Tiroler Tageszeitung 1945

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Samstag, 8. September 1945
Spanien am Scheidewege Die Frage Südtirol vor dem amerikanischen Kongreß
Ran kann die gegenwärtige Lage Spanens nur verstehen, wenn man sich klar nacht, daß der bis zum Jahre 1937 mit unscheurer Erbitterung geführte spanische Bürakrieg von den Achsenmächten zur Geneaprobe für den von ihnen geplanten Weltneg gemacht wurde. General Franco bahnte ch den Weg zur Macht, weil ihn Mussolini nd Hitler ausgiebig unterstützten. Der er#e wollte sich durch die Versicherung des wgebenden Einflusses auf Spanien die öherrschaft über das westliche Mittelmeer chern. Hitler legte seine Hand auf Spanen, um eine Trumpfkarte gegen Frankich zu gewinnen. Weder England noch nmkreich konnten über diese Verteilung er Blätter am Beginne der großen Kartenutie erfreut sein. Franco selbst war zu sug um die Schwierigkeiten, in die er sich
ewickelt hatte, nicht zu erkennen. Wiedertet ermahnten ihn die Diktatoren, als der beltkrieg ausgebrochen und im Gange war, ien auf ihre Seite zu treten. Er ließ es licht an öffentlichen Erklärungen seiner Emmpathien fehlen. Er leistete wohl auch glegentlich kleinere oder größere Abschlagschlungen auf den politischen und militärichen Kredit, der ihm gewährt worden war.
Gließ er jene Werbungen für die Freiwiligen der „Blauen Division“ zu, an der die beneräle Hitlers ebensowenig Freude erlebten wie die Bewohner von Innsbruck und
Hall, die im Sommer des Vorjahres Gelegenheit hatten, die überreste dieser Schaien näher kennen zu lernen. Eine bedeuten##re wirtschaftliche oder finanzielle Hilfe #umochte Spanien den Achsenmächten nicht gleisten, da es selber hinsichtlich seiner Verung von England und von den Vereinig
KStaaten abhängig war. Der größte und #wollste Dienst, den die spanische Regielung der Achse während des Krieges leistete, lhallerdings nur eine Zeitlang auf diplomalischem und propagandistischem Gebiete. Sanien versuchte den Unternehmungen kusolinis und Hitlers in Lateinamerika ein reigehendes Verständnis zu verschaffen. So jet jedoch Hitler den spanischen Diplomaten si Gretchenfrage nach dem vollen Kriegsinsatz der iberischen Halbinsel vorlegte, #urde ihm geantwortet: „Wir können nicht.“ seklarer sich die Anzeichen der Niederlage ür das Dritte Reich am Horizont abzeichsuten, um so zurückhaltender wurde Franco. DHcK eeit der Landung der Alliierten in Nordim November-1942 wußte man in
Washington, 7. Sept., Senator Langer forderte heute im amerikanischen Kongreß in einer Entschließung Präsident Truman auf, sich für die Rückgabe Südtirols an Österreich einzusetzen. Dabei verwies der Senator auf den schweren Fehler, der 1919 durch die Abtretung Südtirols an Italien begangen wurde, ein Fehler, der sowohl vom Präsidenten Wilson wie vom Ministerpräsidenten Clemenceau später offen zugegeben wurde.
Senator Langer forderte in seiner Entschließung die Wiederg##tmachung dieses Unrechtes durch Rückgliederung des Südtiroler Landesteiles bis zur Sälurner Klause an österreich, während für den übrigen tirolischen Teil (Trentino) eine Volksabstimmung über die Staatszugehörigkeit der Provinz entscheiden solle.
Dank an die Tiroler Bauern
Gewaltig war der Eindruck, den wir alle von den Südtiroler Kundgebungen in Innsbruck und in den Bezirksstädten mit nach Hause genommen haben.
Allein in Innsbruck zogen 32.000 Männer, Frauen und Kinder in ihren schmucken Trachten durch die Straßen der Stadt und insgesamt 70.000 Menschen jubelten in freudiger Erwartung auf die Heimkehr des Herzstückes unseres Landes — Südtirol. Wir alle waren für einige Stunden von den schweren Sorgen des Alltags entrückt und konnten uns zum erstenmal seit mehr als
sieben bitteren Jahren wieder herzlich freuen. Welch grundlegender Unterschied war zwisch ieser einzigartigen Kundgebung, an der sich die Bauern aus freien Stücken und mit großer Begeisterung beteiligten, und den von den Nazis unter allen möglichen Schikanen, Drohungen und Zwangsmaßnahmen aufgebotenen Aufmärschen. Stolz und selbstbewußt marschierten wieder freie Tiroler Bauern in ihren wunderschönen Trachten, die Zeugen einer hochentwickelten Kultur unseres Landes sind, zwischen den Häuserreihen und Ruinen der Landeshauptstadt.
Die Beteiligung der Tiroler Bauern an den Kundgebungen hat die großen Erwartungen der Landesregierung und der städtischen Bevölkerung weit übertroffen. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Bauern mitten in ihrer schweren Erntezeit stehen und für sie der Weg aus den entlegensten Tälern heraus bei den derzeitigen Verkehrsverhältnissen bestimmt nicht leicht war. Aber sie haben dieses Opfer gerne gebracht und kamen gut gelaunt und frohen Mutes zu den Kundgebungen.
Durch diese überaus zahlreiche Anteilnahme an dieser Willenskundgebung des Tiroler Volkes haben die Bauern Zeugnis von ihrer Geschlossenheit und ihrem einheitlichen Willen gegeben und haben bewiesen, daß alte Tiroler Bauerntreue noch lebt.
Euch, liebe Bauern, danke ich herzlich, daß ihr meinem Aufruf so zahlreich Folge geleistet habt.
Ökonomierat Josef Muigg, Landesobmann der Tiroler Bauernschaft
Voraussetzung für eine Zentralregierung in Österreich
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leanien, wieviel die Uhr geschlagen hatte. lsanco zog sich auch in seinen öffentlichen läklärungen immer mehr von der Achse zusück. Weniger Klugheit zeigten seine Parteisnger, die Falangisten, deren rechter Flügel siller Schicksalswendung zum Trotz sich in sen seit dem Bürgerkrieg bezogenen Standsunkt verbohrte. Die Falange setzte sich dasat wohl auch in einen ernsten Widerspruch sait der Stimmung der Masse des spanischen kokes, das sich wohl kaum jemals für Hitn diesen Vorkämpfer eines neuheidnischen Saatsgedankens, erwärmen konnte und das ich weniger Lust hatte, für die Machtgier dr Größenwahnsinnigen sich zu verbluten.
! Der Sieg der Vereinten Nationen hat das sgime Francos unhaltbar gemacht. Nach den Erklärungen von San Franzisko, die adauernd von der Weltpresse unterstrichen berden, wird Spanien nur dann in die neue stiedensordnung aufgenommen, wenn die imeren Verhältnisse in Spanien eine grundlgende Anderung erfahren. In Spanien sebst wird die Debatte nicht darum geführt, Franco die Regierung weiter führen solle, sondern nur darum, wer ihn ablösen soll. si Mexiko hat sich bereits eine Regierung jer spanischen Emigranten gebildet, deren weele der ehemalige Außenminister Negrin Inwieweit diese Bewegung einiger Grupsien der Linksparteien den Fortgang der Erstimnisse beeinflussen wird, läßt sich von einem s# entfernten Beobachtungspunkt aus nicht wohl
feststellen. Die Rechtsparteien scheinen seine Lösung durch die Wiederherstellung der vonarchie anzustreben, als deren Träger der (ohn des letzten Königs Alfons XIII. in säussicht genommen ist. Die Entscheidung süber Spanien wird wohl in der nächsten Zununft fallen müssen. Die ungünstige Behandlung, welche Spanien bei der Konferenz über Tanger=Statut erfahren hat, wodurch
Wien, 7. Sept. Im Anschluß an die erste offizielle Zusammenkunft des alliierten Rates für Österreich wird die alliierte Kommission für österreich gebildet werden. In der Potsdamer Erklärung wurde diese Kommission als erste Voraussetzung für die Anerkennung einer österreichischen Regierung durch die Alliierten bezeichnet. Bevor jedoch diese Kommission die Bildung einer Zentralregierung in österreich erwägen wird, sind zahlreiche kritische Probleme zu bewältigen. Die Frage der Lebensmittelversorgung Wiens, die dem Rate der Außenminister in London vorgelegt werden wird, wird bis dahin von den vier Besatzungsmächten innerhalb ihrer Zonen geregelt werden. Die Hotels Bristol, Sacher und das Astoria=Hotel werden den britischen und amerikanischen
Verwaltungsstäben zur Verfügung stehen.
Besserung der Sicherheitsverhältnisse in Wien
Wien, 7. Sept. Wie das Kommando der Wiener Zone der US A.=Streitkräfte in Öster
reich berichtet, ist im Verkehrswesen und hinsichtlich der öffentlichen Ruhe und Sicherheit der ganzen Stadt eine wesentliche Besserung zu verzeichnen. Diese ist vor allem auf die Tätigkeit der seit Monatsfrist eingesetzten Interalliierten sowie der russischen, amerikanischen, britischen und französischen Militärpolizeistreifen zurückzuführen.
Eine Radiorede Dr. v. Schüschniggs
Rom, 7. Sept. Der Vatikansender übertrug eine Rede des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Dr. Kurt v. Schuf nigg. Es war dies seine erste Rede seit jenem Abschied, als er mit den Worten „Gott schütze Österreich, wir weichen der Gewalt“ an die Welt appellierte. Dr. v. Schuschnigg erklärte in seiner Radioansprache: „Vieles hat sich seither verändert. Lange Jahre der Gesetzlosigkeit sind verflossen und lange Reihen von Gräbern sind entstanden. Auch diese schwere Prüfung kann uns jedoch zum Nutzen gereichen, wenn wir uns die begangenen Fehler zur Lehre werden lassen.“
Programm der Vereinigten Staaten für die Fr
Eine Botschaft des Präsidenten Truman
Washington, 7. Sept. Präsident Truman richtete eine umfassende Botschaft über die Friedensziele der Vereinigten Staaten an den Kongreß. Der Präsident sagte: Ic habe das feste Vertrauen, daß wir die Zeit
zwischen Krieg und Frieden überbrücken können.“ Er sprach eingehend über die Förderung der Privatwirtschaft, die volles Verständnis beanspruchen darf. Der Präsident ersuchte den Kongreß, die von ihm ausgearbeiteten Pläne zur überwindung der Schwierigkeiten, die mit Großbritannien und anderen Alliierten durch die Liquidation der Leih= und Pachtverträge erwachsen sind. so schnell als möglich zu genehmigen. „Wir wol
len, daß der Strom der Waren ohne Unterbrechung weiter fließe.“ Der Präsident beantragte einen Beitrag von 550 Millionen Dollar an die UNRRA. Er forderte ein umfangreiches Programm der nationalen Sicherheit, das eine gleichmäßige militärische Ausbildung der Wehrfähigen und die Zusammenfassung der Waffengattungen in einem Verteidigungsministerium ebenso wie die Verwendung und Kontrolle der Atomenergie vorsieht.
Truman ersuchte den Kongreß um die Freigabe der im Dienste der Regierung stehenden Schiffe, damit diese an amerikanische und ausländische Eigentümer verkauft
lebenswichtige Interessen des spanischen Kolonialbesitzes in Nordwestafrika berührt werden, wird ein Zögern nicht länger gestatten.
„Die Forderung“, so schreibt „Manchester Guardian“, „daß die spanischen Truppen Tanger verlassen sollen, kann beträchtliche Rückwirkungen auf Spaniens innere Lage auslösen. Politisch gesehen wurde General Franco überall geschlagen. Nun aber wird Spanien durch eine solche Niederlage zum
erstenmal geographisch getroffen. Spanische Soldaten werden infolge einer politischen Niederlage ihres Regimes nach Spanien zurückkehren. Das ist einigermaßen dazu angetan, auf die Gemüter der Armee zu wirken, die schon immer von der Idee, Spanien müsse Tanger und Spanisch=Marokko halten, sehr viel Auftrieb gewonnen hatte.“ Spanien hat also tatsächlich nicht mehr Zeit zum Warten. Dr. Anton Klotz.
Neuestes vom Tage
Die britische Kontrollkommission für Deutschland gab die Verhaftung von 40 führenden deutschen Industriellen aus dem Kreise des rheinischwestfälischen Kohlensyndikates bekannt. Unter den Verhafteten befindet sich auch Hugo Stinnes. Er ist der Sohn des berühmten Finanzmagnaten.
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Der frühere Führer des deutsch=amerikanischen Bundes, Fritz Kuhn, wurde als Feind des öffentlichen Friedens und der Sicherheit der Vereinigten Staaten aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen. Er wird nach Deutschland zurückgebracht.
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8000 Tonnen Giftgas, welches die Engländer bereithielten, um auf einen eventuellen deutschen Gasangriff zu erwidern, werden mit einem Schiff in der See versenkt werden.
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Am Beginn des kommenden Jahres werden in Europa nur noch 700.000 amerikanische Truppen stehen. Die Hälfte davon wird zur Besatzung Deutschlands verwendet werden.
werden können. Er erklärte, es sei unmöglich, daß die Alliierten die Schuld von 42 Milliarden Dollar in bar zurückzahlen könnten.
Er forderte die Ausarbeitung eines Marineprogramms und besonders Sicherung von Stützpunkten, ebenso die baldige Errichtung einer Bundesbehörde, die für die Förderung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit für Kriegs= als auch für Friedenszwecke zuständig wäre. Mit Nachdruck setzte sich der Präsident für die Inangriffnahme großer öffentlicher Arbeiten ein. Für die Erzielung einer vollen friedensmäßigen Produktion und Beschäftigung wurden folgende Richtlinien aufgestellt:
1. Rasche Demobilisierung der nicht mehr benötigten Streitkräfte.
2. Räumung aller Kriegsfabriken.
3. Aufrechterhaltung der Preise.
4. Aufrechterhaltung der Löhne auf einer Basis, deren überschreitung nach oben zu Inflationserscheinungen führen würde.
5. Ein rasches Absinken des Lohneinkommens oder der Kaufkraft ist zu verhindern.
Präsident Truman forderte die Ausdehnung der Arbeitslosenversicherung auf alle gefährdeten Arbeiterkategorien. Präsident Truman sprach mit Wärme für internationale Einigung, die auf der ganzen Welt gesunde Wirtschaftsverhältnisse ermöglichen und zur Festigung des internationalen Friedens wie unserer eigenen nationalen Sicherheit beitragen werde. Wir verfolgen das Ziel, den friedliebenden Völkern der Welt zu ermöglichen, in einer Welt immer größerer Freiheit und eines steigenden Lebensstandards auf eigenen Beinen zu stehen. Der kurzsichtigen Politik der Erzielung schneller Gewinne muß entgegengetreten werden. Im nächsten Jahre wird das Rationierungssystem, das bisher für einige wichtige Bedarfsartikel in Kraft trat, gänzlich aufgehoben werden. Der Präsident
empfahl dem Kongreß die Teilnahme der Vereinigten Staaten am Wiederaufbau Europas auch unter dem Gesichtspunkt, daß dadurch der Wiederaufbau in diesen Ländern gefördert und damit die Zurückziehung der amerikanischen Besatzungstruppen nicht unnötig verzögert werde.
Eine provisorische National
versammlung in Angarn
Moskau, 7. Sept. Nach einem Bericht aus Budapest wurde die erste Sitzung der provisorischen ungarischen Nationalversammlung eröffnet. Unter den Anwesenden befanden sich der Vorsitzende der alliierten Kontrollkommission in Ungarn Marschall Woroschilow und die Vertreter der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, der Tschechoslowakei und Jugoslawiens.
Französische Kriegsschäden
Die Kriegsschäden Frankreichs werden auf 5000 Milliarden Francs geschätzt. (Wir wiederholen die Meldung infolge des gestrigen Druckfehlers.)