Tiroler Tageszeitung 1945

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Seite 2 Nr. 64
Tiroler Tageszeitung
Mittwoch, 5. September 196
Sept
Endlich sind alle Teilnehmer auf dem großen Platz versammelt und Herr Landeshauptmann Dr. Gruber betritt das Rednerpult. Als die Worte des Landeshauptmannes verklungen sind, erhebt sich ein einziger stürmischer Applaus, der sich erst wieder legt, als Dr. Platzgummer, der Obmann der österr. Volkspartei, zu sprechen beginnt. Dieser ebenso wie die folgenden Redner Dr. Kunst, der namens der sozialdemokratischen Partei, und Landesrat Ronczay, der für die kommunistische Partei, in bewegten Worten das Leid und die Hoffnung Tirols aussprachen, erweckten ein brandendes Echo der Zustimmung. So oft die Redner auf die Leiden und Bedrückungen zu sprechen kamen, die Mussolini und der Faschismus über das Südtiroler Volk verhängt hatten, und so oft der Verrat
erwähnt wurde, den der Nazismus an Tirol und Österreich begangen hat, brandeten stürmische Kundgebungen des Unwillens empor.
In ergriffenem Schweigen vernimmt die Menge die Verlesung der Entschließung, mittels der sich Tirol an die Mächte wendet. Während noch das Bozner Bergsteigerlied in brausendem Chor in Wort und Ton das
Fühlen eines Volkes durch die Luft trägt, erheben die Glocken ihre ehernen Stimmen.
Der Dank an die Besatzungsmacht
Der Landeshauptmann Dr. Gruber begibt sich zum Landhaus, um dem Herrn Generalgouverneur Exzellenz Voizard eine Dankadresse zu übermitteln, daß die Besatzungsmacht diese Kundgebung gestattet hat. Zugleich überbringt er ihm die Entschließung.
Exzellenz Voizard erschien mit Landeshauptmann Dr. Gruber auf dem Balkon des Landhauses, um dem wundervollen, farbenfrohen Vorbeimarsch der Trachtengruppen, die dem Gouverneur und dem Landeshauptmann zujubelten, zuzusehen.
Die Bewältigung des Verkehrs wurde von Organen der österreichischen Bundesbahnen in vorbildlicher Weise vollbracht. Unsere bewährte Polizei versah den Ordnungsdienst ebenso geschickt wie taktvoll, so daß sich keinerlei Störungen ergaben. Die Veranstaltung konnte sich vollkommen pro
Trois Appelt an die Pauhe
Landeshauptmann Dr. Gruber
Die Tiroler Bevölkerung im Norden und Süden des Brenners erhebt am heutigen Tage ihre Stimme, um dem Rufe nach Wiedervereinigung der beiden Landesteile Ausdruck zu geben. Als der Süden Tirols abgetrennt wurde, konnten die Siegerstaaten des ersten Weltkrieges diesen Entschluß mit strategischen Gründen motivieren.
Dieser Krieg hat uns gelehrt, wie sinnlos es geworden ist, natürliche Hindernisse als Schutzwall gegen Angriffe anzusehen. Schutz kann heute nur noch in der Organisierung der Weltsicherheit liegen.
Das italienische Volk hat den Faschismus besiegt und die Demokratie wieder hergestellt.
Appell an die italienische Demokratie
Wir appellieren an die italienischen demokratischen Parteien, den Faschismus auch auf dem Gebiet der zwischenstaatli
chen Beziehungen zu liquidieren und sich nicht gegen die Rückgliederung Südtirols zu wenden, die dem einigen Willen der Südtiroler Bevölkerung entspricht.
Wenn diese schwärende Wunde, die die Beziehungen zwischen österreich und Italien dauernd vergiftet hat, geheilt ist, steht einer möglichst engen wirtschaftlichen und politischen Verbindung der beiden Länder nichts mehr im Wege.
Es wird sich als ein Akt weit vorausschauender Staatskunst erweisen, wenn die Führer der italienischen demokratischen Parteien zur Bereinigung dieser einzigen, aber unausweichlichen Schwierigkeit zwischen Österreich und Italien beitragen. Nordtirol und Südtirol brauchen einander, der Verbindungsweg nach Osttirol führt durch dieses Land. Uralte wirtschaftliche Beziehungen verbinden dieses Gebiet mit seinem Stammland. Die Bevölkerung war und ist österreichischen Ursprungs und österreichischer Gesinnung.
Die bloße Autonomie ist keine Lösung
Niemals wird eine bloße Autonomie für Südtirol eine Lösung seiner politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeit bedeuten. Südtirol würde ein dauernder Unruheherd im italienischen Volkskörper sein und würde stets nur den internationalen Ruf des wiederaufstrebenden Italien belasten.
Italiens Investitionen in Südtirol
Soweit Italien in diesem Gebiet wirtschaftliche Investitionen getätigt hat, ist österreich zu einer Ordnung bereit, die den Interessen der italienischen Wirtschaft voll Rechnung trägt.
Österreich ist die Brücke zwischen Ost und West. Soll es diese Funktion voll erfüllen, so muß diese Brücke tragfähig sein. Heute ist Tirol das schwächste Glied dieser Brücke. Als die beiden Diktatoren in Nord und Süd den Entschluß faßten, österreich zu liquidieren, konnten sie sich hier in Tirol am leichtesten die Hände reichen, weil die Brücke nach dem Westen auf einen zu schmalen Gebietsstreifen zusammengeschrumpft war.
Die Erfahrung dieser Jahre möge daher den alliierten Mächten vor Augen stehen, wenn sie ihre Entscheidung treffen.
Wenn heute auf diesem Platz, der schon so viel Tiroler Geschichte gesehen hat, die Vertreter aller politischen Parteien, gemeinsam mit den Kämpfern der Widerstandsbewegung den Willen der Tiroler Bevölkerung repräsentieren, so kann die internationale Öffentlichkeit daraus den brennenden Wunsch ermessen, mit dem die Tiroler und mit ihnen alle Österreicher eine gerechte Lösung der Südtiroler Frage erwarten.
Dank Tirols an Frankreich
Ich möchte diese Kundgebung nicht vorübergehen lassen, ohne den französischen Besatzungsbehörden den Dank des Tiroler Volkes abzustatten, daß sie ihm die Möglichkeit gegeben haben, seinem einheitlichen Willen Ausdruck zu verleihen und daß sie uns die Vertretung unserer berechtigten Interessen ermöglichten.
Appell an die Mächte
Wir appellieren heute aber auch an die Einsicht der alliierten Mächte. österreich, dessen Kernbevölkerung nunmehr seit zwölf Jahren einen blutigen und energischen Kampf gegen die nazistische Unterdruckung geführt hat, Österreich, das diesen Kampf unter sehr schweren Bedingungen führen mußte, ohne jene Ermunterung, wie sie vielen anderen Ländern durch die vereinten Nationen zuteil geworden ist, österreich, dessen Existenz für die europäische Stabilität so notwendig ist, braucht auch hier die alliierte Hilfe. Diesem Staat, dessen Lebensbedingungen mit zu den schwersten in Europa gehören und von dessen Bevölkerung alle Welt immer wieder den Aufbauwillen voraussetzt, muß das Gefühl gegeben werden, daß seine gerechten Ansprüche von den alliierten
Mächten unterstützt werden. Die alliierten Mächte werden damit in eindeutiger Weise klarstellen, daß nicht die Macht auch das Recht ist, sondern daß sie entschlossen sind, dem Recht die Macht zu geben.
Um dieses Ziel wurde vornehmlich dieser schwere Krieg geführt, und wenn in dieser Stunde die neuen Bausteine für den künftigen Frieden gelegt werden, so darf der Ruf nach Gerechtigkeit nicht verhallen — der Ruf nach Gerechtigkeit für Südtirol!“
„Gebt uns Südtirol!“
Londtagspräsident Dr. Platzgummer
(Obmann der Landesgruppe Tirol der Österr. Volkspartei)
„Liebe Tiroler! Liebe Landsleute! Ich spreche im Namen der Österreichischen Volkspartei. Wir kennen Volk und Land genau und wissen, daß die Wunde, die uns die Zerreißung Tirols im Jahre 1919 geschlagen hat, nie verharscht, geschweige denn verheilt ist. Uns ist Südtirol viel mehr als bloß ein beliebiges Stück unseres Landes. Die ob ihrer Schönheit weltberühmten Berge und Täler jenseits des Brenners sind geschichtlich, geo
graphisch und wirtschaftlich das Kernland Tirols. In ihnen steht die Stammburg unse res Landes, das Schloß Tirol, das dem Land den Namen gab, in ihnen hat sich ein Großteil unserer Geschichte abgespielt, in ihnen haben altes Tirolertum und Tiroler Brauch sich noch so erhalten wie kaum anderswo im Lande. Mit der Wegnahme Südtirols hat man uns das Herz aus dem Leibe gerissen.
Liebe Landsleute! Die Frage, die uns heute auf diesen Platz gerufen hat. ist die Tiroler Frage schlechthin. An ihrer glücklichen Lösung hängen wir mit allen Fasern unserer Seele. Unsere wirtschaftliche Not ist
grammgemäß in aller Würde und Ruhe entfalten und abwickeln.
Die Kundgebung wurde durch Radio Innsbruck übertragen. Durch den ausgezeichneten Hörbericht, den Dr. Buzas gab, konnten so auch die entlegensten Teile unseres Landes an dieser Kundgebung teilnehmen.
Die Vorarbeiten ebenso wie die technische Durchführung der Kundgebung, für deren Vorbereitung nur wenige Tage zur Verfügung standen, lagen in den Händen des Herrn Oberstleutnants Paumgartner, Major Schneeberger, Bezirkshauptmann Dr. Mumelter, die sich dadurch ein großes Verdienst erworben haben.
An der Kundgebung nahmen allein 32.000 Menschen in Tracht teil. Mit den Zuschauern und allen, die sonst noch an der Großkundgebung teilnahmen haben 36.000 Tiroler der Kundgebung für Südtirol auf dem Rennweg beigewohnt.
Am Abend erglänzte auf den Hängen der Nordkette in monumentaler Flammenschrift der Sehnsuchtsruf „Südtirol“.
groß, aber noch größer unsere seelische Not, unser Leid um Südtirol. Darum laßt es uns heute hinausrufen in die Welt, die sich anschickt, sich den Frieden zu geben: Gebt uns Tirolern, gebt unserem leidgequälten, aus tausend Wunden blutenden Tiroler Volk das Herzstück unseres Landes, unser Südtirol!“
Selbstbestimmungsrecht!
Dr. Karl Kunst
(Geschäftsführender Obmann der Sozialdemoratischen Partei Tirols)
Mussolini und Hitler sind gestürzt, Faschismus und Nationalsozialismus überwunden. Die Demokratien haben gesiegt. An ihren Sieg knüpfen wir und unsere Brüder und Schwestern im Süden die Hoffnung, daß das
uns zugefügte Unrecht gutgemacht Südtirol der Republik Österreich gegeben und damit die natürliche des Landes Tirol wieder hergestellt wird, DoLand, aus dem Walter von der Vogelweide, Oswald von Wolkenstein und Andreas Hofer stammen, das Land, in dem Schloß und Dor Tirol liegen, nach dem unser Land den Namen trägt, muß wieder österreichisch werden. De Forderung nach der Brennergrenze wurde seinerzeit nur mit strategischen Notwendig, keiten begründet. Diese sind politisch und mi litärisch nicht mehr gegeben. Nach der schlagung des preußischen Militarismus de steht keine politische Gefahr für Italien mehr Der moderne Krieg, besonders der Luftkrie und die Atombombe, haben bewiesen, da selbst Ozeane keine unüberwindlichen Hinder nisse mehr
bilden.
Wir Sozialisten haben uns immer für da Selbstbestimmungsrecht der Völl ker eingesetzt. Wir werden es weiterhin tun Der Führer der italienischen Sozialisten, Du rati, hat sich seinerzeit gegen die Annexion Südtirols und als diese vollzogen war, gegen die Unterdrückung der Südtiroler ausgespro chen. Der Tiroler Landtag hat ihm für diese Tat Dank und Anerkennung ausgesprochen Wir hoffen, daß wir bei unseren Parteifreunden im Westen für unsere Forderung nac Heimkehr Südtirols zur Republik österreich Verständnis finden werden. Es handelt sic bei dieser Forderung nicht um die Frage eine Partei. Es handelt sich um eine Frage des Volkes, ohne Ansehung der Partei. Diesen Kampf führen wir unter dem Motto: „Einheit macht stark.“
Wir sind dafür, wenn irgend welche Beden ken obwalten sollten, daß in Südtirol das Volk selbst in einer freien und unbeeinfluß ten Abstimmung über sein zukünftiges Schicksal entscheidet. Wir wünschen nicht, da auch nach diesem Kriege wieder Stacheln zu rückbleiben, die die Zusammenarbeit der Völker und damit die Völkervereinigung gefähr den.
So wollen wir hoffen, daß bald der Tag kommen möge, den wir alle so sehnsüchtiger warten, der Tag, an dem die Freudenfeuer auf den Bergen Süd= und Nordtirols lodem werden, der Tag, an dem tausendfach aus allen Tälern Südtirols der langersehnte Ruf erschallen wird: „Freiheit!“
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Südtirol kein Schacherobjekt
Landesrat Ronczay
(Vorsitzender der Landesleitung Tirol der Kommunistischen Partei Österreichs)
Tiroler! Tirolerinnen! Wenn ich im Auftrage der Kommunistischen Partei österreichs in dieser Versammlung das Wort ergreife, dann deshalb, um zweierlei kundzumachen: Einmal, daß die Frage „Südtirol“ alle demokratischen Tiroler und österreicher angeht —, zum andernmal, daß unser Volk entschlossen ist, diese Frage nie wieder zu einem Schacherobjekt faschistisch=reaktionärer Elemente werden zu lassen!
Es ist die Stunde gekommen, die Frage „Südtirol“ frei von faschistischer Lüge und nationalsozialischer Verhetzung zu stellen.
Wir österreichischen Kommunisten wissen daß die Rückkehr Südtirols ein begreifli ches und begründetes Verlangen ist Deshalb erheben wir unsere Stimme und wiederholen, was wir immer gesagt haben Südtirol gehört zu österreich!
Wir Kommunisten sind entschieden dafü, daß dieser Wunsch des ganzen Tiroler Volkes sachlich vertreten wird, in klarer Nüch ternheit und frei von jedem Chauvinismus Wir Österreicher wollen alles daransetzen mit unseren Nachbarstaaten in friedlichen Einvernehmen zu leben. Wir wünschen, diese strittige Grenzfrage in freundschaftlichen Einvernehmen mit dem demokratischen Ita lien zu regeln. Wir sind für eine demokrati sche Lösung.
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Der Wunsch der Südtiroler
Dr. Reut=Nicolussi
Liebe Landsleute und Freunde Tirols!
Am Schlusse der heutigen großartigen Kundgebung soll ich noch ein Wort darüber sagen, was Südtirol selbst in dieser geschichtlichen Stunde will. Das ist wahrlich schnell ausgesprochen: Südtirol will fort von Italien.
Laßt mich daran erinnern, daß ich vor 26 Jahren im Wiener Parlament dem Schmerz Tiols über die Zerreißung des Landes Ausdruck geben durfte. Ich sagte damals: „Es wird jetzt in Südtirol ein Verzweiflungskampf beginnen um jeden Bauernhof, um jedes Stadthaus, um jeden Weingarten. Es wird ein Kampf sein mit allen Waffen des Geistes und mit allen Mitteln der Politik. Es wird ein Verzweiflungskampf deshalb sein, weil wir eine Viertelmillion stehen gegen vierzig Millionen Italiener.“
Liebe Freunde, die damalige düstere Ahnung ist durch das Streben Italiens, das Tirolertum im Süden unseres Landes auszutilgen, traurige Wirklichkeit geworden. Von der Enteignung und Austreibung bis zur
Italianisierung der Grabsteine ist uns nichts erspart geblieben Aber7100 Jah
en. Aber weit 100 Jahre Unrecht auch nicht eine Stunde Recht machen, so gebührt unserem Volke nach allen Grundsätzen des menschlichen Zusammenlebens Wiedergutmachung, gebührt ihm die Freiheit. Und eben dies ist Südtirols Wunsch. Nach Freiheit verlangt es, nach der Möglichkeit, dahin zurückzukehren, wohin es seine Geschichte und seine Interessen kultureller und materieller Art weisen, in die Arme der Mutter, bei der es groß geworden, bei der es froh und gesund war, in die Arme Österreichs!
Dies ist die einzige Lösung der Südtiroler Frage, die unsere Veraangenheit und der Blick in die Zukunft eanfehlen. Und wie im Jahre 1919 sämtliche Gemeinden Süd
tirols die Bitte um Belassung bei Nordtiro und Österreich an die Friedenskonferenz in Paris gerichtet haben, so wendet sich heute die einzige einheitliche Partei der Südtivler, die Südtiroler Volkspartei an die Regierungen der Siegerstaaten mit der Bitte, den in den Leiden der Verfolgun nur gestärkten Willen der Südtiroler zu berücksichtigen. Mit ihr legt die gesamtt Geistlichkeit Südtirols, die best Kennerin der Seele unseres Landes, die glei che Bitte vor, die auch in den Akten des it lienischen Parlaments eine Grundlage hat denn dort ruht bis heute unwiderrufen die Rechtswahrung, womit wir Südtirolet Abgeordneten in Rom unseren Einzug hiel ten.
Mit den Südtirolern an Etsch und Eisach vereinigen sich in gleichem Verlangen auch die Südtiroler, die von der Fremdherrschaft aus der engeren Heimat vertrieben worden sind. Wir zählen wohl an die hunderttausend, die Eisenbahner, die Lehrer it ihren Familien, die Tausende, die von der italienischen Regierung unter Berufung uf den Friedensvertrag des Heimatrechtes ent kleidet, sowie alle, die durch Terror Flucht genötigt wurden, und endlich die Zehntausende, die nach dem Komplott Mussolini=Hitler als Umsiedlek ins Ungewisse und schließlich in die Not gestoßen worden sind. Auch sie alle erheben ihre Stimme zu den Alliierten: Gebt uns die Heimat wieder, laßt uns zurückkehren zu den Grabhügeln, unter denen unsere Väter schlummern, zu den Hängen und
Breiten, wo wir den schönen Traum unserer Jugend geträumt haben, in unser, ach, so heißersehntes Sonnenland!
Von italienischer Seite wird den Südtirolern nahegelegt, die Forderung nach einer Beseitigung der Brennergrenze fallen zu lassen und sich den Versprechungen der italieni