Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:8

- S.53

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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Hostzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
summer 57 / 1. Jahrgang
Einzelpeels 15 Dlg.
die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. T.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Tprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Dienstag, 28. Rugust 1965
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„Hester Mut und klarer Kopf“
Ein Gespräch mit Tandeshauptmann Dr. Gruber
Landeshauptmann Dr. Gruber gewährte einem Vertreter unseres Blattes eine Unterredung, in welcher er einige Grundsätze darlegte, die seine weitblickenden und abgeklärten Auffassungen über die Führung der öffentlichen Geschäfte enthalten. Wir geben nachstehend die gestellten Fragen wie die auf sie erteilten Antworten wieder.
Rochlange außerordentliche Verhältnisse
„Wie beurteilen Sie, Herr Landeshauptmann, das Verhalten unserer öffentlichkeit gegenüber dem Werk des Wiederaufbaues?“
„Wer so wie ich in jenen entscheidenden Tagen, da unsere Heimat von dem siebenjährigen Joche ununterbrochener Bedrük
kungen frei wurde, an der vordersten Front der Freiheitskämpfer stehen durfte, wird niemals daran zweifeln, daß der Schwung, der damals unser Volk beseelte, dafür bürgt, daß wir auch dem Werke des Wiederaufbaues gewachsen sein werden. Wir haben uns nicht auf Grund eines bloßen Gefühles, sondern aus tiefster überzeugung um die Fahne des Vaterlandes gesammelt. Diese festgewurzelte überzeugung bewahrt uns aber auch vor je
nem leichtfertigen Optimismus, der, wenn er die unmittelbaren Schwierigkeiten überwunden hat, alle Widrigkeiten überwunden wähnt. Wir machen uns vielmehr mit der Tatsache vertraut, daß wir noch lange mit außerordentlichen Verhältnissen zu rechnen haben werden. Ich denke dabei gar nicht so sehr an die Aufgabe der politischen Einrichtung und Neuordnung unseres Staatswesens, als vielmehr an die gewaltigen Anstrengungen, die notwendig sein werden, um die Folgen des Krieges zu überwinden und den vielfach gestörten oder gar zerstörten Produktionsapparat wieder in Gang zu bringen. Wir haben uns daran gewöhnt, daß oft die sorgfältigsten überlegungen durch unerwartete Ereignisse hinfällig wurden. Wir werden daher bei allem Fleiß in der Aufstellung der
anzuwendenden Hilfsmittel auch das gute österreichische Talent zur geschickten Improvisation nichtrosten lassen dürfen. Wir können uns bei aller Sicherheit über das endgültige Ziel nicht einem Schema verschreiben. Auf dem Wege zu diesem Ziel werden uns nicht selten Ereignisse oder Tatsachen begegnen, welche das Tempo unserer Fortschritte beschleunigen oder verzögern werden. Mehr als je brauchen wir in diesen Zeiten festen Mutund klaren Kopf! Wir benötigen vor allem Sachlichkeit!" 1
Einig im Geiste der Zusammenarbeit
„Wie kann Ihrer Ansicht nach diese Haltung der Sachlichkeit gefördert werden?“ „Wenn ich darüber einige Gedanken entwickeln möchte, so schicke ich voraus, daß die bisherige Zusammenarbeit aller maßgebenden Kreise im Lande zu schönen Hoffnungen berechtigt. Ich möchte nur wünschen, daß der Geist dieses Zusammenwirkens sich noch mehr vertiefe. Es ist selbstverständlich, daß nicht alle Bürger, die fest auf dem Boden des Staatsgedankens stehen, gleicher Meinung sein werden über Einrichtung und Ausstattung des neuen Staatsbaues. Vorläufig aber stehen wir erst mit arbeitsbereiter Hand an einer von Trümmern übersäten Baustätte. Könnte eine Meinungsverschiedenheit darüber bestehen, daß wir erst den Schutt wegzuräumen und, wenn dies geschehen
ist, Grundmauern und ein Notdach aufzurichten haben? Die Meisterung der Notlage, in der wir uns befinden, ist gegenwärtig das einzige politische und wirtschaftliche Programm, das wir auszuführen haben. Bauleute auf Notbauten hadern und streiten nicht. Sie gehen tatkräftig ans Werk. Das ist das einzige und beste, was sie tun können. Sollten wir es anders halten? Unsere gegenwärtigen Lebensbedingungen sind von der Not bestimmt. Die Arbeit, die sie uns auferlegt, ist so zwingend, daß sie allen politischen Parteien die gleichen Aufgaben und damit auch die gleichen Methoden auferlegt. Sie sehen: die Notist unser bester Lehrmeister zu sachlichem Denken und sachlichem Arbeiten. Ich freue mich insbesondere darüber, daß unsere städtischen und ländlichen
Gemeinwesen dieses einträchtige Zusammenwirken, das bei der Anderung unserer Verhältnisse selbstverständlich war, seither in einer oft beispielgebenden Weise gepflegt und entwickelt haben.“
„Wie stellen Sie sich zur Frage der Wiedergutmachung der durch den Nationalsozialmus besonders Geschädigten?“
„Dieser Anspruch entspricht ebenso wie jener der von Kriegs= und Einquartierungsschäden Betroffenen dem Rechtsgefühl. Man braucht über ihn nicht zu diskutieren. Er ist unbestritten. Seiner juristischen Formulierung und seiner finanziellen Befriedigung gilt die Arbeit unserer Amter. Es wäre jedoch schädlich, wenn dieser begründete An spruch mit persönlichen Aspiratio
nen, die damit nichts zu tun haben, verbunden würde. Möge man nicht vergessen.— und hier spreche ich ganz allgemein —, daß alle Stellenbesetzungen, sei es im öffentlichen Dienste oder in der privaten Wirtschaft, ausschließlich nach sachlichen Gesichtspunkten erfolgen müssen. Jetzt ist nicht die Zeit für Sinekuren. Jede ungenügend oder schlechtausgefüllte Stelleist, wo wir doch die äußerste Leistungsfähigkeit ermuntern müssen, eine Schädigung der Allgemeinheit. Nur das Zusammenklingen der moralischen und sachlichen Erfordernisse rechtfertigen die Bewerbung um Stellen und gewähren ein Anrecht auf die Zuteilung von solchen.“
Der Herr Landeshauptmann schloß die Unterredung mit den Worten:
„Wie ich schon sagte: das Ziel, dem wir zustreben müssen, ist klar bezeichnet. Jeder Erfolg des Aufbauwerkes entgiftet die Atmosphäre unseres Lebens von den Bazillen eines ungesunden politischen Klimas. Wir bemühen uns, Ordnung zu schaffen, damit endlich die Beruhigung einkehre. Wir brauchen die Ruhe, damit die Wirtschaft sie entfalte. Sind die Lebensmöglichkeiten gesichert, fühlt unsere Jugend wieder festen Boden unter ihren Füßen, so haben wir vor der Zukunft nicht zu bangen.“
Italien und Jugoslawien
Rom, 27. August. Der italienische Außenminister Dr. Aleide Degasperi erklärte, die christlich=demokratische Partei wende sich an Rußland in dem Bestreben, die Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen, die mit der Regierung des Marschalls Tito bestehen. Das Problem der Minderheiten im italienisch=jugoslawischen Grenzgebiet müßte durch ein Kompromiß geregelt werden, da es zwischen den beiden Staaten keine Demarkationslinie gibt.
Rußland entläßt alle italienischen Kriegsgefangenen
Rom, 26. August. Die italienischen Kriegsgefangenen in Rußland, 19.000 an der Zahl, werden, wie ein Telegramm aus Moskau meldet, freigegeben und so schnell als mög lich, d. h. soweit die verfügbaren Transportmittel es gestatten, nach Italien zurückbe fördert werden.
Oberst über die Säuberungsfrage
Graz, 27. August. Der Chef der britischen Militärregierung in Steiermark, Oberst Wilkinson, erließ eine Warnung an jene, welche Denunziationen von Nazis nur deshalb vornehmen, um persönliche Rechnungen zu begleichen. Er fordert die österreicher auf, durch sachliche Informationen dabei zu helfen, daß die schuldigen Nazis ausfindig gemacht und vor Gericht gebracht werden. „Es muß“, so sagt Oberst Wilkinson, „ein für allemal mit der Idee Schluß gemacht werden, als ob die britischen Behörden für die Nazis irgend welche Sympathien hätten. Aber wir beabsichtigen nicht, jemand nur deshalb einzukerkern, weil irgend jemand gehört haben will, er sei ein Nazi.“
Auch der Landeshauptmannstellvertreter von Oberösterreich verhaftet
Linz, 27. August. Der Landeshauptmannstellvertreter in Oberösterreich Dr. Anton Rusegger wurde 24 Stunden nach der
Festnahme des ehemaligen Landeshauptmannes Dr. Eigl von amerikanischen Besatzungstruppen verhaftet. Die Verhaftung erfolgte, weil er ebenso wie der Landeshauptmann seinerzeit in Verbindung mit den Nationalsozialisten gestanden war.
Göring als Antersuchungs
gefangener
Nürnberg, 27. August. Göring ist nicht mehr Kriegsgefangener, sondern er erwartet jetzt als gewöhnlicher Untersuchungshäftling die Verhandlung vor dem Militärgericht. Er wurde von der alliierten Militärregierung seines militärischen Ranges entkleidet. Er wird jetzt als Zivilist in einer Einzelzelle untergebracht werden. Ebenso wie Göring wurden auch Generalfeldmarschall Keitel und Generaloberst Jodel des militärischen Ranges beraubt.
Die erste Phafe der amerikanischen Besetzung
New York, 27. August. Eine Vorausabteilung von mehr als hundert alliierten Schiffen fuhr heute früh in die Bucht von Somagi südlich von Tokio ein. Sie wurden von mehr als tausend Flugzeugen, die von Flugzeugträgern aufgestiegen waren, begleitet.
Die japanischen „Hitzköpfe“ Manila, 27. August. Der Berichterstatter der „New York Times“ warnt vor den Schwierigkeiten der Besetzung Japans. allem müsse man die japanischen Hitzköpfe richtig behandeln, da diese zu jenen Fanatikern gehören, aus welchen sich die Selbstmordpiloten zusammensetzen.
London, 26. August. Die „Times“ erklärt, die wirksame Entwaffnung Japans sei auch das beste Mittel, um das eigentliche Ziel zu erreichen: die Entmilitarisierung der Denkweise des japanischen Volkes.
Flugzeug mit Atomenergie
Washington, 26. August. Maßgebende Beamte für das Luftfahrtwesen machten die offizielle Mitteilung, daß es innerhalb der nächsten zehn Jahre möglich sein werde, Flugzeuge herzustellen, die durch die Atomenergie angetrieben werden. Es würden dies riesige Flugzeuge sein, die mit einer Stundengeschwindigkeit von 1600 Kilometer den Transport einer ganzen Armee samt Ausrüftung durchführen könnten.
London, 26. August. Der britische Gelehrte Thomson, der an der Entwicklung der Atombombe einen hervorragenden Anteil hat, erklärt, es sei fast unmöglich, die Atombombe in kleinen Kraftwerken zu erzeugen. Er rechne damit, daß es erst nach langer Zeit möglich sein werde, die Atomkraft für den Antrieb von Kraftwagen und Flugzeugen zu verwenden.
Hilfe für Europa
Ein Sonderbericht des amerikanischen Kriegsinformationsamtes unterrichtet die amerikanische öffentlichkeit über die Notwendigkeit, Europa rascheste Hilfe zu bringen. Es heißt darin: Innerhalb der nächsten neun Monate müssen die befreiten Länder Europas 30 Millionen Tonnen Kohle erhalten und noch im Laufe des kommenden Jahres 12 Millionen Tonnen Lebensmittel, mehrere tausend Lokomotiven, Zehntausende von Eisenbahnwagen, 155 Millionen Barrels Petroleumprodukte, viele Millionen Meter Spinnstoffe, Arzneimittel und medizinische Ausrüstungen im Werte von 75 Millionen Dollars.
Bekleidung für 25 Millionen Menschen
Washington, 27. August. Der stellvertretende Direktor der UNRRA erklärte, die Organisation habe genügend Kleidung, um den dringenden Bedürfnissen von mehr als 25 Millionen Menschen begegnen zu können. Die Vorräte wurden durch eine Kleidersammlung der großen religiösen Gruppen
und durch eine solche der Vereinten Nationen zustande gebracht.
Die Rückkehr der Kriegsgefangenen aus den Vereinigten Staaten
Washington, 26. August. Das Hauptamt der Militärpolizei der Vereinigten Staaten gab bekannt, daß sämtliche 400.000 deutsche Kriegsgefangenen, die sich gegenwärtig in den Vereinigten Staaten befinden, anfangs 1946 nach Deutschland zurückgeschickt werden.
Ersatzmittel für Chinin
Washington, 27. August. Wie eine Versuchsanstalt der amerikanischen Armee berichtet, haben Versuche zur Entdeckung eines Ersatzmittels für Chinin geführt, das so billig ist, daß es für alle 300 Millionen Malariakranken der Welt verfügbar sein wird. Das neue Heilmittel heißt Totaquin. Die Stoffe werden ebenfalls aus Chinarinde gewonnen.
Das schnellste Flugzeug der
Der Kommandeur der amerikanischen Heeresluftwaffe Henry Arnold gab Einzelheiten über den neuen Jäger mit Düsenantrieb, das schnellste Flugzeug der Welt, genannt „Shooting Star“. Der „Shooting Star“ hat eine Stundengeschwindigkeit von mehr als 900 Kilometer, das ist eine größere Annäherung an die Schallgeschwindigkeit, als jemals von einem anderen Fahrzeug erreicht wurde. Es ist zum Angriff gegen feindliche Flugzeuge in großer Höhe bestimmt, kann aber auch jede Art von Einsatz, die jetzt von den gewöhnlichen Jägern geflogen werden, ausführen. Der „Shooting Star“ kann bis
auf eine Höhe von 13.500 Meter gehen und ist mit schweren Maschinengewehren bewaffnet. Bei einer Flügelspannweite von 11,7 Meter hat das Seitensteuer eine Höhe von nur 3.40 Meter. Er ist 10,35 Meter lang und wiegt leer ungefähr 3500 Kilogramm, mit voller Treibstoffladung 5000 Kilogramm. Mit einer auswechselbaren, zur Aufnahme von photographischen Geräten bestimmten Nase kann der „Shooting Star“ auch für photographische Aufklärung bei hoher Geschwindigkeit verwendet werden. Mit einer Abänderung der Vergasung kann der Motor des „Shooting Star“ auch mit Petroleum oder Benzin arbeiten.