Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:10
- S.53
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ben 28. Oktober 1945
Tiroker Tageszeitung
Nr. 105 Seite 3
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de pläne für Amgestaltung des Burgund Marktgrabens in Innsbruck
von den Hausbesitzern am Burg= und Marktaben erhalten wir folgende Stellungnahme: eine Verbreiterung der Fahrbahn zwischen gsum= und Maria=Theresien=Straße wäre undingt zu begrüßen. Dieser Zustand darf je##icht durch Zerstörung der erstklassigen #chäftsposten durch Abbruch der Ladenvorbau##erreicht werden. Dipl.=Arch. Gimbel
zit sich selbst in seinem Artikel vom 13. Ok#i, daß eine gänzliche Entfernung der Vormten am Marktgraben nicht zu empfehlen ist, iin Ersatz in den rückwärts liegenden Häu####r mit sehr kostspieligen Umbauten mögbäre. Genau dasselbe muß auch für den #graben gültig sein
dr Projektant ist zwar der Meinung, daß ge## n der engsten Stelle die Vorbauten im dischen Besitz sind und daher sich keine so eien Schwierigkeiten ergeben würden wie am fuktgraben. Diese Ansicht kann in der heuti
n Rotlage der Stadt nicht richtig sein. Denn besehen von der finanziellen Lage derselben, osoll die Stadt das Material und die Aruskräfte hernehmen, wenn selbe fehlen, um bwohnungen zu erstellen!? Auch die Stadtz#inde kann sich den Luxus nicht leisten, in erstklassigen Geschäftsposten, wie es gerade u Burggraben ist, gewaltsam zu entwerten. unz untragbar ist aber die Planung einer komenade auf der Nordseite des Burggrabens e Baumbepflanzung. Wer Zeit und Lust zum amenieren hat, soll auf den Rennweg oder in i Hofgarten gehen.
egen eine erträgliche Zurückversetzung der ##nlokale zugunsten eines breiteren Geh
steiges am Marktgraben ist nichts einzuwenden. Die Verbreiterung des Gehsteiges von 1.50 Meter auf 4 Meter ist allerdings etwas zu hoch gegriffen, weil ja dadurch praktisch von den Vorbauten fast nichts übrig bleibt.“
Fest der französischen Luftwaffe in Jenbach
Nachträglich berichten wir vom großen Tanzabend der französischen Luftwaffe in Jenbach am 18. Oktober. Es präsidierte der Chef der Kontrollkommission, Herr Major Bruyére. Als Gäste konnten u. a. die Offiziere des Generalstabes Igls, der Militärregierung Schwaz, des 2. Dragons usw. begrüßt werden. Der gute Ruf der Veranstaltungen der Luftwaffe hat sich wieder einmal durch die große Besucherzahl bewieken. Als Einleitung zu dem munteren und fröhlichen Tanzabend gastierte eine Gruppe mit einer ausgezeichneten Varieté=Vorführung, mit der sie reichen Beifall erntete. Zu dieser wohlgelungenen Veranstaltung kann man dem Adjutanten Herrn A. Nold gratulieren, der es Dank seines fabelhaften Organisationstalents verstanden hat, allen Anwesenden einen wirklich
angenehmen und heiteren Abend zu bereiten. Durch diese Veranstaltung hat er neuerlich die Tradition der französischen Luftwaffe unter Beweis gestellt und ist ihm der große Erfolg dieses Abend zuzuschreiben.
*
Heimkehr der Ungarn. Wegen ihrer baldigen Heimreise haben sich die Ungarn, die heimzureisen wünschen und welche nicht den Transport vom 14. Oktober ausgenutzt haben, bis zum 24. Oktober, bei ihrer zuständigen Militärregierung zu melden. Diese Maßnahme betrifft nicht die volksdeutschen ungarischen Staatsangehörigen, die vorläufig nicht heimkehren dürfen.
Parteitag der Sozialisten Tirols
öir erhalten folgenden Bericht:
sich einer Unterbrechung von mehr als zwölf n fand am vergangenen Sonntag, den Oktober, im Saale der Innsbrucker Arbeimammer der Parteitag der Sozialistischen #i Tirols statt. Zahlreiche Delegierte aus sin Teilen des Landes waren anwesend.
Nach einem ausführlichen überblick des ParteiLandeshauptmannstellvertreter Hütanberger, über die politische Lage, in welim der Redner die vergangenen Ereignisse mer gründlichen Betrachtung unterzog und nzweisend die schweren Aufgaben der Zukunft khandelle und Referaten von Dr. Kunst über # kommenden Wahlen und Redakteur Klein der aktuelle Pressefragen, wurden die Kandiiten für den 25. November bestimmt sowie der iiue Parteivorstand gewählt. Die Versammlung kschloß am Ende der fruchtbar verlaufenen lagung eine Anzahl von Resolutionen, deren lste zu der Südtiroler Frage Stellung timmt. Die Großmächte werden darin gebeten, ## Problem Südtirol einer gerechten Lösung uführen, indem unseren Landsleuten südlich i Brenners das
Selbstbestimmungsrecht zuerlamnt wird. Eine weitere Entschließung fordert i Demokratisierung des Polizeiapparates in Litol.
kandeshauptmannstellvertreter Hüttenberkonnte als Vorsitzender in seinem Schluß#tt feststellen, daß in den wenigen Monaten
Innsbrucker Kinder fahren in die Schweiz
Innsbruck, W. Oktober.
Heute fuhr vom Hauptbahnhof ein Transport von 337 erholungsbedürftigen Kindern nach der Schweiz ab. Auf dem Bahnsteig hatten sich die besorgten Eltern eingefunden, die trotz aller Freude über diese großzügige Aktion der Kinderhilfe des Schweizer Roten Kreuzes doch schweren Herzens von ihren Lieblingen Abschied nahmen. Aus jedem Abteilfenster des Zuges leuchten frohe Kinderaugen; Papierfähnchen in den österreichischen, schweizerischen und französischen Farben werden geschwenkt. Landeshauptmann Dr. Weißgatterer sowie Bürgermeisterstellvertreter Dr. Greiter fanden sich ein und verabschiedeten die Kinder in herzlich gehaltenen Worten. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die Kinder gesund und stark wiederkehren möchten. Der Chef des
österreichischen
SBORTUNDSPIEL
Sport ##
Der Fußball vom Sonntag vormittags am Tivost war ein flottes Spiel, das der Sportklub Hall gegen den IAC. verdient 2:0 (1:0) gewann, da sein Stürmerspiel zweckmäßiger war. Der Haller Torhüter wurde unglücklicherweise verletzt. Zwei Spieler des IAC. und ein Haller ließen sich grobe Unsportlichkeiten zuschulden kommen. Ihr Ausschluß, zehn Minuten vor Spielende, wurde vom Schiedsrichter Weinert (Wien) verhängt. Die Spielleitung war obfektiv und bewundernswert ruhig. Das Treffen dürfte noch ein Nachspiel haben.
Die Sportereignisse am Sonntag nachmittags auf dem Klosterkasernplatz verliefen befriedigend. Den Erfolg des Tages hatte der Innsbrucker Sportklub, der mit drei Mannschaften antrat und in den drei Spielen ein Torverhältnis 11:1 erzielte. Es spielten Innsbrucker Sport
Roten Kreuzes Prof. Dr. Breitner ermahnte die Kinder, die Augen offen zu halten und in der Schweiz zu lernen, daß man sich auch vertragen kann, wenn man auch manchmal verschiedener Meinung ist. Er sagte wörtlich: „Das
Rote Kreuz ist das Einzige, was diesen Krieg überdauert hat und es liefert damit den Beweis, daß es auch eine Verständigungsmöglichkeit zwischen allen Völkern gibt.“ Sodann ermahnte er die Kinder, dem Lande Tirol und insbesondere der Stadt Innsbruck keine Schande zu machen.
Dann fuhr der Zug mit den Kindern ab. Die Eltern dürfen die Gewißheit mitnehmen, daß bestens für die Kleinen gesorgt werden wird.
Wie wir erfahren, wird demnächst ein zweiter Transport von Kindern aus der Umgebung von Innsbruck in die Schweiz abgehen.
klub gegen FC. Wacker 6 : 4 (4 : C). Wacker hatte neichliches Schußpech, womit nicht die technische Überlegenheit des Spielers geschmälert sein soll, der ein prächtiges, flaches, engmaschiges Kombinationsspiel zeigte. Schiedsrichter Weinerth, Wien.
Das mit großer Spannung erwartete Tressen des Innsbrucker Sportklubs mit der Innsbrucker Polizeisportvereinigung endete mit einem einwandfreien 3 :0=(2: 0=) Sieg des Sportklubs dank seines besseren Schußvermögens.
Die Jungmannschaft des Sportklubs siegte 2:1 gegen die Jugend des Sportvereines knapp. Ein Unentschieden wäre entsprechender gewesen.
Vertreterversammtung Fußballverband. Morgen, M. Ottober, um 19 Uhr findet unter Vorsitz des kommissarischen Treuhänders Oswald Alpenheim im Gasthof „Weißes Rößl“ eine grundlegende Versammlung statt, zu der alle behördlich genehmigten Vereine eingeladen werden, ihre Vertreter zu entsenden.
seit der Befreiung eine große Organisationsarbeit geleistet wurde und die Sozialistische Partei Tirols allen Grund hat, dem Volksentscheid am 25. November mit Vertrauen entgegenzusehen.
Die Tiroler Sozialisten und Südtirol
Parteitag der Sozialistischen Partei Tirols wurde einstimmig folgende Resolution beschlossen:
„Der Parteitag der Sozialistischen Tirols gedenkt heute in tiefer Verbundenheit der Freunde in Südtirol, die nach 25 Jahren der Trennung genau so sehnsüchtig auf die Wiedervereinigung mit Tirol und damit mit der Republik Österreich warten wie wir. Wir richten heute an die Großmächte, die die Geschicke Europas bestimmen, die inständige Bitte, unseren Landsleuten in Südtirol das Selbstbestimmungsrecht zu gewähren und damit ein Unrecht, das an den Südtirolern nach dem ersten Weltkrieg begangen wurde, gutzumachen.
Wir richten den gleichen Appell an das italienische Volk selbst, das von den Fesseln des Faschismus befreit, einer neuen besseren Zukunft entgegenschreitet. Wir wünschen mit Italien ein gutes und herzliches Nachbarschaftsverhältnis zu unterhalten, das jetzte nur durch das Südtiroler Problem getrübt ist.
Die gerechte Lösung der Südtiroler Frage wird ein wertvoller Beitrag zur Befriedung Europas sein.“
Schauübung des Vergrettungsdienstes Sonntags fand unter Anwesenheit zahlreicher Gäste von der Militärregierung sowie der Behörden und unter großer Teilnahme von Bergrettungsmännern aus verschiedenen Landesteilen eine große Schauübung des Bergrettungsdienstes auf dem Hafelekar statt. Magistratsdirektor Dr. Senn begrüßte die Gäste und betonte in einer kurzen Ansprache, daß es der Alpenverein als seine vordringlichste Aufgabe betrachte, den Bergrettungsdienst so auszubauen, daß er allen Anforderungen gewachsen sei. Der
(Landesbildstelle
Mari
Führer des Bergrettungsdienstes, Wastl ner leitete die übung.
Die Uebung zeigte in überzeugender Weise, welche Schwierigkeiten die Rettungsmänner im einzelne zu meistern haben, und machte mit den neuesten Geräten bekannt. — Unser Bild zeigt die Rettungsmannschaft, die auch an der Bergung der englischen Flieger im Hochnißlgebiet teilgenommen hatte. Zu unserem Bericht vom 1. Oktober über diese Großtat sei berichtigt, daß der eine englische General einen Beinbruch erlitten hatte, nicht aber den Verlust des Beines.
Kammersänger Alb. Emmerich
Am 18. Oktober sang Kammersänger Albert khmerich im Riesensaal der Hofburg zugundes Französischen Roten Kreuzes ein auserleies Programm, das er am vergangenen Samsabends zugunsten einer Weihnachtsspende für inder von Gefallenen unter dem Ehrenschutz und & persönlichen Anwesenheit des Bürgermeisters n Stadt Innsbruck wiederholte.
dabei trat uns in Emmerich nicht nur eine fesönlichkeit von großem Format und echt österlichischer Prägung entgegen, sondern wir begeg
nten in beglückender Art und Weise einem wirkich großen, reifen Können.
1 Seine stimmliche und stimmungsmäßige Anpas#ungsfähigkeit an die lebendige Struktur seiner vortragsfolge ist so groß, die Gestalten der Darsellung treten uns so echt, überzeugend, wirkichkeitsnah und plastisch entgegen, daß wir sie ihrer jeweiligen fröhlichen oder ernsten Form keinahe bildhaft erleben. Seine Stimmgewalt, die, usgenommen von der prachtvollen Akustik, bis n die letzte Ecke des weiten Raumes trägt, ist d aller zwingenden Kraft und Fülle, die sie ausseichnet und die trotz aller. Festigkeit nie hart und sröde wirkt, von großer Elastizität und Biegsam#ieit. Sie nimmt alle Schattierungen auf und meilert in unerschöpflicher Fülle die verschiedensten ausdrücksmöglichkeiten. Dabei ist des Künstlers goßer Vorzug eine zuchtvolle, edle Mäßigung,
lbrigens Maßstab jeder wahren Kunst.
* Seine Stimmkultur und die scheinbar mühelose Lcherrschung aller technischen Schwierigkeiten swingen zur Bewunderung. Er zieht buchstäblich zie Register“ und ist in allen Tonlagen daheim. rein Forte und Fortissimo, das besonders in den anspruchsvollen Arien und Balladen zur Geltung kommt, ist von einer schwen, gebändigten Wucht, sein Piano überraschend
leicht, schwebend und schwerelos. Man könnte es einem zartesten Pastell vergleichen. Die tiefen Bässe holt er wie Orgeltöne aus der Bruft und läßt uns die ganze Skala seiner stimmlichen Wandlungsfähigkeit erleben.
Faszinierend ist des Künstlers Eigenark, womit er den Charakter seiner jeweiligen Darbietung beleuchtet oder in fein geschliffener Pointe verändert.
So durchwebt er sein „Hochzeitslied“ beispielsweise mit einem ganzen Gitterwerk reizender Stimmungsarabesken und setzt seiner „Forelle“ oder seinem „Wohin?“ die neckischesten Lichter auf. Im „Ihr Bild“ und „Der Tod und das Mädchen“ oder auch im „Doppelgänger“ greift uns der Künstler mit einer Zartheit, einem Ernst und einer Tiefe der Empfindung an, der wir uns nicht zu entziehen vermögen. Sein „Heidenröslein“ und sein „Lindenbaum“ sind gesungene Kostbarkeiten. Seine fremdsprachigen Arien, die nicht nur eine große Beherrschung der Sprache, sondern auch feinste gefühlsmäßige Vertiefung in dieselbe verlangen, geben in diesem beiderseitigem anspruchsvollem Part einen vollkommenen Gleichklang.
Hoher Anerkennung wert ist auch die in jeder Nuance fein mitgehende, von subtilsten Einfühlungsvermögen bestimmte, vornehme und dezente Begleitung Frau Professor Frodls, die ihre Kunst am Flügel in Schuberts „Impromptu AsDur“ auch selbständig in bester Art unter Beweis stellte. Ihre technische Sicherheit und die Weichheit und Schmiegsamkeit des Anschlages sind auffallend.
Alles in allem müssen wir Kammersänger Albert Emmerich, der seine Erfolge in dem Teatro Lizeo Barcelona ebenso wie im Opernhaus Zürich, Wien, Berlin, Brüssel und Amsterdam verzeichnen kann, für den auserlesenen Kunstgenuß gleich dankbar sein wie für seine Großzügigkeit, womit er den gesamten Reinerfolg seiner Abende gemeinnützigen Zwecken zuwandte.
Wir werden sein Wiedererscheinen Ende November begrüßen. Irmgard Schulz.
Uraufführung im Landestheater
(„Die Cortenia“, Komödie von Mathilde von Schönwörth)
Durch die Uraufführung der Komödie „Die Cortenia“ im Innsbrucker Landestheater am vergangenen Samstag ist nunmehr Mathilde von Schönwörth auch in ihrer Heimat zu Worte gekommen, nachdem mehrere ihrer Lustspiele, wie z. B. „Der Narr“ oder „Niemand weiß Bescheid“, bereits an den verschiedensten Bühnen des Auslandes über die Bretter gingen.
„Die Cortina“ ist eine unterhaltsame Komödie, wenn auch Fabel und Handlungsführung nicht immer ganz überzeugend sind. Der bekannte Gelehrte Geheimrat von Cortenius entdeckt im Gletschersee eines Gebirgsdorfes eine neue Blumenspezies; diese wissenschaftliche Errungenschaft wird mit sehr viel Reklame in die Welt hinausposaunt und deshalb sogar ein eigener Kongreß einberufen. Björn Steen, ein weltberühmter Clown, liebt die Tochter des Geheimrats, er verheimlicht ihr gegenüber seinen Beruf und trifft alle Anstalten, sich dauernd vom Zirkus zurückzuziehen. Um dieser Liebe halber will er auch in gefahrvollem Unternehmen die neue Wunderblume pflücken, die sich ihm jedoch als die unverschämte Fälschung eines gerissenen Hoteliers entpuppt. Die Konslikte
und Komplikationen, die sich aus dieser seiner Entdeckung ergeben (oder ergeben könnten) finden eine sehr heitere, wenn auch etwas leichte Lösung.
Das Werk beginnt mit wohlgeschliffenem Dialog, wobei manche gelungene Apereus aufblitzen; der zweite Akt bringt mehrere theaterwirksame Szenen, wobei vor allem die Clownszene eines ernsteren Untertones nicht entbehrt. Die Motive von Schein und Sein, von echtem
Künstlertum, überheblicher Bürgerlichkeit und weltfremden Gelehrtenhochmut klingen an. Dennoch aber scheint es uns, daß die Konflikismöglichkeiten des Themas nicht voll ausgenützt werden und vor allem der dritte Akt, der stark auf Situationskomik und Pointe hin gearbeitet ist. dürfte für eine Komödie wohl etwas zu leicht wiegen. Die Lösung des locker geknüpften Knotens sieht an den eigentlichen Themen etwas vorbei.
Das Stück, das von Siegfried Süßenguth flott inszeniert wurde, bietet eine Reihe dankbarer Rollen, so vor allem die des Björn Steen. Süßenguth zeigt in dieser etwas schillernden Gestalt wieder einmal sein großes schauspielerisches Können; er ist ein philosophischer Clown, der innerlich jede Situation beherrscht, wenn er auch einen gewissen Komplex dem Bürgertum gegenüber hat; meisterhaft war Süßenguth in der Clownszene, worin er das „Lache Bajazzo"=Motiv wunderbar zum Ausdruck brachte. Dem überheblichen weltfremden Gelehrten lieh Gustav Waldau durch den einmaligen Zauber seiner Künstlerpersönlichkeit menschlich=warme Züge und erfüllte so die Gestalt mit starker Atmosphäre. Seine Tochter Verena fand in Inge Drexel eine in jeder Hinsicht vollendete
Gestaltung, während sich Wolf Floderer als Hotelierssohn und Rivale Steens nicht so ganz in das Ensemblespiel einfügen konnte. Von köstlicher Natürlichkeit und resoluter Originalität war Herta v Hagen als Schwester des Geheimrats. Josef Hauser als Hotelier und Edith Boewer als Sekretärin trugen ihr Bestes zum Gelingen der schönen Aufführung bei. Schließlich muß auch noch der geschmackvollvornehmen Bühnenbilder Rosmarie Strugers gedacht werden.
Der starke Applaus am Schluße rief neben den Darstellern auch die Autorin wiederholt vor den Vorhang. Dr. Tepser.