Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:10

- S.69

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Oktober
1945
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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str.
summer 111 / 1. Jahrgang
Einzelpreis 15 Pfg.
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Cprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 3
Dienstag, 30. Oktober 1945
an Hoffnungsvolle Anzeichen
1 . Das Aufgebot der Bewohner Innsbrucks zu Ard # #sten für die Wegräumung der Schuttberge, mit sienen der Krieg das Bild unserer Stadt verun führender Sai, setet hat, erweist sich als eine Tat, bei der sich bestähtigte sich:.# ## ümsicht der Behörden und die Einsicht der Veranstaliun, jüsebotenen freundlich begegnen. An den beiden ##asten Tagen dieser Generalprobe des Gemeinweit regeren sms zeigte es sich, daß es nicht an Händen fehlt, nischen Belange## bereit sind, sich für notwendige und nützliche je#nge als soches sbeiten, die der Allgemeinheit zugute kommen, en oft übermäßig gregen. Vielleicht ist uns diese Tatsache deshalb burger am Be#ders erfreuliche überraschung, weil allurnerschaf, wele beklagenswerte Erscheinungen der letzten andball, g# ihe und
Jahrzehnte den Zweifel rege werden es der Turner= ühen, ob nicht jene Eigensucht, die bei allem.
pispiel behielt der sgetan wird, zuerst danach fragt: „Was trägt 19 mit 10.5 (3.0) s m.r ein?“ ein gutnachbarliches Zusammensihen und Zusammenhelfen aus unserem öffent
uid 14 trat nach= ichen Leben ausgetilgt habe. Es ist dies nicht eine 9 gegen die oße Frage von nebensächlicher Bedeutung. Da
v#rt#lubs an. ##nämlich, ob wir entschlossen sind, uneigenließenden Haupt, itg und opferwillig einander zu helfen, häng ##sfande gekomme, ch ob es uns gelingen wird, die schweren Fol
14. —6.— s#ndes Kriege. in einem angemessenen Zeitraum
„ Füberwinden. Wollte man — um bei unserem usban sleinen Beispiel zu verweilen — darauf warten.
nengestellten Vor ißsch genügend bezahlte Arbeitskräfte zur Verd#t es durch der bung stellten, um die Aufräumungsarbeiten zu
ori größte Un, tbringen, so müßte man ernstlich darauf sinnen,
etzungen zu schaf
umasche Kurse für die Kletterübungen zur
ischen Betrieb kemindung von Schutthalden einzuführen. Zur Politik wollen sich itigen Ankurbelung der Wirtschaft fehlt uns
#usammen egpag binang das nötie Schmioräl
Orbeit zusanemn adition der Tiroler mnenden Mittwoch Schemmschule alle die Boxer ergeht sektion des Ringrein hat auch dem eitung von Max ling gegeben. Al och, den 31. Os.
statt, zu dem alle der und Boxer zu
Wlunge hinaus das nölige Schmiero! — das ##tal Der bekannte Nationalökonom Götz### schrieb einmal in einem seiner bedeutenKlufsätze, die Wirtschaftsgeschichte beweise, daß Leistungen nicht durch das Kapital,
dem durch die unentgeltliche, opferwillige Ar## die dem Gemeinsinn entspringe, vollbracht ##en seien. Er erinnerte an die großen geschichtchen Bauwerke wie die Dome und Rathäuser, #e sich nicht auf dem Sockel großer Reichtümer, udern aus den vielen Tausenden von freiwilliig eingeladen wer en unentgeltlichen Arbeitsleistungen der Bewoh
riler, die sichchaft erhoben haben.
nnen sich jeden such wir sind heute in einer Lage, in der wir Geschäftszimmer, i den Wiederaufbau unserer durch die Kriegsdie verwüsteten Heimat nichts einzusetzen haben ###### de vom guten, zielstrebigen Willen gestählte ron keitskraft. Eine in allem und jedem nur den * Oktober sönlichen Vorteil beramende Denkweise würde
###ollolatten als ein unüberwindliches Hemmnis jeden
(Schauptanen, ##tschrittes in der Wiederaufrichtung und Wie
##iont — scherstellung der zerstörten Güter erweisen. ##torolti); 18.30 ibenn nicht alle Anzeichen trügen, hat der gesunde #: 18.45 Uhr: einn des Volkes diese Wahrheit erkannt. Es in Flügel Franz naucht nur die nötige Anleitung, um die Er## Nachrichten kmtnisse zur Tat werden zu lassen. Die maß#n. Graf Her enden Behörden verdienen den Dank der Öfder Schule der sitichkeit, wenn sie mit Anregungen hervortreParis. Pion sin welche die Betätigung des Gemeinsinns auf #torchesters, Lei= Fike hinweisen, deren Nutzen für die Allgemein##torfänger Ernst siell außer jeder Frage steht.
Schallplarun die Leitung des Sicherheitswesens, welche die ## 3925 Ution zur Wegräumung des Schuttes in Inns
#rhomngn“ suck in der beschriebenen Art in Angriff genom
zn hat, beweist damit der Öffentlichkeit, daß
die Aufgaben jener Behörden, die man unter „ in Begriffe der Polizei zusammenfaßt, in einer n Gesellschef i neuen Verhältnissen angemessenen Weise ente# Stadt wur faeln. öffentliche Sicherheit bedeutet nicht mehr che hune ksicherheit für Freiheit und Leben des StaatsErfola ## sügers, sondern Einwirkung, um das Verhalten ler Stit### si Staatsbürger mit den Erfordernissen des öf
die sich au jintlichen Wohles in Einklang zu bringen. Man id „Götter sun sich unmöglich vorstellen, daß sich etwa die
#estapo jemals um öffentliche Arbeiten gekümin seinem ein inn hätte. So zeigen uns, die nun täglich erfol#ente noch unle senden Aufmärsche der zweihundert Aufgerufenen #. der Limtike jühr anschaulich, daß die wohltätige Weckung des die Viele, die ie emeinsinns zu einem guten und hoffnungsvollen
geneikt hat. Rarsichen der neuen Zeit geworden ist.
1re Dan! Dr. Anton Klotz.
Siehrbilderrer Smmnmnmnunntumuitgunmnnmn
alten griechtst“
Kinzl las ein
Saupte Arales: Die 12 Dunkte Präsident Trumans
in unserem gestrigen Bericht über die außendiese mit gle##feltischen Erklärungen des Präsidenten Truman # Veranstaltun In durch ein Versehen ein Punkt ausgeblieben.
Drauen scnich der zehnte, der folgendermaßen lautet: werden #mus Vir glauben, daß eine weitgehende 1. Humanie“ gbirtschaftliche Zusammenarbeit zwisden allen Nationen, großen und kleinen, eentbehrlich für die Verbesserung der Lebenssngungen in der ganzen Welt ist, und unenthrlich ist für die Herstellung der Freiheit von sucht und Not.“
Auf den Spuren der Mord=Gestapo
Warschau, 28. Oktober. Ein riesiger Haufen Asche, die überreste von Zehntausenden von Menschen, wurde hier in einem Hause von der polnischen Polizei entdeckt. Das Haus wurde während der deutschen Besatzung von der Gestapo als Totenhaus und Folterkammer benutzt.
Der Prozeß gegen die Bestien von Dachau
Dachau, 29. Oktober. Die Militärbehörden fassen die SS.=Bewachungsmanschaften des Lagers Dachau für den wahrscheinlich größten Massenprozeß wegen Grausamkei, zusammen. Die Verhandlungen werden noch vor Ende November beginnen.
Ein Neffe Kaiser Wilhelms II. über Dachau
London, 28. Oktober.
Einzelheiten über die grauenhaften Zustände im KZ.=Lager Dachau ergeben sich aus einer Erklärung des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, eines Neffen Kaiser Wilhelms II. Die Erklärung ! .. in den Akten der Kommission der Vereinten Nationen für die Untersuchung von Kriegsverbrechen. Auf Grund seiner nazifeindlichen Einstellung wurde der Prinz seit 1934 von den Nazis dauernd verfolgt und schließlich im Jahre 1944 in das KZ.=Lager Dachau gebracht. In der Erklärung des Prinzen über die Zustände im Lager=Lazarett, wohin er gebracht wurde, heißt es: Die Kranken erhielten so wenig Nahrung, daß der Durchschnitt der täglichen Todesfälle 30 bis 40 betrug. Ich habe die Leichen vieler Insassen
Leys Selbstmord wird den anderen Kriegsverbrechern verschwiegen
Nürnberg, 29. Oktober. Die anderen deutschen Kriegsverbrecher, die auf ihre Aburteilung warten, werden keine Kenntnis davon erhalten. daß Ley Selbstmord begangen hat.
gesehen, die ganz offenbar verhungert waren. Beim täglichen Krankenappell mußten die Insassen bis zu 200 gleichzeitig vor dem Lazarett warten. Sie mußten sich bei eisigster Kälte im Freien nackt ausziehen und bis zu zwei Stunden anstehen. Als im Lager eine Flecktyphusepidemie ausbrach, wurden täglich viele Erkrankte ins Revier eingeliefert. Alle waren bis zu Skeletten abgemagert, einige brachen bei der Einlieferung tot zusammen, andere starben schon auf dem Transport. Insassen, die in ihrer Verzweiflung Abfälle aus dem Mülleimer zusammenlasen, wurden von den SS.=Wachen und der Lagerpolizei auf das brutalste geschlagen. Ende März 1945 wurden ganze Zugladungen von Neuankömmlingen ins Lager gebracht, von denen viele bereits auf dem Transport
starben. Wenn die Zugtüren geöffnet wurden, fielen aus den vollgestopften Abteilen die Leichen auf die Rampe. Die Zahl der Toten überstieg bei weitem die der Lebenden. Die Feststellung, daß viele der Leichen verstümmelt waren und daß sich einige der Transportierten nur durch das Verzehren von Menschenfleisch am Leben erhalten konnten, löste im Lager tiefstes Entsetzen aus.
Die Aberreste von Oradour —
Nationalheiligtum
Die französische beratende Nationalversammlung hat seinerzeit beschlossen, die Ruinen des Dorfes Oradour=sur=Glane bei Limoges für alle Zeiten als nationales Heiligtum unangetastet stehen zu lassen. Ein neues Dorf wird in der Nähe aufgebaut werden.
Bevin über den „Alpdruck Frankreichs“
Paris, 29. Oktober. Man hat hier mit großem Interesse die letzte Debatte im Unterhaus verfolgt. Die hiesige öffentliche Meinung unterstreicht besonders die Stelle in der Rede Bevins: „Ein geeintes Deutschland ist ein Alpdruck für Frankreich. Darüber braucht man nicht zu staunen, nachdem Frankreich dreimal in einem Jahrhundert das Opfer eines überfalles durch Deutschland wurde.“ Kein Franzose hätte es besser ausdrücken können, aber es scheint, daß der englische Minister nicht alle Forderungen aus der Lage gezogen hat, die er so klar entwickelt.
Die Außenpolitik der französischen Widerstandsbewegung
London, 28. Oktober. Das Komitee der nationalen Wiederstandsbewegung nahm eine einstimmige Resolution an, in der gefordert wird, daß Frankreich mit Großbritannien, Rußland und
den USA. gleiche, freundschaftliche Beziehungen unterhalten solle, um einen Block für die Aufrechterhaltung des Friedens zu bieten.
Die Schweiz am Scheideweg
Zürich, 29. Oktober. Soll die Schweiz dem neuen Völkerbund beitreten oder nicht? Das ist die Frage, die auf einer Sitzung von 45 Schweizer Fachleuten besprochen werden wird. Die Sitzung wurde für den 30. November anberaumt. Dieses „Kleine Parlament für Außenpolitik“ wird, nachdem ihm Mitglieder aller behördlichen Abteilungen, die sich mit dem öffentlichen Leben befassen, angehören, der Regierung über seine Ergebnisse berichten. Die Frage ist von hervorragender nationaler Wichtigkeit, weil die Mitgliedschaft der Schweiz an der neuen Völkervereinigung das Ende der „permanenten Neutralität dieses Landes jedeuten würde.
Nazitrabant Argentinien
Washington, 28. Oktober. Der Staatssekreäc im Außenministerium Spruille Braden erklärte am Samstag in einer Ansprache, daß die Nazis, obwohl an den Fronten besiegt, doch noch nicht ausgerottet sind. Wenn er auch Argentinien nicht direkt erwähnte, so waren doch die drei größeren amerikanischen Nachrichtenagenturen in ihren Berichten über die Ansprache einstimmig der Ansicht, daß er offenbar jenes Land gemeint habe, in dem er vorher Botschafter der Vereinigten Staaten gewesen war.
Repatrüerung der Offerreicher aus der russischen Zone in Deutschland
Der österreichische Konsul Schmidt in Berlin übernahm die Aufgabe, seine Landsleute zu repatriieren. Er mietete zu diesem Zweck eine Villa und erließ einen Aufruf an alle Österreicher in der russischen Besatzungszone, sich bei ihm zu registrieren. Er bekam nach längeren Verhandlungen auch die Erlaubnis, die Österreicher mittels eines Eisenbahntransportes zurückzuführen. Dafür sollten deutsche Staatsangehörige ins Reich zurückgebracht werden. Der erste Transport fand Ende September statt. Ihm sollten alle 14 Tage weitere Transporte folgen. Da der Zuzug nach Berlin vollkommen gesperrt ist, konnten sich die Österreicher, die in der russischen Zone wohnen, nicht bis zu ihrer Abreise dort aufhalten. Um diesem übelstand abzuhelfen, mietete Konsul Schmidt ein
Lager, das durch das Rote Kreuz verpflegt wird.
Die Österreicher in Deutschland können Briefe an ihre Verwandten schicken. Auch umgekehrt können Nachrichten aus Österreich in die russische Zone befördert werden. Man schreibt an das Österreichische Repatriierungs=Komitee in Wien 8., Langegasse 28, und legt einen Brief an die Verwandten oder Bekannten offen bei.
Holland und Österreich
klagen Seyß=Inquart an
Der holländische Hauptanklagevertreter gegen Kriegsverbrecher ist nach Deutschland gereist, um im Namen de Niederlande die Anklage gegen Seyß=Inquart zu überreichen. Auch die österreichische provisorische Regierung verfolgt SeyßInquart wegen des Verbrechens des Hochverrates.
(Radio New=York.)
1500 Nazimorde in Niederösterreich
Wien, 28. Oktober. Die Gendarmerieposten im Bereich des Landesgendärmeriekommandos Niederösterreich haben in Verfolgung der Kriegsverbrecher in Niederösterreich 1500 Mordtaten festgestellt. Nach diesen Erhebungen wurden ermordet: 779 Juden, 313 KZ.=Angehörige, 270 bis 290 Strafgefangene, 73 bis 75 politische Gefangene, 22 Ostarbeiter, etwa 40 Personen wurden standgerichtlich justifiziert.
Die neue Regierung
von Oberösterreich
Die neue Regierung von Oberösterreich besteht aus den folgenden Personen: Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner, Landeshauptmannstellvertreter: Dr. Franz Lorenzoni, Ludwig Bernascheck, Franz Haider, Landesräte: Johann Blöchl, Dr. Franz Schütz, Jakob Mayr, Anton Atzwanger (oder Alois Wimberger), Anton Weidinger.
Großfeuer in der Kleinmünchner Spinnerei
Linz, 29. Oktober. In der Spinnerei Kleinmünchen brach ein Brand aus, bei dem 17.000 Kilogramm Zellwolle und eine Anzahl neuer Maschinen, die aus der Schweiz gekommen waren, ein Raub der Flammen wurde. Der Schaden wird mit einer Million Schilling berechnet.
Wiederaufbau der Stadt Graz
In Graz sind 850 Häuser total zerstört und 640 schwer beschädigt. 760 bzw. 4699 Häuser sind von mittleren und leichten Schäden betroffen. Vorläufige Sachschä en betragen rund 105 Millionen Schilling. Zum Wiederaufbau werden 42 Millionen Stück Mauerziegel, 15 Lillionen Dachziegel, 3000 Tohnen Zement, 1400 Kubikmeter Holz und dreitausend Bauarbeiter benötigt. Stünden diese Kräfte zur V fügung, so würde der Wiederaufbau in fünf Jahren beendet werden.
Eine Österreicherin — Mitglied der schwedischen Akademie der Wissenschaften
Die Wissenschaftlerin Lisa Meitner, ein Flüchtling aus Österreich, die eine wichtige Entdeckung zur Entwicklung der Atombombe gemacht, und der es gelang, mit ihrem Geheimnis aus Deutschland zu flüchten, wurde zum ausländischen Mitglied der schwedischen Akademie gewählt. Diese Ehre erfuhren seit dem zweihundertjährigen Bestand der Akademie nur zwei Frauen. Die erste war eine Schwedin, die im Jahre 1784 gewählt wurde und im Jahre 1917 wurde Eva Curie dazu erwählt.
Die Glockenweihe in Ellbögen. Abt Schuler von Wilten weiht die Glocke.
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