Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.74
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Seite 2 Nr. 112.
Tiroler Tageszeitung
Mittwoch, den 31. Oktober 198
Friedenswirtschaft und Löhne in den Vereinigten Staaten
Washingien, 30. Oktober.
Präsident Truman arbeitet mit seinen Ratgebern angestrengt daran, die Kriegswirtschaft der Vereinigten Staaten ohne Erschütterung in die Friedenswirtschaft überzuleiten. Die große Schwierigkeit bietei die
Lohn= und Preisfrage.
Walter Reuther, der Vizepräsident der Automob#arbeitergewerkschaft, erklärte, die Arbeiterschaft wünscht eine solche Lohn= und Preispolitik. welche geeignet ist. eine starke Nachfrage nach den Erzeugnissen der Industriewerke zu schaffen und zu erhalten Die Arbeiterschaft steht auf dem Standpunkt, daß der Arbeiter im Frieden ebensoviel Geldnach Hause bringen muß wie während des Krieges. wenn seine Kaufkraft und damit der Absatz der industriellen Erzeugnisse gleich bleiben soll. Die Arbeiterschaft fordert daher eine
dreißigprozentige Lohnerhöhung unter Beibehaltung des Preisniveaus von 1942 Eine solche Lohn= und Preispolitik würde der Industrie die Möglichkeit geben ihre Erzeugnisse im großen Umfang abzusetzen und dadurch das System des privaten Unternehmertums zu erhalten. Bisher arbeitete die Industrie mit einem verhältnismäßig hohen Gewinn Die Arbeiterschaft verlangt nun, daß am einzelnen Stück weniger verdient und gleichzeitig soviel wie möglich produziert wird In der Lohnfrage treten noch zwei Forderungen auf Die Forderung nach einem höheren Mindestlohn und die Forderung nach einem garantierten Jahreslohn. Die letztere Forderung entstand aus der grundlegenden Annahme, daß die Indrustriearbeiter das Recht auf ein regelmäßiges, von der Marktlage
unabhängiges Einkommen haben Demnach soll der Industriearbeiter auch dann seinen Lohn erhalten, wenn ohne seine Schuld keine Arbeit für ihn vorhanden ist.
Die Unternehmer wenden ein,
daß die Erfüllung dieser Forderungen der Arbeiter höhere Produktionskosten zur Foige hat. Diese würden den Absatz beeinträchtigen. Dieser Abfall des Absatzes würde Arbeitslosigkeit hervorrufen und die Lohnerhöhung könnte dadurch für die Arbeiter null und nichtig werden. Die Unternehmer glauben, daß man dann am ehesten eine volle Beschäftigung erreichen werde wenn die Industrie ungestört produzieren kann. damit der ungeheure Bedarf der Verbraucher gedeckt werden kann
Amerikas Maßnahmen zur Umstellung auf die Friedenswirtschaft Washington, 30 Oktober
Der Leiter des Amtes für die Umstellung zur Friedenswirtschaft. John Snyder erklärte. alle Zweige des Regierungsapparates werden darauf ausgerichtet, um dem Fortbestand eines stabilen Wohlstandes zu sichern Das ist nicht gleichbedeutend mit der übernahme des Eigentumsrechtes durch den Staat mit dem Wettbewerb der Regierung gegen private Unternehmungen. mit einer verstärkten staatlichen Einflußnahme auf das private gesellschaftliche Leben Drei Grundsätze werden maßgebend sein:
1. Alles Tatsachenmaterial über die Vollbeschäftigung und über die gegebenen Möglichkeiten wird periodisch gesammelt und allgemein zugänglich gemacht werden.
2. Ausgeglichenheit und Folgerichtigkeit in den staatlichen Maßnahmen, damit der freie Unternehmer in Kenntnis der Absichten der Regierung besser planen könne.
3 Die Regierung wird sich die Forderung einer Höchstproduktion und Höchstbeschäftigung der Privatunternehmer zum Ziele setzen.
4. Vorrang erhalten alle jene Maßnahmen, durch die die Beschäftigung und die Produktion am meisten gefördert werden.
General Mac Clark von General de Gaulle ausgezeichnet
Der Oberkommandierende der amerikanischen Besatzungstruppe in Österreich, General Mark Cark, wurde n Paris von General de Gaulle mit dem Croix de Liberation ausgezeichnet.
Umbenennung von Straßen in Paris
Paris, 30. Oktober. Wichtige Straßenzüge in Paris wurden in feierlicher Weise umbenannt. Die rue de Tokio erhält den Namen rue de New York und die Avenue Viktor Emanuel III. wird in Zukunft Avenue Präsident Roosevelt heißen.
Verstaatlichung der Bank von England
London, 30. Oktober. Di zweite große Kraftprobe zwischen der Arbeiterregierung und den Konservativen endete mit einem klaren Sieg der Regierung. Das Unterhaus stimmte in der zweiten Lesung der Gesetzesvorlage über die Verstaatlichung der Bank von England mit 348 gegen 153 Stimmen für die Gesetzesvorlage ab. Die erste Probe war der Versuch der Konservativen in der vergangenen che, die Kontrolle der Regierung über die Wirtschaft von fünf auf zwei Jahre zu beschränken.
Sterblichkeitsziffern in den Vereinigten Staaten gesunken
Washington, 30. Oktober. Wie der Leiter des Amtes für Statistik berichtete, waren die Sterblichkeitsziffern unter den Müttern und Kindern im Jahre 1944 die niedrigsten, die jemals in den Vereinigten Staaten verzeichnet wurden. Die Müttersterblichkeit fiel auf 22,3 je 1000 Lebendgeburten und die Todesfälle von Kindern auf 39,8 pro Mille. Das zeigt, daß die Mütter=Sterblichkeitsziffer um 8 Prozent und die KinderSterblichkeitsziffer um 1,5 Prozent unter der Ziffer von 1943 lag. Die Sterblichkeit unter den Müttern belief sich auf insgesamt 6369 im Vergleich zu 7197 im Jahre 1943.
Das Geheimnis von Pearl Harbour
Tokio, 30. Oktober. Eine japanische Zeitung veröffentlicht, daß die japanische U=Bootflotte schon vier Tage bevor der japanische Unterhändler wegen der Friedensbesprechungen im November 1941 in Washington ankam, nach Pearl Harbour abfuhr Sonach war der 11. November 1941 der Tag, an dem Japan den Krieg gegen die Vereinigten Staaten tatsächlich begann.
Geburtenbeschränkung in Japan
In einem Artikel der „New Yorker Herald Tribune“ wurde erklärt, daß Japan. das eine der höchsten Geburtenziffern der Welt hat, unter der Aufsicht der Regierung eine Geburtenbeschränkung einführen will Die letzten verfügbaren Ziffern vom Jahre 1938 zeigen, daß die japanische Geburtenzahl 26.7 pro Mille im Vergleich zu 17.6 pro Mille in den Vereinigten Staaten und 15,1 pro Mille in Großbritannien im gleichen Jahr betrug
Bekämpfung der Kinderlähmung
New York, 26. Oktober. Der Präsident der nationalen Stiftung für die Bekämpfung der Kinderlähmung teilt mit daß in den verflossenen 40 Wochen dieses Jahres rund 1 Million Dollar in Gebieten ausgegeben wurden, die dringend der Hilfe bedurften.
Die Tochter des General Dittmar
als Amazone
Oberammergau, 30. Oktober. Die Tochter des Generals Dittmär, der unter den Nazis militärischer Rundfunkkommentator war, wurde hier von einem amerikanischen Fahrer durchnäßt und hungrig auf der Straße aufgefunden. Monika von Dittmar wurde zum hiesigen Hauptquartier gebracht und befragt. Sie erklärte, Lettin zu sein und zeigte einen lettischen Paß vor. Ihr Verhalten erregte Mißtrauen, als man eine unbehandelte Schußwunde in ihrem Oberschenkel entdeckte und feststellte, daß der Paß zerrissen war. Bei einer weiteren Befragung durch einen lettischen Vertreter stellte sich heraus, daß sich Monika von Dittmar nicht auf lettisch verständlich machen konnt. Daraufhin brach sie zusammen und legte ein Geständnis auf englisch ab. über die Schußwunde weigerte sie
sich, eine Erklärung abzugeben. Die Tochter des Generals gab zu, einer SS=Einheit angehört zu haben, die einer Panzerdivision im Osten angegliedert war. Sie erwarb mehrere Auszeichnungen an der russischen Front, und zwar nicht nur, weil sie die Tochter eines Generals war, wie sie hinzufügte. Außer ihrem Einsatz an der russischen Front gab sie an, vier Wochen in Warschau als zahnärztliche Assistentin gearbeitet zu haben. Auf die Frage, ob sie Goldplomben von lebenden oder toten Personen entfernt habe, erwiderte sie, sich nicht daran erinnern zu können. Nach ihrer Verhaftung beging sie einen Selbstmordversuch, indem sie durch ein Fenster sprang. Während des Verhörs hatte sie bereits um Gift gebeten. Sie ist jetzt unter Bewachung in einem Krankenhaus.
Kolporteure werden gesucht. — Verlagsanstalt Turolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4/II.
Neuesles vom Tage
Nach Mitteilung des amerikanischen Kriegsministeriums sind vom 12. Mai bis 26. Oktober 2, 225.000 Soldaten entlassen worden.
Der bekannte Physiker Einstein erklärte sich für eine Weltregierung.
Belgien beschwert sich, daß die spanische Regierung den ehemaligen Reristenführer und späteren SS=General Leon Degrelle nicht ausliefert
Ministerpräsident Attlee erklärte im Unterhaus, die Führer der bewaffneten Streitkräfte würden nicht durch Geldgeschenke ausgezeichnet werden wie früher in der britischen Beschichte, es entspreche nicht dem Charakter dieses Krieges, in dem die Bevölkerung ihr Banzes eingesetzt habe, einige wenige Einzelpersonen herauszuheben.
Am Mittwoch wird die erste Rundfunkansprache eines Deutschen an das amerikanische Volk stattfinden. Der Sprecher ist der Sozialdemokrat Dr. Bergstrasser.
Spionageabwehroffiziere bei der 8. amerikanischen Armee in Japan gaben bekannt, daß mehrere deutsche Razis in Japan verhaftet wurden.
In englischen politischen Kreisen wird verlautbart, daß Ministerpräsidemt Attlee noch vor Weihnachten in Washington einen Besuch abstatten wird.
Der Dockarbeiterstreik in England hat die Gefahr heraufgeführt, daß in der kommenden Woche in England das Brot rationiert werden muß.
Die Geburtsgemeinde Quislings hat sich geweigert, die Leiche des vor einigen Tagen hingerichteten Verräters in ihrem Gemeindegebiet bestatten zu lassen.
In der Wesiminsterabtei von London wurde Kronprinz Alerander von Jugoslawien getauft. Paten waren der König von England und Prinzessin Elisabeth.
Vor Jahresschluß Ende mit dem Währungschaog
Erklärung Dr. Renners
Wien, 30. Oktober.
Staatskanzler Dr. Renner beantwortete in einem Interview folgende Fragen:
Kann die österreichische Bevölkerung mit baldiger Aufhebung der wirtschaftshemmenden Demarkationslinien rechnen?
Soweit die Demarkationslinien Wirtschafts interessen betreffen, werden sie allmählich fallen Es finden ständig mit den Alliierten Beratungen statt, die den Güteraustausch betreffen und die ersten Güter sind schon auf dem Wege Vollkommenes Fallen der Grenzen wäre nicht zu begrüßen wegen des Flüchtlingsstromes, der nach Wien führen wurde, und wegen des Schleichhandels, der heute schon schwer kon trollierbar ist, dann aber ngeheure Dimensionen annehmen würde. Dazu kommt, daß die Bedürf nisse der Besatzungsmächte die ständige Kontrolle der Demarkationslinie fordern. Doch ist zu hoffen, daß die zivilen Bedurfnisse sich so stark geltend machen, daß die Kontrolle nur auf das notwendigste beschränkt wird. Vergessen wir nicht, daß in den Bundesländern zirka
150.000 Flüchtling aus Wien sind, während in Wien 300.000 Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei sich befinden. Solche Probleme sind nur mit größter Ordnung zu lösen In Wien herrscht eine ungeheure Wohnungsnot und außerdem ist das Transport= und Ernährungsproblem nahezu katastrophal.
Teilen Sie die Ansicht, daß die ungeklärten
Währungsverhältn sse auf das schwerstwiegende hemmen?
Schon im Mai hatte die Regierung ein Gesetz das die Loslösung der österreichischen Währung von der Mark v rsieht, in Angriff genommen Ein solches Gesetz könnte natürlich nicht für eine Zone allein in Kraft treten. Später traten Hindernisse ein, doch mich dünkt, wir haben Hoffnung, daß mit Jahresschluß das Wäh rungschaos ein Ende finden wird.
Welche Wege wird die Außenhandelspolitik Österreichs wählen?
Bis jetzt können wir von keiner Außenhandelspolitik sprechen, weil noch politische Hindernisse vorliegen, so mit der CSR. das Flüchtlingsproblem und mit Iugoslawien wegen der Gebietsansprüche. Mit Ungarn wurde ein Austauschgeschäft versucht, und zwar österreichisches Grubenholz gegen ungarische Kohle, da die österreichische Donaudampfschiffahrtsgesellschaft in
Fünfkirchen ein eigenes Kohlenbergwerk besitzt. Diese Verhandlu gen zerschlugen sich, weil keine Transportmittel auf der Donau aufzubringen wa, ren. Die Schiffe lagen in amerikanischer Zone und wurden nicht angelussen, aus Sorge, daß sie nitt zurückkommen könnten. E###enso ergeht, es uns mit der CSR., wo wir gegen Öl eintauschen wollten, doch is das Öl in russischen Händen und kann deshalb nur im Kompensationsaustausch mit Rußland abgehen.
Wie stehtees bezüglich unserer Rohstoffversorgung?
Österreich besitzt eines der größten Magnesitvorkommen, besitzt außerdem Eisen und wurde durch den Krie) Europas drities Erdölland. Von hier aus ist noch viel zukunft zu erwarten.
Wie stellen Sie sich die Eingliederung der nich belasteten Nationalsozialisten in die Politik und das Tir= tsleben vor?
Zunächst miß eine Bewährungsfrist sein, um die wirklich Schuldigen von den Mitläufern zu unterscheiden. Bezüglich des Vorgehens gegenüber den Nationalsozialisten herrscht in den Bundesländern keine Einigkeit. So ist z. B. schon in Wien und in Niederösterreich ein vollkommen an deres Vorgehen. Wir müssen Distanz zu den Dingen gewinnen Für diese Wahlen kommt eine Entregistrierung kaum nehr in Betracht.
die „Schwarzen
Die Roskie
Haben wir nach Ihrer Meinung Hoff nung auf die Rückgliederung Südtirols
„Noch ruhen in der Zeiten Schoße die hellen und die dunklen Lose“ doch wir haben Hoffnung, daß unserem Anliegen Rechnung getragen wird und das größte Unrecht, das Österreich durch den Friedensvertrag von Saint Germain zugefügt worden war, wieder gutgemacht wird. Die Staatsregierung wird es nicht an Bemühungen fehlen assen Wir haben schon zwei Appelle an die zu ständigen Regierungen gesandt, allerdings auf Umwegen Wir haben auch die Absicht, Staatsekretär Dr Gruber nach London zu sen den. Leider ist die Frage bei der Außenministerkonferenz in London nicht behandelt worden, weil der Friedensvertrag mit Italien aufgeschoben wurde. Deshalb konnten wir auch noch nicht eine offizielle Klarlegung der Dinge geben.
Liegt eine offizielle Stellungnahme der vier
Alliierten vor, die sich negativ zur Rückkehr Südtirols ausspricht?
Pein.
Seit einigen W.
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ierung von Innsbimer wieder siel“ de offenen Türen sand dieses Klein vollen. Die Kirche färkeren Schädeningsherum Bombe gfallen sind. Alle koffen worden, de nenstift im Nordeund die alte Unir inen Treffer al mseums ist sogar nittelbar berührt uf einige Schäde
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Zwei Wege zur Ordnung der Währung
„ Wien, 30. Oktober.
Das reaktivierte österreichische Institut für Wirtschaftsforschung hat unter dem Titel „Gedanken zur Neuordnung der österreichischen Währung“ eine interessante Untersuchung über die österreichische Währungsproblematik veröffentlicht. Das eige# artige Mißverhältnis zwischen geringem Gütervorrat und gewaltiger Geldmeng bei niedrig gehaltenen Preisen und Löhnen ist ein jeschichtlich einmaliges Phänomen. Für die Wieerherstellung eines funktiansfähigen Geldsystems gibt es
zwei Wege:
Reduzierung der Geldmenge auf einen Umfang, er dem Preis= und Lohnniveau und der vorhanenen Gütermenge entspricht, oder Anpassung der
Preise an die vorhandene Geldmenge. In d Handelskammer Wien und Niederösterreich sand am. 19. d. M. eine Besprechung von Vertretem der Industrie, des Handels, des Gewerbes und des Geld= und Kreditwesens statt, die sich mit der Frage der notwendigen Neugestaltung der Preisgesetzgebung befaßte. Es wurde übereinstimmend festgestellt, d, der Zusammenhang zwischen Währung und Preispolitik unlösbar sei und daß vorläufig an den gestoppten Preisen festgehalten werden müsse, um eine unerwüns#hte Preisdynamik zu vermeiden, die sich zu Ungunsten der wirtschaftlich Schwächsten auswirken müßte. Um das herr schende Preisniveau behaupten zu können, es möglichst bald zu einer energischen auf dem Gebiet der Währung kommen.
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Demonstration in St. Hölten
Wien, 30. Oktober.
Die in den niederösterreichischen Notstandsgebieten über das Versagen der Lebensmittelversorgung herrschende Erregung — in einer Reihe von größeren Städten werden noch immer bloß 800 Kalorien pro Tag ausgegeben — führte am 24. Oktober in St. Pölten zu einer spontanen Demonstration, an der eine Reihe von Betriebsbelegschaften sowie Teile der Skadtbevölkerung teilnahmen. Dabei betonten die Redner, daß in den Bezirken Melk, Scheibbs und Amstetten noch Lebensmittel genug vorhanden seien, um eine einigermaßen erträgliche Ernährung sicherzustellen. Es wurde insbesondere auf die Verantwortungslosigkeit der Bezirkshauptmannschaft hingewiesen, welche in dieser Frage trotz wiederholter Vorsprachen nichts unternommen habe. In einem Beschluß der
Demonstranten wurde die Landesregierung aufgef rdert, auf die Wirtschaftsverbände einzuwirken, daß der überschuß der erwähnten Bezirke der Stadt St. Pölten zugeteilt wird. Einige Tage vorher hatte sich Stadtrat Reidl an den Staatssekretär für Inneres Honner mit der Bitte um Abhilf des Notstandes gewandt Staatssekretär Honner gab ie Zusicherung, daß die Regierung alles unternehmen wird, um die bedenkliche Ernährungslage der Stadt St. Pölten zu erleichtern. Der für die schlechte Ernährungs lage der Stadt n. tverantwortliche Bezirkshauptmann wurde seines Postens enthoben
Stceiflichter
Die Partei der Nichtwähler i Frankreich
„Wenn man ie Wahlziffern genau ansieht, so muß man feststellen, daß die Partei der Nicht wähler weitaus die stärk ist." (Le Creusel
S mon
ein
Rumänien
„König Michael von Rumänien verweigert die Ausübung seiner königlichen Vorrechte, solange Ministerpräsident Groza, den ihm die Russen aus gedrungen haben, an der Macht ist. In unserek Zeit der Streiks erdient dieser Streik eines Königs eine besondere Beachtung.“
(Forces Nouvelles
Ungarn
„Die Beschwerde, welche England und Amerika bei Rußland begen des Abschlusses des delsvertrages mit Ungarn erhoben, gründete sich auf folgende Punkte: Abschluß von Verträgen mit noch nicht anerkannten Regierungen, die Vorbereitung von solchen Verträgen ohne vorherige Befragung der anderen Alliierten, weiters darauf daß die Bedingungen des Vertrages nicht mitgeteilt wurden, und der praktische Ausschluß „gewisser Regierungen. mit denen Rußland solche Verträge geschlossen hat“." (Action)
Österreich zum internationalen Jugendtreffen eingeladen
Salzburg, 30 Oktober. Zum ersten großen Jugendtreffen nach dem Kriege, das am 1. November 1945 in London stattfindet, wurden auch Jugendvertreter der einzelnen Parteien Österreichs eingeladen, die sich im Flugzeug nach London begeben werden.
Die Guatheit“
Hans Moser, der berühmte Schauspieler und Filmliebling, verbrachte einma ein paar Urlaubstage in einem bekannten Tiroler Fremdenort. Stolz erzählte die Adlerwirtin der Posstwirtin: „Du, bei mir ohnt jetzt a ganz a Berühmter: der Schauspieler Hans Moser!“
Was der Hans Moser?“, meinte die Postwirtin, „ja, berühmt n. der schon, aber i möcht ihn doch net bei mir im Haus haben!“
„Ja, warum denn net, er ist doch a sehr a liaba und bescheidener Herr?“
„Da sia#t ma, daß du viel zu wenig ins Kino gangen bist, sonst müaßast wissen, daß der Moser grad mit seiner Guatheit nix wia Durcheinander und Unfrieden anstift"!“