Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.39
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Donnerstag, 13. Oktober 1955
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Von den mannigfachen Zweigen unserer Virtschaft, denen unsere Aufbaubestrebungen gelten sollen, ist der Bergbau einer der vordringlichsten. Neues soll angebahnt werden, von dem wir uns eine Verbesserung der bestehenden Zustände erhoffen. Unser Land ist kein Industriegebiet wie Saarund Ruhrgebiet oder Oberschlesien. Aber eine Anzahl wertvoller Vorkommen bildet den Grundstock unserer Bodenschätze, deren sutzung uns obliegt. Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Molyodän, letzteres überaus wertvou für die Stahlveredlung, Antimon, Quecksilber, der wertvolle Magnesit, Salz, dschiefer, ein Vermächtnis aus der erdgeschichtlichen Frühzeit, von dem die Thyrsussage kündet, etwas Kohle, Torf, Mangan, Eisen, Baryt. Die Aufzählung ist nicht vollständig. Käme noch
Südtirol zu uns, wäre noch manches zu nennen, so Flußspat.
Wir haben nicht im Sinn, aus unserem Land ein Industriegebiet zu machen mit rauchenden Schloten und wüsten Halden. Eein Charakter als Fremdenverkehrsland sst unverkennbar und soll erhalten bleiben; aber was vorhanden ist, soll gewonnen werden und die Art der Bewirtschaftung soll sch organisch in das Gefüge der Landschaft mnordnen, wie es seit altersher gewesen. Viele Orte, wo seit alter Zeit Bergbau umgug oder noch umgeht, geben Zeugnis dafür daß dies möglich ist. Wir nennen Schwaz, Rattenberg, Brixlegg, Hall, Hätng u. a. Ein engerer wirtschaftlicher Zummmenschluß erscheint uns hier wie auch #derswo, wünschenswert: wir meinen die Shaffung eines Bergbaukonzerns.
#dr Trust arbeitet nach dem Grundsatz: alle für einen, den er so ausübt, daß eben dieser eine alle anderen an die Wand drückt und dort langsam abwürgt. Der konzern ist das Gegenteil davon; er arbeitet nach dem Grundsatz: Niemand zum krutz — allen zu Nutz. Der Konzern ist also, wenn richtig aufgefaßt und geleitet, der Ausdruck höchstentwickelter sosialer Zusammenarbeit auf gesellschaftlicher Grundlage. Dahin streben wir.
In den gesetzlichen Bestimmungen ver
schiedener Länder finden wir einen ausfüihrlichen Rahmen für Gründung solcher konzerne. Es gibt Vertikal= und Horizontalkonzerne, je nach Art der zusammentretenden Betriebe. Eine besondere Form bilden die sogenannten Dachgesellschaften; hier handelt es sich um eine mridische Person (A. G. oder G. m. b. H.), welche an der Spitze des Konzerns steht und die Oberleitung innehat. Ein wesentliches Merkmal der in der Dachgesellschaft zusammengeschlossenen Betriebe ist ihre rchtliche und wirtschaftliche Selbständig
keit im Gegensatz zum Trust, dessen Hauptweck die Marktbeherrschung und Mono#olschaffung ist. Diese Form einer mehr oder weniger losen Zusammenfassung unseer Bergbaubetriebe in Tirol wäre für unjere Verhältnisse das Zweckmäßigste. Auch susländische Unternehmungen können dem konzern angehören; ebenso sollten die betriebe der chemischen Großindustrie, welche bergbaulich zu gewin
uende Rohstoffe verarbeiten, zu demselben gehören.
Die wichtigsten Angelegenheiten, auf de##ten gemeinsame Regelung der Konzern abzielt, sind: alle Rechtsgeschäfte, Verarbeiung der Endprodukte und deren Verbesse
ung, Erweiterung des Absatzes, bessere asnutzung der Patente, gemeinsame Wer
bekosten, hochwertige Reklame, Regelung der Abfallverwertung, Einkauf von Maschinen und chemischen Stoffen; Austausch von Erfahrungen, gemeinsame geologische und technische Beratungsstelle, Lohntarifrege
##ung, Versicherungswesen, Maßregeln gegen Raubbau usw. Weitere Fragestellungen ergeben sich naturgemäß im Laufe der Zeit. — Der Zweck des Zusammenschlusses ist k mmer die Erlangung einer höheren Ren
tabilität durch großzügige wirtschaftliche Organisation. Es gibt verschiedene Formen eines solchen Zusammenschlusses im Subordinationsverhältnis, Koordinationsverhältnis, Pachtvertrag, Betriebsüberlassungsvertrag, Indienststellungsvertrag usw. immer aber tritt ein Unternehmen an die
England bereit Renner=Regierung anzuerkennen
London, 17. Oktober. Dienstag abend wurde in London bekanntgegeben: Die britische Regierung ist bereit, die Regierung Renner in ganz Österreich als Trägerin der Hoheitsgewalt anzuerkennen. Die britische Regierung hofft, daß es dem alliierten Rat für österreich möglich sein wird, in dieser Angelegenheit zu einer gemeinsamen Entscheidung zu gelangen. In London wird darauf hingewiesen, daß der alliierte Rat auch nach Anerkennung der Regierung Renner weiterarbeiten wird. Gewisse Gebiete des öffentlichen Lebens in österreich werden auch weiterhin dem alliierten Rat unterstehen.
Der Wiener Korrespondent der „New York Herald Tribune“ meldet: Dr. Renner erhielt die Nachricht von der bevorstehenden Anerkennung seiner provisorischen Regierung durch die Vereinigten Staaten, als er sich gerade bei einer Konferenz mit anderen Kabinettsmitgliedern befand. Hocherfreut über die Nachricht erklärte Dr. Renner: „Ich hatte niemals den geringsten Zweifel, sondern stets vollstes Vertrauen, daß die Vereinigten Staaten, das Beispiel für alle Demokratien, eine demokratische Regierung anerkennen werden. Meine Regierung genießt wirklich das Vertrauen des ganzen Landes.“
Moskau über die österreichischen Parlamentswahlen
Radio Moskau berichtet: Das österreichische Volk wird sich jetzt einen neuen Nationalrat geben. Die Wahl des ersten österreichischen Parlaments nach der Wiederherstellung des Staates bildet einen wichtigen Schritt im Neuaufbau Österreichs. Es versteht sich von selbst, daß bei dieser Wahl, die einen wichtigen Bestandteil im großen Säuberungsprozeß von den Resten des Faschismus bildet, die ehemaligen Mitglieder und Anwärter der Nazipartei nicht teilnehmen dürfen. Die Vertreter des österreichischen Volkes, die auf der zweiten Länderkonferenz diesen Beschluß gefaßt haben, haben damit nur eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen und das zum Beschluß erhoben, was die Vereinten Nationen von ihnen erwartet haben.
Die Vertreter des österreichischen Volkes haben diesen Beschluß einstimmig gefaßt und so neuerdings der ganzen Welt gezeigt, daß sie ein wirklich gesundes, von allen Naziresten gesäubertes, demokratisches österreich wollen. Es ist das um so bemerkenswerter, als die ehemaligen Nazi, die
jetzt noch ihre Wühlarbeit in Österreich nicht eingestellt haben, hoffen, durch ihre Quertreibereien die Einheit der drei demokratischen Parteien österreichs in dieser Frage erschüttern zu können. Sie haben sich aber verrechnet.
Amerikanische Stimme über Österreich
New York, 16. Oktober. Senator Alban Barkley, Chef der demokratischen Regierungsmehrheit im amerikanischen Senat, erklärte, daß die bevorstehende Anerkennung der Renner=Regierung durch Amerika eine Maßnahme darstelle, welche die Bemühungen Österreichs bestätige, wieder ein demokratisches Land zu werden. Es ist dem amerikanischen Volke sehr daran gelegen, daß in Österreich eine Regierung geschaffen werde, die die politischen Strömungen des ganzen Landes wiederspiegele. Das amerikanische Volk steht dem politischen und sozialen Aufbau österreichs vertrauensvoll gegenüber.
Hirtenbrief der österreichischen Bischöfe
Wien 17. Oktober. Die österreichischen Erzbischöfe und Bischöfe verurteilen in einem Hirtenbrief auf das schärfste den Nationalsozialismus, unterstützen aber den Antrag, eine Unterscheidung zwischen den Führern und eingefleischten Anhängern der nationalsozialistischen Idee einerseits und jenen, die das Opfer von Gewalt und Propaganda wurden, andererseits zu machen. Sich an die Vereinten Nationen wendend, verlangen die Bischöfe Hilfe für Österreich, um die Gespenster des Hungers und der Kälte im eigenen Interesse Europas zu verjagen. Schließlich appellieren sie an die alliierten Mächte, davon überzeugt zu sein, daß das neue Österreich eines der treuesten Mitglieder der Völkerfamilie sein wird.
Die erste Export=Musterausstellung
Wien, 17. Oktober. Nach mehr als vierjähriger Pause tritt die Wiener Messe wieder mit einer Export=Musterschau hervor, die vom 24. bis 26. Oktober einschließlich in den Räumen der Wiener Effektenbörse stattfinden wird. Die Musterschau wird nur für geladene Gäste aus dem Auslande sowie für unmittelbare Exportinteressenten und für in= und ausländische Pressevertreter zugänglich sein, da die räumlichen Verhältnisse eine größere Besucherzahl nicht ermöglichen. Die Veranstaltung soll dem Auslande zeigen, daß die hohe Qualität der österreichischen Erzeugnisse trotz ungünstiger Verhältnisse bestehen bleibt. Lederwaren, Stickereien, Bronzen, Metallwaren, Holzgalanteriewaren und Erzeugnisse der Holzund Kunststoffe verarbeitenden Industrie werden zu sehen sein.
Mit der Export=Musterschau wird auch eine Modenschau verbunden sein.
Der Wiederaufbau Wiens
Wien, 17. Oktober. Das Amtsblatt der Stadt Wien teilt mit, daß 21.000 Häuser in Wien kriegsbeschädigt sind. Das 1800 Kilometer lange Straßennetz mit seinen Kanälen, Gas= und Wasserleitungen hat schweren Schaden erlitten. Die Wasserwerke haben 2800 Großschäden zu verzeichnen. Nahezu 388 Brücken wurden gesprengt. Der Großteil der städtischen Fahrzeuge wurde verschleppt. Zum Aufbau werden 80 Millionen Dachziegel, 8 Millionen Quadratmeter Fensterglas, 300.000 Kubikmeter Holz und 80.000 Tonnen Zement benötigt.
Neuestes vom Tage
Frankreich
Die Insel Madagaskar ist von den letzten britischen Einheiten verlassen worden.
Tschechoslowakei
Marschall Koniev stattete der Tschechoslowakei einen Freundschaftsbesuch ab.
Jugoslawien
König Peter von Iugoslawien wird sich in Begleitung der Königin Alexandra nach den Vereinigten Staaten begeben.
Ferner Osten
General MacArthur hat anläßlich des Abschlusses der Demobilisierung der japanischen Armee eine Rundfunkrede gehalten, in der er erklärte, daß Japan als Weltmacht liquidiert ist.
Das japanische Kabinett hat den Frauen die Wahlberechtigung erteilt.
In Japan wurde eine sozialistische Partei gegründet.
Die deutsche Kolonie von Schanghai wird interniert werden.
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Spitze des Konzerns als führende Gesellschaft.
Im vorstehenden wurden einige Richtlinien für die Gründung eines Konzerns gegeben. Eine ausführlichere Erörterung würde über den gesteckten Rahmen hinausgehen.
In der Vorstellung der alten Bergleute spielt die Sage vom blühenden Schatz eine
große Rolle, da wo goldrote Flammen karfunkelgleich aus schattendunklem Fichtengrund durch die Stille der Nacht leuchten. „Es blüht ein Schatz“ sagen die Leute. Aber wir wissen: in unserer eigenen Brust leuchten Sterne, in deren Widerschein wir den blühenden Schatz heben sollen.
Alter Bergmannsgruß klingt uns entgegen: Glückauf! Dr. Guido Hradil.
3,500.000 Tonnen Lebensmittel für
London, 17. Oktober. Die Regierung der Vereinigten Staaten liefert im Oktober, November und Dezember dreieinhalb Millionen Tonnen Lebensmittel nach Europa. Die amerikanischen Lebensmittellieferungen nach Europa belaufen sich jetzt für das ganze Jahr 1945 auf 8,300.000 Tonnen.
der polnischen Industrie
Moskau, 17. Oktober. In der polnischen Hüttenindustrie werden jetzt monatlich
50.000 Tonnen Roheisen gewonnen, das ist mehr als 90 Prozent der Vorkriegsleistung. Außerdem werden in den polnischen Werken monatlich 80.000 Tonnen Stahl, 70.000 Tonnen Walzeisen erzeugt. Im Jänner wird die polnische Hüttenindustrie die Vorkriegsleistung wieder erreicht haben.
Sondervollmachten für die britische Regierung verlängert
London, 17. Oktober. Im britischen Unterhaus wurde am Montag mit großer Mehrheit der Gesetzesantrag angenommen, der die Regierung ermächtigt, die Kontrollmaßnahmen der Kriegszeit,
wenn nötig, noch weitere fünf Jahre auszuüben. Ein Abänderungsantrag der konservativen Opposition, die Geltungsdauer des Gesetzes von fünf auf zwei Jahre herabzusetzen, wurde mit 306 zu 183 Stimmen abgelehnt.
General Eisenhowers Rechenschaftsbericht über Deutschland
Washington, 16. Okt. Das Kriegsministerium veröffentlicht einen Bericht General Eisenhowers über die Besetzung Deutschlands, datiert vom 20. Sept. Eisenhower erklärt, daß bis zur deutschen Ernte von 1946 große Anlieferungen von Nahrungsmitteln erforderlich seien, wenn eine ernstliche und ausgedehnte Unterernährung sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten vermieden werden sollen. General Eisenhower bezeichnete „ein kühnes und koordiniertes Inflationsabwehrprogramm“ als unerläßlich. Als Gründe der Inflationsgefahr bezeichnete er den Warenmangel und die übermäßige Kaufkraft der Bevölkerung. Ein Teil des Berichtes befaßt sich mit der Heranziehung verläßlicher Deutscher für die Aufgaben der Zivilverwaltung. Die Entnazisizierung sei durch Entlassungen und
Verhaftungen erfolgreich durchgeführt, nunmehr müsse sich das Hauptgewicht auf positive Pläne zur Bildung einer Demokratie verlagern. Gegenwärtig sei die größte Zahl der Magistratsverwaltungsposten in Berlin in Händen der kommunistischen Partei. Wie aus informierten Berichten hervorgeht, unterstützen ordentliche und unparteiische Wahlen in Berlin jedoch nicht die gegenwärtige Vorherrschaft der Kommunisten, sondern werden einen verhältnismäßig großen Erfolg der Sozialdemokraten und der christlichdemokratischen Union ergeben.
ist so sehr damit beschäftigt, für Nahrung, Heizmaterial und die täglichen Bedürfnisse zu sorgen, um noch viel für feindselige Betätigung übrig zu haben. Die Ernährungslage in Westdeutschland sei weiter kritisch.
Tito wünscht eine ftarke Armee
London, 17. Oktober. Marschall Tito gab Dienstag nach einer Meldung von Radio Belgrad bekannt, er sei entschlossen, eine große neue jugoslawische Armee zu bilden. Tito erklärte, es würden neue Kasernen und Militärschulen gebaut. Unser Heer, so sagte Tito, dient dem Volk und wird gegen jeden Versuch, den Interessen des Volkes zu schaden, eingesetzt werden. Tito fügte hinzu, viele von denen, die in die neue Armee eingetreten sind, hätten sich staatsfeindlicher Umtriebe schuldig gemacht. Sie würden aus der Armee ausgestoßen.