Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:10

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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Cprolia. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Freitag, 12. Oktober 1965
Oesterreichisches Akademikertum
Nunmehr hat auch die „alma mater“ Insbrucks ihre Tore der wissensdurstigen akademischen Jugend geöffnet. Und es ist en erfreuliches Zeichen der neuen Ara, dß die Hörerschaft es war, die in den vershiedenen Einrichtungen der Universität die wrher notwendige manuelle Aufbauarbeit durchführte und sich somit selbst die Vorassetzungen für die folgende geistige Ausbidung schuf. Wichtig ist es nun, die übel zr verflossenen Zeit an der Wurzel zu fassen, die Konsequenzen zu ziehen und demmsprechende Forderungen zu stellen. Es üßt sich nicht leugnen, daß österreichische hochschulen jahrzeyntelang Brutstätten jener irrationalen Weltanschauung waren, die im blutigen Hitlerismus ihren schauerlichen Höhepunkt gefunden hat. Jahrelang wurden von manchen Kanzeln
unserer Universitäten nicht nur undemokratische, sondern geradezu antidemokratische Anschauungen in die Hörerschaft hineingetragen und unösterreichische, ja sogar antiösterreichische Auffassungen verbreitet. Die zur überwindung dieser Mißstände notwendige käuberung durchzuführen, war und ist auch heute noch eine der dringendsten Pflichten der verantwortlichen Stellen.
Eine weitere Tatsache ist, daß beträchtlche Teile der Studentenschaft auf akade
i,nischem Boden weit mehr politische Prüäheren Angaben gelgarden als Lernende der Wissenschaft d Dienstag, den ##aren. Der Wiederaufbau des akademi
0 bis 12 Uhr in Iien Lebens an den Hochschulen erfolgte uck, Hofburg, zu affalscher Basis, wenn der Typus des
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v., Lutterot ünser aller Interesse besteht darin, die userer Zeit“ einen hochschulen als wirkliche Stätten des freien Barockbaukunst“., lernens und des freien Lehrens zu bestzen. Mit der Entartung der akademischen seiheit aber muß endgültig Schluß genacht werden.
Venn die Hochschulen keine politischen haukböden sind, sondern Pflege der Wissenshaften dienen, so schließt dies natürlich nicht aus, daß es jedem Hörer und jeder hörerin freistehen soll und muß, sich eine politische Meinung zu bilden. Jeder hat jedch mannigfache Möglichkeiten, außerhalb der Hochschule im Rahmen einer Partei für seine politische Anschauung einzutreten.
Ein drittes Problem liegt in der Gestaltung der Beziehungen zwischen den Trä
gemn der Intelligenz und den Massen der eiter und Bauern. Ein Blick in die Vergangenheit läßt uns feststellen, daß dieses Verhältnis in Österreich während der letzten Jahrzehnte — im Gegensatz zu den Nationen des politischen Fortschritts — slawische und kein herzliches war. Die Ursachen hiefür legen teilweise in jener als „unpolitische sik. Objektivität“ bekannten, von der Intelli
enz des Deutschen Reiches aus dem verungenen Jahrhundert übernommenen Einsellung. In Wahrheit hat die Objektivität As einor Elucht nor don graßen historischen
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Der größte Kriegsverbrecher
London, 11. Oktober. In einem Bericht des „Daily Expreß“ aus Berlin heißt es, daß Adolf Hitler an der Spitze der jetzigen Liste der Nazibonzen steht, die als Kriegsverbrecher zu betrachten sind. Wie die Berichterstatter melden, leidet Rudolf Heß an Gedächtnisschwäche. In einem Kreuzverhör, dem er durch einen amerikanischen Staatsanwalt unterzogen wurde, behauptete er, er könne sich nur an Vorfälle erinnern, die sich innerhalb der letzten zehn Tage ereignet hätten.
Görings Schmuck
London, 11. Okt. Görings Schmuck, der einen Wert von 125.000 Pfund Sterling hat, wurde im Hühnerstall seines Schlosses aufgefunden. Er wird jetzt in Frankfurt a. Main verwahrt. Er soll einem Hilfsfonds für die Kindererziehung in den von Hitlex unterdrückten Ländern zugute kommen.
Häftlinge wurden „tiefgekühlt“...
Himmlers Materiallieferungen für das „Luftmedizinische Institut“
„Exchange“ berichtet: Die Kriegsverbrecherkommission hat durch Nachforschungen im „Luftmedizinischen Institut“ in Munchen neues grauenhaftes Beweismaterial zutage gefördert. In diesem Institut, das der deutschen Luftwaffe unterstand, wurden Experimente an lebenden Menschen durchgeführt, und zwar zum Studium der Auswirkungen atmospharischer Besonderheiten, wie Luftdruck und Temperatur, auf die menschlichen Organe. Dies geschah auf Veranlassung des Feldmarschalls Milch und unter Mithilfe Himmlers. Die Opfer wurden in Räume gebracht, wo der Luftdruck künstlich tief gehalten wurde, oder sie wurden, wie es in einem aufgefundenen amtlichen Bericht heißt, „in Wasser tiefgekühlt“ Andere wurden völlig unbekleidet vierzehn Stunden lang einer
Temperatur von sechs Grad unter Null ausgesetzt. Viele dieser menschlichen „Versuchstiere“ kamen dabei ums Leben; aber die deutschen Arzte und Forscher, die die Experimente durchführten, berichteten in ihren Rapporten voll Stolz über ihre „Entdeckungen“. Neben anderen Schriftstücken wurde im „Luftmedizinischen Institut“ ein Brief
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Umsiedlungen im Rheinland
Newyork, 11. Okt. Ungefähr 85.000 bewohner der rheinischen Städte sind auf
marn zagegelegene Bauernhöfe umgesiedelt worartsetzung: W###dn Als Grund für diese Umsiedlung wird tergründe; die Erleichterung der Lebensmittellage und die Verhütung von Krankheiten angegeben.
Himmlers gefunden, worin es heißt, daß diese Versuche „mit besonderer Gründlichkeit und lobenswertem Erfolg“ durchgeführt worden seien. Himmler brüstete sich in diesem Zusammenhang damit, daß der Erfolg ihm zu verdanken sei, weil er persönlich für die „Bereitstellung von Menschenmaterial aus Konzentrationslagern“ gesorgt habe. Ein großer Teil der Opfer kam aus Dachau.
Gesetz zur Abschaffung der Naziorganisationen in Deutschland
London, 11. Oktober. Der Alliierte Kontrollrat trat gestern in Berlin zu einer Sitzung zusammen. Ein umfassendes Gesetz zur Abschaffung aller Naziorganisationen wurde ausgearbeitet. Das neue Gesetz wird am 12. Oktober verkündet.
Das brennende Kohlenproblem
Kansas City, 11. Okt. Generalmajor Fleming, der Leiter des Amtes für staatliche Arbeitsvorhaben erklärte, daß die Kohle das dringendste europäische Sofortproblem darstelle. Wenn genügend Brennstoff zugewiesen werden kann, so werden sich viele der dringendsten europäischen Nachkriegsprobleme wieder ähnlich einem alten Pullover aufzurollen beginnen.
Das englische Unterhaus
für die Unterstützung Europas
London, 11. Oktober. In einem Antrag des Unterhauses wird der Regierung nahe gelegt, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß der Vertreibung der Deutschen aus Osteuropa Einhalt geboten werde und daß die Ruhrkohlenproduktion beschleunigt wird.
Europa ist im höchsten Wahlfieber. Von den Stichwahlen in Frankreich am 21. Oktober abgesehen, ergibt sich folgender Kalender: 7. Oktober und 4. November Wahlen in Ungarn, 11. November in Jugoslawien, 8. Oktober Wahlen in Norwegen, 30. Oktober Wahlen in Dänemark.
an die Mächte
Gedenksitzung der provisorischen Tiroler Landesversammlung
Innsbruck, 11. Oktober.
Die provisorische Tiroler Landesversammlung hielt gestern eine Gedenksitzung für Südtirol ab. Präsident Dr. Platzgummer eröffnete die Gedenksitzung und erteilte dann Abgeordneten Steinegger das Wort. Dieser führte aus:
„25 Jahre sind vorüber, seit Südtirol von Italien annektiert und unsere Heimat in zwei Teile zerrissen wurde. Fast ein Menschenalter hindurch erleben wir eine Passionszeit ohnegleichen. 25 Jahre lang haben wir an die Tore der Weltgerechtigkeit gepocht und das Weltgewissen aufgeweckt. Und nun fällt der Ablauf dieser 25jährigen Periode der Qual und der Tiroler Zerreißung in das Licht der Stunde der Entscheidung.
Da will die Tiroler Landesversammlung als die derzeitige und einzige Repräsentanz des Tiroler Volkes und Landes bei Ertönen dieses Glockenschlages eine letzte Mahnung, eine letzte Bitte, einen letzten Appell an jene Mächte richten, die über das Schicksal unseres Landes verfügen werden. An diesem Tage ist es angezeigt, an jene Beschlüsse des Tiroler Landtages zu erinnern, welche der Annexion vorausgingen, um diese zu verhindern.
Faschismus und Nationalsozialismus haben sich gegenseitig die Brennergrenze garantiert, um Bundesgenossen zu werden und den furchtbaren Krieg gemeinsam führen zu können. So ist die garantierte
Brennergrenze, so lange sie besteht, eine bleibende Erinnerung und ein Denkmal dieser verschwundenen Gewalten und ihrer Kriege. Dieses Denkmal muß zerstört und die Brennergrenze muß fallen, weil dieses sichtbare Zeichen ihres Bundes und ihrer Kriege nicht geduldet werden kann. Nach den vielen Gewalttaten und Brutalitäten der Diktatoren, gegen die die Stärksten der Welt zu ihrer Beseitigung und Vernichtung ausgezogen sind, soll die Weltgerechtigkeit wieder aufgerichtet und dadurch ein dauernder Völkerfrieden herbeigeführt werden.
Tirol ist die Wirtschaftsbrücke zwischen Nord und Süd und Ost und West mitten im Herzen von Europa. Man mache diese Brücke stark und breit und tragfähig, damit sie allen, die sie gebrauchen wollen, dienen kann. Welche Macht in Europa will auf die Benützung dieser Brücke verzichten oder ihren Gebrauch bedroht sehen? Im Interesse aller angrenzenden Staaten ergeht die Forderung nach Beseitigung der Brennergrenze, welche diese Brücke schmälert und abteilt.
Die Entscheidung ist nahe. Daher ist auch unsere Forderung gerecht und billig, wenn wir erklären und sagen: „Gebt uns unser Land zurück.“ Wir richten unsere Bitte an die derzeit Starken und Mächtigen: „Gebt uns unser Land zurück, gebt uns DeutschSüdtirol mit Bozen bis zur Salurner Klause.“
Das Hohe Haus nahm die Rede des Abgeordneten Steinegger mit starkem Beifall auf. Die Sitzung wurde hierauf geschlossen.
Arbeiten der Länderkonferenz
Wien, 11. Oktober.
Von den Kommissionen, die die Länderkonferenz eingesetzt hat, hat bisher nur die wirtschaftliche Kommission ein Ergebnis vorgelegt, nämlich das Energiewirtschaftsgesetz. Dieses Gesetz wird zunächst den Ländern zur Begutachtung vorgelegt.
Große Schwierigkeiten bereitet in der politischen Kommission die Frage des Wahlrechtes der Nationalsozia
listen. Die österreichische Volkspartei sieht auf dem Standpunkt, daß die Nationalsozialisten nicht in Bausch und Bogen vom Wahlrecht auszuschließen sind, sondern daß gewisse Unterschiede gemacht werden sollen. Alle Parteien stimmen überein, daß die Illegalen, die Mitglieder der NSDAP. und anderer Naziformationen sowie deren Funktionäre vom Wahlrecht ausgeschlossen sein sollen. Strittig ist die Frage der sogenannten Parteianwärter, die man auf rund 300.000 Personen schätzt. Die Kommunisten sind aber für den Ausschluß auch dieser Gruppe bei der kommenden Wahl. Die Haltung der Sozialdemokraten ist nicht einheitlich.
Wiener Neuheiten
Wien, 11. Oktober.
Im Schottenstift wurde die Wiener katholische Akademien durch Kardinal Dr. Innitzer eröffnet. Von der päpst
lichen Akademie der Wissenschaften in Rom war ein Begrüßungsschreiben eingetroffen,
Der Wiederaufbau am Süd= und Ostbahnhof macht bedeutende Fortschritte. Am Südbahnhof sind die Geleiseanlagen wieder 20 Prozent betriebsfähig. Auch das Dach der Halle, das vollkommen zerstört war, wird wieder errichtet. Auch am Ostbahnhof konnte ein Teil der Geleise wieder aufgebaut werden.
In Retz ist der ehemalige langjährige Präsident des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrates Dr. Moritz Graf Vetter von der Lilie gestorben.
Das Wintersemester der Wiener Universität hat am 8. Oktober begonnen. Wie der Rektor Prof. Adamowitsch mitteilt, haben sich 5000 Hörer inskribiert. Himimimnrnmnminnnemmimminmmmnmienmmmmmmmmmmnumnnmmmntnn
Neuestes vom Tage
Vereinigte Staaten
Der frühere amerikanische Unterstaatssekretär im Außenministerium Summer Wells spricht sich in einem Artikel in der „New York Harald Tribune“ für eine direkte Verständigung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion aus.
Der amerikanische Plan zur Abschaffung des deutschen Kartellsystems wurde soeben von den amerikanischen Wirtschaftsfachleuten bekanntgegeben.
Der Chefredakteur Budent des größten kommunistischen Blattes von Amerika „Daily Worker“ hat seine Stelle niedergelegt und ist zum katholischen Glauben zurückgekehrt.
Am 16. Oktober beginnt in Quebec eine Konferenz der internationalen Ernährungs= und Landwirtschaftsorganisation. Auf der Konferenz will man die besten Methoden zur Verteilung der Ernährungsüberschüsse ausfindig machen.
England
Ministerpräsident Attlee erklärte, daß die Charta der Vereinigten Nationen Großbritanniens erste Verteidigungslinie bilde.
Im englischen Unterhaus machte der Kolonialminister den Vorschlag zur Schaffung eines Bundes der malaischen Staaten.
Der englische Außenminister Beoin teilte im Unterhaus mit, daß die britischen Truppen Teheran fast völlig geräumt haben. Auch der sowjetische Außenminister Molotow habe ihm mitgeteilt, daß die russischen Truppen aus Teheran abmarschiert seien.
Ferner Osten
In Tokio fanden kommunistische Demonstrationen statt, welche die Absetzung des Kaisers Hirohito forderten.
Deutschland
Zwischen Karlsruhe und Rotterdam ist der Rhein wieder schiffbar.