Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:10
- S.33
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Dienstag, 16. Oktober 1945
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der Ortsgruppenleiter
Nehmt alles nur in allem: er war halt doch vor kurzem noch eine gar gewichtige Persönlichkeit, der Herr Ortsgruppenleiter!
Der Herr Ortsgruppenleiter war ein dörflicher Hitler im Westentaschenformat, und was ihm an innerer Größe abging, das ersetzte er durch Hochmut und Einbildung.
Greifen wir einmal einen Fall unter vielen ähnlich gelagerten heraus. In einer Gemeinde im Wipptal hatte ein Geschäftsmann zur Begleichung seiner dringendsten Schulden von der Tiroler Nazipartei ein Darlehen von 500 Schilling erhalten. Er verpflichtete sich, innerhalb drei Monaten die Schuld zurückzustellen. Nach drei Monaten erklärte er sich aber zahlungsunfähig, und daß er überhaupt das Geld nicht zutückerstatten werde, da andere höhere Parteifunktionäre auch Geld erhalten hätten und nichts zurückzuzahlen brauchten! Trotzdem wurde er Ortsgruppenleiter!
In der Regel waren die Herren Ortsgruppenleiter mit Einbildung und Hochmut zum Platzen gefüllt. Ihre Korrespondenz mit der Kreisleitung der NSDAP. spricht darüber eine gar deutliche Sprache. Man lese nur einmal den Wochenbericht eines Ortsaus der Umgebung Inns
brucks an die Kreisleitung Innsbruck (im Original nach Stil und Rechtschreibung):
Von nun an muß ich mit den schwarzen Brüdern anders verfahren. Der erste davon wird sein der Pfarrer selbst. Es geht nicht an, daß ein Pfarrer von der Kanzel so zweiSachen daherbringt, daß sich Nationale darüber aufregen müssen. Ich gehe dieser Tage selbst zu ihm hin, und wird ihm das nötigste beibringen. Sollte das doch nichts nützen, so wird ich dementsprechend gegen ihm vorgehen. Es kommen bei uns öfters so kleinere Fälle vor, von denen man bis jetzt immer abgesehen wurde, aber von jetzt an wird jede Kleinigkeit aufgegriffen. Auch jede Bemerkung wird notiert werden, welche man bei den Sammlungen öfters hören kann.
Ein anderer Ortsgruppenleiter in der Nähe Innsbrucks verlangte von dem heimischen Metzgermeister, er müsse ihm ohne bezugschein jede verlangte Menge Wurst schicken, da er sie für das Militar brauche. — Sonst — so hieß es in dem Schreiben weiter, „müßte ich das Kriegsrecht in Anspruch nehmen“. Das war selbst der Kreisleitung zu dumm, und sie mußte den Herrn Ortsgruppenleiter daran erinnern, daß er keinerlei kriegsrechtliche Drohungen auszustoßen habe...
Ein Oberinntaler Ortsgruppenleiter offenbarte in einem Brief an die Kreisleitung, daß er sich geschworen habe, „wenn ich einmal Gelegenheit haben sollte, daß ein Kommunistenschwein den Mund weit aufmachen sollte, das demjenigen sein letztes Stündlein geschlagen hat“.
Ein Unterinntaler Ortsgruppenleiter lud lie Kreisleitung ein, ein Mitglied der Kreisleitung auf acht Tage in den Machtbereich des Ortsgruppenleiters zu entsenden, „um praktisch die Dorfverhältnisse unter diesen Inzüchtlingen, von Pfaffen vernottelten und vom Schnaps verdeppten Nenschen kennen zu lernen“. So beurteilten in ihrer vertraulichen Korrespondenz die Herren Ortsgruppenleiter die ihnen ausgelieferten „Volksgenossen“!
Wo die wirklich „verdeppten Menschen“ zu finden waren, geht aus einer Mitteilung eines Unterinntaler Ortsgruppenleiters an die Kreisleitung hervor, in der es über einen Blockleiter heißt:
Franz. ... sagte vor ungefähr 6 Wochen
in Gasthaus, das richtige Beppi ist doch die, Innternationali, werst sechen es wiert wieder eine zeit kommen? wo, die Innternationali Regiert. — Unser Fürrer Adolf Hitler bekämpft die Innternationali bis ins Messer. und wir haben Blokleiter welche Loblieder Siengen über die zukünpftige Juden Regierung.
So waren sie, unsere Herren Ortsgruppenleiter: Eingebildet wie ein Pfau, dumm die Nacht und behaftet mit einer schriftlichen Mitteilungsgabe, deren sich ein Erstklaßler geschämt haben würde! Und von solchen Trotteln haben sich ausgerechnet zahlreiche Intelligenzler willig führen las
sen!
Karl Gvatter.
Laval hingerichtet
Paris, 15. Oktober (Reuter). Der VichyMinisterpräsident Pierre Laval versuchte der Hinrichtung zu entgehen, indem er knapp vorher Gift nahm. Die Gefängnisärzte bemühten sich angestrengt, um ihn am Leben zu erhalten.
Als der Beamte heute morgens um 8.45 Uhr Lavals Zelle betrat, um ihm mitzuteilen, daß die Exekution unmittelbar bevorstünde, wandte Laval für einen Moment den Kopf ab und schluckte eine Glasphiole mit Gift. Eine Sekunde später wälzte er sich in Krämpfen am Boden. Laval wurde
am. vergangenen Dienstag wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und sollte heute morgens im Fort Chatillon um 10 Uhr erschossen werden. Das Exekutionskommando stand schon bereit.
Paris, 15. Oktober. Nach seinem Selbstmordversuch gelang es den Bemühungen der Arzte, Laval wiederherzustellen. Die Exekution fand mittags statt. Um 12.30 Uhr wurde Pierre Laval im Hof des Gefängnisses Fresnes erschossen.
Frantreich, und England
London, 15. Oktober. Aus Äußerungen der englischen Presse geht hervor, daß der wesentliche Punkt der engen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England in der Gestaltung der deutschen Verhältnisse zu sehen ist. Die englische Presse betont, daß Frankreich unbedingt berechtigt ist, hinsichtlich der Gestaltung Deutschlands mitzusprechen.
Paris, 15. Oktober. General de Gaulle äußerte sich auf seiner Pressekonferenz über die französische Gegnerschaft gegen den britisch=amerikanischen Beschluß von Potsdam, Deutschland als wirtschaftliche Einheit zu behandeln. Die französischen Vertreter im Alliierten Kontrollrat für Deutschland würden auch weiterhin gegen alle Unternehmungen der anderen Mächte, die auf die Verwirklichung dieses grundlegenden Beschlusses der Potsdamer Vereinbarung hinzielen, protestieren. Sie haben den Auftrag
erhalten, nicht eher über diese Frage zu verhandeln, als bis die Alliierten in Bezug auf die französischen Vorschläge zur Internationalisierung des Rheinlandes und Loslösung westdeutscher Gebiete von Deutschland bestimmte Entscheidungen getroffen hätten.
Italien
General de Gaulle gab über die Lage Italiens Erklärungen ab, in denen er betonte: Ein geeintes Italien ist
eine europäische Notwendigkeit. Die französische Regierung wendet nichts dagegen ein, daß Italien Kolonien behält, die wie Lybien vor der Errichtung des faschistischen Regimes erworben wurden und in denen konstruktive Aufbauarbeit geleistet wurde. General Mac Clark erklärte zum gleichen Thema: Italien sieht noch schweren Zeiten entgegen, ich glaube aber, daß das ürgste vorüber ist.
Sumner Wells über die Friedensorganisation
Newyork, 15. Oktober.
Der frühere stellvertretende Außenminister der Vereinigten Staaten Sumner Wells veröffentlicht in der „Newyork Herald Tribune“ einen wichtigen Artikel über die welkpolitische Lage. Er erklärt, es bestehe, wenn keine Einigung mit Rußland erfolge, die Gefahr einer Blockbildung. Auf der einen Seite stünden die Angelsachsen, auf der andern die Sowjet=Union. Die letztere sei durch all das, was zwischen den beiden Weltkriegen vor sich gegangen ist, besonders mißtrauisch und besonders besorgt um ihre Sicherheit. Rußland würde dementsprechend einen Sicherheitsring rund um die Sowjet=Union legen, der aus freundschaftlich gesinnten oder unterwürfigen kleineren Staaten bestehen würde.
Die Unlust der Sowjetrussen werde erhöht durch die Weigerung der Vereinig
ten Staaten, den Russen eine aktive Beteiligung an der Besatzung Japans zuzugestehen. Noch stärker wirkte die Verweigerung einer positiven Zusage seitens der Vereinigten Staaten, daß die Atombombe nicht ausschließlich für den Gebrauch der angelsächsischen Mächte gedacht ist, um vielleicht als deren Druckmittel angewendet zu werden. Sumner schreibt zum Schluß: „Irgend eine Verständigung ist unerläßlich, wenn beide Völker zu dem Schluß gelangen sollen, daß die Sicherheit ihrer Länder und ihre Bestrebungen am besten durch die auf Zusammenarbeit aufgebaute Organisation der Vereinten Nationen erreicht werden können. Nur auf Grund einer solchen Verständigung kann ein Friedensabkommen erfolgreich geschlossen werden, das das Papier wert ist, worauf
es geschrieben wird.“
beschenkten sie sich
Berlin, 15. Oktober. Der Berichterstatter der „Newyork Herald Tribune“ erzählt von Dokumenten, aus denen hervorgeht, daß Naziführer wie Keitel, Rosenberg, von Neurath, Ribbentrop, Frick, Funck steuerfreie Geschenke bis zu 600.000 Mark erhielten. Weder Hitler noch Göring, Heß, Göbbels oder Himmler bekannten dem Finanzamt die Höhe ihres Einkommens oder ihres Besitzes.
Die Eröffnungssitzung im Nürnberger Prozeß verschoben
Berlin, 15. Oktober. Die internationale Gerichtskommission zur Aburteilung von Kriegsverbrechern gab bekannt, daß auf Antrag Rußlands die erste Sitzung des Gerichtshofes, in der die Anklageschrift vorgelegt wird, bis Dienstag verschoben werde. Der Anklagevertreter Rußlands ersuchte um Aufschub, da die amtliche Bestätigung der übersetzung der 30.000 Worte umfassenden Anklageschrift in Moskau Zeit in Anspruch nehme.
Eisenhower über die Ausrottung des Nationalsozialismus
Frankfurt a. M., 15. Oktober. General Eisenhower erklärte auf einer Pressekonferenz: „Ich hasse die Nationalsozialisten. Die Erziehung der Nationalsozialisten zu Demokraten wird 50 Jahre harter Bemühungen erfordern. Ich persönlich bin für einen zeitlich unbeschränkten Bann gegen die Nazis. Falls jemand glauben sollte, daß wir irgend etwas in Deutschland lassen werden, was für einen Krieg verwendet werden könnte, so ist der einfach ein Narr.“ Generalleutnant Lucius Clay, der Stellvertreter des Generals Eisenhower im Kontrollrat für Deutschland, erklärte, daß amerikanische Besatzungstruppen noch für sehr viele Jahre in Deutschland bleiben werden, um die Besatzungspolitik durchzuführen. Auf die Frage von Pressevertretern, ob es sich um eine ganze Generation
handeln werde, erwiderte Clay: „Ich möchte das wohl annehmen.“
Memorandum über Südtirol
Das „Kleine Volksblatt“ (Wien) schreibt: „Wie das „Kleine Volksblatt“ erfährt, hat der frühere österreichische Gesandte in London, Georg Freiherr von Frankenstein, anläßlich der Außenministerkonferenz dem Generalsekretär der Konferenz sowie den fünf Abgeordneten ein von ihm und vier prominenten Engländern geschriebenes Memorandum über die Südtiroler Frage unterbreitet, das in einem Appell für die Rückgliederung Südtirols an Österreich ausklingt. Das Memorandum ist auf reiches historisches, statistisches, politisches und wirtschaftliches Material gestützt. Minister Frankenstein hat außerdem in mehreren Gesprächen mit dem englischen Außenminister diesen Appell persönlich vertreten und erhärtet.
Am 25. Oktober findet unter Vorsitz von Sir William Beveridge eine wichtige anglo=österreichische Versammlung statt, auf der Minister Frankenstein einen Vortrag über die politische, besonders aber über die wirtschaftliche und finanzielle Lage österreichs halten wird; an den Vortrag wird sich eine Diskussion anschließen, in der von englischer und österreichischer Seite gleichfalls zu dem Vortrag und den Ausführungen Minister Frankensteins Stellung genommen wird.“ (25K.)
Die Schäden und der Wiederaufbau des Stephansdomes
Wien, 16. Oktober. Die Bauleitung des Stephansdomes erklärt: Bis zu den Kämpfen um Wien im April 1945 hatte der Stephansdom nur unbeträchtliche Schäden erlitten. Bei den Kämpfen in der Stadt jedoch erhielt der Turm einige Artillerietreffer. Das Dach wurde stark aufgerissen. In der Umgebung des Domes brachen schwere Brände aus. Ein heftiger Wind peitschte einen Funken= und Flammenregen über den Dom. Das Gerüst des unausgebauten Turmes stürzte prasselnd auf die Dombauhütte und setzte diese in Brand. Der Glockenstuhl fing Feuer und stürzte in die Turmhalle im Inneren der Kirche. Bald brannte das gesamte Dach. Durch eine Öffnung im Gewölbe gelang die Glut in das Orgelwerk, das, vollständig verbrennend eine ungeheure Hitze entwickelte, die fast
alle Glocken des Domes zerspringen ließ. Die größte von ihnen, die Pummerin, durchschlug das Gewölbe und stürzte in das Innere des Domes. Trotzdem glaubte man am 13. April, nach zwei Tagen aufreibenden Kampfes, das Innere des Domes zum Großteil retten zu können. Da stürzte eine ungefähr 14 Meter hohe Stützmauer des Dachstuhles ein, durchschlug das Gewölbe, zerbrach die Strebepfeiler und begrub das kostbare gotische Chorgestühl unter ihren Trümmern. Im Langschiff, das verhältnismäßig wenig beschädigt ist, sind derzeit unzählige Gerüste aufgestellt, die zeigen, daß der Wiederaufbau mit allen Kräften begonnen wird. Das Bauprogramm enthält drei große Etappen. Zunächst soll durch die Errichtung eines Notdaches dem weiteren Verfall des Domes
vorgebeugt werden. Ein langfristiger Bauplan, für dessen Ausführung sieben bis acht Millionen Schilling benötigt werden, soll in jahrelanger Arbeit dem Dom seine alte Gestalt wieder zurückgeben. Bei den Aufräumungsarbeiten wurden die Fundamente des spätromanischen Baues von St. Stephan aufgefunden und man konnte feststellen, daß dieser spätromanische Bau an Größe wenig dem heutigen Dome nachsteht.
Kärntens Bevölkerung Klagenfurt, 14. Okt. Am 16. September betrug Kärntens Bevölkerung auf Grund der ausgegebenen Lebensmittelkarten: 116.928 Jugendliche bis zu 18 Jahren und 429.316 Erwachsene. Klagenfurt verzeichnete einen Stand von 57.491, Villach 27.941 Personen. Mit 20. Oktober werden die Lebensmittelkarten für eine Bevölkerungszahl von 395.563 Personen ausgegeben.
Ölfeuerung auf den Bahnen Salzburg, 16. Oktober. Die österreichischen Bahnen werden, da es an anderen Brennstoffen mangelt, den Betrieb auf Ölfeuerung umstellen. Den Konstrukteuren der Firma Gebrüder Hardy ist es gelungen, die Ölfeuerungseinrichtung weitgehend zu verbessern, so daß die Bahnen die Umstellung vornehmen können.