Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.29
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summer 57 / 1. Jahrgang
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die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Donnerstag, 16. Rugust 1945
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Zur Schulfrage
Das Schulproblem ist eines der interessantesten der Zeit. Nach Veröffentlichung zweier inhaltsreicher Aufsätze von Landesschulinspektor Dr. Mumelter geben wir nunmehr einem Mitglied der Lehrerschaft das Wort, welches die Frage von einem anderen Standpunkt aus betrachtet und unsere Leser über eine der in ganz Europa eifrigst besprochenen Fragen weiter zum Nachdenken anregt. Die Schriftleitung.
Eine unserer ersten Sorgen muß der de„mokratischen Erziehung unserer Kinder gelten, die von der Schule getragen, vom Elternhaus und vom öffentlichen Leben aber unterstützt werden muß. In der Zusammenarbeit dieser drei Faktoren liegt der Erziehungserfolg.
Was die Schule anbelangt, so ist nahezu in jedem Unterrichtsfache Gelegenheit, den Wert der demokratischen Einrichtungen hervorzuheben. Daher stelle ich mir die „Umschulung“ unserer Schüler im demokratischen Sinne gar nicht schwer vor, um so mehr, als das Leben auf Schritt und Tritt von dem verbrecherischen Wahnsinn der Hitlerdiktatur Zeugnis ablegt.
Als besondere demokratische Erziehungseinrichtungen in den Schulen möchte ich erwähnen:
1. Selbstregierung (Selbstverwaltung) der Schüler in den Klassen= und Schulgemeinschaften;
2. Mitbeurteilung der Schülerleistungen bei Prüfungen durch die Klassengemeinschaft;
3. vernünftige Strafmethoden. Die Strafen müssen dem Geiste der demokratischen Erziehung angepaßt sein; für barbarische Strafmethoden darf in einer demokratischen Jugenderziehung kein Platz sein.
Die Selbstregierung der Schüler fand besonders in den Vereinigten Staaten großen Anklang. Auch in anderen Staaten wurden damit Versuche gemacht, unterem anderen in der Schweiz, in Frankreich, in Deutschland, in Österreich und in der Tschechoslowakei.
In Deutschland wurden diese Bestrebungen von Fr. Wilh. Förster und Georg Kerschensteiner empfohlen. Förster trat namentlich in seinem Werke „Schule und Charakter“ dafür ein.
Zur Demokratie gehört es ferner, daß Staat oder Gemeinden unbemittelten Schülern zu Hilfe kommen, damit diese in ihrem Fortkommen in der Schule nicht gehemmt werden. Die wichtigsten Hilfsmaßnahmen hierfür sind:
Schulgeldfreiheit an allen öffentlichen Schulen; unentgeltliche Beistellung der erforderlichen Lernmittel (Hefte, Bücher und anderer Schulbedarfsartikel); unentgeltliche Verabreichung einer täglichen Schuljause; unentgeltliche Beistellung von Kleidern, Wäsche und Schuhen und unentgeltliche Reparatur dieser Stücke; Unterbringung mittelloser Schüler in Heimen und unentgeltliche Verpflegung in denselben; freie Fahrt auf den Verkehrsmitteln zum Besuche der Schule, wenn diese mehr als 4 Kilometer vom Heimatorte des Schülers entfernt ist; Einrichtung eines unentgeltlichen Nachhilfeunterrichtes für Schüler, die aus unverschuldeten Gründen in der Schule nicht mitkommen, sonst aber normal begabt sind, und ausreichende Vorsorge zur Erhaltung der Gesundheit der Schüler.
Was das Unterrichtsverfahren anbetrifft, muß in einem demokratischen Staatswesen selbstverständlich Freiheit der Methode herrschen, doch soll die Selbsttätigkeit der Schüler immer das entscheidende Moment zum Erfolge bilden.
Mit dem Unterrichtsverfahren hängt die Lehrbuchfrage zusammen. Von den Lehrbüchern, die auf demokratischem Gedankengut aufgebaut sind, dürften wohl nur wenige mehr vorhanden sein, die meisten werden erst neu geschaffen werden müssen. Doch möchte ich betonen, daß man sich in vielen Unterrichtsgegenständen auch ohne Buch behelfen kann, ja es gibt Lehrer, die jedes Lehrbuch aus Prinzip ablehnen, weil sie ihre eigenen pädagogischen Fähigkeiten höher einschätzen als das beste Lehrbuch.
Zur gedeihlichen Durchführung demokratischer Erziehungsarbeit ist die Schaffung
große Weltkrieg abgeschlossen
ashington, 14. August. Die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, daß die japanische Regierung die übergabebedingungen der Alliierten angenommen hat. Diese Antwort erfolgte 63 Stunden und 49 Minuten nachdem Außenminister Byrnes auf das japanische Kapitulationsangebot mit der Forderung geantwortet hatte, daß sich der Kaiser dem alliierten Oberbefehlshaber unter
stellen müsse.
*
Der 14. August 1945, der Vorabend jenes Festes, das man in Tirol von altersher als den „Hohen Frauentag“ bezeichnet, wird ewig denkwürdig sein. An diesem Tage verrauschte der Waffenlärm, den der größte Krieg aller Zeiten entfesselt hatte. An diesem Tage verkündete der Kaiser von Japan seinem Volke, daß ihm, um die völlige Vernichtung zu vermeiden, kein anderer Ausweg mehr offen steht, als die vorbehaltlose Annahme der Bedingungen der Vereinigten Mächte. Mars hat ausgetobt. Erschöpft von den Delirien des blutigen Wahnsinns liegt er am Boden. Er wird wieder einmal, nachdem er sein grausigstes Gastspiel gegeben hat, hinter die Kulissen des großen Welttheaters geschleift. Man wird ihn nicht mehr so bald auf die Bühne rufen, denn die Wunden der
heimgesuchten Menschheit sind tief und schwer. Man wird sie noch lange empfindlich spüren, wenn wir auch überzeugt sind, daß die Erholung der Welt raschere Fortschritte machen wird, als die Pessimisten annehmen wollen.
Die großen Mächte, denen der Kampf für Recht und Freiheit die einzigartige Belohnung einer unumschränkten Weltherrschaft, wie sie noch nie da war, geschenkt hat, sind sich, wie der Weltsicherheitsvertrag beweist, ihrer Verantwortung, die ihnen damit zugefallen ist, vollauf bewußt. Sie scheinen entschlossen zu sein, nicht nur ihre Macht, sondern auch ihre materiellen Hilfsmittel dafür einzusetzen, daß Rechtlosigkeit und Friedlosigkeit, ebenso wie Not und Elend, soweit es eben möglich ist, gebannt werden. Der 14. August 1945 ist daher nicht nur ein Tag des Triumphes für die Sieger, sondern ebenso ein Tag der großen Hoffnungen für alle Menschen, die sich nach einer Ara des Rechtes und der Freiheit sehnen.
Sprechen wir noch einige Worte über den letzten Besiegten in diesem Kriege. Japan hat seine bisherige Stellung in der Weltpolitik weniger der eigenen Kraft als dem Wohlwollen jener Mächte verdankt, die ihm jetzt die Lehre beigebracht haben, daß Größenwahnsinn zum Untergang führt. Japan erlangte die Förderung der Mächte, weil es bereit war, die Einflüsse der westlichen Zivilisation auf sich einwirken zu lassen. So wurde es anläßlich des Krieges zwischen Japan und China in die Lage versetzt, durch
den Frieden von Shimonoseki auf dem ostasiatischen Festland Fuß zu fassen. In ähnlicher Weise vermochte es aus dem Krieg gegen Rußland im Jahre 1905 große Vorteile zu ziehen. Als Teilhaber der Entente im Weltkrieg von 1914—1918 wurde es wiederum reichlich belohnt. Die bisherigen Erfolge ließen in den japanischen Militärkreisen den Plan entstehen, nunmehr einen ganz großen Wurf zu wagen und das chinesische Riesenreich dem Einfluß Japans zu unterwerfen, mit dem weiten Ziel, die bisherige politische und wirtschaftliche Geltung der weißen Rasse in Ostasien und im Raume des Pazifik auszuschalten. Diese Selbstüberschätzung hat sich nunmehr furchtbar gerächt. Japan hat nicht nur seine Stellung als Großmacht aufs Spiel gesetzt und verspielt. Die
erlittene Niederlage ist um so schlimmer, als es die erste große Katastrophe eines 2500jährigen Staatswesens ist, in dem der Patriotismus den Rang der Religion einnimmt. Für Japan stürzt nicht nur ein Gebäude von großen Plänen, sondern der Bau der elementarsten Begriffe, auf die sich die Lebensführung des Volkes gründete, zusammen. Die Auswirkungen des japanischen Zusammenbruches lassen sich daher vorerst noch gar nicht recht abschätzen.
Nur kurz möge der Blick auf eine andere Folge hingerichtet werden. China ist nunmehr vom Druck Japans befreit. Bisher war China geteilt in das von Tschungking aus regierte nationale China und in das von Japan kontrollierte China, dessen Regierungssitz Peking war. Der Weg zur Neubildung eines einheitlichen chinesischen Reiches steht offen.
Kaiser Hirohito teilt die Kapitulation mit
New York, 15. August. Zum erstenmal trat Kaiser Hirohito selbst vor das Mikrophon, um dem japanischen Volke die Annahme des Potsdamer Ultimatums mitzuteilen. Der Kaiser sagte: „Nur aus dem aufrichtigen Wunsche heraus, Japan selbst zu erhalten und die Stabilisierung Ostasiens sicherzustellen, haben wir Amerika und Großbritannien den Krieg erklärt und nichts lag unseren Gedanken ferner, als anderen Nationen unsere Herrschaft aufzuzwingen oder eine Gebietsvergrößerung anzustreben. ... Obwohl jeder sein Bestes getan hat, hat sich die Kriegslage nicht zum Vorteil Japans entwickelt. Wie können wir angesichts dieser Lage Millionen unserer Untertanen retten? Wie können wir die geheiligten Geister unserer kaiserlichen Vorfahren versöhnen? Aus diesem
Grunde haben wir die Annahme der Bedingungen der ViermächteErklärung befohlen. Die ganze Nation möge wie eine Familie in ihrem Glauben an die Unvergänglichkeit ihres göttlichen Landes festbleiben.“
Der japanische Kriegsminister hat Selbstmord begangen.
von Schulbehörden (Bezirksschulräte bzw. Stadtschulräte für die einzelnen Bezirke und Landesschulräte für die Länder) notwendig, bilden ja sie die Motoren, die das Schulwesen betreiben. Ihre Zusammensetzung muß selbstverständlich nach demokratischen Grundsätzen erfolgen, wobei als Regel zu gelten hat, daß alle an der Erziehung beteiligten Faktoren in ihnen vertreten sein müssen.
Die Bestellung der Betriebsführer im Schulwesen, der Inspektoren, Direktoren und Oberlehrer, ferner die Anstellung der Lehrer muß in einem demokratischen Staate naturgemäß auch nach demokratischen Gesichtspunkten erfolgen, wobei Dienstalter und fachliches Können besondere Berücksichtigung erfahren müssen.
Zu den demokratischen Einrichtungen im Schulwesen gehören ferner die Lehrerkonferenzen, bei denen oft wichtige, die Arbeit in der Schule betreffende Beschlüsse gefaßt werden. Es wäre wünschenswert, wenn an diesen auch Vertreter der Elternschaft teilnehmen würden.
Eine erprobte demokratische Einrichtung der letzten, von Otto Glöckel durchgeführten Schulreform bildet die Schaffung von
Elternräten an den Schulen. Diese arbeiten mit der Lehrerschaft Hand in Hand und bereiten gemeinsam mit dieser die Elternabende, die an den einzelnen Schulen abgehalten werden, vor. Die Elternabende lassen sich zu einer großartigen Verbindung von Elternhaus und Schule ausgestalten.
Ich möchte diesen Artikel nicht schließen, ohne die Lehrerorganisationen erwähnt zu haben. Auf diesem Gebiete beginnt sich ebenfalls wieder demokratisches Leben zu regen. Wie man hört, treffen in Tirol Freie Lehrergewerkschaft und Katholischer Lehrerverein Vorbereitungen zu ihrer Auferstehung.
Dr. Hans Haberzettl.
General de Gaulle bei Präsident Truman
Washington, 14. August. Präsident Truman gab heute bekannt, daß General de Gaulle am 22. August in Washington eintreffen wird. Diese Erklärung des Präsidenten erfolgte nach einem im vergangenen Mai zwischen ihm und dem französischen Außenminister Bidault stattgefundenen Meinungsaustausch.
Petain zum Tode verurteilt
Paris, 14. August. Nach Abschluß der Plaidoyers wurde Marschall Petain nach einer 6stündigen Beratung der Geschworenen wegen Hochverrat zum Tode und Aberkennung der nationalen Ehre und zur Beschlagnahme aller seiner Güter verurteilt. Der Gerichtshof gab jedoch dem Wunsche Ausdruck, daß das Urteil im Hinblick auf das hohe
Alter des Marschalls nicht vollstreckt werde.
Rückwirkung auf die Japaner
Guam, 16. August. Als die Japaner in den Lagern die Kapitulation erfuhren, brachen viele völlig zusammen und überließen sich einem hemmungslosen Weinen.
Rundfunkbotschaft an die japanischen Truppen.
Washington, 15. August. In einer Erklärung des Tokioter Rundfunks an die kämpfende Truppe heißt es: Wir haben verloren, aber dies ist nur vorübergehend, Japans Fehler bestand in dem Mangel an materieller Kraft, an notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, und der Ausrüstung. Diesen Fehler müssen wir gutmachen.
Noch Kämpfe?
Guam, 16. August. Admiral Nimitz gab bekannt, daß japanische Flugzeuge gegen die Pazifikflotte vor Tokio anfliegen und abgeschossen werden. General Mac Arthur wurde gebeten, den Japanern mitzuteilen, daß im Interesse der Sicherheit Amerikas jedes japanische Flugzeug, das sich den amerikanischen Schiffen nähert, abgeschossen wird.
Trumans Mitteilung
Washington, 16. August. Präsident Truman verkündete die japanische Kapitulation mit den Worten: Mir scheint diese Antwort eine volle Annahme der Potsdamer Erklärung zu sein, die die bedingungslose Kapitulation Japans forderte. In der Antwort ist kein Vorbehalt enthalten. Jetzt werden Anstalten getroffen, um die formelle Unterzeichnung der =Kapitulationsbedingungen so früh wie möglich durchführen zu konnen. General Douglas MacArthur ist zum Höchsten Alliierten Oberkommandierenden ernannt worden und soll die japanische Kapitulation entgegennehmen. Großbritannien, Rußland und China werden durch hohe Offiziere vertreten sein. Inzwischen haben die Alliierten Streitkräfte den Befehl erhalten, alle Angriffsaktionen einzustellen. Die Proklamierierung des
Siegestages unterbleibt vorläufig noch bis zur formellen Unterzeichnung der Kapitulationsbedingungen.“
London, 16. August. Die Fahrt des Königs von England zur Feier der Eröffnung des Parlamentes, gab der Bevölkerung Gelegenheit, ihre Freude über den Sieg auszusprechen. Der König erklärte in seiner Thronrede das Programm, welches die neue Regierung sich vornimmt. Es entspricht den von der Arbeiterpartei bekanntgegebenen Grundsätzen. Nach Mitteilung des Sieges über Japan sagte der König: „Es ist der feste Entschluß meiner Regierung, in gemeinsamer Bemuhung mit allen friedliebenden Ländern eine Welt der Einheit und des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit anzustreben. Wir sind entschlossen in der ganzen Welt Bedingungen zu schaffen, unter welchen sich alle Länder dem Wiederaufbau zuwenden können, und in unserem Land jene Politik
einzuschlagen, die die Zustimmung meines Volkes fand. Ich begrüße die Errichtung des Rates der Außenminister, welcher in Kürze seine erste Sitzung in London abhalten und das in Berlin begonnene Werk der Vorbereitung der endgültigen Friedensverträge fortsetzen wird.“
Der König von England richtete abends eine Rundfunkbotschaft an das englische Weltreich.