Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.33
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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vor erst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck,
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Hoffnungslos
Selbst in jener düsteren Stunde, als Österreich von Hitler überfallen und überwältigt wurde, hegten wir keinen Zweifel, daß eines Tages wieder Gottes Sonne in Frieden über ein neues österreich strahlen wird. Wir setzten unsere Hoffnung auf den Glauben an den Sieg des Rechtes. Wir wußten, daß der Schlag gegen Österreich nur das Vorspiel zur Herausforderung der Welt sein wird, eine Herausforderung, die zum Zusammenbruch des Dritten Reiches führen mußte. Wir waren weiter überzeugt, daß die Maßlosigkeit der Frevel, auf die das neue System gegründet war und die es andauernd vermehren mußte, wenn es sich in voller Schönheit ausleben wollte, seinen Untergang besiegelte. Wir ertrugen daher die Leiden, die diese Zeit uns auferlegte, mit dem tröstlichen
Bewußtsein, daß der Sieg der Sache, die wir liebten und um derentwillen wir litten, sicher sei.
In einer wesentlich anderen Lage befinden sich jene Nutznießer des verflossenen Dritten Reiches, die sich nach den so rasch entschwundenen Jahren ihrer Herrlichkeit zurücksehnen. Sie wollen es vielfach noch immer nicht recht fassen, daß ihnen die Geschichte das harte Urteil zugerufen hat: „Versungen und vertan.“ Gewohnt an die Prophetensprüche der „Führerzeit“ trösten sie sich mit neuen — Terminen. „Wartet nur“ — so sagen sie — „in ein paar Wochen, in ein paar Monaten, höchstens in ein paar Jahren werden wir wieder obenauf sein.“ Worauf mögen sie wohl solche Rechnungen stützen? Auf den Glauben an ein gutes Recht oder eine gute Sache? Um ein solches Vertrauen zu hegen — dazu haben sie selbst ein zu schlechtes Gewissen. Nein! Sie hofften auf
einen neuen Krieg. Auf einen Krieg zwischen den großen Mächten. Flugs sauste die Atomhombe daher und zerschlug mitleidslos die aus dem braunen Erdreich sich emporreckenden Hoffnungsblümchen. „Aber“ — so meinen andere schöne Seelen — „paßt nur auf: es bleibt nicht so, wie es ist, es wird wieder anders werden. Die großen Schwierigkeiten der Gegenwart sind Wasser auf unsere Mühlen. Wir brauchen nur fest zu flüstern, um Unruhe zu erzeugen, wir brauchen nur den Mißmut zu schüren, wir brauchen nur zu wühlen und lächelnd unsere vergifteten Leckerbissen an Gerüchten anzubieten und ihr werdet sehen: wir kommen wieder obenauf.“
Sie haben immer schon politische überlegungen mit bierseligen Träumen unter einer Wodanseiche verwechselt. Warum sollten sie seither klüger geworden sein? Jedermann weiß, wo die Ursache unserer Schwierigkeiten zu suchen ist. Oder gibt es noch jemand, den man darüber eingehend belehren müßte, daß Hitler und sein Anhang Not und Tod über unser Land heraufgeführt haben? Wie kann man auch nur annehmen, daß man am Ende gar von jenen, die das entsetzliche Unheil angerichtet haben, die Rettung erhoffen würde?
Der Fall des Nationalsozialismus in Österreich läßt sich keineswegs gleichsetzen mit dem Schicksale von politischen Parteien und Gruppen, die in einem jahrzehntelangen Dasein die Wechselfälle von Aufstieg und Niederlage erfahren. Er war vielmehr eine richtige Eintagsfliege, deren schillerndes Scheinleben von einem plötzlichen Tode ereilt wurde. Es wird wahrscheinlich auch in Zukunft wirklichkeitsfremde Träumer, politisch unzurechnungsfähige Kinder, schwankende Charaktere und verbrecherische Instinkte geben, die sich auf der Oberfläche des politischen Lebens herumtummeln wollen. Unter der Firma Nationalsozialismus wird dieser Kramladen der Eitelkeiten, Böswilligkeiten und Nichtigkeiten kaum mehr eröffnet werden können. Dafür bürgt die strenge Logik der
Geschichte, vor deren Richterstuhl eine Bewegung, die nicht nur staatsfeindlich, sondern ihrem innersten Wesen nach menschenfeindlich war, die endgültige Verdammung empfangen hat.
Diese feste überzeugung darf natürlich nicht ein Faulbett werden; sie darf nicht zur Gleichgültigkeit gegenüber Stimmungen berechtigter Unzufriedenheit oder zum Gewährenlassen von Mißständen, die sich unschwer beheben lassen, führen. So ungeklärt alle Verhältnisse heute noch sein mögen und sein müssen — die politische Arbeit darf nicht dem Augenblick verhaftet bleiben, sondern sie muß mit ihrer Vorsorge die Entwicklungen der Zukunft umfassen. Sie muß vor allem das tieferschütterte Rechtsgefühl wieder be
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die österreichische Bevölkenuung
an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4
Samstag, 18. Kugust 1945
Warenaustausch Österreich — Tschechoslowakei
Wien, 17. August. Zwischen dem Generalstab der tschechoslowakischen Armee und der Leitung der österreichischen Erdölfirmen ist ein Abkommen über gegenseitige Lieferungen getroffen worden. Es wurden bereits 5000 Tonnen Erdöl aus Zistersdorf in die Tschechoslowakei abtransportiert. Bis 30. September sollen weitere 15.000 Tonnen Erdöl geliefert werden. Die Tschechoslowakei wird Österreich ihrerseits Fertigwaren und Rohstoffe liefern.
Ein französisch=österreichischer Freundschaftsverband
Paris, 17. August. Presse wie Rundfunk haben einen Aufruf erlassen zur Bildung eines Freundschaftsbundes der aus Österreich zurückgekehrten französischen Kriegsgefangenen und Arbeiter. Dieser Verband, der sich über ganz Frankreich erstreckt, ist eine Abteilung des Bundes der Freunde österreichs. Der genannte Aufruf stellt mit Genugtuung fest, daß die Mehrzahl der
ehemaligen Gefangenen und Arbeiter aus österreich die besten Erinnerungen und ein liebevolles Verständnis für dieses Land mitgebracht haben. Die österreichischen Bauern vor allem haben wirklich für die Zukunft gearbeitet und Öster
reich wird erfahren, daß eine gute Handlung Freunde werben kann. Der Verband wird Werbung für österreich betreiben, verschiedene Hilfeleistungen organisieren und sofort nach Wiederherstellung normaler Verhälinisse den Fremdenverkehr und gemeinschaftlichen Reisen nach österreich in die Wege leiten. Der Bund der Freunde österreichs
steht unter dem Vorsitz des Präsidenten Herriot.
Die österreichische Kaiserkrone aufgefunden Hamburg, 17. August. Wie der Sender Hamburg meldet, haben amerikanische Soldaten in der Nähe von Nürnberg in einem Versteck die österreichische Kaiserkrone aufgefunden, die nach dem Anschluß aus der Wiener Schatzkammer entfernt worden war.
Churchill, der Baumeister des Sieges
London, 17. August. Im Unterhaus ergriff Churchill das Wort. Er erklärte: am 17. Juli trafen in Potsdam die Nachrichten über die Erprobung der Atombombe in der Wüste von Neu=Mexiko ein. Ein alle Träume übersteigender Erfolg hat ein gewaltiges Abenteuer unserer amerikanischen Alliierten gekrönt. Churchill sagte, daß die Entscheidung, die Atombombe anzuwenden, von Präsident Truman und ihm in Potsdam getroffen wurde. Truman habe Stalin mitgeteilt, daß er die Anwendung eines Sprengstoffes von unvergleichlicher Gewalt gegen Japan vorhabe. Dieser Atombombe können wir mehr als allen anderen Umständen das plötzliche und schwungvolle Ende des Krieges gegen Japan zuschreiben. Im Hinblick auf die Größe der bevorstehenden Arbeiten sagte Churchill
weiter: Warum sollten wir der Zukunft angstvoll entgegensehen? Wir haben ja bereits das Schwerste gut überstanden.
Nach Churchill ergriff Attlee das Wort. Er bezeichnete Churchill als einen Hauptbaumeister des Sieges der Alliierten. Der Sieg sei das Ergebnis der Pläne, die unter Churchills Führung geschmiedet wurden. Att
lee bezeichnete die politischen Erklärungen, welche Laski, einer der radikalen Führer der Arbeiterpartei abgegeben hat, für die Regierung als durchaus unverbindlich. Er sprach sich auch sehr entschieden für die Kontrolle der Atombombe aus.
Die Vereinigten Staaten und Fapan
Washington, 17. August. In einer Rundfunkansprache forderte Präsident Truman das Volk der Vereinigten Staaten auf, Gott für den Sieg zu danken. Der nächste Sonntag wird als Tag des Sieges proklamiert. Offiziell wird bekannt gegeben, daß Japan ausschließlich von amerikanischen Truppen besetzt werden wird. Die genauen Kapitulationsbedingungen werden erst am Beginn der kommenden Woche festgesetzt werden können, da die japanischen Unterhändler erst zu diesem Zeitpunkt eingetroffen sein werden.
Spannung in der Mandschurei
Marschall Wassilowski, der russische Oberkommandierende in der Mandschurei, erklärt in einem Telegramm an den Stab der japanischen Kwantungarmee, daß die japanischen Truppen in einer Reihe von Abschnitten zum Gegenangriff übergegangen seien. Er fordert, daß ab 12 Uhr des 20. August jederlei Kampfhandlungen gegen die Sowjets eingestellt werden und daß die Japaner die Waffen niederlegen und sich gefangen geben.
Lauerndes Abwarten im Dschungel
Aus Hinterindien wird berichtet, daß die im Dschungel verborgenen Japaner noch kein Anzeichen erkennen lassen, daß sie die Kapitulationsbedingungen vernommen haben oder sie einhalten wollen.
Die Opfer des Nazismus der Tiroler Arbeiterschaft
Anläßlich der Tagung der Tiroler Betriebsratsobmänner und Personalvertreter gedachte der Vorsitzende Knechtelsdorfer des verstorbenen Seniors der Tiroler Arbei
terbewegung Holzhammer sowie jener Tiroler Arbeitervertreter, die als Opfer des Nazismus ihr Leben lassen mußten. Er zählte folgende Namen auf:
Letzte Pose des eitelsten Poseurs
Bei der Gestapo verstarben:
Konrad Thiefenthaler, Eisenbahnsekretär, Innsbruck;
Otto Thies, Bergarbeiter, Häring;
Werndle, Maler, Innsbruck;
Payr, Kitzbühel.
Hingerichtet wurden:
Alois Brunner, Eisenbahner, und dessen Frau, Wörgl;
Toni Rausch, kaufmännischer Angestellter, Wörgl;
Vogel, Lehrer, Kufstein.
Außerdem wurden noch hingerichtet oder verstarben bei def Gestapo:
Bär, Depauli, Federspiel jun., Federspiel sen., Grundstein, Hlawatsch, Möslinger, Obenauer, Ratzelsberger, Thaler.
gen und alles vermeiden, was den Eindruck erwecken könnte, als ob es nicht möglich wäre, die Bahnen gesetzloser Willkür zu verlassen. Die Wiederaufrichtung der Rechtsordnung in allen öffentlichen Verhältnissen scheint uns die dringendste Aufgabe zu sein.
De Gaulles Besuch
in den Vereinigten Staaten
Washington, 17. August. „Washingron Post“ drückt die Hoffnung aus, daß der bevorstehende Besuch General de Gaulles in den Vereinigten Staaten einen weiteren Meilenstein auf dem Wege zur völligen Wiederherstellung Frankreichs bilden möge. Es ist ebenso in unserem wie in Frankreichs Interesse, daß alles nur mögliche geschieht, um Frankreich wieder stark zu machen.
General de Gaulle an Indochina
Paris, 16. August. General de Gaulle erklärte in einer Botschaft für Indochina: Morgen wird Indochina frei sein. Ihre Haltung den Eindringlingen gegenüber hat bewiesen, daß die Söhne Chinas einer größeren nationalen Freiheit würdig sind. In dem Augenblick, in dem Frankreich China wiederfindet, erklärt es sich feierlich bereit, die Versprechungen zu halten, die es zum Wohle des indochinesischen Volkes gemacht hate
England und Frankreich
Paris, 17. August. König Georg von England richtete an General de Gaulle ein Telegramm, in dem es u. a. heißt: „Es gab niemals eine günstigere Zeit und niemals zwin
Ist sie befriedigend gelöst, so bannen wir am gendere Gründe, das Freundschaftsband, das Gefahr künftiger Erschütterun bei der Niederkämpfung des gemeinsamen
sichersten die gen.
Dr. Anton Klotz.
Feindes geschlungen wurde, in der Zukunft laufrechtzuerhalten und zu festigen.“
Eine Million deutscher Kriegsgefangener freigelassen
London, 17. August. In der britischen Besatzungszone Deutschlands wurden bisher eine Million Kriegsgefangene freigelassen.
Verminderung der amerikanischen Streitkräfte in Europa
Washington, 17. August. Es besteht die Absicht, vorläufig ungefähr 400.000 Mann als Besatzungskräfte in Europa zu belassen. Mehr als zwei Millionen Soldaten werden aus Europa nach den Vereinigten Staaten zurückgeführt werden.
Eine amerikanische Freiwilligenarmee im Frieden
Washington, 17. August. Wegen des Widerspruches, den der Plan der Einführung der militärischen Dienstpflicht findet, hat sich der Kriegsminister entschlossen, eine Freiwilligenarmee zu bilden für die Dauer von drei Dienstjahren.
Raketenforschung in USA. unter Aufsicht der Marine
Washington, 15. August. Das amerikanische Marineministerium gab bekannt, daß alle Arbeiten an der Weiterentwicklung der Rakete unter der unmittelbaren Kon
trolle der Marine kommen werden.