Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:9

- S.43

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Robe.“ stummer 787 1. Juhrgang
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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Tprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Freitag, 21. September 1945
BlE] Die Gewerkschaften in Tirol
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verein, Innsbrugt schon in den Siebzigerjahren des Leichtathung nen Jahrhunderts gewerkschaftliche eine hervor; als erster im Jahre 10##
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Die Gewerkschaftsbewegung in Tirol ist über sieben Jahrzehnte alt. Aus den bestehenden Arbeiterbildungs=Vereinen gingen schon in den Siebzigerjayren des verflosseftliche Fachver1872 der der
Buchdrucker. Andere Gewerbe folgten, nachdem schon im Jahre 1826 als Vorläufer einer gewerkschaftlichen Organisation in Tirol der Unterstützungsverein der Buchdrucker in Innsbruck ins Leben gerufen worden war, der später in der Tiroler ArUingsabende beiterbildungsbewegung aufging. Die dar####ssportplat aus entstandenen gewerkschaftlichen Fach
vereine versuchten, soweit es die polizeilichen Verfolgungen zuließen, die Interessen ihrer Berufsangehörigen zu vertreten. Im Gegensatz zu anderen Teilen Oesterreichs war die Tiroler Gewerkschaftsbewegung verhältnismäßig klein, weil ja die Vorausrhand setzung einer starken gewerkschaftlichen Orn hostan. ganisation, die Industrie, fehlte. Erst mit dem Aufkommen größerer Industriebetriebe und dem Erstarken der Arbeiterbewegung überhaupt gewann auch in Tirol die Geverkschaftsbewegung eine breitere Basis, und bis zum Jahre 1934 standen tausende ven Arbeitern und Arbeiterinnen sowie Angestellte in Tirol in den Reihen der Gewerkstaften, vor allem der freien Gewerkschaflen während die christlichen und nationalen Geverkschaften zusammen etwa ein Drittel
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zukommende Bedeutung als die einzige, Hand dafür sorgen, daß der Arbeiter und neben der Arbeiterkammer bestehende und der Angestellte nicht wie in den Jahren der mit dieser auf das engste zusammenarbei= Diktatur rechtlos jeder Unternehmerwillkür tende wirtschaftliche Interessenvertretung ausgesetzt, sondern gleichberechtigter Partder Arbeitnehmer erhalten wird und muß. ner bei der Festlegung der Arbeits= und Arbeiterkammer, Gewerkschaften, Betriebs= Lohnverhältnisse ist! räte und Personalvertreter werden Hand in Karl Gvatter.
Eine Vorentscheidung über Triest und Istrien
London, 21. September.
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Gedenken au### Im Gegensatz zu früher sind nun die ArNaturfreunde, mchbeitnehmer dazu übergegangen, sich eine ein" Bergheim erl#heitliche Organisation zu schaffen, die alle
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Eine amtliche Mitteilung besagt:
Der Rat der Außenminister trat heute zweimal zusammen. Beidesmal wurden die Friedensvertragsbedingungen für Italien geprüft. Der Rat gab seine Zustimmung dazu, daß die Kommission das Problem der jugoslawisch=italienischen Grenze und das Problem Triest unter folgenden Gesichtspunkten erwägen und berichten soll: „Erstens wäre ein Bericht zu geben über die Grenzziehung, welche in der Hauptsache auf völkischer Grundlage zu erfolgen hätte und nur ein Minimum der Bevölkerung unter
fremder Herrschaft ließe, wobei es sich versteht, daß vor Festsetzung der Grenze noch geeignete Untersuchungen an Ort und Stelle geführt werden würden. Ferner ist ein Bericht zu verfassen über die internationale Verwaltung, welche gewährleisten soll, daß der Hafen von Triest und dessen Freilager dem gesamten internationalen Handel Jugoslawiens, Italiens und den Staaten Mitteleuropas unter den gleichen Bedingungen, wie es in anderen Freihäfen der Welt üblich ist, offen steht.“
Das nächste Zusammentreffen des Rates wird morgen um 11 Uhr vormittags stattfinden.
Begegnung mit Osttirol
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er aus seiner##rbeiter und Angestellten unbeschadet ihrer ntermenschen keine Peltanschauung, soweit sie demokratisch #lzburg hingerichtk sind und sich zu Oesterreich bekennen, um
erinnert an fassen soll.
durch Anspratz die Kommunistische Partei und die Tiroler nannes Peter ### Volkspartei haben durch ihre Vertreter an
tner und des## einer vor einiger Zeit tgefundenen interparteilichen Konferenz in Innsbruck sich für die Schaffung überparteilicher Gewerkschaften ausgesprochen und dabei einstimmig Richtlinien festgelegt, in denen in der Hauptsache folgendes bestimmt wird:
Alle drei Parteien sind für den geschlosse nen Betrieb, das heißt, daß im Augenblick der Arbeitsannahme jeder Arbeitnehmer Mitglied der Gewerkschaft werden soll. — Die Tiroler Gewerkschaftsorganisation wird ein Teil der Gewerkschaftsbewegung innerhalb der österreichischen Republik sein. — Die freien Gewerkschaften sind demokratisch, darum müsse die Wählbarkeit von unten nach oben gewährleistet sein. — Parteipolitische Auseinandersetzungen müssen in den Gewerkschaften vermieden werden, im Interesse eines einheitlichen Zusammenarbeitens der Mitglieder und der Vertrauensnänner, um so eine geschlossene gewerkschaftliche Front zu gewährleisten. — Die bewerkschaften fordern auch für Tirol die Viedergutmachung der durch die faschistische Regierung
vernichteten demokratischen Institutionen und Einrichtungen der Gewerkschaften, Rückgabe des seinerzeit beschlagnahmten gewerkschaftlichen Vermö
gens. — Um die Wiedergutmachung restlos uechführen zu können, wird das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen der Deutschen Arbeitsfront und aller ihrer Gliederungen, insofern es sich um reine Gewerk(„ das des
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werkschaften übergeben, die die Liquidation dieser Einrichtungen betreiben.
Was die Organisation selbst betrifft, so soll die branchenmäßige Zersplitterung auf zwergverbände unterlassen, vielmehr die Schaffung großer, leistungsfähiger und # ihrer schlagkräftiger Verbände angestrebt werden.
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einnen, aber auch die Hausgehilfinnen und sgehilfen ebenfalls gewerkschaftlich erfaßt werden, um auch diesen Berufen eine sie schützende und stützende gewerkschaftliche Organisation zur Seite stellen zu können.
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In diesen Tagen und Wochen des Gedenkens an Südtirol ist es wohl an der Zeit, sich auch einmal in Treue des kleinen Zipfel Landes von Sillian abwärts bis an das Kärntner Tor zu erinnern, das von den Nazi — den geschworenen Feinden des Tirolertums — vor sieben Jahren von uns losgerissen wurde: Osttirols! Sein Schicksal ist an dem von Südtirol gemessen allerdings kleiner und milder, aber sein Wunsch nach Wiedervereinigung mit Nordtirol deshalb nicht weniger groß.
Wer diese Osttiroler Bergbauern, die, hart und knorrig, so wenig reden und so viel verschweigen, auftauen sah, wenn die Rede von Südtirol und Nordtirol ging, wer er
lebte, wie die mündliche Ueberlieferung von der großen Kundgebung in Innsbruck wie ein strahlendes Lauffeuer von Dorf zu Dorf ihrer Täler ging, überall Freude und Zuversicht auch für das Los ihres eigenen Landes weckend, der weiß, daß nicht nur Südtirol zu Nordtirol gehört, sondern mit ihm und eng zu ihm auch Osttirol.
Diese zähen und bodenständigen Bauern, seit Jahrhunderten auf ihren steilen, armen Berghängen klebend, die heilige Frucht des Bodens abringend ihrem Fleiß und Schweiß, sind nicht weniger Tiroler=Geschlecht als Nordtirols Bauern in ihren Tälern. Sie vertauschen gleich ihnen nicht um alle Reichtümer der Fremde die Last ihrer eigenen, kargen Scholle mit den Verlockungen der Stadt, die ihnen nichts zu geben hat, wohl aber sie ihr alles in harter Müh" und Arbeit, von der kaum einmal etwas sichtbar wird denen, die sich nicht die Sorgfalt nehmen, darum zu fragen in einsichtigem Verstehen.
Sie haben also den Anspruch auf uns und wir auf sie.
Und sie warten auf uns. In Matrei und Virgen, in Kals und Sillian, und wie die Orte in ihrem Isel= und Pustertal alle heißen, warten und vertrauen sie auf uns.
Sie erzählten, erst wenn man mit ihnen vertraut wurde, anspruchslos und bescheiden von ihren mancherlei Beschwernissen und Kümmernissen. Sie geraten in einen schweren Bauernzorn, wenn sie von der vergangenen Tyrannei des Nationalsozialismus sprechen und davon, wie ihnen dieser artund volksfremde Elemente überall hereinsetzte ins Land, dessen Tiroler Eigenart und Sitte, dessen verborgene Schönheit in Brauch und Gehaben niemals der erkennen lernt, der nur starr bevormundend, überheblich und bemängelnd darüberstehen will, die eigene Seichtheit als Maßstab nehmend für Dinge, die sich Gott sei Dank nur messen lassen an dem Wert und Gehalt, den sie selbst besitzen.
Aber diese Bauern lächeln, wenn man sie loben möchte dafür, daß sie so treu und fest zum Land Tirol stehen. Sie wehren leise ab, schon wieder in ihre wortkarge Verborgenheit fallend. Es ist ihnen so selbstverständlich Sie begreifen nicht, wie man Worte machen kann darum, daß sie erhalten und behalten auch in schwierigen Zeiten das, was ihre Art und ihr Wesen ausmacht. Sie sind gläubig und voll Hoffnung. Sie entlassen uns, von neuer Zuversicht erfüllt, mit der sie still an ihre Arbeit zurückgehen.
Des starken Eindruckes aber, den man von ihnen mitnimmt, erwehrt man sich nicht.
Irmgard Schulz.
Neuestes vom Tage
Der Papst hat zwei Abgeordnete der englischen Arbeiterpartei in Privataudienz empfangen.
Demnächst wird ein Versuch mit einer Atombombe gemacht werden, bei dem man die Wirkung des Geschosses auf ein Schiff feststellen will. Das japanische Schlachtschiff „Nagato“ mit 40.000 Tonnen Wasserverdrängung soll 800 Kilometer in den Stillen Ozean hinausfahren, um als Objekt des Versuches zu dienen.
Das gesamte japanische Kriegskabinett ist in alliiertem Gewahrsam.
Die Sowjet=Union hat Rumänien eine Erleichterung der Waffenstillstandsbedingungen zugestanden.
Inn Timmermann, den die Deutschen als Bürgermeister von Antwerpen eingesetzt hatten, und der die Flamen zum Kampf an die Ostfront einberufen hatte, wurde als Verräter zum Tode verurteilt.
Der Engländer William Joyce, der während des Krieges zugunsten Deutschlands im Rundfunk gesprochen hatte, wurde von einem englischen Gericht wegen Hochverrates zum Tode verurteilt.
Ribbentrop erhielt, wie jetzt bekannt wird, als Belohnung für den Abschluß des Nichtangriffspaktes mit Rußland von Hitler ein Millionengeldgeschenk.
Präsident Truman erklärte, daß die Zahl der aus der Armee entlassenen Amerikaner sich täglich zwischen 4000 bis 15.000 Mann bewegt.
In Buones Aires sind ernste Unruhen ausgebrochen.
Neuverteilung der Wellenlängen der Rundfunksender
London, 21. September.
Auf einer internationalen Rundfunkkonferenz wurde festgestellt, daß sich heute das Rundfunknetz in Europa in heilloser Verwirrung befindet. Die deutsche Propaganda benützte die Sender der besetzten Lander auf zahllosen Wellenlängen. Um diesem Massenangriffe zu begegnen, waren die Vereinten Nationen gezwungen, eine ebenso große Anzahl von Propagandasendungen gegenüberzustellen. Das Abkommen von Montreux im Jahre 1939 überwies Deutschland eine verhältnismäßig größere Anzahl von Wellenlängen zur ausschließlichen Benützung als jeder anderen Großmacht, so daß sich der deutsche Propagandafeldzug anfänglich im Vorteil befand. Sowohl der zu große Anteil Deutschlands vor dem Kriege, wie auch alles das, was Deutschland während des
Krieges sich angeeignet hatte, muß nun unter seinen Opfern verteilt werden. Außerdem muß ein angemessener Teil „den großen Drei“ für ihre Aufgaben auf dem Gebiete der Nachrichtensendung für das Ausland zugeteilt werden, die mit der Umerziehung der Deutschen aufs innigste verbunden ist. Die Londoner Tagung war demnach die erste Rundfunk = Reparationskonferenz. „
Osttirols Wahrzeichen: Schloß Bruck und die Lienzer Dolomiten