Tiroler Tageszeitung 1945

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Juli 1945
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Einzelpreis 15 Pfg.
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Herausgegeben von den amerikanischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine
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Nummer 11/ 1. Jahrgang

Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an IS B, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4.
— Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Mittwoch, 5. Juli 1945

Der 4. Juli
Ein Wort an die Oesterreicher
Am 4. Juli 1776 erklärte der kontinentale Kongreß von Nordamerika unter Vorsitz von John Hancock die Unabhängigkeit der dreizehn vereinigten Staaten. So trat, erst gehaßt und dann geachtet, das politische Gebilde der staatlichen Demokratie ins Leben, getragen von der Hoffnung des Volkes, der Siedler, der Städter und der Millionen Einwanderer aus der alten Welt, die alle vereint Amerika zu dem machten, was es heute ist. Eine ungebrochene demokratische Tradition von 179 Jahren; hätten die Vereinigten Staaten im Laufe ihrer Geschichte nichts anderes hervorgebracht als nur dies eine — es wäre genug, um ihrer Stimme im Rat der Völker Gehör zu verschaffen.
Zum zweiten Male in der Zeitspanne einer menschlichen Generation stehen die Soldaten der Vereinigten Staaten jetzt im Kriege, um von der Stärke und der Macht ihrer Republik Zeugnis abzulegen und zusammen mit 130 Millionen arbeitender Männer und Frauen in ihrer Heimat und im Auftrage ihrer in Freiheit aufwachsenden Kinder der Tyrannei größenwahnsinniger Friedensstörer das Genick zu brechen. Mit selbstverständlicher Disziplin und im Einklang mit den Idealen aller großen amerikanischen Präsidenten, Staatsmänner und Persönlichkeiten hat das Volk der Vereinigten Staaten die Opfer und Schmerzen des Weltkrieges in Kauf genommen, um den verbrecherisch angefallenen und mit Sklaverei bedrohten Nationen der Erde ihre Menschenrechte, ihre Freiheit und ihre Unabhängigkeit für die Zukunft zu sichern.
Darum ist der 4. Juli, der Tag der amerikanischen Unabhängigkeit, mehr als ein nationaler Feiertag. Er ist ein Programm. Er verkörpert ein festes Versprechen, eine Garantie für die noch unterjochten Weltteite des Fernen Ostens auf Wiederherstellung ihrer nationalen Unabhängigkeit und Freiheit und ist gleichzeitig die Hoffnung der durch den alliierten Sieg in Europa befreiten Völker auf künftige Wiedererlangung ungestörter Selbständigkeit. Auch für Oesterreich enthält erso Sinn und Bedeutung. Der Tag kommt, an dem im Geiste der Weltverfassung von San Franzisko der Glaube an die menschlichen Grundrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person, an die gleichen Rechte von Männern und Frauen und von großen und kleinen Nationen wieder fest in demokratischen Fundamenten verankert ist. Weit über die Grenzen
des amerikanischen Kontinentes hinaus verkündet das Sternenbanner der Vereinigten Staaten auch an diesem 4. Juli den gleichen Gedankeninhalt, dieselbe große Idee von 1776: Unabhängigkeit und Freiheit.
Die amerikanische Besatzungsarmee für Oesterreich
Alliiertes Hauptquartier in Italien, 3. Juli. General Mare W. Clark, der vor kurzem zum Oberkommandierenden der amerikanischen Besatzungstruppen in Oesterreich ernannt wurde, gab heute bekannt, daß sich General Goffrey Keyes nach Salzburg begeben habe, um das Kommando der amerikanischen Besatzungszone in Oesterreich zu übernehmen. Bisher war Zeyes Kommandant des zweiten Korps der 5. Armee. General Alfred Gruthner ist stellvertretender Kommandant der amerikanischen Besatzungstruppen in Oesterreich. General Donald Braun, Kommandant des Militärausbildungswesens der 15. Armeegruppe, wurde zum Generalstabschef der amerikanischen Besatzungstruppen ernannt. Ueber den Zeitpunkt, wann General Clark in Oesterreich eintreffen wird, wurde nichts verlautbart
Zusammenarbeit im Donauraum
London, 2. Juli. Der bekannte Histori und Nationalökonom Friedrich Her erklärte über die Entwicklung Oesterreichs Aufmerksamkeit der britischen Oeffent lichkeit darf nicht von der entscheidender Aufgabe abgelenkt werden, im gemeinsamer
Vorgehen aller alliierten Mächte eine befriedigende wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern des Donauraumes sicherzustellen.“
Die Schweiz und Oesterreich
Zürich, 3. Juli. Der Kongreß der Schweizer sozialdemokratischen Partei forderte die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Polen und Oesterreich.
Die Oesterreicher in der Tschechoslowakei
London, 3. Juli. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Fierlinger hielt, wie Reuter berichtet, eine Radioansprache,
in der er u. a. erklärte, es sei ein systematischer Austausch beträchtlicher Teile der in der Tschechoslowakei lebenden Minderheiten vorgeschlagen worden. Die Deutschen, besonders jene, die sich staatsfeindlicher Handlungen schuldig gemacht haben, sollten nach Deutschland und die Ungarn nach Ungarn gebracht werden. Die Deutschen österreichischer Abstammung in Südböhmen und Mähren sollten nach Oesterreich gehen. Andererseits wünschen wir, daß die beträchtliche tschechische Minderheit in Wien sobald als möglich in die Tschechoslowakei zurückkehre. Die Lösung dieser Fragen ist für die Tschechoslowakei von lebenswichtigem Interesse.
am 10.
London, 3. Juli. Am 10. Juli findet in Potsdam die Besprechung zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, dem britischen Ministerpräsidenten und Marschall Stalin statt. 35 Häuser und Villen wurden in Potsdam dem Personal der drei Abordnungen zur Verfügung gestellt.
Weltfriedensverfassung ratisiziert
Präsident Truman vor dem amerikanischen Senat
Washington, 3. Juli. Präsident Truman erschien heute persönlich vor dem Senat und verlangte eine rasche Ratifizierung der Weltfriedensverfassung, die, wie er sagte, der einzig richtige Weg sei, der zum wahren Frieden führe. Verbesserungen dieser Verfassung werden gemacht werden, sobald man entsprechende Erfahrungen gesammelt hat. Der Führer der Mehrheit im amerikanischen Senat erklärte: „Die Weltfriedensverfassung ist unter Dach und Fach. Ich kenne nur sechs Senatoren, die Einwendungen gegen sie erheben werden.“
Rußland und die Ratifizierung
Vorabend der englischen Wahlen
London, 2. Juli. In sechzig Stunden beginnt der Wahltag, dem man allgemein mit der größten Spannung entgegensieht. Der Wahlkampf war heftig. Er erreicht soeben seinen Höhepunkt, da Ministerpräsident Churchill nun in London selbst seine Wahlreden hält. Man rechnet allgemein mit einer sehr starken Wahlbeteiligung. Die britischen Soldaten auf den Kanalinsein haben bereits gewählt. Am Montag kam ihr Abstimmungsergebnis in zwei Säcken der Luftpost an und wird jetzt sortiert und in die einzelnen Wahlkreise verschickt. In den nächsten drei Wochen werden solche Säcke mit Stimmzetteln von Soldaten, Matrosen und Fliegern aus allen Teilen der Welt eintreffen. Auch Berlin wird am 5. Juli zum erstenmal seit zwölf Jahren eine geheime und freie Wahl zu sehen bekommen. Dort wählen nämlich die enalischen Besatzungstruppen,
die soeben zur Besetzung der ehemaligen deutschen Hauptstadt eingetroffen sind.
Die polnischen Bauern und Arbeiter für die Regierung
Warschau, 3. Juli. Viele zehntausend polnische Bauern und Arbeiter begrüßten am Sonntag in Warschau in einer Massenversammlung die neue polnische Regierung.
In allen Ansprachen der Regierungsmitglieder kam der Wunsch nach einem freien, starken und unabhängigen Polen zum Ausdruck, das im Bündnis mit Großbritannien und der Sowjetunion in enger Freundschaft zu den Vereinigten Staaten leben will.
Gegen die Helfelder Vorneos
Manila, 3. Juli. Die australische Division, die auf Balikpapan gelandet ist, hat ihren Brückenkopf von der ursprünglichen Tiefe von 1½ Kilometer auf nahezu 5 Kilometer erweitert.
San Franzisko, 2. Juli. Nach Meldungen aus Tokio schaffen 150 Landungsboote laufend Truppen an die Küste von Nordborneo, um die starke Invasionsmacht MeArthurs, die nach japanischen Berichten bereits an vier Stellen festen Fuß gefaßt hat, an den unmittelbaren Zugängen zu dem lebenswichtigen Oelgebiet Balikpapan zu verstärken. Tatsächlich hat MeArthur seine Landung auf Borneo mit der Präzision eines Uhrwerkes ausgearbeitet und durchgeführt.
Eine japanische Oelrassinerie explodiert
Guam, 3. Juli. Gestern nachts ging infolge eines heftigen Bombardements eine Oelraffinerie südwestlich von Osaka in Flammen auf. Photographien zeigen, daß 18 bis 36 Prozent der neuerlich bombardierten Städte vernichtet worden sind.
Aufmarsch alliierter Flotten
Melbourne, 3. Juli Radio Tokio berichtet, daß drei alliierte Flotten mit Transport= und Landungsbooten in den Gewässern von Okinawa gesichtet wurden.
deem
erschütterndsten Erscheinungen im besiegten Deutschland ist es, daß nirgends ein starker Drang nach Wiederaufbau des Landes wahrgenommen werden kann.“
Das Deutschland der Zukunft Köln, 3. Juli. Der Kölner Oberbürgermeister Dr. Adenauer erklärte einem Berichterstatter des „Daily Expreß“, unbedingt erforderlich erscheint mir die Bildung einer deutschen Zentralverwaltung. Ebenso wäre die Einrichtung eines Bundesstaates, bestehend aus den drei Freistaaten Ost=, West= und Süddentschland, zu erwägen. Die Grenzen dieser drei Staaten würden im wesentlichen mit jenen der drei großen Besatzungszonen zusammenfallen. Die Deutschen sind gewohnt, so schloß Adenauer, daß man ihnen sagt, was sie tun sollen. Jetzt müssen sie mehr als zuvor gesagt bekommen, was sie in Zukunft zu erwarten haben und was sie selbst tun müssen.“
6000 Leichen aufgesunden!
London, 3. Juli. Radio Moskau meldet, wie Reuter berichtet, aus Kischinew die Ausgrabung von 6000 Leichen auf dem Gebiete eines ehemaligen deutschen Konzentrationslagers in Nordrumänien. Die Körper der rumänischen Opfer lagen in zwölf Reihen in drei Meter tiefen Gruben begraben. Die Verhungerten waren zum Teil lebendig zugeschüttet worden.
Noch ein Massengrab in Norwegen
Oslo, 3. Juli. An der norwegischen Westküste wurde ein Massengrab entdeckt, das die Leichen von sowjetischen Kriegsgefangenen enthalten soll, die im Jahre 1944 von den Deutschen erschossen wurden.
Gerechte Strase
Brüssel, 2. Juli. Aus Antwerpen wird mitgeteilt, daß ein Militärtribunal fünfGestapoagenten, die belgische Patrioten
mißhandelt hatten, zum Tode verurteilte.
Washington, 3. Juli. Der sowjetrussische Botschafter Gromyko erklärte, daß eine Sondersitzung des Obersten Sowiets zur Ratifizierung der Weltfriedensverfassung einberufen werde.
Der Senat bestätigt die Ernennung Byrnes zum Außenminister
Washington, 3. Juli. Die Bestätigung der Ernennung Byrnes zum Außenminister nahm im amerikanischen Senat kaum einige Minuten in Anspruch. Die Bestätigung wurde durch Zuruf vorgenommen.
Frankfurt a. M., 3. Juli. In einem Bericht der „Newyork Times“ wird festgestellt: „Allmählich wird es dem deutschen Volk bewußt, furchtbarer als im Jahre 1918 geschlagen worden zu sein und seine bisherige Stellung in der Welt verloren zu haben; aber es gibt immer wieder Deutsche, die sich der trügerischen Hoffnung hingeben, daß die heutige Besatzungsperiode nichts anderes als eine kurze Bußzeit für den verlorenen Krieg darstellt. Noch begreifen sie nicht, daß sie von der gesamten zivilisierten Welt als außerhalb der menschlichen Gesellschaft stehend betrachtet werden. Eine der
Ein französischer Jude, der dem Hungertod nahe im KZ.=Lager Mauthausen aufgefunden wurde, nimmt seine erste Mahlzeit in einem amerikanischen Spital in Wels ein