenbericht der „Tiroler Tageszeitung") Unsere Berichterstatterin in Wien wurde von Unterstaatssekretär Dr. Gruber empfangen.
„übermitteln Sie“, sagte er, „meine allerherzlichsten Grüße den Tirolern. Ich hoffe, daß ich bald nach Tirol kommen werde, um am Wahlkampf teilzunehmen. Mögen die Tiroler beim Wahlkampf aber bedenken, daß sie zusammenhalten müssen, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und sodann in der Zukunft wirken zu können. Als anerkannte Regierung
können wir jetzt mit einem formellen Schritt an die Alliierten herantreten und um Rückgliederung Südtirols bitten. Nach diesem Schritt werden wir die unmittelbare Fühlungnahme mit den Beteiligten aufnehmen. Aber eine überzeugung können die Südtiroler und die Tiroler haben: Es wird nichts versäumt. Es vergeht kein Tag, wo nicht mit irgendeiner Persönlichkeit diesbezüglich Fühlung genommen wird. — Die Schwierigkeiten dürfen nicht unterschätzt werden, aber ich hoffe das Beste.“
Brief Stalins an Truman „zufriedenstellend“
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Wege innere mal, Wilten,
Engeriien Dr. v. Schuschnigg Zeuge im KriegsKitzbühel wur verbrecherprozeß
eneniuin girek London, 1. November. Aus Rom wird gebritie liegenge neldet, daß sich der ehemalige österreichische Bunle hnabe ich in dskanzler Dr. Kurt v. Schuschnigg nach NürnI. Miehnel# berg begeben hat, um im Kriegsverbrecherprozeß aser Stie #3 als Zeuge einvernommen zu werden.
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Washington, 1. November. Präsident Truman sagte auf einer Pressekonferenz, er erwarte, daß Rußland bald an der Konferenz der Fernost=Beratungskommission über die überwachung Japans teilnehmen werde. Die Eröffnungssitzung fand Dienstag statt und es waren 10 von den 11 eingeladenen Nationen anwesend. Es fehlte nur Rußland.
Der Präsident sagte auch, daß er von Generalissimus Stalin eine Antwort auf seinen Brief von voriger Woche erhalten habe, die sehr zufriedenstellend sei. Den Inhalt gab Präsident Truman jedoch nicht bekannt. Auf eine Frage antwortete Präsident Truman, daß er keine besondere Annahme der Einladung der Vereinigten Staaten, an der Konferenz teilzunehmen, erhalten habe, sagte aber, daß er erwarte, daß die sowjetischen Delegierten bald eintreffen werden. Die anderen auf der Konferenz vertretenen Nationen sind: die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, China, Australien, die Niederlande, die Philippinen, Neuseeland und Indien. Präsident Truman führte weiters aus, der Inhalt der beiden Briefe würde zu geeigneter Zeit bekanntgegeben werden. —
Der Präsident teilte der Konferenz mit, daß
Großbritannien und Kanada ebenso wie die Vereinigten Staaten gewußt hätten, „wie“ — die Atombombe erzeugt werde, sagte aber, daß er nicht glaube, daß es wahr sei, daß der verstorbene Präsident Roosevelt und der frühere Premierminister Churchill in Quebec ein Geheimabkommen für die Friedensverwendung der Atomenergie getroffen hätten.
Mit Bezug auf seine bevorstehende Zusammenkunft mit dem britischen Premierminister Attlee und Premierminister Mackenzie King von Kanada sagte der Präsident, Attlee werde mit ihm über verschiedene Themen sprechen, komme aber hauptsächlich wegen einer Aussprache über die Atomenergie. Er sagte weiter, der nächste Schritt einer Einigung der drei Mächte über die Atombombe wird eine Besprechung über die Regierungen Europas sein.
Der Präsident versicherte, daß er mit General Eisenhower übereinstimmte und sagte, es sei geplant, am 1. Juni 1946 die Verwaltung Detschlands einem vom amerikanischen Präsidenten bestimmten Oberhaupt zu übergeben. Da die Zivilverwaltung von der militärischen Besetzung getrennt sein wird, wird eine Polizeitruppe notwendig sein.
Byrnes über die Beziehungen zu Rußland
Washington, 1. November.
Der amerikanische Außenminister James Byrnes erklärte, daß die Vereinigten Staaten sich nie irgend einer Gruppe europäischer Staaten anschließen würden, die gegen Rußland feindselig eingestellt ist. Er drückte auch sein Vertrauen darin aus, daß Rußland seinerseits davon abstehen würde, sich an irgend einer Intrige, die auf der östlichen Halbkugel gegen die Vereinigten Staaten geschmiedet werden könnte, zu be
teiligen. Byrnes fügte hinzu: „Wir können regionale Vereinbarungen nicht als Ersatz für ein weltumfassendes System erkennen. Wir alle leben in der gleichen Welt, und im Zeitalter der Atomenergie sind regionale Isolationsbestrebungen noch weitaus gefährlicher als nationale. Wir können es nicht zulassen, daß diese Art der Zusammenarbeit, die zur Erhaltung des Weltfriedens erforderlich ist, in Sphären einseitiger Einflüsse und besonderer Vorrechte geteilt wird.“
die SS vor Therese Neumann floh
Harold Dittmann, ein junger amerikanischer Soldat, der bei der katholischen Militärseelsorge der 190. amerikanischen Artilleriegruppe beschäftigt war, erzählte, wie Therese Neumann, die Stigmatisierte von Konnersreuth der Verhaftung durch die SS entkam. Gleich am Anfang ihrer Herrschaft hatten die Nazis dem Pfarrer von
Innitzer und die Vertreter der weltlichen Behörden bei der Ehrenpromotion für Staatskanzler Dr. Renner in der Wiener Universität
Konnersreuth aufgetragen, der Therese Neumann die Ausübung jeder religiösen Tätigkeit zu verbieten. Als der Pfarrer sich dessen weigerte, gingen die Nazis auf eigene Faust vor. Als die SS. ankam, um sie zu verhaften, befand sich Therese Neumann gerade in Ekstase. Niemals sonst bewegt sie sich während der Ekstase. Diesmal aber stand sie auf und eilte zur Türe, um die S S. zu empfangen. Sie trug auf der Stirne eine Wunde in der Form einer Krone, das Blut der Stigmata floß von ihren Händen, von den Füßen und von der Seite. Sie breitete ihre Hände gegen die Nazis aus, wie um sie zu empfangen. Die S S.=Leute erbleichten und flohen davon. Sie kamen niemals wieder.“ Der genannte Harold Dittmann hat dreimal Therese Neumann gesehen, wie sie von der Stirn,
von den Händen und von den Füßen Blut vergoß und blutige Tränen weinte. „Außerhalb der Ekstase“, so sagte er. „ist sie genau so normal wie jede Person ihrer Umgebung Sie lacht und springt.“
Aufschlüsse über das Attentat auf Heydrich Wiesbaden, 1. November. Die Attentäler, die am 20 Mai 1942 in Prag den Angriff auf Heydrich unternahmen, waren Tschechen, die mittels Flugzeug aus England gekommen waren. Ihr Anführer war der 30jährige Leutnant Oplatal. Vier Leute waren schon früher in der Tschochoslowakei mittels Fallschirm abgesetzt worden, um die Vorbereitungen für das Attentat zu treffen. Mit diesen zusammen beging Oplatal und zwei weitere seiner Leute Selbstmord, als sie von der Gestapo in der Karl= Borromäus=Kirche umzingelt worden waren. Ein weiterer tschechischer Fallschirmspringer befindet sich jetzt in Haft. Er steht unter der Anklage den Deutschen das Versteck der Attentäter in des Kirche verraten zu haben.
Amerikanische Hilfe
für Österreich
New York, 1. November. Wie die „New York Times“ berichtet, ist ein unpolitisches und unparteiisches Komitee, das sich die Gewährung amerikanischer Hilfe an Österreich zum Ziele setzt, gebildet worden. Präsident der neuen Organisation, die ihren Sitz in New York hat, wurde Robert Louis, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der „Emigrant Industrial Savings Bank“. Das Komitee, das den Namen „American relief in Austria“ (amerikanische Hilfe für Österreich) trägt. ist ermächtigt, ein allgemeines Hilfsprogramm durchzuführen. „Die Gründer des Komitees“, so heißt es in der Bekanntmachung, „vertreten die Ansicht, daß Österreich kein feindliches Land im eigentlichen Sinne des Wortes ist, die Okkupation durch Deutschland erfolgte gegen den Willen der großen Mehrheit
seines Volkes.“ Dem Komitee gehören weiter an: Als Vizepräsident: Lady Armstrong, George E. Warren, Paul Lester, Wiener. Als Schatzmeister: Rodman Parvin; als Sekretär: der frühere Richter Stephen S. Hackson. Weitere Mitglieder des Ausschusses sind: George Bagby, Abraham Bluestein, Mrs. Sidny C. Borg, Hermann A. Brasier, Pereival Brundage, Lyman Bryson, Henry Seider Canby, Harry Woodburn Chaise, rev. Henry S. William, J. O. Shea, Mrs. Egarton Parsons, Leo Perlis, Clarence J. Pickett, John J. Raskob, Dr. George Schuster und Arnold I. Zucher. über die Lage in Österreich erklärte Mr. Hoguet: „Aus verschiedensten Quellen stammende Berichte weisen eindeutig darauf hin, daß Österreich dringend der Hilfe bedarf. So wie in anderen europäischen
Ländern ist auch in Österreich das Wirtschaftsleben durch den Krieg und dessen Nachwirkungen schwerstens geschädigt worden. Der Fremdenverkehr, von dem für Österreich immer so viel abhing, ist nicht erst seit Kriegsausbruch, sondern schon seit dem Anschluß unterbunden worden. Es besteht aller Grund zur Annahme, daß das österreichische Volk viel bitterer zu leiden hat, als die Bewohner anderer europäischer Länder. „Ameriean relief to Austria“ ist ein streng unpolitisches und unparteiisches Komitee, das auf interkonfessioneller Grundlage das Ziel verfolgt, dem leidenden und hungernden Volk Österreichs ein Höchstmaß an schneller Hilfe zuteil werden zu lassen. Das Komitee begrüßt den Beitritt aller Personen, denen die Linderung der Leiden des österreichischen
Volkes am Herzen liegt. Um Beiträge zu diesem Werk wird dringend gebeten.“
Julius Deutsch gründete eine Hilfsorganisation für Österreich, bestehend aus Österreichern, die in Amerika leben.
Die Schweiz und Österreich
Zürich, 2. November. Der Bundesrat hat beschlossen, die österreichische Regierung anzuerkennen. Er hofft mit ihr möglichst bald normale diplomatische Beziehungen aufnehmen zu können.
Schweden erkennt die österreichische Regierung an
Stockholm, 2. November. Der schwedische Außenminister hat erklärt, daß sein Land die österreichische Regierung anerkenne.
Österreich und die Vereinten Nationen
Paris, 2. November Staatssekretär Dr. Gruber erklärte einem Vertreter der „Französischen Telegraphenagentur", daß die österreichische Regierung nach den Wahlen um den Beitritt zu den Vereinten Nationen ansuchen wird. Er bezeichnete es als eine unerträgliche Belastung, daß der Zustrom von volksdeutschen Flüchtlingen aus Ungarn, Jugoslawien und der Tschechoslownkei noch immer anwächst.
Die Gemeindewahlen in Wien ien, 2 November Wien wird bei den Wahlen am 25. November 100 Gemeindemandate besetzen.
Leichen von 20.050 russischen Kriegsgefangenen aufgefunden
Paris, 31. Oktober. Radio Paris berichtet, daß im Lager Val aint Jean im Departement Mosel die Leichen von 20 000 russischen Kriegsgefangenen aufgefunden worden sind.
Spendet für den
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