Tiroler Tageszeitung 1945
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93/ 1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. C.“, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Cprolia. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Dienstag, 9. Oktober 1945
Ein erster Versuch
die erste Session des Rates der Außenunister ist soeben beendet worden. Rücktlckend erweist es sich, daß die Tagesordung dieser Beratungen viel umfangreicher mur, als es zuerst schien. Der oberflächliche deurteiler mochte auf Grund der ersten Meluungen über das Programm und die Arlitsweise dieser Versammlung meinen, daß & Friedensverträge mit Italien, mit Finnuund und den Balkanstaaten das Haupthema bilden sollten. Als die Beratungen begonnen hatten, zeigte es sich sogleich, daß sie nicht auf dieses oder jenes Thema begränkt werden konnten. Es erwies sich als ntwendig, alle Fragen und Angelegenheiin, die mit der Neuaufrichtung der Welt in berbindung stehen, zu prüfen.
Die Beratungen, welche die Staatsmänner der Alliierten während der Kriegsjahre abhielten, dienten vor allem der gemeinsamen miltärischen Zielsetzung. Im logischen Zummmenhang damit stand die Aufstellung der Grundsätze für die Ordnung des Friedens. Ion der Atlantik Charter des Jahres 1940 sührt eine breite Heeresstraße zu den Deklantionen von Moskau und Yalta. Das Frieiensprogramm der Alliierten wurde durch in Weltsicherheitsvertrag von San Fransko festgelegt. Auf der Potsdamer Konfeunz wurde der europäische Krieg gleichsam maller Form liquidiert. Auch diese Erörirungen der großen Drei befaßten sich nicht nit Einzelheiten. Ein solches Eingehen ins detail kam schon deshalb nicht in Frage, eil zwei wichtige Gesprächspartner, die hier ##r allem gehört
werden mußten, fehlten. ]So entwickelte sich mit Selbstverständlichseit der Gedanke, die Anwendung des Frielensprogrammes auf die konkreten Versältnisse der Arbeit eines besonderen Rates u überweisen. Als die gegebenen Fachleute wurden die Außenminister der führenden länder damit beauftragt, in gemeinsamen beratungen die Friedensregelung vorzuberiten. Sollten sich Schwierigkeiten ergeben, so würde das letzte Wort nicht von ihnen, sondern von den Staatschef gesprochen werden.
Das Ziel dieses Friedens heißt: Sicherheit. damit ist aber auch schon ausgesprochen, daß dejenigen irren würden, welche rasche Entsheidungen der Friedenskonferenz erhoffen nöchten. Ein Friede, der für Jahrzehnte Sicherheit verburgen soll, kann nicht aus den Handgelenk gefertigt werden. Es baucht da eine Feinarbeit voller überlegungen, voller Geduld und voller Mühen. Das st der eine Grund, weshalb man sich keine allzu raschen Fortschritte erwarten darf. Der andere aber liegt in der unermeßlichen Weite des Arbeitsgebietes selbst. Es gilt den Frieden nicht nur für einzelne Länder oder einen Kontinent; es gilt vielmehr die Re
gelung der Zukunft einer ganzen Pohl haben sich die Mächte in San Franzisko über die Richtlinien geeinigt, wie die künftige Friedensordnung beschaffen sein oll. Diese Richtlinien sollen nun in überiinstimmung gebracht werden mit den interessen, welche die führenden Großnächte als ihre Existenzbedingungen erkären. Es würde allen Erfahrungen der verhandlungstaktik zuwiderlaufen, wollte nan anneymen, daß alle diese Interessen bereits wohlanständig frisiert vorgeführt werden, so daß sie alle miteinander schied
lich, friedlich nebeneinander am gleichen Tische sitzen. Eher ist zu vermuten, daß m Beginn der Verhandlungen diese Interessen sehr scharf betont werden. Die Beteinigung dieser Sondergesichtspunkte wird keine angenehme und leichte Aufgabe sein, aber sie wird schließlich und endlch gelingen, weil die Schwerkraft der Notwendig keiten eine Einigung fordert. Wer erinnert sich nicht etwa an das Beispiel des berühmten Wiener Kongresses, der ja ebenfalls von einem großen Prinzipe aus die Regelung Europas anstrebte. Nach wenigen Wochen der Sitzungen und Unterhandlungen schienen die ehemaligen Verbündeten miteinander völlig verkracht Die Lösung, welche im des Wiener Kongresses für die europäische Ordnung angebahnt wurde, hat dann doch gute dreißig
Jahre hindurch standgehalten. Politische Früchte, welche in der Reibungshitze von Meinungsgegensätzen reifen, sind oft besser als jene, die in einem allzu sanften Klima der Interesselosigkeit
Ing. Dr. Weißgatterer — Landeshauptmann von Tirol
über Vorschlag des Gouverneurs Exzellenz Voizard ernannte Herr General Bethouart in Nachfolge des Staatssekretärs Dr. Gruber den Ing. Dr. Weißgatterer zum Landeshauptmann von Tirol. *
Mit Ing. Dr. Weißgatterer tritt ein Mann an die Spitze des Landes Tirol, der durch und durch Tiroler ist und der wie kaum ein anderer die Lebensverhältnisse und die Bevölkerung dieses Landes kennt. Tirol als Agrarland ist ihm nicht nur durch seine Abstammung und seine Erziehung, sondern vor allem auch durch seinen Beruf ans Herz gewachsen. Sein ganzes Wirken galt der Tiroler Bauernschaft und der bäuerlichen Wirtschaft des Landes.
Am 28. April 1898 in Schwaz geboren, studierte er an den Gymnasien in Hall und Bregenz, wo er seine Studien 1917 mit dem Reifezeugnis abschloß. Bis zum Zusammenbruch im November 1918 diente er bei den Tiroler Kaiserjägern. Nach dem Kriege absolvierte er die tierärztliche Hochschule und die Hochschule für Bodenkultur in Wien und erwarb sich das tierärztliche Diplom und Doktorat, sowie das Diplom als Agraringenieur.
Nach Vollendung der Hochschulstudien praktizierte Ing. Dr. Weißgatterer auf verschie
denen Landwirtschaftsbetrieben, unter ande
rem bei dem größten Unternehmen dieser Art in Österreich, bei der Viehverwertung von St. Marx, und am Tierzuchtinstitut in Grub in Bayern. 1927 trat er dann in den Dienst des Landeskulturrates für Tirol, wo er zuerst in der Tierzuchtabteilung und dann in der Veterinärabteilung im Landesdienst tätig war.
Im Jahre 1930 mit der Leitung der wichtigsten bäuerlichen Lehranstalt des Landes, Rotholz, betraut, nahm diese unter seiner Führung trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse einen erfreulichen Aufschwung. Ebenso erfolgreich war seine Tätigkeit auf
dem Gebiete der Absatzförderung des Landes und der Organisation der tirolischen Milchwirtschaft, was ihm die Anerkennung in den Milchwirtschaftskreisen weit über die Grenzen Österreichs hinaus eintrug.
Trotz dieser hohen fachlichen Kenntnisse und trotz seiner unbestrittenen Verdienste für die bäuerliche Wirtschaft des Landes, hatte der Nationalsozialismus für Dr. Weißgatterer keinen Platz im Landesdienst. Als Angehöriger einer katholischen Studentenverbindung und als führendes Mitglied des Tiroler Bauernbundes, wurde er beim Raube Österreichs von den braunen Söldlingen in schmählicher Weise seiner Stelle enthoben. Ein Mann, der die tirolische Bauernschaft hinter sich hatte, und der vor allem den bäuerlichen Nachwuchs des Landes wie kein anderer kannte und kraft seiner Persönlichkeit auch führte, durfte nicht ohne weiters irgend welche Tätigkeit in Tirol entfalten. Er wurde daher im Herbst 1938 zur Wehrmacht eingezogen. Hatte man ihn auch vorübergehend in
Reutte als Kreistierarzt eingesetzt, so wurde er 1940 nach Wesermünde abgeschoben. Neuerdings zur Wehrmacht einberufen, dankte er es nur seiner fachlichen Tüchtigkeit, daß er für den Veterinärdienst in Wesermünde angefordert wurde. Im April 1944 wurde Ing. Dr. Weißgatterer der freigewordene Amtstierarztposten in Imst dank verschiedener Vorsprachen zuerkannt und er durfte wieder in seine Heimat zurück, um in Landeck den Veterinärdienst zu versehen.
Seit dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus steht Dr. Weißgatterer in den ersten Reihen jener, die nicht mit den Händen im Schoße dem Werden des neuen Österreichs zusehen. Als Landeshauptmannstellvertreter bemühte er sich seit den ersten Maitagen um den Wiederaufbau der Agrarwirtschaft des Landes. Nunmehr gehört seine ganze Tatkraft seiner Heimat.
Kein Wahlrecht für Nazi in Österreich
Die Wiener Zeitung „Neues österreich“ schreibt: „Im Interesse unseres Staates und seiner Demokratie ist es notwendig, den Nationalsozialisten die Teilnahme an den ersten österreichischen und demokratischen Wahlen nicht zu gestatten. Die Nazi haben den österreichischen Staat verneint. Sie können also in keiner Weise erwarten, in der ersten Entscheidung über den Wiederaufbau dieses Staates mitzuwirken. Sie haben die Demokratie verneint, und jetzt sollen sie trotzdem die demokratische Entwicklung unseres Staates beeinflussen? Das wäre widersinnig, das wäre unerträglich. Bisher sind alle demokratischen und patriotischen österreicher an die Nazifrage nur unter einem Gesichtspunkt herangetreten, unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit Österreichs, seiner
Unabhängigkeit und Demokratie. Mit einem Schlage würde sich dies ändern, wenn man nicht mehr in den Nazi den Menschen sieht, der seine Untreue, seine Verachtung für Österreich bewiesen hat, sondern den Wähler, um dessen Gunst man wirbt.
Und noch ein zweites gewichtiges Argument spricht gegen die Zuerkennung des Wahlrechtes an ehemalige Nationalsozialisten: Jeder österreicher, der im KZ. und Gefängnis für österreichs Unabhängigkeit gelitten hat, jeder Österreicher, der von der Partei verfolgt wurde, müßte es als Beleidigung auffassen, wenn seine Stimme im neuen Österreich nicht um einen
Die erste Session des Rates der Außenminister ist in einer Weise beendet worden, die jede Illusion ausschließt. Es werden weder jene Sanguiniker ermuntert, die bis Ende dieses Jahres bereits alle Friedensverträge abgeschlossen sahen, noch auch werden jene katalinarischen Existenzen in ihren Hoffnungen bestärkt, die einen neuen Weltkonflikt gewinnreich bewirtschaften möchten. Jetzt werden zunächst die Sachverständigen das Material an Einigungs= und Streitpunkten, das die Session zutage gefördert hat, einer Prüfung unterziehen. Dann aber werden die Staatschefs selbst in einer neuen Aussprache die kommende Session des Rates der Außenminister vorbereiten.
Dr. Anton Klotz
Hauch schwerer wiegt als die Stimme eines ehemaligen Nazi. Es kann den Nazi, die die Demokratie verleugneten, kein Bedürfnis sein, an den ersten österreichischen Wahlen teilzunehmen. Für den österreichischen Patrioten aber wäre diese Gleichstellung mit den ehemaligen Anhängern der NSDAP. eine Beleidigung und für den österreichischen Staat eine gefährliche Belastung.“
Die URRRA=Hilse für Österreich
Wien, 8. Oktober. Dr. Renner erklärte vor Pressevertretern: „österreich muß für seine Lebensmittelversorgung bis zum nächsten Herbst die Hilfe der UNRRA in Anspruch nehmen. Zu diesem Zeitpunkt wird österreich hoffentlich in der Lage sein, selbst für seine Ernährung zu sorgen.“
Neuestes vom Tage
England
Am Dienstag wird das britische Unterhaus zusammentreten.
In London starb Hans Volgel, der letzte vor Hitlers Machtergreifung gewählte Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Nordische Staaten
Die niederländische Regierung hat beschlossen, die in Holland ansässigen Deutschen nach Hause zu schaffen. Ausgenommen sind jene, die dem Gastland die Treue gehalten haben.
Deutschland
In Berlin ist ein deutscher Journalistenverband als Gewerkschaft gegründet worden.
In Hannover fand eine Tagung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands statt.
Ein Südtiroler Film
in den Pariser Kinos
Paris, 8. Okto. In den Wochenschauen verschiedener Pariser Kinos werden auf
schlußreiche Vorführungen über Südtirol gezeigt, die das größte Interesse finden und große Aufmerksamkeit hervorrufen.
Italien wünscht baldige Regelung
Rom, 8. Okt. Ministerpräsident Parri erklärte auf einer Pressekonferenz, er möchte wünschen, daß die Alliierten, wenn auch nur vorübergehend, die italienischen Fragen regeln möchten. Italien muß sich Richtunien für die militärischen, wirtschaftlichen und gerichtlichen Angelegenheiten von den Alliierten erbitten.
Rückkehr de Gaulles nach Paris
Paris, 7. Oktober. General de Gaulle traf gestern früh von Straßburg kommend in Paris von einer Rundreise durch das französisch besetzte Gebiet Deutschlands ein.
Der Weltgewerkschaftsbund gegen
Paris, 8. Oktober. Dem Weltgewerkschaftskongreß liegen Anträge vor, wonach alle demonratischen Regierungen aufgefordert werden, die diplomatischen Beziehungen mit Franco und mit der Regierung von Argentinien abzubrechen.
Die neue bayrische Regierung
München, 8. Okt. Wilhelm Högner, der neue sozialdemokratische Ministerpräsident Bayerns, teilte mit, er habe vier Posten in seinem Kabinett mit Angehörigen seiner eigenen Partei besetzt und je einen Posten den Kommunisten, Demokraten, der christlichsozialen Union und einem parteilosen Fachminister überlassen. Er selbst habe das Justizministerium übernommen.
Nazipläne: Vergiftung der Invasionsarmee
Der amerikanische Rundfunk berichtet: Die Methoden für die Vergiftung der alliierten Invasionsstreitkräfte waren in umfassender Planung von den Nazis vorbereitet worden. Der Plan kam nicht zur Durchführung wegen der Schnelligkeit des alliierten Vormarsches. Aus allen deutschen Geheimdokumenten, die heute von der alliierten Kommission zur Untersuchung von Kriegsverbrechern veröffentlicht wurden, geht hervor, daß bereits im Ok tober 1944 in Berlin eine Zusam menkunft deutscher Giftsachverständiger stattgefunden hat, auf der genaue Einzelheiten festgelegt wurden für die Vergiftung alliierter Truppen und die Bereitstellung von Gifttabletten für die Deutschen, sollte ihnen kein anderer Ausweg mehr als Selbstmord bleiben. Bei einem Vormarsch der alliierten
Truppen sollten Getränk und Medizinen vergiftet werden und Nahrungsmittel mit Gift präpariert werden. Sogar Teller sollten mit einer Gift enthaltenden, Substanz behandelt werden. Das Gift sollte erst mehrere Stunden oder Tage später zur Wirkung kommen. In dem aufgefundenen Dokument
nicht feststellbar ist, wo das Gift verabreicht wurde.“
Die Säuberungsaktion gegen die Nazi
London, 8. Okt. Der Gouverneur des nördlichen Rheinlandes wurde von den britischen Behörden wegen seiner mangelnden Energie hinsichtlich der Säuberungsaktion gegen die Nazis abge
Die Kriegsverbrecherprozesse
Berlin, 8. Oktober. Der internationale Gerichtshof für die Durchführung der Kriegsverbrecherprozesse wird morgen eine erste vorbereitende Sitzung abhalten, bei der er das gesamte Material vorgelegt erhält. Wie es heißt, werden auch 24 deutsche Großindustrielle als Kriegsverbrecher belangt werden.
Einsetzung eines britischen Ministers für Besatzungspolitik
London, 8. Oktober. Die Ernennung John Hunds zum Minister für die britische Besatzungspolitik in Deutschland und österreich bedeutet eine gesteigerte Anteil
heißt es: „Es ist darauf zu achten, daß die nahme Englands an den Entwicklungen in Banditen nicht sofort krepieren, damit diesen Ländern.