Tiroler Tageszeitung 1945

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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str.
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summer 62 / 1. Jahrgang
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die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle cinsendungen an die Schriftleitung der „C. T.“, Innsbruck,
4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Montag, 3. September 1965
Vor der
Die Südtiroler Frage — man soll eigentlich von der Tiroler Frage sprechen, denn wir alle empfinden es seit 27 Jahren nur allzu bitter, daß durch die Brenner=Grenze das Pesen Tirols selbst getroffen wurde — tritt nun immer stärker in den Vordergrund. So ist auch die bedeutendste, bewegende Kraft in dieser Frage das Streben Tirols nach der Viederherstellung seiner Einheit. Daneben wirkt das Verlangen Österreichs nach der Festigung seines westlichen Bestandes und nach der Stärkung seines wirtschaftlichen Aufbaues mit. Nicht vergessen sei auf österreichischer Seite der Wunsch, zu Italien ein gutes nachbarliches Verhältnis herzustellen. Ein solches war unmöglich, solange Italien unsere Landsleute im Süden in seiner Gewalt behielt. Die Wunde, die der Verlust
Südtirols geschlagen hatte, konnte ja nie vernarben, sie wurde aber besonders schmerzhaft und für das Staatsbewußtsein in Österreich besonders bedrückend angesichts der in Europa beispiellosen Unterdrückung der Südtiroler in den Jahren des Faschismus. Das österreichische Volk fühlte gegenüber der Entrechtung der Südtiroler seine eigene Nachtlosigkeit und mußte am Sinn seiner Staatlichkeit irre werden. Wiederholt rief nan die öffentliche Meinung in der Welt an. Der Erfolg konnte wohl nicht sofort eintreten=Immerhin ist die Kenntnis der Unterdückung in Südtirol Gemeingut geworden uddürfte derzeit ihre Früchte tragen. Es mindessen noch alles versucht werden, um die Bedeutung jener Leidenszeit für den ungeheuerlichen Umsiedlungsvertrag zwischen dem
Faschismus und dem Nationalsozialis
bekannt zu machen. Man muß sich vor halten, daß die Südtiroler von Jahr ahr stärker um Freiheit, Sprache und gebracht wurden. Schließlich fühlten sie vor die Wahl gestellt, ob sie nach dem Norden abwandern oder von den Faschisten nach Süditalien verpflanzt werden wollten. Ver sollte da nicht begreifen, daß es der Nehrheit von ihnen einfach unmöglich war, sich für das „Bleiben“ unter ihren grausamen Zwingherrn zu entscheiden?
Heute sind die faschistischen und nationalsozialistischen Urheber des niederträchtigen Umsiedlungsplanes von einem gerechten Schicksal ereilt worden. Die Abgewanderten haben einen Verband gegründet, der von Innsbruck aus die Heimkehr der Vertriebenen anstrebt. Die Alliierten sind um ihre Hilfe für diese Entwurzelten gebeten worden. Es darf gesagt werden, daß man über die Tragik dieser beklagenswerten Opfer zweier Diktatoren nicht kalt hinweggehen
Südtirol — Herzenssache Tirols
Morgen, Dienstag, den 4. September, wird sich das Land Tirol in einer Großkundgebung auf dem Rennweg zu Innsbruck feierlicn und einmütig zu Südtirol bekennen.
Der Dienstagnachmittag soll uns alle, die wir seit 25 Jahren von unseren Landsleuten im Süden getrennt sind, einmütig in dem Gedanken versammelt sehen, die alte Landeseinheit zu erwirken.
Innsbrucker, Innsbruckerinnen, Landsleute! Wir fordern euch auf, am Dienstag um 17 Uhr durch eure Anwesenheit am Rennweg zu bekunden, daß die Großkundgebung „Österreich ruft Südtirol“ eine Herzenssache des ganzen Landes ist! Erscheint in euren festlichen Gewändern, in euren Trachten und Dirndln! Die Trachtengruppen werden gebeten, sich geschlossen am Rennweg einzufinden.
Damit auch die Trachtengruppen und Schützenkapellen auf dem Lande Gelegenheit haben, an der Großkundgebung teilzunehmen, werden Sonderzüge eingesetzt werden.
Anmeldungen von geschlossenen Verbänden und Gruppen, die in Trachten erscheinen werden, sind bis spätestens Montag, den 3. September, beim Organisationsbüro „Südtiroler Großkundgebung“, Innsbruck, Hofburg, Südhof, unter Angabe der Stärke abzugeben. Das Organisationsbüro ist für alle Fragen der Großkundgebung zuständig. Es ist täglich von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Ruf Nr. 5131.
Um auch allen Innsbruckern Gelegenheit zu geben, an der Großkundgebung teilzunehmen, hat die Tiroler Landesregierung beschlossen, am Dienstag, den 4. September, ab 16 Uhr für Innsbruck eine allgemeine Betriebs- und Geschäftssperre festzusetzen.
wird. Das Tor zu ihrer Heimat wird sich auch für sie öffnen und in der Zwischenzeit haben die Landesregierungen von Tirol, Vorarlberg
und Salzburg beschlossen, ihnen dieselbe Behandlung zuzuerkennen wie den österreichischen Staatsbürgern. Internationale Organisationen stellen auch wirtschaftliche Unterstützung für sie in Aussicht. Eines Tages wird sch die Flut auch um die Seelennot dieser unserer Landsleute legen. Das Bild des häßlichen Verrates, der von einer angeblich nationalen Partei am Lande Andreas Hofers begangen worden ist, dürfte dann die Erkenntnis fördern, daß ein Volk sich selb preisgibt, wenn es seine Geschichte vergißt. In der Tat muß man es als eine wahre Versündigung an der Geschichte bezeichnen, wenn die tausendjährige Vergangenheit unserer geliebten Alpenheimat mit einem Trinkspruch im Palazzo Venezia verkauft wurde.
Heute ist die Sehnsucht aller Tiroler aber stärker denn je auf die Beseitigung jener verderblichen Grenzpfähle gerichtet, die im Jahre 1919 am Brenner in das lebendige Fleise des Tiroler Volkes eingerammt wurden. Zu lange haben diese Schranken Kinder von ihren Eltern, Geschwister von Geschwistern getrennt. Die materielle und moralische Schwächung Österreichs durch die BrennerGrenze wird, wie wir unbeirrt hoffen, bei der nächstens zu erwartenden Neuordnung Europas, getragen vom Gerechtigkeitsgedanken der Alliierten, wettgemacht werden. Die Einheit und Freiheit eines gesunden Tirols wird sich auch auf die Gesundung eines neuen österreichs segensvoll auswirken.
Dr. Eduard Reut=Nikolussi.
Die ganze Landeshauptstadt rüstet bereits eifrig, um den bedeutungsvollen Tag, an dem zum erstenmal seit langer Zeit Österreich Südtirol wieder ruft, festlich und würdig zu begehen.
Am Dienstag sollen die Maria-TheresienStraße, der Burggraben und der Rennweg im reichstem Schmuck der Fahnen prangen. An alle Bewohner der soeben genannten Straßen ergeht der Aufruf, ihre Häuser, Fenster und Balkone zu schmücken. Die Geschäftsinhaber auf der Maria-TheresienStraße und am Burggraben sollen ihren Schaufenstern und Auslagen die Südtiroler Note geben. Zu diesem Zweck werden in allernächster Zeit auch Südtiroler Landkarten mit den Sprachgrenzen verteilt werden.
Radio Innsbruck wird täglich im Nachrichtendienst um 13.30 und 18.45 Uhr die Verlautbarungen des Organisationsbüros „Südtiroler Großkundgebung“ durchsagen. Wir bitten unsere Hörerinnen und Hörer, diesen Verlautbarungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Bund der Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung in Tirol
Die Mitglieder aller drei Gruppen, das sind die ehemaligen politischen Schutzhäftlinge der Konzentrationslager, die Geschädigten mit Schutz= und Strafhaft und die Geschädigten ohne Freiheitsberaubung und deren Familienangehörigen nehmen geschlossen an der Kundgebung für Südtirol teil. Sie versammeln sich Dienstag, den 4. September, um 16 Uhr vor der Stadtparteileitung der österreichischen Volkspartei in der Erlerstraße, vom Hause Nr. 1 bis zur Ecke der Museumstraße.
Für den Gründungsausschuß des Bundes der Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung in Tirol:
Der Obmann Marincovich
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Der Tag des Sieges über Fapan
Washington, 2. September. Heute um 2.30 Uhr früh wurde auf dem Schlachtschiff „Misouri“ die bedingungslose Kapitulation Japans, wie sie in den Potsdamer Beschlüssen vorgesehen war, feierlich unterzeichnet. Mehr als hundert Militar= und Seeoffiziere wohnten der Zeremonie, die nur einige Minuten währte, bei. General MacArthur leitete die Feierlichkeiten. Mehr als 200 Journalisten, darunter auch japanische, waren bei der Unterzeichnung anwesend. über dem Schlachtschiff „Misouri“ wehte dasselbe Sternenbanner, das am 7. Dezember 1941, als die Japaner Pearl Harbour angriffen, über dem Kapitol von Washington wehte. Knapp neben dem Unterzeichnungsraum befand sich die Flagge unter der vor neunzig Jahren das erste amerikanische Kriegsschiff in die Bucht
von Tokio einfuhr.
Für den Kaiser Hirohito unterschrieb Außenminister Shigimitzu, der am rechten Bein eine Prothese trug. Er humpelte vor, nahm seinen Zylinderhut ab, suchtelte ein wenig mit seiner Feder und unterschrieb dann. Als nächster folgte der Chef des Kaiserlichen Generalstabes, der sich die Tränen aus den Augen wischte, als er unterschrieb. Die Japaner sahen ernst und hergenommen aus. Als Oberster Befehlshaber der Alliierten unterschrieb MacArthur. Für Frankreich unterzeichnete General Le Clark.
MacArthur hielt nach Abschluß der Kapitulationszeremonie eine Rede, in der er unter anderem sagte: „Meine Mitbürger! Heute schweigen die Geschütze, eine große Tragödie ist zu Ende und ein großer Sieg wurde errungen. Nicht länger regnet der Himmel Tod. Die Meere tragen nur Güter des friedlichen Handels, überall wandeln die Menschen aufrecht im Licht des Tages. Die ganze Welt lebt fortan ruhig und im Frieden. Der heilige Auftrag wurde erfüllt. Wir müssen im Frieden das bewähren, was wir im Kriege gewonnen haben. Dieser Krieg soll unsere letzte Chance zur Rettung des Friedens gewesen sein.“
Ansprache
Präsident Truman hielt nach der Unterzeichnung der Kapitulation eine Rede über den Rundfunk, in der er den 2. September als den Tag des Sieges über pan erklärte. „Amerika wird Pearl Harbour, Japan wird die „Misouri“ nicht vergessen.“ Mit Gottes Hilfe sei das Schwerste vollbracht worden. Voller Vertrauen wenden sich die Augen der Nation der Zukunft zu.
In einer Rundfunkansprache an die in der ganzen Welt verstreuten amerikanischen Streitkräfte sagte Präsident Truman: „Zivilisation kann einen weiteren totalen Krieg nicht überleben.“
Obgleich die Erklärung des Präsidenten den Krieg formell beendet hat, so ist dieser für die Vereinigten Staaten rechtlich noch nicht zu Ende, denn der Kongreß muß das offizielle Datum festsetzen, an dem die Feindseligkeiten eingestellt wurden, sowie auch den Zeitpunkt, zu dem der Krieg beendet wurde. Von der Festsetzung dieser Daten hängt nämlich die offizielle Beendigung der Tätigkeit zahlreicher, nur für die Kriegsdauer eingesetzter Regierungsbeamter ab.
Rußland und die Kapitulation Japans Moskau, 2. September. Stalin erklärte anläßlich der Beendigung des Krieges mit Japan den 3. September als offiziellen Nationalfeiertag Rußlands.
Er richtete auch an Präsident Truman eine Glückswunschbotschaft, außerdem sprach er im Rundfunk zum russischen Volk und brandmarkte die Angreifer, welche die Humanität und Zivilisation an den Rand des Abgrundes gebracht hatten.
Ein Vergleich London, 2. September. Der „Ökonomist“ erklärt: „Der Gegensatz zwischen der raschen opportunistischen und selbstgefälligen Haltung und dem betäubten Schweigen Deutschlands ist besonders auffällig. Die Ja
paner fühlen; daß, wenn sie auch ihre Schlagkraft verloren haben, weder ihre Selbstachtung noch ihre Bewegungsferiheit allzu schweren Schaden gelitten hat.
Noch Kämpfe in Burma
Kandy, 2. September. „United Preß“ berichtet, daß nordöstlich von Rangoun noch immer etwa 10.000 japanische Soldaten kämpfen, die von der Kapitulation Japans nichts wissen.
Der Tag der Aebeit in Amerika
Washington, 2. September. In den Vereinigten Staaten wird der erste Montag im September eines jeden Jahres als der Tagder Arbeit gefeiert. Dieser Tag, der seit dem Jahre 1894 als Nationalfeiertag gilt, verfolgt den Zweck, an diesem Tage alle arbeitenden Menschen durch die auf dem Montag erstreckte Verlängerung des Wochenendes eine größere Erholung finden zu lassen, bevor die Arbeit nach Beendigung der Sommerferien wieder in vollem Umfang anzulaufen beginnt. Er dient also nicht politischen Kundgebungen, sondern der Entspannung und Erholung. Während der Kriegsjahre wurde dieser Tag nicht mehr gehalten. Diesmal wird er mit um so größerer Freude begangen.
Aus diesem Anlaß hielt der Vorsitzende des Kriegsproduktionsausschusses eine Ansprache an die Arbeiter und Arbeiterinnen der Vereinigten Staaten, in der er sie zu ihren bewundernswerten Leistungen im Dienste des Sieges beglückwünscht.
Die Lebensmittelhilfe für
Washington, 2. September. Der stellvertretende Direktor der UNRRA teilt mit, daß die befreiten Länder eine monatliche Warenunterstützung im Ausmaß von 550.000 Tonnen zugewiesen erhalten. Am dringendsten ist die Lieferung von Weizen. 56.000 Tonnen sollen im September und 80.000 Tonnen im Laufe des Oktober verschifft werden. Weizenlieferungen allein, so sagt der stellvertretende Direktor, können die Lebensmittelknappheit in Europa nicht beheben, es müßten den Kindern auch Milch und andere Aufbaustoffe zur Verfügung gestellt werden.
Bericht de Gaulles über seine Reise nach Amerika
Paris, 2. September. General de Gaulle erstattete nach seiner Rückkehr dem französischen Kabinett Bericht über seine in Washington und Ottawa geführten Besprechungen.
In der amtlichen Mitteilung über diesen Bericht heißt es, General de Gaulle stellte fest, daß die Besprechungen in Washington und Ottawa eine allgemeine übereinstimmung der Ansichten zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich ergeben haben. In beiden Staaten bestünde der gleiche Wunsch nach Zusammenarbeit in der künftigen Regelung der Verhältnisse in Europa und im Fernen Osten.
General de Gaulle betonte, daß diese Konferenz es den Vereinigten Staaten und Frankreich ermöglicht have, ihre Einstellung in allen wichtigen europäischen und Weltproblemen in Freundschaft und Offenheit zu vergleichen und eine allgemeine übereinstimmende Meinung festzustellen. General de Gaulle unterstrich die Absicht der Vereinigten Staaten, den wirtschaftlichen Wiederaufbau Frankreichs großzügig zu unterstützen. Langfristige Kredite, die Frankreich in Washington eröffnet wurden, werden Frankreich instandsetzen, die sofort fälligen Zahlungen für die bis Ende 1945 geplanten Einfuhren zu leisten.
Auf Grund der Verhandlungen in Ottawa konnten die Bedingungen für eine französisch=kanadische Zusammenarbeit besonders auf wirtschaftlichem Gebiet genau festgelegt werden.
Die Regierungsmitglieder nahmen den Bericht des Chefs der provisorischen Regierung mit großer Befriedigung zur Kenntnis.