Tiroler Tageszeitung 1945

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Tiroler Tageszeitung
Donnerstag, 5. Juli 1945
Sradr ans Lond
Die Registrierung von Fremden und Staatenlosen verschoben
Die Militärregierung gibt bekannt, daß die mit Beginn vom 5. Juli im Landhaus angesetzte Registrierung von Fremden und Staatenlosen bis auf weiteres verschoben wurde.
Urteile des Innsbrucker Militärgerichtshofes
Am 25. Juni wurde ein Mann zu 10.000 Reichsmark Geldstrafe oder 1 Jahr Gefängnis verurteilt, weil er amerikanisches Benzin gestohlen hat. Am 26. Juni zwei Männer zu 500.— Reichsmark Geldstrafe oder 3 Monaten Haft, weil sie betrunken waren und Raufhändel hatten.
Staatliche Wirtschaftsoberschule (Handelsakademie) und zweiklassige Wirtschaftsschule in Innsbruck
Die Sprechstunden des Direktors finden ab 5. Juli jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag im Anstaltsgebaude, Karl=Schönherr=Straße 2, im Zimmer der naturgeschichtlichen Sammlung im 1. Stock, in der Zeit von 10 bis 11 Uhr statt.
Wiedereröffnung geschlossener Kirchen
Am Dreifaltigkeitssonntag (27. Mai) wurde die Kirche zur „Ewigen Anbetung“ durch eine heilige Messe des Bischofs Dr. Rusch nach fünf Jahren wieder eröffnet. Auch die Kapuzinerkirche in Innsbruck ist am Herz=JesuFest (8. Juni) feierlich eröffnet worden. In der Franziskanerkirche in Hall wurde am 13. Juni der erste Gottesdienst abgehalten. Sobald wie möglich wird auch die Hofkirche in Innsbruck wenigstens teilweise wieder für den Gottesdienst geöffnet.
Die theologische Fakultät an der Innsbrucker Hochschule wird im Herbst zugleich mit dem Priesterseminar der Apostolischen Administratur Innsbruck eröffnet. Auch das Knabenseminar Paulinum in Schwaz nimmt im Herbst die Studientätigkeit wieder auf. Zum Direktor wurde der frühere Direktor Dr. Kätzler bestellt.
Vermißtes Mädchen
Hilde Berger, geb. am 15. 2. 1930 in Innsbruck, blond, über 1.70 Meter groß, Augen graublau, gute Zähne, bekleidet mit schwarzweißem Seidenkleid, schwarzen Sportschuhen, ohne Strümpfe, und graublaue Stoffhandtasche mit Monogramm H. B., ist seit 30. Juni 1945 abends abgängig. Zweckdienliche Nachrichten erbeten an Familie Berger, Innsbruck, Schöpfstraße 11, 2. St., oder an nächste Polizei= oder Gendarmeriestation.
Vereidigung der
Innsbruck, 4. Juli. Aus dem Landhaus wird berichtet: Am 26. Juni erfolgte die Ernennung der zur Berufsausübung im Sprengel des Landesgerichtes von Tirol zugelassenen Notare und Notarassessoren und deren Vereidigung durch Major Kerr der Militärregierung. In seiner Ansprache führte Major Kerr aus, daß er den neu ernannten Notaren und Assessoren volles Vertrauen entgegenbringe und hoffe, daß sie ihre Amtsgeschäfte, insbesondere auch ihre Tätigkeit als Gerichtskommissare, im Rahmen der bestehenden, für Oesterreich geltenden Gesetze und Verordnungen ausüben würden. Notar Hans Höpperger, welcher nach dem ersten Weltkrieg durch zehn Jahre in Telfs und seit 1930 in seiner Heimatstadt Innsbruck amtierte, wurde gleichzeitig zum Präsidenten der Notariatskammer ernannt. Dieser dankte Major Kerr im Namen aller 18
Notare und Assessoren für das entgegengebrachte Vertrauen und versicherte, daß sie sich ihrer Verantwortung bewußt wären und das Vertrauen in jeder Weise rechtfertigen würden.
Vor Eröffnung der Gerichte
Nach nun erfolgter Bestätigung der Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Notare soll die Volltätigkeit der Amtsgerichte des Landes= und Oberlandesgerichtes in Tirol in den nächsten Tagen wieder einsetzen, nach Ernennung der beiden Präsidenten und der in den Gerichtsdienst zu übernehmenden richterlichen Beamten. Die vorbereitende Tätigkeit für die späteren Verhandlungen war schon seit Wochen gestattet.
Die Militärregierung zeigte der ursprünglich geäußerten Ansicht, die Eröffnung der Gerichte erst einheitlich für das ganze Bundesgebiet vorzunehmen, weites Entgegenkommen. Die Rückführung der wegen Bom
bengefahr außerhalb von Innsbruck gebrachten Grundbücher und Handelsregister wird nach Instandsetzung der Räume im alten Landesgerichtsgebäude erfolgen.
Vorübergehende Schließung der Lichtspieltheater
Innsbruck, 5. Juli. Gemäß einer Verfügung der Militärregierung bleiben die Lichtspieltheater für eine kurze Zeit geschlos
sen. Sie eröffnen in Bälde wieder ihre Pforten mit Spitzenfilmen der amerikanischen Filmproduktion, die den ungeteilten Beifall aller Besucher finden werden. Die Wiederaufnahme der Filmvorführungen wird rechtzeitig an dieser Stelle und durch Anschlag bekanntgegeben.
Verstorbene in Innsbruck In Innsbruck starben Georg Kofler, Kaufmann, 70 Jahre; Alois Schönsleben, Altersrentner, 73 Jahre; Oskar Schönherr, RB.=Pensionist, 66 Jahre alt.
Die Wiederherstellung der Zirler Brücke
Innsbruck, 4. Juli. Aus dem Landhaus wird berichtet: Die Wiederherstellung der Zirler Innbrücke war in den letzten Wochen vor allem infolge des sehr starken Hochwassers behindert. Das Landesbauamt wird jedoch die Brücke trotz des Hochwassers in kürzester Zeit fertigstellen. Die fehlenden Hilfsteile wurden noch diese Woche beschafft, so daß der Fertigstellung dieser Brücke nichts mehr im Wege steht. Sie wird bis spätestens Mitte nächster Woche dem Verkehr übergeben.
AUS OSTERREICI
Strafe für Verrat am österreichischen Volk
Wien, 4. Juli. Die provisorische Regierung Oesterreichs hat ein Gesetz über die Verfolgung von Kriegsverbrechen und Verbrechen der Nazis beschlossen. Für Kriegsverbrecher, die im Gegensatz zum Völkerrecht und der Menschlichkeit gehandelt haben, werden
zur Beseitigung von Fliegerschäden
Bürgermeister Dr. Melzer gibt bekannt:
Die Vertreter der Stadtgemeinde Innsbruck werden alles daransetzen, daß der im Entstehen begriffene zukünftige österreichische Staat die Lasten der entstandenen Schäden auf die gesamte Bevölkerung gleichmäßig verteilt und damit den Erfordernissen der Gerechtigkeit Genüge tut.
Bis zum Zeitpunkt einer gesetzlichen Regelung jedoch muß die Stadtgemeinde die ihr zur Verfügung stehenden Mittel für Fälle von Kriegsschäden, in denen ohne Hilfe der Stadtgemeinde größere Schäden an Gebäulichkeiten eintreten würden, verwenden, insbesondere also in jenen Fällen, in denen die Hauseigentümer aus Eigenem nicht in der Lage sind, die Kosten der Wiederherstellungsarbeiten zu decken, die Allgemeinheit aber ein Interesse am Wiederaufbau hat. Von ähnlichen Gesichtspunkten hat sich ja auch die Gemeinde bei der Regelung der anderen Kriegsschäden und der Familienunterstützung leiten lassen.
Es liegt daher im eigensten Interesse jedes Hauseigentümers, auch von sich aus alle vorhandenen Barmittel und Kreditmöglichkeiten für die Instandsetzung seines Hauses in Anspruch zu nehmen.
Die nachstehende Regelung ist nur eine vorläufige. Es soll damit den Ansprüchen jedes Einzelnen auf Ersatz von Kriegsschäden in keiner Weise vorgegriffen werden:
1. Mit sofortiger Wirksamkeit unterbleibt die Anordnung von Sofortmaßnahmen durch die Stadtgemeinde. Bei bereits angeordneten, aber noch nicht in Angriff genommenen Sofortmaßnahmen wird die Anordnung widerrufen. Für sie gelten die nachstehenden Bestimmungen. Bereits laufende Sofortmaßnahmen unterliegen den vom Stadtbauamt u. U. vorzuschreibenden Einschränkungen.
2. Kriegsbeschädigte Objekte können von den Eigentümern auf ihre Rechnung instandgesetzt werden. Die von den Hauseigentümern getragenen Kosten sind beim Kriegsschädenamt anzumelden. Bei Aufträgen bis zu insgesamt 500 Reichsmark (für das einzelne Objekt) besteht lediglich die Anzeigepflicht an das Stadtbauamt. Bei Aufträgen über 500 Reichsmark haben die Gewerbetrei
benden vor Auftragsübernahme die Genehmigung des Stadtbauamtes einzuholen.
3. Nur dann, wenn die Wiederinstandsetzung von Objekten nachweisbar aus eigenen Mitteln nicht möglich ist und sie zudem im öffentlichen Interesse liegt, kann ein Verfahren der Ks.=Sch.=Vo. eingeleitet werden, wonach die Stadtgemeinde vorläufig für die Kosten der Instandsetzung aufkommt.
4. Unterläßt der Objektseigentümer trotz öffentlicher Notwendigkeit und vorhandener
Mittel die Auftragserteilung, so kann an seiner Stelle die Stadtgemeinde auf seine Kosten
Kerkerstrafen von 10 bis 20 Jahren, lebenslänglicher Kerker oder Todesstrafe vorgesehen. Das gleiche Strafmaß wird auch für die Aufhetzung zum Kriege festgesetzt. Mit Kerker von 5 bis 20 Jahren wird bestraft, wer sich zur Zeit der Naziherrschaft Grausamkeiten zuschulden kommen ließ. Hatten diese den Tod des Opfers zur Folge, so werden die Schuldigen mit dem Tode bestraft. Als
weitere Tatbestände der Bestrafung
sieht das Gesetz vor: die Ausnützung des Naziregimes zum Zwecke der Bereicherung, Denunziationen, Verletzungen der Menschlichkeit und der Menschenwürde. Einen Tatbestand besonderer Art bildet
der Verrat am österreichischen Volke
Dieses Verbrechens machte sich schuldig, wer Handlungen vollbrachte oder unterstützte, die eine gewaltsame Aenderung des Regierungssystems in Oesterreich zugunsten der nationalsozialistischen Partei bezweckten oder deren Machtergreifung begünstigten. Solche Verbrechen werden mit dem Tode bestraft.
In einem Aufruf fordert die provisorische Regierung die Bevölkerung auf, durch Einsendung von begründetem Material die Ausforschung der Schuldigen zu unterstützen. Das Blatt „Neues Oesterreich“ schreibt an leitender Stelle: „Das ganze österreichische Volk begrüßt mit größter Genugtuung die Kunde, daß die provisorische Regierung ein Gesetz über die Kriegsverbrechen ausgearbeitet hat. Seit den ersten Tagen der Befreiung Wiens forderten alle Schichten der Bevölkerung daß die Naziverbrecher dem Volksgericht übergeben werden, jetzt hat die Stimme des Volkes Gehör gefunden.“
die erforderlichen Maßnahmen treffen.
5. In Fällen der Instandsetzung von Wohnraum durch die Stadtgemeinde kann sich das Städt. Wohnungsamt die Einweisung Unterkunftssuchender in die wieder bewohnbar gemachten Räume, bei Wahrung berechtigter Interessen Bombengeschädigter, vorbehalten.
6. Für die Bezahlung von Rechnungen aus Sofortmaßnahmen gilt folgendes:
a) Rechnungen für Arbeiten, die nach dem 3. Mai 1945 mit ausdrücklicher Zustimmung des Stadtbauamtes in Angriff genommen oder fortgesetzt worden sind, werden voll zur Anweisung gebracht.
b) Bis zum Wirksamwerden einer überörtlichen Regelung muß die Bezahlung der übrigen Rechnungen unterbleiben, da die von der Stadt Innsbruck für Sofortmaßnahmen vorgestreckten Mittel dafür nicht ausreichen. Wird durch diese Maßnahme in Einzelfällen die Fortführung des Gewerbebetriebes unmöglich gemacht, so ist die Schaffung des Härteausgleiches in Aussicht genommen.
Der Weg zur Selbsthilfe ist hiemit geöffnet. Die Stadtverwaltung wird, wo immer es möglich und notwendig ist, helfend und fördernd eingreifen; aber es soll niemand die Hände in den Schoß legen und sich ausschließlich auf die öffentliche Hilfe verlassen.
Ich erwarte, daß diese Aufforderung an die freie Initiative der Bevölkerung wirksam dazu beiträgt, die großen Schwierigkeiten, die das Wohnungsproblem heute mit sich bringt, zunächst wenigstens zu mildern, bis die allgemeinen Verhältnisse es gestatten, das Uebel gründlich zu beseitigen.
Die Brennstoffversorgung in Salzburg
Salzburg, 4. Juli. Die Militärregie
rung hat eine Kundmachung erlassen, in welcher zur Mithilfe bei der Brennholzerzeugung aufgerufen wird. Als Ersatz für den teilweisen Ausfall der Kohlenlieferung werden für die 30.000 Haushalte in Salzburg und Hallein 60.000 Raummeter Unterzündund Scheitholz und 2000 Tonnen Brenntorf benötigt. Für die übrigen ortsansässigen Nichtselbstversorger in den Märkten und geschlossenen Siedlungen des Landes Salzburg wird aus den gleichen Gründen getrachtet werden, 3 Millionen Raummeter Brennholz zu erzeugen. Für die Aufarbeitung des bereits gefällten Holzes und für weitere Schlägerung werden 2000 Holzarbeiter eingesetzt, die mit Schwerstarbeiterkarten beteilt wur den. Zusätzlich muß aber noch in den Landkreisen die Schuljugend Klaubholz sammeln und weiters müssen die Arbeitsfähigen nach Anweisung der Forstorgane
Dürrlinge und Windbrüche zu Brennholz aufarbeiten. Salzburg ist kein holzarmes Land und es wird von der Zusammenarbeit aller beteiligten Bevölkerungsschichten abhängen, ob der derzeitige Brennstoffmangel behoben und einer im Winter zu befürchtenden Brennstoffkatastrophe vorgebeugt werden kann.
Salzburg, 4. Juli. Nach dem Einmarsch der Amerikaner wurden in dem Barackenlager, das in der Hellbrunner Straße gelegen ist, ungefähr 1000 Mann der ehemaligen ungarischen Armee untergebracht, die vorher in Salzburg Pionierarbeiten ausgeführt haben. Jetzt ist das Lager mit polnischen und russischen Zivilisten belegt. Einige Baracken wurden als Entlassungsstelle für die ehemalige deutsche Wehrmacht eingerichtet. Die Entlassung der Oesterreicher ist meist in einem oder zwei Tagen erledigt. Bei den Reichsdeutschen dauert es länger, da sie immer auf Transportmöglichkeiten warten müssen. Das Hotel Europa, die Franz=Josef=Kaserne und die Staatsgewerbeschule sind für deutschsprechende Flüchtlinge eingerichtet, die vom Roten Kreuz verpflegt werden. Das Hotel Europa ist überfüllt mit staatenlosen Flüchtlingen. Die
Höchstzahl betrug 13.000 Menschen.
Die Vergeßlichen
In der Naturgeschichte der österreichischen Nationalsozialisten muß sicherlich deren geradezu erstaunliche chamäleonartige Anpassungsfähigkeit auffallen. Wer heute die Aufgabe bekäme, die ehemaligen Nationalsozialisten Oesterreichs zu verzeichnen, der müßte nur diejenigen vermerken, die heute vorgeben, niemals Nationalsozialisten gewesen zu sein. Denn neunzig von Hundert aller früheren Hitlertrabanten haben heute vollständig vergessen, daß diese gleiche NSDAP. in ihrem Machttraum die ganze Welt in ein Meer von Blut stürzte, Unmenschlichkeiten in den Konzentrationslagern anordnete und duldete, die ein gesundes Menschenhirn einfach zu glauben sich weigert, und die in der Stellenbesetzung und bei den Beförderungen von Beamten eine Korruption groß werden ließ, an die alle vergangenen Korruptionsaffären zusammen
gar nicht heranreichen.
Diese und ähnliche Tatsachen, die jeden Menschen, der als letzten Sinn der Politik die Erreichung des Wohles aller Bürger erkennt, mit geradezu würgendem Ekel erfüllen müssen, sind den österreichischen Nazis heute auf einmal unbekannt. Sie alle sind aus reinen und oft ganz unverständ
lichen Zufälligkeiten, ja Schicksalsfügungen Mitglied der NSDAP. geworden, die sie jetzt samt und sonders als Gangsterbande erkannt haben wollen. Selbst wenn sie Nachfolger auf solchen Posten waren, haben sie nie etwas gehört, daß der Nazismus nach seinem Ueberfall auf Oesterreich Menschen, deren einziges Vergehen eine gesetzlich zugelassene und anständige Gesinnung war, frist= und pensionslos auf die Straße warf und damit oft genug schwerste Not über unschuldige Frauen und Kinder brachte. Sie wissen gar nichts davon, daß nicht selten ein kleiner Block= oder Zellenleiter wertvolle Menschen wegen einer richtigen, den Nazis aber unbequemen Aeußerung in ein KZ. und oft genug auch in den Tod schickte. Auch dessen vermögen sie sich nicht mehr zu entsinnen, daß tüchtige Arbeiter, Angestellte und Beamte, die aus
ihrer österreichischen Gesinnung nie ein Hehl machten, zur Wehrmacht abgestellt und in den Tod getrieben wurden, weil sonst ein brauner Nichtskönner hätte einrücken müssen, den man dringend zur Aufrechterhaltung der Heimatfront brauchte.
Abgesehen davon nun, daß diese merkwürdigen Vergeßlichkeiten und die läppischen Ableugnungsversuche keineswegs viel Männlichkeit verraten,
scheinen sie uns auch eine Fehlspekulation auf die Vergeßlichkeit jener Oesterreicher zu sein, die es sich in den vergangenen Jahren vielfach hätten auch leichter machen können, wenn sie geheuchelt hätten. Diese Oesterreicher wissen nur zu gut vom Gedränge nach der braunen Parteikrippe in der Maienblüte des Nazismus. Sie können genau auf jene zeigen, die entweder die korrupte Fürsorge der NSDAP. für ihre Mitglieder schon kannten oder sie wenigstens ahnten.
Viele dieser „Befürsorgten“ mögen heute noch in der Wirtschaft und im öffentlichen Leben stehen. Weil sie nicht schon der Justiz überantwortet sind, reiben sie sich bereits wieder vergnügt die Hände und wähnen sich sicher wie junge Kücken unter dem schützenden Mutterhuhn. Diese Toren haben offenbar noch nichts davon gehört, daß hohe Beamte der amerikanischen Militärregierung in Oesterreich in programmatischen Ausführungen die Ausmerzung alles Nazistischen in ganz Oesterreich forderten. Ist dem so, so verlasse man sich darauf, daß die gegenwärtig so moderne Visitenkarte mit dem Namen Unschuld gar nichts nützen wird und aufgeschoben keineswegs gleichbedeutend ist mit aufgehoben.
Flüchtlinge und Ausländer in Salzburg
Die Säuberung in Kärnten
Klagenfurt, 5. Juli. Die Zahl der in der von den Briten besetzten Zone in Oesterreich durch die Militärbehörden verhafteten Personen ist auf fast 2000 angewachsen. Unter den Verhafteten befindet sich u. a. der Standartenführer der Waffen=SS Karl Marks aus Berlin, der SS Standartenführer Eugen Lohmann, ebenfalls ein Reichsdeutscher, der frühere Kreisleiter von Völkermarkt, SeStandartenführer Josef Welz, Oberregierungsrat Oskar Schlapper, der im Jahre
1934 beim Juli=Putsch eine Rolle spielte, die Reichsarbeitsdienst=Stabsoberführerin Dorothea Loberger.
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Die Barmherzigen Brüder in Linz
Linz, 4. Juli. Die Kirche der Barmherzigen Bruder mit ihrer wertvollen Barockausunter den Nazi wurde die Kirche als Aufbewahrungsraum für Theaterkulissen benützt — wird dem Gottesdienste wieder zurückgegeben werden. Auch das Spital der Barmherzigen Brüder wird wieder vom Orden übernommen werden.