Tiroler Tageszeitung 1945

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Donnerstag, 1. November 19½5
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Die politischen Vorgänge in Süd= und Mittelamerika erscheinen mit einer gewissen Eindringlichkeit im Blickfeld des Beobachters, den bisher andere Angelegenheiten gefesselt hatten. Umwälzungen in Argentinien, in Venezuela müßten an und für sich den volutionären Veränderungen. an die Europa gewohnt ist, nicht gleichwertig sein Es fehlt gewiß auch in Lateinamerika nicht an sozialen Gegensätzen und Spannungen. Sie sind aber noch lange nicht so entwickelt, daß sie einen beträchtlichen Einfluß auf jene Kreise ausüben würden, die um Macht und Herrschaft ringen Die Politik ist in diesen Ländern niemals von den breiten Massen getragen worden. Wohl gibt es politische Parteien. Sie ähneln jedoch eher bloßen Cliquen als dem Ausdruck von Volksbewegungen. Es geht
nicht um Grundsätze, sondern ausschließlich um Macht und Einfluß. Die weitverstreute Bevölkerung der riesigen, dünn besie delten Länder hat gar nicht die Möglichkeit, irgendwie am politischen Leben einen weitergehenden Anteil zu nehmen. Die zahlreichen Einwan derer, die aus ihrer Heimat ein gewisses politisches Interesse mitbringen, werden nicht als voll gewertet. Die Besitzer der großen Ländereien und die Geldaristokratie der großen Städte bilden die naßgebende politische Schichte. Innerhalb dieses engen Kreises ringen Persönlichkeiten von starkem Ehrgeiz und Geltungstrieb um die Macht Das Militär, dessen Betätigungsdrang sich nicht in kriegerischen Abenteuern zu erschöpfen braucht stellt bereitwillig die Pratorianergarde für die Nänner, denen es nach der
Herrschaft gelüstet 6o ist es nicht einmal eine übertreibung, wenn nan sagt, das einzige Staatsgrundgesetz Süd= und Rittelamerikas sei das „Pronunziamento“, die Mlitärrevolution.
Präsidei=Truman.
Wie sind Oeflation und Inslation zu vermeiden
Washington, 31. Oktober. Präsident Truman hielt am Dienstag abends eine Rundfunkansprache, in der er die Richtlinien für die Politik seiner Regierung in der übergangszeit vom Krieg zum Frieden darlegte. „Diese Politik besteht im wesentlichen darin:
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Es ist nicht zu bestreiten, daß dieser so einfache Rechanismus der inneren Politik, an den sich die bevölkerung jener Länder gewöhnt hat, sehr leicht zum Hebelwerk werden knn, mittels dessen außenstehende Mächte ihren Interessen Geltung zu verschaffen suchen. Die großen, noch nicht erschöpften, ja zum Teil nicht einmal erschlossenen Keichtümer an wichtigen Rohstoffen müssen das Interesse auf diese Gebiete hinlenken. Seit dem Ende des ersten Weltkriege, haben die Vereinigten Staaten mit großem Zielbewußtsein auf die politische Geschlossenheit und wirtschaftliche Einheit des amerikanischen Kontinentes hingearbeitet. Sie stießen dabei auf manche Hindernisse. welche der Unabhängigkeitsdrang der südamerikanischen Staaten sowie das Bestreben anderer
Nächte, die sich von dem Zutritt zu diesen Rohstoffgebieten nicht ausschalten lassen wollten, bereiteten. Die panamerikanische Politik der Vereinigten Staaten würde falsch verstanden, wenn man sie nur aus kommerziellen Erwägungen herleiten wollte. Im Vordergrund stand vielmehr die Frage der militärischen Sicherheit. Es war jedenfalls kein Zufall, daß Japan in geradezu auffallender Weise Südamerika mit Auswanderern überschwemmte. Nordamerika hat während des vergangenen Krieges den gesamten amerikanischen Kontinent als eine strategische Einheit betrachtet und behandelt. Die meisten Staaten Lateinamerikas haben sich diesen Notwendigkeiten sicht verschlossen. Nur Argentinien, das einfluß reichste Land Südamerikas, leistete Widerstand ist mit großem
Nachdruck behauptet worden. aß die Agenten Nazi=Deutschlands — in Argentnien gibt es eine starke deutsche Kolonie — die bunst der argentinischen Regierung gewonnen hätten. Wahrscheinlich hat auch die Haltung des mit den Achsenmächten eng befreundeten Spaniens einen nicht unbeträchtlichen Einfluß ausgeibl Vielleicht auch löste der Druck, den die Veriinigten Staaten spielen ließen. Wirkungen aus die nicht beabsichtigt waren. Argentinien gilt heute als ein Staat, der die Zeichen der Zeit verkannt hat Stärker als je ist die Außenpolitik der vereinigten Staaten bemüht, den gesamten ametkanischen Kontinent unter seine Führung zu stellen und die Gegnerschaft, die sich diesem Beseben widersetzt, aus dem politischen Spiele auszuschalten. Die Verkündigung
Präsident Trunans, daß jede Einmischung fremder Staaten in de Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre zu mierbleiben habe, ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig Sie muß im Zusammenhang mit siner anderen Erklärung Trumans beachtet werden, daß Amerika in Zukunft nicht mehr unangreifbar sei und daher seine Wehrkraft bereitzalten müsse. Die Gegner einer Vorherrschaft der Union über Mittel= und Südamerika werden selbst uurch das Spiel mit Pronunziamentos kaum eine enwicklung verhindern können, die in der Natur der Sache liegt.
Dr. Anton Klotz.
1. die größtmögliche Produktion von Friedensgütern zu u terstützen;
2. so schnell wie möglich die Kontrolle der Regierung über die Wirtschaft aufzuhe ben, Kollektivverhandlungen und freie Märkte wieder einzuführen;
3. sowohl Inflation als auch Deflation zu vermeiden.
Diese Grundsätze sind auch heute noch gültig Ob es uns gelingt. diese Politik durchzuführen, hängt zu einem großen Teil von der Lohn= und Preisfrage ab. Wenn die Löhne erheblich sinken, haben wir eine Deflation zu fürchten. Wenn die Preise erheblich steigen, sieht uns eine Inflation bevor. Wir müssen uns bemnühen, beides zu vermeiden. Die Lohnfrage hat für alle von uns größte Bedeutung, auch für die, die nicht. für Lohn arbeiten.“
Präsident Truman wies darauf hin, daß die überwindung der Wirtschaftsschwierigkeiten rasch erfolgen müsse, da sonst die Arbeitslosigkeit die unvermeidliche Folge wäre. „Vor mehreren Monaten ersuchte ich den Kongreß, das Gesetz über die Arbeitslosenunterstützung dahingehend zu erweitern, daß dem Arbeiter über die Zeit der Beschäftigungslosigkeit hinweggeholfen
Vollbeschäftigung nehmen, welche jetzt dem Kongreß vorliegt. Die Annahme dieses Gesetzes ist beschleunigt durchzuführen.“
Präsident Tuman wies darauf hin, daß im nächsten Jahre Millionen von Arbeitern auf eine leistungsfähige und zentralisierte Arbeitsvermittlung durch die Arbeitsämter angewiesen sein werden. Auch hierzu sind gesetzliche Maßnahmen erforderlich.
Truman besprach sodann die in Amerika zur Zeit stark ventilierte Frage einer Verminde rung der Arbeitszeit von 48 auf 40 Stunden. „Dies zieht selbstverständlich ein Sinken des Lohnes nach sich. Die Löhne gingen jedoch nicht nur um so viel herunter, als einer um acht Stunden kürzeren Arbeitszeit entsprechen würde. Denn für die Stunden, welche die Arbeiter über die Vierzigstundenwoche beschäftigt wären, bekämen sie 150 Prozent des Stundenlohnes. Auch dieser Mehrverdienst geht dem Arbeiter verloren. Das Ergebnis ist ein Absinken des Wochenlohnes um fast ein Viertel. Man hat geschätzt, daß, soferne keine entsprechenden Maß nahmen getroffen werden, die Gesamtsumme der Jahreslöhne in der Industrie um mehr als 20 Milliarden Dollar zurückgehen wird
Davon wird niemand Nutzen haben.“
Der Präsident erklärte jedoch im weiteren Verlauf seiner Rede, daß höhere Stunden löhne möglich sind, ohne daß gleichzeitig eine Preissteigerung die Folge ist. Maßgebend hierfür ist die Beseitigung der mit 150 Prozent gezahlten
wird. Dieses Gesetz hat der Kongreß noch nicht überstunden, was eine Verminderung der Ar verabschiedet." beitskosten nach sich zieht. Die ständige Verbesse
„Ich bin überzeugt, daß unsere Arbeiter auch rung an den Maschinen der Industrie hat weiters sehr starken Anteil an der Gesetzgebung für ein Ansteigen der Produktion zur Folge.
Abreise Attlees nach Washingion am 9. November
London, 31. Oktober. Wie hier mitgeteilt wird, wird Ministerpräsident Attlee zur Konferenz mit Präsident Truman am 9. November von Großbritannien abreisen. Die Besprechungen werden wahrscheinlich am 11. November beginnen und zwei Wochen dauern; es wird allge mein erwartet, daß die internationale Lage in Palästina und das Problem der Atombombe besprochen werden.
Es ist möglich, daß auf Grund dieser Zusam menkunft eine Einladung an Stalin zu einer Konferenz der drei Staatsmänner ergeht. Außer Sir John Anderson werden den Ministerpräsiden ten auch eine Anzahl von Fachleuten auf dem Gebiet der Atomenergie begleiten.
Die Atombombe
London, 30. Oktober Ministerpräsiden Attlee erklärte im Unterhaus, daß die Forschungen und Versuche über alle Verwendungs möglichkeiten der Atomenergie mit allem Eifer weitergeführt werden. Die entsprechende Anlage wird auf dem Flugfeld bei Dideot errichtet. Attlee sagte: „Die Gefahr für die Umgebung ist unbeträchtlich.“ Die Verantwortung für die Arbeiten trägt nicht mehr das Ministerium für wissenschaftliche und industrielle Forschungen, sondern das Versorgungsmintsterium. Auf die Frage eines konservativen Abgeordneten, ob irgendeine Berührung mit den Wissenschaftlern Deutschlands, die in Bornholm. dem Zentrum der deut
schen Atombombenforschung, arbeiteten, bestünde. antwortete Attleee: „Die britische Regie rungist über die deutsche Atombom benforschung vollkommen unter richtet.“
New York, 30. Oktober. Ein Ausschuß von führenden Erziehern und Wissenschaftlern, von denen einige an der Forschung über die Atombombe beteiligt waren, empfahl eine Kontrolle der Atombombe durch die Vereinten Nationen. Der Herausgeber der offiziellen Berichte des Kriegsministeriums über die Atombombe, Dr. Smyth, erklärte, daß die tatsächlichen Probleme, die durch die neue Waffe auftraten, sozialer und politischer Na tur seien. Die Frage der Atombombe sei von drei Gesichtspunkten aus zu betrachten. An erster Stelle stünden die Grundprinzipien, „die niemanem ein Geheimnis sind“ An zweiter Stelle die vissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse, die nach sorgfältiger Auswahl in vielen anderen Wissensgebieten nutzbar gemacht werden können An
dritter Stelle steht das tatsächliche Erzeugungsverfahren, das allein als geheim bezeichne: werden kann.
Präsident Truman fordert vom Kongreß eine Maßnahme durch die gewährleistet wird. daß alle wissenschaftlichen Entdeckungen, die sich aus staatlich finanzierter Forschungstätigkeit ergeben, öffentliches Eigentum werden.
Professor Oliphant, der an der Herstellung der Atomhombe mitgearbeitet hat. erklärte, es
sei ein Unsinn anzunehmen, daß eine Gegenwaffe erfunden worden sei. Die in der Atombombe freiwerdende Energie entspricht einer Sprengwirkung von zwei Millionen Tonnen Dynamit. Wir nehmen an, daß es Methoden gibt, durch welche eine Energie mit einer Sprengwirkung von 20 Millionen t Dynamit erzeugt werden kann. Wir haben sieben oder acht verschiedene Herstellungsarten für Atomenergie entdeckt und vier davon entwikkelt. Man wird in nicht allzu langer Zeit auch noch weitere Methoden erfinden. Das Problem ist so umfassend, daß es nicht als nationale, sondern als internationale Angelegenheit bezeichnet werden kann. In welchem Umfange das Geheimnis über die Atombombe noch besteht, ist unwichtig. Die Atombombe ist eine einfache Erfindung. In den
Vereinigten Staaten wurden alle wissenschaftlichen Grundlagen hierfür veröffentlicht. Nur die Herstellungsart an sich wurde geheim gehalten..
England besitzt das volle Geheimnis der Atombombe
London, 31. Oktober. Captain a. r. Blackburn, Parlamentsmitglied der Labourpartei, erklärte vor dem Unterhaus, daß England im Besitz des vollen Herstellungsgeheimnisses der Atomvombe sei. Er forderte die Weltkonferenz auf, die Kontrolle über die Atomforschung und Produktion international zu gestalten. Blackborn führte aus, daß die Erklärungen Trumans über die Atombombe manche zu der Annahme verleiten könnten, England besäße nicht das volle Geheimnis. Er verlangte eine Veröffentlichung des Abkommens, das zwischen Roosevelt und Churchill im September 1943 in Quebee über die Atomenergie unterzeichnet wurde. In Washington lehnte das Weiße Haus es ab, sich zu der Erklärung Blackburns zu oßern.
Moskau zur Atombombenfrage
London, 31. Oktober. Ein politischer Kommentator des Moskauer Rundfunks erklärte: „Man spricht bereits davon, daß der Besitz der Atombombe die amerikanische Außenpolitik beeinflussen werde. Auf solchen Anschauungen kann kein dauernder Friede aufgebaut werden. Das ist der Grund, warum die Sowjetunion so beständig nach engerer internationaler Zusammenarbeit verlangt, die nach der Ansi;t der russischen Regierung das Hauptmittel zur Aufrechterhaltung von Frieden und Freundschaft unter den Völkern darstellt. Die internationale Zusammenarbeit aber kann nur dann wirklich durchgeführt werden, wenn die Alliierten sich loyal an einmal gefaßte Beschlüsse und übernommene Verpflichtungen halten.“
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Neuestes vom Tage
Kabinettssitzung der Regierung Dr. Renner nach Anerkennung durch die alliierten Mächte
Wie das Amt für Ausland und Binnenhandel im Handelsministerium der Vereinigten Siaaten bekanntgab, nahm in den ersten drei Monaten des Jahres dort die Zahl der Gründungen neuer Handelsunternehmungen, ein wichtiger Faktoi bei der Umstellung der USA. auf Friedenswirtschaft, zu.
Unter der unmittelbaren Kontrolle der Alliierten Kommandantur in Berlin stehen 17 Gewerkschaften mit 140.000 Mitgliedern. Zur Zeit wird in Berlin eine Zentrale für die ganze sowietische Zone gebildet, innerhalb der die Gewerkschaften als freie deutsche Bewerkschaften organisiert sind und etwa 500.000 Mitglieder haben werden.
Der Allüerte Kontrollrat für Deutschland hat eine Liste der jetzt für Reparationszwecke verfügbaren deutschen Werke und Fabrikseinrichtungen angelegt, die an die interessierten Regierungen verteilt werden wird.
Königin Wilhelmine von Holland traf zu einem kurzen Besuch in England ein.
Der Senat von Irak ratifizierte die Charta der Vereinten Nationen mit einer Stimme dagegen.
Den Wunsch Rumäniens, mit Broßbritannien und den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten und Wirtschaftsabkommen mit beiden Ländern abzuschließen, drückte der rumänische Ministerpräsident Broza gegenüber einem Reuterkorrespondenten aus.
Laut „United Preß“ dementierten maßgebende britische Kreise in Rom veröffentlichte Meldungen, daß Großbritannien und die Vereinigten Staaten grundsätzlich übereingekommen seien. Italien gleich nach den Wahlen provisorische Friedensbedingungen zu gewähren Es wurde gesagt, daß solche Beschlüsse nun in Erwägung gezogen werden.
Minister Neuri erklärte daß die Gemeinderatswahlen in Italien nach dem 15 Dezember und die politischen Wahlen Mitte März oder Anfang Jänner des nächsten Jahres stattfinden werden „
Präsidemt Benesch ist von der am 27. Oktober zusammengetretenen provisorischen Nationalversammlung zum Präsidenten der Republik gewählt worden. Er hatte ein Dekret unterzeichnet welches die Beschlagnahme der feindlichen Büter ausspricht.
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