Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.51
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Montag, 2h. September 7345
Die „Kollaborationisten“. Die Vereinigten Staaten und der Friedensvertrag mit Italien
In beinahe allen Ländern Europas, welche die Deutschen besetzten, gab es Persönlichkeiten und Gruppen, die mit ihnen zusammenabeiteten. Das bedeutete für die deutsche verwaltung wie für die deutsche Propaganda einen sehr wesentlichen Vorteil. Bei allem unbestrittenen Organisationstalent vürde es der deutschen Besatzungsmacht chne die verläßliche Mithilfe Einheimischer licht leicht möglich gewesen sein, ihre Verpaltungsmaschine in gutem Gang zu halten. de deutsche Propaganda aber erklärte dem lusland: „Was wollt ihr denn, wo die An
gesungekraft der nationalsozialistischen schauung und de deutschen Ordnung sogroß ist, daß ihr aus allen Ländern begeiserte Anhänger und Förderer erwachsen?“ dem Inland aber konnte man mit den beuhmten Brusttönen versichern: „Der Endseg ist unser, denn die maßgebenden Leute ganz Europas halten zu uns“. Der Kollaboationismus unterstützte die Kriegführung nicht nur durch die aktive Mithilfe zur Rekutierung der Zwangsarbeiter, sondern noch nehr durch die Vortäuschung eines falschen bildes über die wahre Lage der Dinge. Er hielt Widerstandskräfte zurück, die sich ohne die Verwirrung, die er anrichtete, geäußert hätten. Er trübte die Beziehungen zwischen den Ländern, die er an die Deutschen verriet und den ehrlichen Freunden, die sie befteien wollten. Es
ist daher nur logisch, wenn der erste Akt der inneren Politik in den besteiten Ländern die Abrechnung mit den Kolaborationisten ist.
Nenn wir vor uns die am meisten genannten Persönlichkeiten vorüberziehen lassen, die sich zum Schaden ihres eigenen Vaterlanes mit den Deutschen verbündeten, so be
#eren uns Männer wie Petain und Laval,
fur sich als Entlastung anführen, daß haubten, durch die Zusammenarbeit größeis Unheil verhindern zu können, aber noch nehr, Männer wie Quisling, Mussert und keon Degrelle, die, sei es aus Ehrgeiz oder beldgier, bewußten Vaterlandsverrat übten. in dem gegenwärtig schwebenden Prozeß konnte der Nachweis erbracht werden, daß Luisling bereits im Winter 1939 mit dem dutschen Generalstab über die Besetzung korwegens Verabredungen getroffen hatte. Aussert war der Führer einer faschistischen Gruppe in den Niederlanden, deren Bedeuuungslosigkeit ihm in normalen Zeiten nicht den geringsten Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten gestattet hätte. Leon Degrelle hatte zu Beginn der Dreißigerjahre in Lelgien als ein junger Mann mit einer
vielversprechenden Zukunft gegolten. Er gründete die Vereinigung der Rexisten, eine Bevegung, die sich sehr beträchtlich den faschistischen Gedankengängen näherte. Die Rexisten schienen im Begriffe zu stehen, eine Nacht zu werden. Da zerplatzte plötzlich ihr Glück wie eine Seifenblase. Es gab Skandale, welche dem bisher vielfach als idealistischen Schwärmer betrachteten Führer des Ambus der Uneigennützigkeit entkleideten. lls die Deutschen Belgien besetzt hatten, lug sich Leon Degrelle nicht nur auf ihre kite. Er verschrieb sich sogar der SS, in iren Reihen er den Feldzug im Osten mitnachte. Die Belohnung blieb nicht aus. Leon Legrelle wurde Gruppenführer und Träger des Ritterkreuzes. Heute sitzt er irgendwo in Spanien und hofft, wie es scheint, darauf, daß ihn
die spanische Regierung nicht an sein Vaterland ausliefert.
Diese Charakterzeichnung der Führer der kollaborationisten würde die Frage nicht beantworten, weshalb so zweifelhafte Persönlichkeiten eine zahlenmäßig nicht ganz mbedeutende Anhängerschaft fanden. Die neisten, die ihnen folgten, ließen sich wohl von der kurzsichtigen Erwägung nach der Bahrnehmung ihres persönlichen Vorteiles leiten. Der Oeffentlichkeit gegenüber mußte man das frevelhafte Verhalten gegenüber dem eigenen Vaterlande doch mit Begründungen rechtfertigen, die den Eindruck von politischen Ueberzeugungen hervorrufen konnten. Betrachten wir diese, so können wir drei Hauptmotive unterscheiden. In den Ländern mit germanischer Bevölkerung. bei den Flamen. in Holland, in Dänemark und Norwegen, arbeitete man mit der Vorstellung von der
germanischen Schicksalsgemeinschaft, deren Sachwalter Deutschland sei.
New York, 23. September. Der Korrespondent der „New York Times“ berichtet über die Richtlinien der Vereinigten Staaten für den Friedensvertrag mit Italien. Es heißt darin u. a., daß ein beträchtlicher Teil des Hafens von Triest als Freihafen erklärt werden soll. Die schweizerisch=italienische Grenze soll unverändert bleiben. Auch die französisch=italienische und die österreichisch=italienische Grenze sollen unverändert bleiben, falls nicht die Franzosen und die Österreicher Ansprüche hinsichtlich von Berichtigungen stellen sollten. Es sollen, so sagt der Vorschlag, keine allgemeinen Reparationsforderungen an Italien gestellt werden.
Autonomie für Val d"Aosta
Rom, 23. September. Die italienische Regierung hat der Bevölkerung des Val d"Aosta das Recht der Selbstverwaltung eingeräumt. Die Verwaltung wird in Hinkunft durch einen aus 25 gewählten Mitgliedern bestehenden Rat geführt. Neben dem Italienischen wird auch das Französische als Amtssprache zugelassen.
Die Konferenz der Außenminister
London, 23. September. Ein Kommuniqué meldet, daß bei der gestrigen Tagung der Außenminister Tagesordnungsfragen besprochen wurden. Die nächste Sitzung findet am Montag mittags statt. Die Verhandlungsgegenstände bilden der Friedensvertrag mit Rumänien und Bulgarien.
Gebietsansprüche des Negus
Addis Abeba, 23. September. In einem Interview forderte der Negus Haile Selassie Erythrea und das italienische Somaliland für Abessinien.
Schwierige Balkanfragen
London, 23. September. Die Balkanfragen werfen schwierige Problem im Rate der Außenminister auf. Eine gewisse Spannung ist eingetreten, vor allem in bezug auf Bulgarien, Ungarn und Rumänien.
Sitzungstermine des Alliierten Rates in Österreich
Wien, 22. September. Die nächste Sitzung des Alliierten Rates für Österreich wird am 1. Oktober stattfinden. Weitere Sitzungen sind für den 10., 20. und 30. jeden Monats vorgesehen.
Jugoslawischer Wunsch nach Grenzberichtigung in Kärnten
London, 22. September. Der stellvertretende Ministerpräsident Kardelj, der die jugoslawische Delegation in London führt, erklärt in einem Interview: Was die jugoslawischen Ansprüche auf Berichtigung der Grenze mit Österreich betrifft, so beziehen sich diese bloß auf einen von Slowenen bewohnten Streifen, der längs der gegenwärtigen jugoslawischen Grenze verläuft und kein größeres Gebiet umfaßt. Dieses Gebiet schließt auch nicht die Stadt Villach ein. Es handle sich dabei überhaupt mehr um eine Grenzregulierung als um eine Gebietsforderung.
Englands wirtschaftliche Pläne
London, 23. September. Sir Stafford Cripps erklärte in einer Rundfunkansprache, die er anläßlich des Stapellaufes von Englands neuestem Flug eugträger hielt: Die Arbeiterpartei werde alles tun, um England zur größten industriellen Nation der Welt zu machen. Die Regierung werde sich auch bemühen, eine wirtschaftliche Depression, wie sie in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen da war, zu vermeiden.
Der britische Botschafter in Washington Lord Halifax erklärte in einer Rundfunkrede, Englands Wirtschaftslage sei ernst aber nicht verzweifelt. Entweder erhalte England Anleihen für die Umstellung auf die normale Friedenswirtschaft oder es müsse eine strenge
Zwangswirtschaft und eine strenge Kontrolle des Außenhandels einführen, um das britische Weltreich so unabhängig wie möglich zu machen. Der Krieg ist gewonnen, aber er hat England den größten Teil seiner ausländischen Guthaben und seines Außenhandels gedrosselt. 7
Ungarisch=russisches Wirtschaftsabkommen
London, 23. September. Reuter berichtet aus Budapest, daß zwischen Ungarn und Rußland ein Abkommen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit für die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen wurde, durch das Rußland sich 50 Prozent und die überwachung der ungarischen Wirtschaft sichert.
Neuestes vom Tage
Vereinigte Staaten
Feldmarschall Alexander wurde vom in Abschiedsaudienz empfangen und mit einer päpstlichen Auszeichnung geehrt. — Der Generalsekretär des jüdischen Weltkongresses in New York erschien bei Papst Pius XII. in Audienz, um ihm den aufrichtigen Dank für die Bemühungen der Kirche zu Gunsten der Juden in Europa und in der Welt auszusprechen.
England
Die Regierung Großbritanniens erläßt ein Ausfuhrverbot für Uran und für alle anderen radioaktiven Materialien, die für die Herstellung der Atombombe notwendig sind.
Der Herzog und die Herzogin von Windsor sind nach England zurückgekehrt.
Deutschland
Die Kriegsverbrecher=Prozesse in Nürnberg sollen Ende Oktober beginnen.
Schweiz
Der Außenminister der Schweiz klärte, die Außenpolitik seines Landes werde in Kürze im Brennpunkt des politischen Interesses stehen. Wie Reuter erfährt, will die Schweiz ihre Neutralitätsfrage im Kriege und ihre eventuelle Zugehörigkeit zu den Vereinten Nationen für die die Zukunft regeln.
Italien
Radio Mailand erklärt, daß die Zurücksendung zahlreicher italienischer Arbeiter durch die Alliierten in den großen Zentren Italiens, besonders jedoch in Neapel Unruhen hervorrufe.
Rundfunkansprache General de Gaulles aris, 23. September. In einer Rundfunkansprache forderte General de Gaulle die Internationalisierung des Ruh gebietes und die dauernde Besetzung Deutschlands entlang der [Rheinlinie durch die Franzosen. General de Gaulle erklärte weiters, daß Indochina eine unabhängige Stellung erhalten werde, ebenso daß alle überseeischen Besitzungen Frankreichs in der zukünftigen französischen Nationalversammlung vertreten sein werden.
Feldmarschall Montgomery in Prag
rag, 23. September. Feldmarschall Montgomery ist zu einem Besuch in Prag eingetroffen. Er hat mit führenden tschechischen Persönlichkeiten die russischen Vorschläge über die Aussiedelung der Deutschen aus len und der Tschechoslowakei besprochen.
Wie viele Nazibeamte wurden aus dem öffentlichen Dienst Tirols entlaffen?
Aus einer Statistik der Landeshauptmannschaft von Tirol erfahren wir genaue Zahlen über die Personalveränderung seit dem 3. Mai bis zum 1. September bei folgenden Dienststellen: Landeshauptmannschaft, Bundesbahndirektion, Post= und Telegraphendirektion, Polizeidirektion Innsbruck, Stadtmagistrat Innsbruck, bundesunmittelbare Behörden und Tiroler Wasserkraftwerke. Diese Zahlen sind ein klarer Beweis dafür, daß der öffentliche Dienst des Landes Tirol mit aller Konsequenz gereinigt und gesäubert wurde. Alle die Gerüchte von Nichtwissenden und Besserwissern, die immer wieder behaupten, es geschähe nichts gegen die Nazibeamten, müssen vor den sachlich=nüchternen Zahlen verstummen. In unserem Lande wurde in engster Zusammenarbeit mit den
französischen Besatzungsbehörden, die als Kenner der Nationalsozialisten und der Nazitarnungsmethoden über jahrelange Erfahrung verfügen, scharf und energisch, aber gerecht durchgegriffen
Seit dem 3. Mai wurden aus dem bereits genannten Dienststellen im ganzen 6413 Be
ineu aufgenommen worden. Daraus geht zunächst klar hervor, daß der durch die Naziherrschaft aufgeblähte Behördenapparat auf ein entsprechendes Maß verkleinert wurde.
Am meisten interessiert die Öffentlichkeit folgende Tatsache über die Entlassungen aus politischen Gründen: Es sind bisher 1895 Beamte und Angestellte aus dem öffentlichen Dienst der genannten Behörden aus politischen Gründen entlassen worden. Darunter sind 1250 Reichsdeutsche. Also zwei Drittel. Deutlicher läßt sich kaum beweisen, mit welcher Rücksichtslosigkeit das Nazisystem unsere Tiroler öffentlichen Behörden mit landfremden Elementen durchsetzt hat. Erst seitdem diese 1895 Nazibeamten aus dem eigenen Lande und aus dem Dritten Reich ihre Kanzleien verlassen haben, ist dafür gesorgt, daß wieder österreichischer Geist in diesen Amtern herrscht.
Von den 2584 eingestellten Beamten ist der überwiegende Teil im sogenannten Wieder[gutmachungsverfahren eingestellt woramte und Angestellte entlassen. An den, d. h es handelt sich dabei um Beamte und ihrer Stelle sind 2584 Beamte und Angestellte Angestellte, die wegen ihrer aufrechten österrei
war durch die lierarische Propaganda, die von Deutschland aus während der letzten drei Jahrzehnte betrieben worden war, gewissermaßen der Boden bereitet. In Belgien und Frankreich wendete man sich an die Stimmungen der Unzufriedenheit mit einigen bisherigen Politikern. Man verkündete die Ueberlegenheit der straffen faschistischen Staatsführung gegenüber den Schwächen des Parlamentarismus. Die außenpolitischen
Angelpunkte des Kollaborationismus bildeten die Ausmalung der bolschewistischen Gefahr und die Fata morgana des gegen England und Rußland gerichteten europäischen Blockes.
Die Liquidierung des Kollaborationismuist durch die Ereignisse erfolgt. Die Strafgerichte sind dabei, die notwendigen Auf räumungsarbeiten zu leisten.
Dr. Anton Klotz.
chischen Haltung im Laufe der Naziherrschaft auf die Straße gesetzt worden sind.
Wie verteilen sich nun die genannten Zahlen auf die einzelnen Behörden? Der größte Personalabbau war bei der Polizeidirektion Innsbruck erforderlich. Dies überrascht keineswegs, da der Nazistaat in erster Linie Polizeistaat war. Bei der Polizeidirektion Innsbruck sind 1877 Personen entlassen worden.
Den stärksten Zuwachs verzeichnet die Bundesbahndirektion. Sie hat 569 Neueinstellungen vorgenommen.
Allein bei der Landeshauptmannschaft von Tirol sind 515 Beamte aus politischen Gründen entlassen worden. Bei den ehemals bundesunmittelbaren Behörden wurden nach der Besetzung Österreichs durch die Nazi 389 reichsdeutsche [Beamte eingesetzt Diese sind verschwunden. Interessant ist auch die Feststellung, daß bei der Bundesbahn nach der Befreiung des Landes vom Hitlerregime 1226 Beamte und Angestellte im Wiedergutmachungsverfahren an ihre alte Dienststelle zurückkehrten.
Seit dem 3. Mai sind bis zum 5. September 2374 Verhaftungen von Beamten aus politischen Gründen vorgenommen worden. 1545 Personen wurden zur Zwangsarbeit herangezogen. 115 Betriebsführer wurden abgesetzt und an ihrerstatt kommissarische Leiter bestellt. (LHK.)
Lebensmitteipakete aus Schweden für österreich
Stockholm, 22. September. Eine erste Sendung von 600 Paketen mit Lebensmitteln, Seife und Streichhölzern wird von der Österreichischen Gesellschaft in Schweden nach Österreich verfrachtei. Die Sendung enthält auch zwei Kisten mit dringend benötigten Medikamenten.