Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.57
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Erscheint in der Woche sechsmal. — Uur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Hostzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
summer 937 1. Jahrgang
——
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Crrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Donnerstag, 27. September 1945
Ein Schritt vorwärts!
In der Botschaft des Alliierten Rates an das österreichische Volk sind die drei demokratischen, antifaschistischen Parteien ermächtigt worden, ihre Tätigkeit fortzu
setzen. Daß weiter die Demarkationslinien wckert werden sollen, bedeutet für uns österreicher eine große Erleichterung im politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau unseres neuen demokratischen Staates.
Durch die Lockerung der Demarkationslinien werden nun die wirtschaftlichen Probleme viel leichter und schneller gelöst. Die Ingangsetzung vieler Betriebe und Produktionszweige, sowie der ganze Wiederaufbau werden in viel schnellerem Tempo fortschreiten, als wie es bisher möglich war.
Entscheidend ist es, daß endlich durch die Legalisierung der drei historischen demokratischen Parteien alle demokratischen Kräfte zu einer wirklichen positiven und prektischen Zusammenarbeit kommen. Voraussetzung dabei ist, daß von allen Seiten der ehrliche Wunsch und Wille dazu vorhanden ist. Wer aus der siebenjährigen Hitlerherrschaft gelernt hat, ist zu dieser notwendigen Einsicht gekommen. Wer aber nichts gelernt hat, wird heute oder morgen Schiffbruch erleiden und von den vorwärtsstrebenden österreichischen patriotischen Kräften beiseite geschoben werden.
Warum ist die Tätigkeit der Parteien für us von so großer Bedeutung? Die große Bdeutung liegt darin, daß nur die demokatischen Kräfte unseren neuen demokrati#"schen Staat einrichten können und nur ein solcher Staat geeignet ist, den Wiederauf
au durchzuführen und die Wirtschaft in
#stand zu setzen. Bevor wir unser neues Haus aufbauen, müssen wir die Grundmauern erstellen. So ist es auch im Staat. zuerst müssen wir eine gesunde politische Grundlage schaffen und auf dieser unsere Pirtschaft aufbauen. Es wäre verkehrt und verfehlt, alle Kräfte in erster Linie auf den wirtschaftlichen Aufbau zu konzentrieren und dann erst an die politische Einrichtung unseres Staates heranzugehen und dies als zweitrangige Sache zu betrachten.
Nur wenn unser Volk mitmacht, nur wenn eine besondere politische Atmosphäre vorhanden ist, wenn durch eine breite Demokratisierung das ganze Volk erfaßt wird und die Möglichkeiten hat, voll und ganz mitzuarbeiten und die Verantwortung zu übernehmen, erst dann sind die Garantien für ein großes österreichisches Aufbauwerk geschaffen.
en drei historischen demokratischen Parteien sind nun dazu berufen, die neuen politischen Grundlagen des neuen Österreichs zu schaffen, sie zu fundieren und zu festigen.
Die ganze Verantwortung der politischen Einrichtungen unseres neuen Staates tragen die drei demokratischen Parteien. st der Zeitpunkt endlich gekommen, wo lie Parteien sich ernstlich mit diesen Prolemen befassen dürfen. Alles, was zum Leil versäumt oder durch das Untersagen offener Parteitätigkeit nicht möglich war zu unternehmen, muß nachgeholt werden.
den wollen. Die Verantwortung ist groß, die Schwierigkeiten sind noch größer, aber sie sind da, um überwunden zu werden.
Jeder, der sich der Verantwortung und seiner Pflicht als guter österreicher bewußt ist, wird sich von den größten Schwierig
keiten nicht abschrecken lassen, sondern diese werden ihm erst recht ein Ansporn sein.
Major Max Bair,
Kommandant des 1. österr. Freiheitsbatl. in der Jugoslawischen Volksarmee.
Die Länderkonferenz in Wien
Landeshauptmann Dr. Gruber Anterstaatssekretär im Ministerium des Außern
ien, 26. September.
Seit Montag tagt in Wien unter Vorsitz des provisorischen Staatskanzlers Dr. Renner eine Konferenz der österreichischen Bundesländer. Die Konferenz ist, wie Dr. Renner in seiner Eröffnungsrede ausführte, als vorläufiger Ersatz für den Bundesrat gemäß der Verfassung von 1920 und 1929 zu betrachten. Die Arbeit der Länderkonferenz verteilt sich auf drei Kommissionen: die politische behandelt vorwiegend Verfassungsfragen, die Frage einer Neubildung der Regierung und die Frage, wann die Nationalrats
wahlen stattfinden sollen; die juristische hat die Aufgabe, die Anwendbarkeit der Gesetze der provisorischen Staatsregierung auf die Bundesländer zu überprüfen; die ökonomische Kommission befaßt sich mit den wirtschaftlichen Problemen und den Wirtschaftsgesetzen des Landes.
In seiner Eröffnungsrede appellierte Doktor Renner an die Ländervertreter, zu einer einheitlichen Beschlußfassung zu kommen, damit die Wahlen noch vor dem Winter stattfinden können. „Wir können unser Volk in den harten Wintermonaten nicht ohne den stärkeren Schutz einer anerkannten Regierung lassen. Die vom ganzen Volk gewählte Regierung ist in ihrer Tätigkeit durchgreifender, kann nach außen änders auftreten,
Handelsverträge abschließen und darangehen, unserem Volke Brot und Kohle zu verschafsen.“
In den Sitzungen bereiteten die Beratungen über die wirtschaftlichen Fragen, die Ernährungsfrage und die finanziellen Probleme keinerlei Schwierigkeiten. Von der juristischen Kommission wurden die bisher veröffentlichten Verfassungsgesetze und die Ge
setze gegen die Nationalsozialisten einer eingehenden Beratung unterzogen und gewisse Verbesserungen vorgeschlagen.
Die politische Kommission steht vor größeren Schwierigkeiten bezüglich der Fragen der
Wahlen und der Umformung der Regierung Renner. Es kam zu einer großen politischen Debatte, die auf einem bemerkenswert hohen Niveau stand. Unter andern sprach auch Landeshauptmann Dr. Gruber, der in einer großangelegten Rede das ganze innerpolitische Problem aufwarf. Die politische Kommission bildete zur weiteren Beratung einen kleineren Ausschuß, der von je drei Mitgliedern der Parteien beschickt ist. Zur Debatte steht die Hereinnahme von zwei Ministern aus den Bundesländern in die Regierung für ein Staatsamt für Verkehrswesen und ein Staatsamt zur Sicherung und Verwaltung des Staatseigentums. Damit haben sich die Bundesländer nicht zufrieden erklärt. Zur Debatte steht auch der Vorschlag auf Errichtung eines Staatsamtes für Außeres.
In der Frage der Wahlen geht die Meinung dahin, diese zu einem ziemlich frühen Termin, womöglich im November, stattfinden zu lassen.
Es ist zu hoffen, daß die Vollversammlung ein Kompromiß vorgelegt erhält. Interessant ist, daß die Vertreter der Bundesländer fast nur junge Männer sind, von denen kaum einer graue Haare aufweist. Die Vertreter Wiens hingegen sind lauter ältere Männer.
Wie wir knapp vor Redaktionsschluß erfahren, wurde Landeshauptmann Dr. Gruber zum Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern ernannt.
Rußland und England
Erklärungen Molotows
London, 26. Sept. Der russische Außenminister Molotow erklärte auf einer Veranstaltung der britischen Freunde Rußlands, die Hauptaufgabe des Rates der Außenminister sei die Festigung des Sieges durch einen dauernden Weltfrieden. Diejenigen, welche Lügen und Verleumdungen erwarteten, werden eine vollständige Enttäuschung erleben, wenn die Arbeiter der Faust und der Stirne in unseren beiden Ländern unerschütterlich für den Sieg der Wahrheit kämpfen. Wir müssen den demokratischen Kräften in allen Ländern weitgehende Unterstützung leihen und dürfen keinen Ver
such einer Wiederbelebung des Faschismus zulassen. Molotow betonte, die Vertiefung der gegenseitigen Freundschaft sei nicht nur für Großbritannien und Sowjet=Rußland, sondern für alle friedliebenden Nationen lebenswichtig. Kaum war die militärische Stärke des Faschismus gebrochen, als schon Verleumdungen und Falschheit sich mit neuer Kraft erhoben. Molotow erklärte im privaten Gespräch, wenn auch auf dieser Sitzung nicht in allen Angelegenheiten eine volle Einigung erzielt worden sei, so werden diese doch in der nächsten Sitzung glatt und gerecht erledigt werden.
215 Millionen Kilowattstunden im Jahr ...
neue Großkraftwerk in Zell am
Die Parteien müßten sich zusammensetzen und alle wichtigen Fragen politischer sowie wirtschaftlicher Natur besprechen, ihre Beschlüsse fassen und dann mit ganzer Kraft für die Durchführung der gefaßten Beschlüsse sich einsetzen.
Es würde sehr wünschenswert und vom Vorteil sein, wenn ein Aktionsprogramm der drei demokratischen Parteien in allen wichtigen gemeinsamen Fragen zustande kommen wurde, um nach einem solchen gemeinsamen Programm vorgehen zu können. Es gibt gerade heute schon genug Beispiele in österreich, welche zeigen, daß getade dort, wo eine praktische Zusammen arbeit der drei Parteien vorhanden ist, durch das gemeinsame Auftreten wichtige Probleme gelöst und sehr gute Resultate erzielt wurden und sich alles viel reibungsloser abwickelt und besser organisiert ist.
Aus diesen Beispielen müssen wir lernen, nach ihnen muß gehandelt werden, wenn wir unseren Aufgaben und unserer Verantwortung gegenüber dem Volke gerecht wer
Innsbruck, 26. September (LHK.) Das neue Gerloskraftwerk der Tiwag in Zell am Ziller geht seiner Vollendung entgegen. In einer Seehöhe von 1190 Meter im Weiler Gmünd bei Gerlos ist das 700.000 Kubikmeter fassende und mit einer Bogensperre — eine in österreich erstmalig angewandte Konstruktion — ausgestattete Staubecken errichtet. Ein Entkiesungswehr von 25 Meter Breite, das nach Modellversuchen auf neuartige Weise gebaut wurde und an das sich ein 300 Meter langes, auf dem Grunde des Speicherbeckens verlegtes Entkiesungsrohr anschließt, schützt das Speicherbecken vor Versandung. Gegenwärtig werden die Wasser der Gerlos und einiger kleiner Nebenbäche mit einem Gesamteinzugsgebiet von rund 164 Quadratkilometer der Energieerzeugung
nutzbar gemacht, ein weiterer Ausbau durch Erstellung einer Jahresspeicheranlage und eines Zwischenkraftwerkes ist noch einem späteren Zeitpunkte vorbehalten.
Das Betriebswasser
wird nun durch einen 6 Kilometer langen Druckstollen zu dem unterirdisch gelegenen Wasserschloß in Rohrberg geleitet. Der Bau des Druckstollens, der auf dem rechten Ufer der Gerlos durch die Gemeinde Gerlosberg führt, stieß auf große
Schwierigkeiten. Der stellenweise große Wasserandrang zwang zu umfangreichen Pölzungen. Die gegen Stahlschalung hergestellte Betonauskleidung des Stollens ist 20 bis 40 Zentimeter stark. Das Wasserschloß selbst dient zum Ausgleich der Druckverhältnisse bei Belastungsveränderungen.
Ein 1200 Meter langer Druckschacht
mit einem Gefälle von 600 Meter, worin die Stahlpanzerrohre untergebracht sind, schließt sich unmittelbar an das Wasserschloß an. Der Durchmesser der Rohrleitung beträgt beim Wassereinlauf 2.20 Meter, verjüngt sich bis zu den Turbinenverteilungsrohren auf 1.60 Meter, während die Wanddicke von 12 auf 30 Millimeter zunimmt. Unterhalb der Druckrohrleitung verläuft ein sogenannter befahrbarer Revisionsstollen, der eine genaue Kontrolle der Rohrleitung ermöglicht und gleichzeitig als Abfluß der eindringenden gipshaltigen Gebirgswässer dient. Die Verlegung der Rohrleitung erfolgte vom Wasserschloß und von den beiden Fenstern des Druckschachtes aus von oben nach unten. In dem unmittelbar an
das Krafthaus
anschließenden 200 Meter horizontal gelegenen Teil des Druckschachtes, der ebenfalls ganz im
Neuestes vom Tage
England
Die britische Regierung hat beschlossen, die gesamte Frage der jüdischen Einwanderung nach Palästina der Organisation der Vereinten Nationen zu übergeben, mit der Feststellung, daß es sich hier um eine Verantwortung handelt, die alle Alliierten gemeinsam tragen müssen.
Sowjetrußland
Die Umsiedlung der Ukrainer aus Polen in die Kollektivgüter der Sowjet=Ukraine hat begonnen.
Der Patriarch von Rußland Alexej gab bekannt, daß die russische Kirche ihre Bemühungen fortsetzt, die verschiedenen Richtungen der russisch=orthodoxen Kirche zu vereinigen.
Schweden
Soeben wird ein persönlicher Brief des Königs Gustav von Schweden an Hitler veröffentlicht, worin der König im April 1940 erklärt, daß Schweden jeder Versuch zur Verletzung seiner Neutralität entgegentreten werde.
Deutschland
Die technische Kommission des amerikanischen Kriegsproduktionsamtes stellt fest, daß die deutsche Industrie, welche sich mit der Herstellung von künstlichem Kautschuk befaßte, stark überschätzt worden ist.
Fünf deutsche Industriewerke in der amerikanischen Besatzungszone sind zu Reparationsleistungen an die Vereinten Nationen durch den Alliierten Kontrollrat bestimmt wurden.
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Berge liegt, sind ein sogenanntes Hosenrohr, zwei automatische Ringschieber in einer Bedienungskammer und die Verteilungsrohre zu den vier zweidüsigen Peltonturbinen untergebracht.
Das 28 Meter hohe, 45 Meter lange und 12 Meter breite Krafthaus umfaßt vier vertikal gelagerte und mit den Turbinen unmittelbar gekuppelte Elektrogeneratoren mit einer Gesamtleistung von 80.000 Kilowatt. Eine Hausturbine mit 180 Kilowatt Leistung, die bei Versagen der Anlage zur Versorgung der Kraftzentrale mit Strom dient, ebenso ein Laufkran mit 60 Tonnen Tragfähigkeit, der für die Montage der Turbinen und der Generatoren diente, vervollständigen die Einrichtung der Kraftzentrale.
In baulicher Verbindung mit dem Krafthaus steht
das modernst eingerichtete Schalthaus,
von dessen Schaltraum aus die ganze Anlage gesteuert werden kann. Eine für den Laien verwirrende und nur für den Techniker verständliche Anordnung von Kabeln, Schaltern und Drähten vermittelt den Kontakt mit dem Krafthaus und mit der an das Schalthaus angeschlossenen Freiluftanlage. Die Schaltgeräte und die Transformatoren sind für den Anschluß an die vier Freileitungsstränge und das Sammelnetz der Tiwag berechnet.
Der Bau des Gerloskraftwerkes erforderte umfangreiche Vorarbeiten. Am übergabebahnhof der Zillertalbahn in Zell am Ziller wurde ein Freiladegeleise mit Ladestraße, Baumagazinen und Kranen errichtet. Ein Feldweg vom Bahnhof wurde zu Transportzwecken nach der Kraftzentrale in Rohr gelegt. Eine eigene Seilbahn und ein Schrägaufzug zum Wasserschloß diente zum Transport der Baumaterialien und der Stahlrohre. In Marteck, zwei Gehstunden oberhalb von Zell am Ziller, wurde ebenfalls eine Seilbahn über die Gerlosschlucht zur Beförderung des Zementes errichtet. Größere Arbeitslager und umfangreiche Aufbereitungsanlagen bei Gmünd und Rohr waren ebenfalls erforderlich.
Gegenwärtig finden schon Probeläufe der einzelnen Turbinen statt Das Gerloskraftwerk ist ein Speicherwerk. Es dient als Spitzenausgleichwerk und ist eine wertvolle Ergänzung der bereits bestehenden Kraftwerke der Tiwag, des Achenseekraftwerkes, der Werke in Finkenberg und in Kirchbichl. Die neue Anlage in Zell am Ziller wird die Stromerzeugung in Tirol um weiter 215 Millionen Kilowattstunden im Jahre bereichern. Lambert Tipotsch.
Die älteste Zeitung Europas
Wir bemerkten in unserer Ausgabe vom 25. September, daß die „Wiener Zeitung“, die im Jahre 1703 zum ersten Male erschien, die älteste Zeitung Europas sei. In Wahrheit ist die im Jahre 1660 zum ersten Male erschienene „Gazette de France“ die älteste Zeitung Europas. Sie wurde von Theophraste Renaudot in Paris herausgegeben.