Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.48
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Seite 4 Nr. 79
Tiroler Tageszeitung
Entlaufen großer Wolfshund, schwarz und grau, 18 Monate alt, Halskette ohne Aufschrift, hört auf
den Namen „Prinz“. — Abzugeben gegen gute Belohnung: Landhaus, Zimmer 848.
Verkehrsunfäll.
Am 19. Sept. vormittags um halb 12 Uhr fuhr ein Personenauto auf der Haller Straße nächst dem Rumerhof an einen Baum an. Drei Personen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht.
In Telfs sprang in der Pappelallee ein fünfjähriges Mädchen knapp vor einem Auto über die Straße; es wurde vom Wagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Das Kind wurde in bewußtlosem Zustande mit sehr schweren Verletzungen vom Autoführer nach Innsbruck ins Krankenhaus gebracht.
Ein Schüler vom elekteischen Strom
getätet
Mehrere Schulkinder spielten bei den Waggons, die auf dem Ausweichegeleise durch die Amraser Felder abgestellt sind. Der 12jährige Schüler Franz Fillafer kletterte auf einer auf einem Ölwagen angebrachten Eisenleiter empor und kam dabei mit der elektrischen Oberleitung in Berührung. Er wurde mit schweren Brandwunden in die Klinik überführt, wo er seinen Verletzungen erlegen ist.
Blafonds begräbt
eine Frau
In Solbad Hall stürzte am 20. Sept. nach 8 Uhr nachmittags in dem baufälligen Hause Schmiedgasse 22 in einer Wohnung im Parterre die Bodendecke ein und begrub die 53jährige Händlersgattin Johanna Grosch, deren Leiche geborgen wurde. Die Baufälligkeit des Hauses besteht seit dem schweren Bombenangriff auf Hall.
Touristenunfälle
Der Medizinstudent Lothar Haber, wohnhaft in Innsbruck=Hungerburg, hat am 17. September eine Bergtour auf die Nordkette unternommen und ist seither nicht mehr zurückgekehrt.
In der Nähe des Karwendelhauses ist der 22jährige Student Helmut Heuberger aus Innsbruck bei einer Kletterübung über eine Felswand sieben Meter tief abgestürzt und hat sich erhebliche innere Verletzungen und einen Bruch des rechten Oberarmes zugezogen. Er wurde in das Innsbrucker Krankenhaus gebracht.
Touristenleiche geborgen Am 19. Sept. nachmittags wurde im Gebiet von Thaur unterhalb der Kaisersäule eine stark verweste männliche Leiche aufgefunden und durch die Bergungsmannschaft des Alpenvereins Hall zu Tal gebracht. Der Tote ist der seit 4. Juni 1945 aus Hall abgängige Oberhüttenmeister der Saline Anton Imholz. Der 61jährige Mann ist bei einer Bergtour tödlich verunglückt.
Der Wiederaufbau Wiens Wien, 14. Sept. Nach amerikanischen
Mitteilungen erfordert die Wiederherstellung der 20.993 beschädigten öffentlichen Bauten und Wohnhäuser von Wien einen Kostenaufwand von 500 Millionen Dollar und eine Bauperiode von 7 bis 10 Jahren. Zum Decken der Dächer werden allein 75 bis 80 Millionen Dachziegel erforderlich sein. Die benötigte Glasmenge wird auf 75 bis 85 Millionen Quadratmeter geschätzt. Weiters werden benötigt: 300 Millionen Ziegel, 300.000 Kubikmeter Holz, 12.000 Tonnen Baustahl, 200.000 Tonnen Zement, 18.000 Kubikmeter Kalk und 9000 Tonnen Gips.
Außerordentliche Generalversammlung der Verlagsanstalt Tyrolia
Als mit Beschluß der provisorischen Landesregierung vom 14. Mai 1945 bestätigter Kommissär der Gesellschaft berufe ich für Mittwoch, 10. Oktober, 14.30 Uhr, nach Innsbruck, Andreas=HoferStraße 4, 2. Stock, eine außerordentliche Generalversammlung der Verlagsanstalt Tyrolia A. G. in Liquidation ein. — Stimmberechtigt in der Generalversammlung sind gemäß § 23 der Satzungen jene Aktionäre, die spätestens bis zum Donnerstag, 4. Oktober, die das Stimmrecht begründenden Aktien samt den nicht fälligen Kupons in natura an der Kasse der Gesellschaft in Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4, 2. Stock, hinterlegt haben. Der Depotschein gilt als Legitimation für die Teilnahme an der Generalversammlung.
Die außerordentliche Generalversammlung hat über folgende Tagesordnung zu beschließen:
1. Bericht über die Situation der Gesellschaft.
2. Beschlußfassung über den Widerruf des seinerzeitigen Liquidationsentschlusses, bzw. Beendigung des Liquidationszustandes und Wiederherstellung der vollen Handlungsfähigkeit der Gesellschaft gemäß den Satzungen.
3. Stellungnahme der Generalversammlung zu den Fragen der Wiedergutmachung und Beauftragung des Vorstandes, diesbezüglich die weiteren Schritte zu unternehmen.
Der behördlich bestellte Kommissär: Albert Schiemer
Das Wohnungsamt der Stadt Innsbruck bleibt wegen übersiedlung nach Burggraben 3 vom Dienstag, den 25., bis Donnerstag, den 27. September, geschlossen.
Arztlicher Sonntagsdienst für Sonntag, den 23. September (von Samstag 12 Uhr mittags bis Montag 8 Uhr früh) Dr. Herbert Flora, Anichstraße 17, Ruf 3141; Dr. Lorenz Feuerstein, Kaiser=Franz=Josef=Straße 8, Ruf 5455.
Apothekensonntagsdienst und Nachtdienst der kommenden Woche: Apotheke zum „Tiroler Adler“ Museumstraße 18; Stadtapotheke, HerzogFriedrich=Straße 25.
Sämtliche Geflügelhalter im Gebiete des Ernährungsamtes der Stadt Innsbruck haben ihre Ablieferungsvorschreibung bis spätestens 25. September der Verrechnungsstelle beim Ernährungsamt der Stadt Innsbruck, Mariahilfer Schule, 2. Stock, Zimmer Nr. 11, abzugeben.
Todesfälle
In Innsbruck starben: Hermann Oberkofler, Kunst= und Brandmaler, 37 Jahre alt; Paul Gernikowsk, Handelsakademiker, im 28. Lebensjahre; Maria Sporner, Büglerin, 68 Jahre alt; Andreas Unterkircher, Rentner, 81 Jahre alt; Franz Hörhager, 21 Jahre alt; Katharina Müller, geb. Neuner, Rentnerin, 72 Jahre alt; Johanna Sentobe, geb. Prantl,
60 Jahre alt.
„Naturfreunde" nehmen ihre Tätigkeit auf
Vor einem halben Jahrhundert nahm von Graz aus eine Bewegung ihren Anfang, die in der Folge zu großer Bedeutung nicht nur innerhalb der österreichischen Arbeiterschaft, sondern darüber hinaus in den Arbeiterbewegungen vieler anderer Länder kommen sollte: Die Bewegung der „Naturfreunde“. Sie war für viele etwas lang Gesuchtes und Erhofftes, sie reichte vielen die Hand und wies den Weg. Gleichgesinnte fanden sich zusammen und die Organisation der Naturfreunde gab ihnen die Möglichkeit, den engen Rahmen ihres Daseins zu sprengen. Hinaus in unser herrliches Land, hinauf auf die Berge und über Gletscher! Frei ging da der Atem und weit wurde der Blick, versunken, vergessen der Schweiß vergangener Tage.
Nun konnte sich auch der Arbeiter etwas leisten. Hütten, Unterkünfte wurden gebaut, deren er sich bedienen konnte, von ihm — für ihn geschaffen. Billige Fahrten wurden ermöglicht, Wanderungen durchgeführt. Eine Zeitschrift brachte Schilderungen von Bergfahrten, verständlich=wissenschaftliche Aufsätze. Erlebnisberichte von Fahrten in anderen Ländern regten zu Vergleichen an und wiesen dem einzelnen ein mannigfaches Betätigungsfeld.
So sind denn zwei Dinge leicht verständlich: Erstens, daß die Bewegung einen ungeahnten Aufschwung nahm, allein in Österreich 100 Schutzhäuser und Bergheime baute, 300 in anderen Ländern Europas, sogar in Amerika, 1934 bereits 400.000 Mitglieder umfaßte, davon 100.000 allein in Österreich! Zum zweiten und das als wesentlichen Faktor: Daß die Bewegung weit über den Rahmen eines Vereines hinaus zu einem Kulturboten und Freudenbringer für die Arbeiterschaft wurde. 1934 wurden die Naturfreunde aufgelöst und als Folge davon die „Bergfreunde“ von den Nazis im Jahre 1938 als letzter Rest weggefegt. Jetzt nimmt aber die Naturfreundebewegung von einst wieder ihre Tätigkeit auf, wird sie nach Kräften nicht nur fortführen, sondern stets zu verbessern und
weiter auszubauen versuchen, um im wahrsten Sinne des Wortes die bergsportliche Vereinigung des Arbeiters zu werden. Der Landesverband Tirol der Naturfreunde ist in Bildung begriffen, der frühere Mitgliederstand von 3000 wird bald erreicht werden, alle früheren Ortsgruppen sind wieder ins Leben gerufen, Neugründungen in Vorbereitung. Von den 12 Schutzhäusern des Vereines sind leider zwei durch den Krieg vernichtet worden (Mussauer Alm und Marienberghütte bei Biberwier). Folgende Hütten
sind bereits bewirtschaftet: Kaisertalhütte bei Kufstein, Anton=Graf=Hütte bei Wörgl, Jenbacher N.= F.=Haus auf der Ebnet, Tribulaunhütte, Saulinghaus bei Reutte. Baldige Wiedereröffnung ist für das Padasterhaus, Haller Haus im Voldertal, Sattelberghütte bei Gries am Brenner und die Hochwildalm bei Kitzbühel geplant. Der Schlüssel für das Padasterhaus ist beim Hüttenwart Rainer, Pestalozzistraße 1, zu beheben.
Mitgliedsbeiträge werden für 1945 keine erhoben, jedoch werden Spenden gerne entgegengenommen. Anmeldungen werden jeden Mittwoch und Freitag von 18 bis 20 Uhr in nachfolgenden Parteilokalen von den diensthabenden Ausschußmitgliedern entgegengenommen: in Pradl, Pradler Straße, ehemalige „Alte Post“. Wilten, Andreas=Hofer=Straße 29, 1. St. und Saggen, KaiserFranz=Josef=Straße 2.
F. C. Wacker — F. C. Silz
Der Fußballklub Wacker beginnt am Sonntag, 23. Sept., seinen Spielbetrieb. Spielbeginn um 10 Uhr am Tivolisportplatz.
Handball=Blitzturnier am Tivolisportplatz
Nach einer langen Spielpause treten die Innsbrucker Handballer am morgigen Sonntag erstmals wieder vor die öffentlichkeit. An dem von der Turnerschaft Innsbruck veranstalteten Rundenspiel nehmen die A= und B=Mannschaft des veranstaltenden Vereins, die Handballelf der neugegründeten Innsbrucker Sportvereinigung sowie als interessanter Gast die Elf des Kufsteiner Sportklubs teil. Erstes Spiel um 14.30 Uhr. Im Vorspiel 13.30 Uhr die Handballerinnen der Turnerschaften Innsbruck und Hall.
Sportplatzeröffnung in Hall
Morgen wird der Sportplatz Lend in Hall, der erfreulicherweise durch die französische Besatzungsbehörde neu instandgesetzt wurde, durch ein Freundschaftsspiel zwischen dem dortigen Sportverein Hall und dem Sportverein Innsbruck eröffnet werden. — 14 Uhr: Sportverein Hall=Jugend — Sportverein InnsbruckJugend.— 16 Uhr: Sportverein Hall — Sportverein Innsbruck.
WOHIN HEUTE
Samstag, 22. September
Theater:
Landestheater, 15.30 Uhr: Tiroler Revue, Ge spiel der Gruppe Austria=Tirol, Friedl Stan 18.00 Uhr: „Die Zauberflöte“.
Jugendbühne St. Nikolaus, 15.30 Uhr: „Don, röschen“.
Tiroler Heimatbühne, Hötting, 14.30 Uhr: genpeter auf der Zauberalm“; 18.30 Uhr: D. sich wiederfinden“ (Vorstellung zugunsten ## dürftiger Südtiroler).
Konzert:
Musikvereinssaal, 19.00 Uhr: „Balladen= un Liederabend Ernst Österkamp“.
Filme:
Laurin: „Schüsse in Kabine 7.“ Kammerlichtspiele: „Ich vertraue dir meine Frau an.“
Zentralkino: „Via Mala.“
Triumphkino: „Die Schwarze Robe.“ Löwenkino: „Rigoletto.“ Fulpmes: „Herz muß schweigen“.
Kufstein (Hirschen): „Feuerzangenbowle“. Mayrhofen: „Feuerzangenbowle“.
Sonntag, 23. September
Landestheater, 14.30 Uhr: „Das Land des Lächelns“; 18.30 Uhr: „Der Weibsteufel“. Tiroler Heimatbühne, 14.30 und 18.30 Uhr: Braut aus der Stadt“
Jugendbühne St. Nikolaus, 15.30 Uhr: „Dom
röschen“.
THEATER UND KUNN
Wochenspielplan
Montag, 18.00 Uhr: „Die Zauberflöte“, Pamim Kammersängerin Esther Rethy als Gast, ## mino: Sebastian Hauser.
Dienstag, 18.30 Uhr: „Der Weibsteufel“. Mittwoch, 18.30 Uhr: „Das Land des Lächeln“ Donnerstag, 18.30 Uhr: „Mary Dugan“. Freitag, 16.00 Uhr: „Alles in Ordnung“ (Gasspiel der Breinößlbühne).
19.15 Uhr: „Wiener Blut“ (zum letzten Mal, zu kleinen Preisen).
Samstag, 18.00 Uhr: „Die Zauberflöte“. Sonntag, 14.30 Uhr: „Das Land des Lächeln18.30 Uhr: „Mary Dugan“.
Montag, 18.30 Uhr: „Das Land d.# Lächelns“.
RADIOINNSBRICK
Samstag, 22. September, 18 Uhr: übertragung aus dem Tiroler Landestheater: „Die Zauberflöte“ Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart (Pamina: Esther Rethy von der Staatsoper Wien als Gast). — Der Nachrichtendienst wird in der ersten Pause, ungefähr um 19.20 Uhr, gebracht.
Fragen um einen Fülm
über ein Jahrzehnt fast um dieselbe Zeit gischteten die Wildwasser des Ziller tief unterhalb des Weges zwischen Dominikushütte und Breitlahner über einen Toten. Und wenige Monate später wurde nach einem Aufsehen erregenden Prozeß der Sohn von den Innsbrucker Geschworenen der Mordtat für schuldig befunden. Ungeklärt bis heute blieb das Motiv, obwohl selbst die höchste wissenschaftliche Instanz, die Innsbrucker Hochschule, in einem umfangreichen Gutachten an diese Frage herantrat.
Erhebt sich nicht bei jedem Verbrechen, vor allem aber, wenn es sich um ein Verbrechen gegen das Leben handelt, die Doppelfrage: einmal nach dem Grund beim Toten, der zum Verbrechen beitrug, zum anderen nach der Schuld des Täters, der vor den Gründen zur Tat die Gründe jeglicher Hemmung zurückweichen ließ.
Hatte Regisseur v. Baky an den Vatermord m Zillertale gedacht, als er zum Geschehen auf er „Via mala“ die gleichen Wildwasser ihr grauges Lied brausen ließ? Der Film, der gegenvärtig im Zentralkino uraufgeführt wird und der ielleicht die einzige Fassung ist, die uns überaupt erhalten blieb, erstand in den letzten Moiaten des schrecklichsten aller Kriege, und er stellt vieder die Frage: wieviel Schuld muß ein Leben auf sich laden, daß ein Dritter sich berechtigt hält, ieses Leben auszulöschen zur eigenen Notwehr den zum Schutze anderer.
In künstlerischer Vollendung wird die Antwort versucht. Voll dramatischer Wucht steilt sich Bild um Bild zum Rechtsspruch empor, welchen die alte Lauretz für sich selbst, für ihre Kinder und für den Dritten gibt, der außerhalb und dennoch innerhalb der Familie und damit der nämlichen Schuld steht: „Möge ihm Gott verzeihen — und uns!“ — Und so kehrt die Frage in den Urgrund ewigen Seins zurück, zu demjenigen, der allein Leben gibt und das Recht behält, Leben zu nehmen.
Wieviele Richter, wieviele Künstler haben dieser Frage gerungen, die heute nur allzu leichtfertig von Tausenden unter uns beantwortet wird. Nach einem solchen Weltgeschehen, wo der Tod in stetig sich überwuchtenden Bildern des Grauens und der Qual sich selbst zu überbieten trachtete, gilt das Leben bei vielen Menschen wenig oder nichts.
„Via mala“ — Roman, Drama, Film. Jede Kunstform geht mit den ihr eigenen Mitteln und Möglichkeiten an den Sinn des Geschehens heran. Der Vater — Träger des Lebens seiner Generation —, wie hoch muß sein Konto der Verbrechen gegen das Leben sein, auf daß sich die Schuld bis zur Sühne erfüllt und dem Erzeugten das Recht gibt, den Erzeuger auszulöschen, um das Geschlecht und sich selbst zu schützen vor dem, der seiner Pflichten und Rechte gegenüber dem eigenen Geschlechte vergaß? Besser: gibt es hier überhaupt eine Möglichkeit der Notwehr? — Moral und Recht antworten mit Nein. Der Künstler
versucht eine vermittelnde Antwort. Sie gelingt nicht, weil sie im Grundsätzlichen mißlingen muß. — Der Roman John Knittels zwingt in Beantwortung der Frage den Richter selbst in die Schuld. Das Drama entläßt uns unbefriedigt, und über die Schalheit der Antwort vermochte nicht einmal die reife Kunst der Exlbühne hinwegzuhelfen.
Baky wagt sich neuerdings mit der Technik des Films an die Sphinx heran und er entschleiert das Bild all seiner Geheimnisse. Bis in die letzten Tiefen steigt er hinab, ideenmäßig an den Roman gelehnt, verselbständigt sich seine Kunst bis zur Vollendung, in grandiosester Form alles erschöpfend, was Plastik des Bildes, Wucht der Akustik und jegliche Möglichkeit charakterlicher und psychologischer Gestaltung bieten.
So sitzen sie endlich alle um den guten alten Tisch in der Mühlstube, wo noch immer der Platz für den Alten freisteht. Unter ihnen der Richter, zutiefst selbst in das Geschick der Familie verwoben. über ihnen allen steht, was schließlich Anna sagt: „Jeder von uns kann es sein.“ Ja, noch mehr: Jeder will es sein! — Durch eine geschickte Verwebung der Fäden, löst sich der Knoten von selbst. Ob tot durch Unfall oder Mord, es war ein Tod durch den Rechtsspruch eigener Schuld gefällt. Damit schließen sich die Akten des Falles Lauretz. Ewig aber rauschen über ihn die Wasser des Lebens hinweg.
Franz Baldauf
„Der Weibsteufel“
(Zur Aufführung im Landestheater am 20. Sepi)
Schönherrs Probleme sind Urthemen der mensch lichen Seele, Konflikte, die aus den einfachsten und zugleich tiefsten Seinsgründen des Menschn erstehen. Die Dämonie des Weibes, die Entfesse lung elementarster Triebleidenschaft und d Schuld des Mannes, der die Frau lediglich al Mittel für seine habgierigen oder ehizi# Zwecke gebrauchen will — diese Themen vereine sich im „Weibsteufel“ zu einem ewig gültie Drama menschlicher Leidenschaft und Schuld. die Männer wecken durch ihre Handlungsweisede Weibsteufel, das Vernichtend=Dämonische in d Frau. Der. Mann will seine Frau dazu mißbra chen, ihre Weiblichkeit beim neuen Jäger dafü einzusetzen, daß dieser seine Pflicht vergißt so die Schmuggelgeschäfte ungehindert vor sio gehen können; der Jäger
will der Frau den K# verdrehen, um so die Schmuggler leichter zu e larven und selber zu avaneieren. Aber der Funk der gelegt wurde, läßt sich nicht mehr zügeln und wird zum alles verzehrenden Brande, der diebe den Männer vernichtet und die Frau hinaustreib in die Welt der Dämonen.
Der „Weibsteufel“ ist nicht nur dramatich psychologisch ein Höhepunkt im Schaffen Schön herrs, sondern zeigt uns den großen Tiroler Dio matiker auch als wahren Virtuosen der drantischen Technik. Fünf Akte werden von bloß de Personen bestritten und dennoch ist da hein blasse Stelle, jede Szene vibriert vor Leben, d Spannung bleibt in unvermindertem Maße von Anfang bis zum Schluß erhalten, das Werk fesse und schlägt jeden Zuhörer in seinen Bann. A teils typisierenden, teils symbolischen Leitmotn funkeln in stets neuem Lichte und erhellen Sit tion und Hintergrund, sie kehren in immer neu Varianten wieder und werden bis in ihre letze Möglichkeiten durchgespielt.
Nicht nur die Wahl des Stückes, auch die Dn stellung zeugte vom hohen Kulturwillen unser Landestheaters. Leopold Hainisch inszeniem das Werk mit seinem reifen Können und größten künstlerischem Feingefühl. Ilse Exl als Fra bot eine interessante schauspielerische Leistutg wenn ihr auch die Dämonie der Gestaltung, wir sie so einmalig bei Anna Exl erlebten, fehlt Die Wandlung von der in Sicherheit behüteten Frau, die sich gegen das Spiel mit dem Feuer mit sicherem Instinkte wehrt und die ihr von de Männern zugedachte Rolle mit Empörung von sic weisen will, zu dem in ihrem elementarsten Sein aufgewühlten Weibe, das von den Trieben und Leidenschaften mit unwiderstehlichem Zwang er faßt ist, kam im Spiele Ilse Exls, die im Schluß akt von vitaler Gewalt und
stärkster Wirkun war, überzeugend zum Ausdruck. Prachtvoll bis in die letzte Nuance und schauspielerische Feinheit war Eduard Köck als Mann; jedes Wort und jede kleinste Geste zeigten den großen Darstellet der menschlichen Seele. Eduard Köck war auch Mann des Weibsteufels schlechthin vollendet. Ein große überraschung bot Direktor Robert als Jäger; wenn man ihm auch gelegentlich an merken konnte, daß er eigentlich von einem ande ren Rollenfach herkommt, so gefiel er nicht nu durch sein temperamentvolles Spiel und die fü die Rolle wie geschaffene äußere Erscheinung, son dern gestaltete den Jäger ganz im Sinne desAutors als kraftstrotzenden, jungen Mann, der in seiner Triebgebundenheit in die Grube, die er anderen graben wollte, selber hineinfällt, und
boi so eine künstlerisch geschlossene Leistung.
Der Abend, der zugleich die zweite Vorstellung im Rahmen der Meisterabende österreichischer Dramatik war, wurde vom Publikum mit einer für Innsbruck seltenen Beifallsfreudiakeit aufgenom men. Dr. Tepfer
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