Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.52
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Seite 2 Nr. 80
Tiroler Tageszeitung
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Aur Kadt und Cand
Aufbebung der Krankenschein und Rezevigebühr
In der Zeit der faschistischen Diktaturen wurde in der Arbeiter= und Angestelltenversicherung eine Gebühr für Krankenscheine und Medikamente auch in Österreich eingeführt. Die Gebühr wurde in der Form eingehoben, daß das Mitglied bei Behebung eines Krankenscheines einen bestimmten Betrag (derzeit 25 Pfg.) zu bezahlen hatte. Außerdem mußte es bei Ausfolgung der Medikamente in der Apotheke eine Rezeptgebühr in gleicher Höhe entrichten.
Dieser Vorgang widerspricht den fundamentalen Grundsätzen der österreichischen Sozialversicherung, wonach Arzt= und Medikamente den Mitgliedern wie auch Familienmitgliedern unentgeltlich zur Verfügung stehen sollen.
Um diesen übelstand zu beseitigen, wird für den Bereich der Allgemeinen Ortskrankenkasse Innsbruck mit Wirkung vom 1. Oktober 1945 die Leistung einer Krankenschein= und Rezeptgebühr aufgehoben.
Der Leiter der
Allgemeinen Ortskrankenkasse Innsbruck: Franz Hüttenberger.
Bewerber bei der Polizei
Zur Auffüllung des Standes an Sicherheitswachbeamten beim Polizeipräsidium Innsbruck können Bewerber ihr Ansuchen einbringen. Dem Ansuchen ist in handschriftlicher Fassung der Lebenslauf des Bewerbers beizuschließen. Die körperliche Eignung wird durch den Polizeiarzt festgestellt. Zur Feststellung der geistigen Fähigkeiten muß der Bewerber eine schriftliche Aufnahmeprüfung und je eine Rechenarbeit aus den vier Grundrechnungsarten ablegen.
Dem Ansuchen sind ferner beizulegen: Geburtsurkunde, Nachweis der österreichischen Staatsbürgerschaft, nach Vorschrift ausgefüllter Fragebogen, ein Lichtbild, aus der letzten Zeit stammend.
Für die Einstellung sind erforderlich: österreichische Staatsbürgerschaft, ein Alter bis zu 30 Jahren, ein in jeder Hinsicht unbescholtenes Vorleben, entsprechende geistige Fähigkeiten und ein gewandtes Benehmen, eine Korpergröße von mindestens 1.68 Meter.
Bei Zutreffen aller dieser Bedingungen erfolgt
die Einstellung in die Sicherheitswache als provisorischer Polizeiwachmann. Die überleitung in das aktive Dienstverhältnis erfolgt nach zwei Jahren Gesuche sind bis 30. September beim Polizeipräsidium Innsbruck, Kommando der Sicherheitswache, Sillgasse 6 bis 8, Zimmer 217, einzubringen.
Brennstoffversorgung
Solbad Hall i. T., 23. September.
Haushalte: Die Erfassung des Brennstoffbedarfes sämtlicher Haushalte von Hall ist nunmehr soweit abgeschlossen. Es gibt jedoch noch einzelne Haushalte, die seinerzeit keine Brennmittelkarte zur Ausfüllung erhalten oder dieselbe noch nicht abgegeben haben. Diese Haushalte werden aufgefordert, sich umgehend im Stadtmagistrat Hall, Brennstoffstelle (ebenerdig), eine Brennmittelkarte zu holen und bis spätestens 29. ds. ausgefüllt wieder abzugeben. Die abgegebenen Karten bilden die Kartei, auf Grund welcher die Zuteilung von Brennholz im Herbst durchgeführt wird.
Betriebe: Für die Betriebe werden neue Brennmittelkarten ausgegeben. Alle Betriebe, die ihren Bedarf nicht durch Selbstschlägerung decken können, werden daher aufgefordert, vom 24. bis 29. September ihren Bedarf an Hand der neuen Betriebs=Brennmittelkarten erneut anzumelden. Die Karten müssen bis spätestens 29. ds. in der Brennstoffstelle abgegeben werden.
Selbstschlägerung: Zur Unterstützung
der Selbstschlägerungsaktion werden alle Besitzer von Pferdefuhrwerken aufgefordert, sich zur Mithilfe den Haushalten und Betrieben (soweit sie nicht selbst über Fahrgelegenheiten verfügen) freiwillig zur Verfügung zu stellen. Eine besondere Vergütung aus Mitteln der Stadt ist vorgesehen. Anmeldung und Auskünfte ab Dienstag, den 25. September, in der Brennstoffstelle im Magistrat (ebenerdig), täglich von 8 bis 12 Uhr.
Zusammenfassend wird noch darauf hingewiesen, daß die Frage der Brennstoffversorgung für die Stadt Hall nach wie vor ein Problem darstellt, dessen Lösung der Stadtverwaltung wohl sehr am Herzen liegt, das aber immer noch nicht als gelöst betrachtet werden kann. Das hängt letzten Endes hauptsächlich von der Arbeits= und Stellfreudigkeit unserer Holzarbeiter und Bauern ab. Der sicherste Weg bleibt nach wie vor: Selbsthilfe durch Selbstschlägerung!
Wirtschaftsamt Hall, Brennstoffstelle.
ein als Luftschutzkeller geeigneter Raum befinde, und der hiemit beauftragte Ingenieur ließ neben dem Turm aufgraben, wobei ihm Ministranten hilfreich beistanden, die dann auch prompt verhaftet, aber nach Feststellung des Tatbestandes selbstverständlich in Freiheit gesetzt wurden. So schaute das Attentat auf das „Landhaus“ in Wirklichkeit aus!
Nun ist der grause Spuk vorüber. sind bereits am Werke, um die Serviten bei Wiederherstellung der von Bomben beschädigten Kirche zu unterstützen, und so hoffen wir, daß es bald gelingen möge, die immer sehr gut besuchten Gottesdienste wieder aufnehmen und in späterer Zeit das durch die Bomben zertrümmerte Kloster neu aufzubauen, damit der Orden seine segensreiche Tätigkeit zum Wohle der Bevölkerung wieder im alten Umfange aufnehmen kann. Dr. J. G.
Eröffnung französischer Militärgerichte
Die feierliche Eröffnung der Militärgerichte (Tribunaux Sommaire et Intermediaire) findet am 25. September um 3 Uhr nachmittags im großen Sitzungssaal des Landhauses statt. Das Publikum hat, soweit Platz zur Verfügung steht,
Staats=Lehrer= und =Lehrerinnenakademie in Innsbruck und angeschlossene übungsschule
Das Schuljahr 1945/46 beginnt Dienstag, den 2. Oktober. An diesem Tage versammeln sich die Zöglinge der Anstalt und die Schüler und Schülerinnen der übungsschule um 8 Uhr im derzeitigen Anstaltsgebäude Müllerstraße 38. Die nachträglichen Aufnahms= und Wiederholungsprüfungen beginnen Freitag, den 28. Sept., um 10 Uhr im Anstaltsgebäude Spätere Prüfungen können nicht mehr angesetzt werden.
An der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Rotholz wird mit 5. November 1945 der Unterricht aufgenommen. Dauer der Kurse bis 31. März 1946. Kurskosten: 250 Mark vorbehaltlich einer Währungsänderung, wovon die Hälfte bei Kursbeginn, der Rest am 1. Jänner 1946 an der Anstaltskasse zu erlegen ist. Schluß der Anmeldung 15. Oktober.
Dienstjubiläum
Der Schlosser Wilhelm Beck, der Fahrer Johann Gatt, der Fahrer Wilhelm Kogler, der Partieführer der Tischler Josef Weiß und der Fahrdienstleiter der Stubaitalbahn Lorenz Singer feierten am 21. September das 25jährige Dienstjubiläum.
Aus diesem Anlasse veranstalteten die Innsbrucker Verkehrsbetriebe eine schlichte Feier in der Restauration der Hungerburgbahn. Regierungskommissär Wilberger beglückwünschte die Jubilare im Namen des Betriebes. Bürgermeister Uffenheimer überbrachte die Glückwünsche der Stadt Innsbruck. Ing. Wilfried Egger die Glückwünsche der Stadtwerke. Namens der Bediensteten sprach der Geschäftsführer der Personalvertretung Lamprecht.
Fleischberechtigungsscheine
Sämtliche Fleischberechtigungsscheine verlieren mit Ende der 5. Zuteilungsperiode (am 14. Oktober 1945) ihre Gültigkeit.
Einbruchsdiebstahl in Landeck
Landeck, 22. September. In der Nacht vom 17. auf 18. September wurde mittels Nachschlüssel in die Werkstätte der Firma Karl Schnitzer eingebrochen. Die Diebe stahlen verschiedene Kleidungsstücke. Darunter befindet sich auch Eigentum der Besatzungstruppe. Zum Glück waren die Stoffe und über 100 Pakete der Kunden einige Stunden vor dem Diebstahl aus den vom Einbruch betroffenen Räumen fortgebracht worden.
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Die große Volkswallfahrt nach Absam. Am
Sonntag, 30. Sept., ist nach vielen Jahren wieder die erste Volkswallfahrt nach Absam, zu der alle eingeladen werden. Die Teilnehmer versammeln sich in der Pfarrkirche in Hall, von wo um halb 3 Uhr nachmittags der Auszug beginnt.
Katholischer Gesellenverein. Mit Samstag, den 15. Sept. hat auch der katholische Gesellenverein, eines der ältesten Glieder der großen Kolpingsfamilie in österreich, seine Tätigkeit wieder aufgenommen. — Unter Leitung des Herren Karl Zobel wurde ein provisorischer Arbeitsausschuß eingesetzt, welcher an allen Werktagen von 18 bis 20 Uhr im Vereinshaus, Stöcklgebäude, 2. Stock. weitere Auskünfte gibt.
AUs DERBERCWEL)
Bergrettungsdienst des Alpenvereins
Der erste Schulungsabend der Ortsstelle Inns
bruck findet am Dienstag, den 25. September, um 19.30 Uhr im Schulungsraum der städtischen Feuerwache neues Rathaus, Eingang Fallmerayerstraße, ebenerdig, rechts, statt. Erscheinen aller Bergrettungsmänner des Alpenvereins ist dringende Pflicht.
RADIO INNSBRUCK
Heute um 18.15 Uhr Beginn einer neuen Sendereihe „Tiroler Literatur.“ Erster Vortrag von Dr Wilhelm Tepser. — 19.30 Uhr übertragung des zweiten Aufzuges der Oper „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart aus dem Tiroler Landestheater. (Pamina: Esther Rethy von der Staatsoper Wien als Gast.)
Montag, 24 September 1n
WOHIN HEUTE
Montag, 24. September
Theater:
Landestheater 18 Uhr: „Die Zauberflöten s, mina: Esther Rethy von der Wiener Staat oper.)
Konzert:
Musikvereinssaal, 19 Uhr: Klavierabend Solty mit Werken von Liszt.
Filme:
Laurin: „Schüsse in Kabine 7.“ Kammerlichtspiele: „Ich vertraue dir mein Frau an.“
Zentralkino; „Via Mala.“
Triumphkino: „Die Schwarze Robe.“ Löwenkino: „Rigoletto.“
Fulpmes: „Herz muß schweigen“.
Kufstein (Hirschen): „Feuerzangenbowle“. Mayrhofen: „Feuerzangenbowle“.
THEATER UND
Zum Liszt=Abend Hans Solty am 24. Septemi
Wie schon angekündigt, wird Hans Soltok uns noch aus seinem letzten Klavierabend in 5 innerung ist. am Montag abends im Musiär einssaal Liszt spielen Liszt dessen Rhapfod# und Virtnosenstücke bedeutend mehr beiesind als seine großen Klavierwerke, schuf Z# dichtungen von überragender Großartigkeit ui Pracht, die allerdings vom Vortragenden nä nur eine sehr große Beherrschung des Techniscn sondern auch große Darstellungskunst verlang## So ist die H=moll=Sonate, die Hans Solty wird, wohl überhaupt die bedeutendste Schöpfe für Klavier nach Beethovens letzten Sonaten ### Programm bringt außer der Fuge über den ## men Bach noch einige Stücke aus den Wanjahren und zum Abschluß den Mephisto=Walze Da Solty als Lisztspieler ein Ruf vorausg##
dürfen wir uns auf den Abend freuen.
S PORTUND SPIE
Ein großes Tennissportereignis in Innsbnä
Nach den erfolgreichen Tennisturnieren in # bühel und Mayrhofen hat nun auch der Inbrucker Eislaufverein über Veranlassung französischen Militärregierung für den komms den Dienstag um 14.30 Uhr ein vielversprecs des Tennistreffen auf dem Tennisplatz im # gen angesetzt. Die französische Vertretung # ihre Routine auf eigenen Sportplätzen und Tirol bereits bestens bewiesen hat, trifft in Iubruck auf eine Mannschaft, bei der Dr Egen zweifellos als Spitzenspieler anzusprechen i Allerdings ist er noch nicht recht im Schomz aber seine große Turniererfahrung macht ihn einem nicht leicht zu nehmenden Partner. Aufe dem ist Dr Benedek zu erwähnen, der sch Mayrhofen mit Föger ganz hervorragend gesh gen hat. So dürfte ein spannender Kampf sone# im Einzel wie im
Doppel zu erwarten sein
An der Spitze der franz. Mannschaftssteht? Destremeau. Ich weiß nicht, ob Destrems während des Krieges viel Zeit und Gelegente hatte, Tennis zu spielen, aber es dürfte see falls seinem österreichischen Gegner, sei es m Dr. Egert oder Dr. Benedek, sehr schwer folln einen Sieg zu erringen. Destremeau war nicht m französischer Landesmeister, sondern in seine besten Jahren gehörte er auch immer zurem päischen Extraklasse. Die französische Mannsche (Salvet, Dubue, Carot, Lesueutn Mottez) ist dieselbe Mannschaft, die kürle in Paris eine amerikanische Armeemannschaft# siegen konnte. Österreich wird ihnen voraussch## lich Dr. Benedek, Dr. Egert, Fögn Lochs, Dr. Scheel und v. Todeschinsen genstellen. Wir werden also nicht nur spannen Kämpfe zu sehen
bekommen, sondern wir see ihnen auch mit Spannung entgegen.
Eine besondere Note erhält die sportliche L# anstaltung durch die Anwesenheit des Höchstko mandierenden in der französischen Besatzuns zone, General Bethouart. Auf dem Templätz im Saggen wird eine eigene Zuschauer büne errichtet werden, so daß den Sportfreun# Gelegenheit gegeben ist, das Turnier in jederssicht ausgezeichnet zu verfolgen. Besonderer gebührt der französischen Militärregierung sich um die Instandsetzung des Platzes sehr bemhat. Sie sorgte für Material und Arbeitskräft
Aus SSTERREIC
Paula Wessely wird nach ihrer Rückke nach Wien, die für die nächsten Tage erwarn wird, die Probearbeit am Theater an der stadt aufnehmen.
Vom 17 bis 19 Oktober findet als Fortsetzun der Wiener Messe eine Exportmusterschal statt, zu der sich bisher über 400 Firmen gemele haben.
Der Verband demokratischer Schrift steller und Journalisten Österreichder als Standesvertretung des Schrifttums neuen Österreich gedacht ist, wählte Chefredakten Rollet zu seinem Vorsitzenden.
Am 1. Juli d. J. hat nach siebenjähriger Paus die Theaterabteilung der Wiener Nationalbiblie thek wieder ihre Tore geöffnet. Am 19. Sen tember wurde eine theatergeschichtliche Ausstellun zusammengestellt.
Die Firma Rehberg, eine bekannte Schuhfabrik hofft, in Kürze eine Tagesherstellungvo600 Paar Schuhen erreichen zu können Die Staatsdruckerei in Wien die der Zerstö rung entgangen ist arbeitet auf hohen Touren Ihre Hauptaufgabe ist derzeit die Hersteln lung von Briefmarken und Banknoten Innerhalb einer Woche werden 60 Mi lionen Stück Briefmarken hergestellt Diese An beitsüberhäufung bringt natürlich manche drucke mit sich. Diese Fehldrucke sind ein beson deres Lieblingsobjekt für die Markensammler.
Aus der Werkstatt der Verleumdungen
Mit bitterem Schmerze mußten wir es mitansehen, wie am 3. November 1938 die Inwohner des Servitenklosters, einer nach dem anderen mit einem Handköfferchen, das Kloster verließen und sich nach allen Richtungen der Windrose zerstreuten. Die Aufklärung über die Gründe dieser Erscheinung erhielt man tagsdarauf durch die in den „Innsbr. Nachr.“ in großer Aufmachung an der Spitze des Blattes enthaltene amtliche Verlautbarung, daß es der Polizei gelungen sei, im Kloster einen schauerlichen Herd der Unsittlichkeit auszuheben, eine Anzahl Patres sei verhaftet worden, auch angesehene Bürgerkreise seien in die Affäre verwickelt, die immer weitere Kreise ziehe.
Diese wie gesagt amtliche Mitteilung wurde in der gesamten deutschen Presse verbreitet, ohne daß die Angegriffenen auch nur die geringste Möglichkeit hatten, sich gegen diesen Rufmord zu wehren. Ja, einzelne Blätter erweiterten diese Schilderung noch aus eigenem. So schrieb das „Salzburger Volksblatt“, den großen Umfang des Skandals könne man daraus ersehen, das am hellen Tage ganze Scharen von Frauen und Mädchen durch die Klosterpforte hineinzugehen sich nicht scheuten. (Bekanntlich führt der allerdings, besonders an Festtagen, sehr stark frequentierte Weg durch die Klosterpforte zum hinteren Kircheneingang und ist durch die Klausur gegen jedes Eindringen weiblicher Wesen abgeschlossen.)
Was ist nun Wahres an der amtlichen Erklärung?
In die damals am laufenden Bande geführten Sittlichkeitsprozesse, es sollen über 200 gewesen sein, war kein einziger Pater, keiner von den Klerikern verwickelt. Gegen keinen einzigen wurde auch nur eine Untersuchung geführt, daher auch kein einziger verhaftet! Ein Laienbruder war der damals auch in den besten Kreisen Innsbrucks grassierenden Seuche zum Opfer gefallen und hatte sich dann mit einem Laiennovizen vergangen.
Am 18. Jänner 1939 sprach der Provinzial beim Gauleiter Hofer vor, legte ihm den Sachverhalt vor und bat mit Rücksicht auf die Schuldlosigkeit der Serviten um Aufhebung der gegen den Konvent erlassenen Verfügungen. Der Gauleiter erklärte, der Provinzial komme gerade zur rechten Zeit, er sei im Begriffe nach Berlin zur Reichstagssitzung zu fahren und werde sich dort an zuständiger Stelle für die Serviten verwenden Wie diese „Verwendung“ ausschaute, erfuhr man im November 1939, als
die Gestapo das Vermögen des Konventes beschlagnahmte mit der Begründung, der Minister des Innern habe mit Erlaß vom 20. Jänner 1939 (man beachte das Datum!) entschieden, daß die Vorgänge im Servitenkloster Innsbruck die Staatsgefährlichkeit erwiesen hätten!!
Obwohl auch später niemals gegen einen Pater oder Kleriker ein Strafverfahren eingeleitet wurde, erfolgte keine Richtigstellung der in der amtlichen Veröffentlichung enthaltenen maßlosen Verleumdung. Es gab aber doch Männer, die sich die Verteidigung der Serviten angelegen sein ließen. Der damalige, nun verstorbene Dekan Blaas von Fügen gab durch Anschlag an seiner Pfarrkirche öffentlich bekannt, die Serviten seien unschuldig. Er wurde verhaftet, wegen dieses Anschlages und wegen Außerungen in einer Predigt des Vergehens der Aufwiegelung angeklagt, vom Gerichtshof aber in allen Punkten freigesprochen. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende, ein Nichtkatholik, aus, die Behauptung des Herrn Dekans über die Serviten entspreche im wesentlichen
den Tatsachen, es sei gerichtsbekannt, daß im November 1938 gegen Angehörige des Servitenordens im Innsbrucker Kloster polizeiliche Erhebungen eingeleitet wurden, weil außer dem Verdacht staatsfeindlicher Umtriebe auch ein solcher wegen Sittlichkeitsverbrechen bestand, es sei aber gegen keinen von ihnen ein Strafverfahren eingeleitet worden, sondern nur gegen einzelne Laienbrüder.
Wie bei den alten Griechen zur Tragödie das Satirspiel gehörte, so fehlte auch hier nicht ein heiteres Nachspiel. Nach Schließung des Klosters wurde in der Kirche durch drei Patres, später durch den Pfarrklerus von St. Jakob Gottesdienst gehalten, bis auch die Kirche, die doch mit den Serviten nichts mehr zu tun hatte, gesperrt wurde. Eine Deputation des Weltklerus begab sich zum Gauleiter mit der Bitte, er möge im Interesse des Volkes die Kirche wieder eröffnen lassen. Der Gauleiter erwiderte, er könne dies nicht tun, weil der Versuch gemacht worden sei, den Turm so zu untergraben, daß er auf das Landhaus stürzen müsse! Auf das ungläubige Staunen der Besucher und die Bemerkung, daß dies schon technisch unmöglich sei, erklärte Hofer: „Ja, wenn die Herren
mir nicht glauben wollen . ..“ Damit hatte die Audienz ihr Ende gefunden. Wie kam nun Hofer zu einer solchen Behauptung? Die Luftschutzbehörde ließ untersuchen, ob sich unter der Kirche
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