Tiroler Tageszeitung 1945

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Rsside Sugshietdal
Herausgegeben von den amerikanischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche jechsmal. — Nur im Einzelverhau!
erhältlich.
Nummer 5/ 1. Jahrgang
Rebaktionelle Einfenbungen und Anfragen sind zu richten an ISB. Innsbruch. Rndreas-Hoser-Straße 4. — Druch: Tyrolio Innsbruchk Andreas-Hofer-Stroße
Dienstag, 26. Juni 1945
Dic Großen internationalen Begegnungen
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Washington, 25. Juni. Die bevorstehende Berliner Konferenz stellt das dritte Zusammentreffen zwischen den Regierungschefs der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Großbritannien dar. Sie versinnbildlicht die friedensmäßige Beibehaltung jenes engen Kontaktes zwischen den Leitern der alliierten Nationen, der zum Siege in Europa geführt hat. Präsident Truman trifft sich zum ersten Male mit Ministerpräsident Churchill und mit Marschall Stalin.
Teheran und Yalta
Vorher hat Präsident Roosevelt mit beiden konferiert, und zwar in Teheran im November 1943 und dann in Yalta im Februar 1945. In Teheran hatten die Führer ihre Pläne zur Niederringung Deutschlands auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. In Yalta einigten sie sich über die Verwaltung und Kontrolle Deutschlands nach dessen Niederwerfung. Durch eine Reihe von Zusammenkünften wurde auch anderen Personen der Weg zur Zusammenarbeit geebnet.
Die Atlantik=Charta
So führte die Zusammenkunft zwischen Roosevelt und Churchill im August 1941 im Atlantischen Ozean zur Gründung der be
rühmten Atlantik=Charta. Im Dezember 1941 besuchte Churchill Roosevelt, wo die Grundlagen für die gemeinsame Aktion der Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Sowjetunion und Chinas zur Bildung eines jetzt 52 Mächte umfassenden Systems geschaffen wurden.
Andere Begegnungen
Wiederum in Washington trafen sich im Juni 1942 Roosevelt und Churchill mit Mo
unimnesmtitliltsgentungennrenmenmientgeseesesengrinerenrruniteren
lotow. Im August des gleichen Jahres konferierte Stalin mit Churchill in Moskau. Im Jänner 1943 sah die marokkanische Stadt Cafablanca einen Meinungsaustausch zwischen Roosevelt, Churchill und dem jetzigen französischen Staatschef General de Gaulle.
Im August des gleichen Jahres trafen Roosevelt und Churchill in Quebee mit dem damaligen chinesischen Außenminister zusammen. Im November 1943 verhandelten in Brion Präsident Roosevelt und Ministerpräsident Churchill mit dem chinesischen Staatspräsidenten Tschiangkeischek, um das Zusammenspiel der alliierten Operationspläne Nationen gebeten habe, um den Levante
in Japan festzulegen. Unmittelbar darnach
erfolgte die Konferenz von Teheran. Präsident Truman übt, wenn er nach Berlin fährt, nur die Tradition seines großen Vorgängers aus. Nichts wäre nach der Ansicht des verewigten Präsidenten Roosevell zweckdienlicher als die ständige Aufrechterhaltung persönlicher Fühlung zwischen den Regierungen der alliierten Hauptmächte.
Frankreich ruft die Konferenz von San Franzisko an
San Franzisko, 25. Juni. Korrespondenten berichten, daß die französische Regierung um Einsetzung einer neutralen und unparteiischen Kommission durch das Exekutivkomitee der Weltkonferenz der Vereinten
Streitfall zu untersuchen.
Das Verfahren gegen die Kriegsverbrecher
London, 25. Juni. Das britische auswärtige Amt kündigt an, daß die Alliierten in der nächsten Woche Besprechungen über Pläne für die Verhandlung gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher beginnen werden. Werner Best, der frühere deutsche Generalbevollmächtigte für Dänemark, wurde nach England geschafft. Er war leitender Funktionär der Gestapo in der Tschechoslowakei und später Chef der Zivilverwaltung in Frankreich. *
Im nächsten Monat werden die französischen Kriegsgerichte mit der Aburteilung der deutschen Kriegsverbrecher beginnen. Die Liste enthält Tausende von Namen, die noch nicht veröffentlicht werden, aber man weiß, daß sich Otto Abetz, deutscher Gesandter während der Besatzungszeit, und General Stülpnagel, der ehemalige Platzkommandant von Paris, auf dieser Liste befinden.
Nach Meldungen aus London werden die Prozesse gegen die Kriegsverbrecher in der britischen Besatzungszone in Deutschland und auch in Italien in etwa drei Wochen beginnen.
Der Prozeß gegen Laval
aris, 24. Juni. Die Gerichtsverhandlung gegen Pierre Laval ist auf den 15. Angust festgesetzt worden. Falls er vor dem festgesetzten Termin nicht von den spanischen Behörden ausgeliefert sein wird, erfolgt ein Kontumazurteil. Der Prozeß gegen Petain findet zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt statt.
Spanische Spione für Deutschland
Washington, 24. Juni. In Philadelphia wurden zwei spanische Matrosen verhaftet, die deutschen Spionen als Mittelmänner gedient hatten.
Die Entwaffnung der Partisanen
in Italien
Alliiertes Hauptquartier in Italien, 25. Juni. 58.000 Partisanen der Provinz Udine werden heute zum letzten Male als organisierte militärische Einheit durch die Straßen der Stadt Udine vor dem Kommandanten der 8. Armee und einer Ehrengarde von britischen Truppen vorübermarschieren, um dann in einer feierlichen Zeremonie ihre Waffen abzuliefern. Jeder der Partisanen erhält von den alliierten Behörden ein Dokument ausgestellt und eine Abfindung, deren Höhe sich nach der Länge der Dienstzeit richtet. Die allüierte Militärregierung hat einen Plan für die Entschädigung dieser Männer beim Wiederaufbau ihrer Heimat ausgearbeitet. In Bozen haben 3000 italienische Partisanen nach einem feierlichen Aufmarsch vor dem Chef der Zivilverwaltung ihre Waffen der
Militärregierung übergeben. 57 Patrioten aus Genua, die bestimmt sind. in Brixen gemeinsam mit Truppen der Vereinigten Staaten und dem Regiment San Marco den Polizeidienst zu versehen, dürfen die Wasfen behalten.
Aenderungen der Straßennamen in Italien
Rom, 25 Juni Hier ist eine Kommission ins Leben getreten, die sich mit der Abänderung der Straßennamen beschäftigt. Straßen und Plätze, die nach Persönlichkeiten der Achse benannt wurden, erhalten wieder ihre ursprünglichen Namen oder werden nach Kämpfern der Widerstandsbewegung umbenannt. So wurde der Adolf=Hitler=Platz in Partisanenplatz umbenannt. Auch die Straßennamen mit den Erinnerungen an die Japaner wurden aus dem Straßenbilde ausgetilgt.
Regierungsumbildung in Holland
Den Haag, 24. Juni. Unter Führung des 51jährigen Professors Willem Schermerboorn
wurde eine neue Regierung gebildet, die sich aus 14 Mitgliedern zusammensetzt. Der Ministerpräsident und zehn weitere Regierungsmitglieder waren Führer der Widerstandsbewegung. Der Ministerpräsident entstammt der früheren liberalen Partei. Schermerhoorn ist einer der Führer der neuen sogenannten Volksbewegung, die von hervorra
genden Holländern während ihres Aufenthaltes in deutschen Konzentrationslagern ins Leben gerufen wurde.
Die Geheimdokumente von Berchtesgaden
London, 25. Juni. Eine besondere Abordnung der Militärregierung sucht jetzt nach geheimen politischen und militärischen Archiven in Berchtesgaden. Es wurde bereits ein vollständiges Archiv von Lufterkundungsphotographien aufgestöbert. Die Bilder wurden in 300 Holzkisten aufbewahrt. Sie geben Zeugnis von der Tätigkeit der Luftwaffe seit Beginn des Krieges. Die Kisten waren in einem alten Bauernhaus in der Berchtesgadener Gebirgsgegend versteckt. Spezialtrupps suchen noch immer nach Geheimdokumenten, von denen eine Reihe bereits in alliierte Hände fielen. Sie fanden bereits über ein halbes Dutzend Manuskripte von Konferenzen Adolf Hitkers und andere schriftliche Protokolle von Nazikonferenzen. Viele Dokumente einschließlich wörtlicher Stenogramme
von Konferenzen in Hitlers Hauptquartier und Archiven der Naziministerien dürften verbrannt worden sein.
Berühmter Forscher in Dachau gestorben
Vatikanstadt, 25. Juni Die Leitung der Dominikaner erhielt die Mitteilung, daß der berühmte Bibelforscher Giuseppe Girotti im Konzentrationslager Dachau gestorben ist. Girotti wurde nach Dachau gebracht, weil er einige Juden, die von den Deutschen gesucht warden waren, verborgen hatte.
Die Engländer in Köln
Köln, 25. Juni. Die Verwaltung der Stadt Köln wurde von den amerikanischen Besatzungsstreitkräften an britische Truppen übergeben.
Friedenszeichen des Verkehr
In Amsterdam ist zum ersten Male nach fünf Jahren ein Ueberseedampfer eingelaufen. Dieser Dampfer hatte 1940 Holland mit dem Gold der Niederländischen Nötionalbank an Bord verlassen und kehrte nun beladen mit Trakioren und Agrarprodutten in die Heimat zurück. Ebenso erhielt Solland die erste Lieferung amerikanischen Kaffees seit fünf Jahren.
Am 21. Juni wurde der regelmäßige Postverkehr für Briefe und Postkarten zwischen [Iugoslawien und den Vereinigten Staaten wieder ausgenommen.
Der öffentliche Telephonverkehr zwischen Spanien und Süd= und Nordsamerika wurde wieder ausgenommen.
Der Telegraphendienst zwischen England und der Tschechoslowakei wurde wieder in Betrieb gesetzt.
Vom 18. Juli ab wird auch der Luftpostverkehr zwischen Frankreich, Englland und Irland wieder in Betrieb gesetzt.
Die Schweiz hat den Telegraphendienst nach Belgien und der Tschechoslowakei wieder ausgenommen und auch die Telephonverbindung mit der ISA., Kanada und Mexiko wieder hergestellt.
Der Krieg im Fernen Osten
Der Mikado muß eingreifen
San Franzisko, 25. Juni. Der Sender Tokio sagte, daß im Fall einer Verschärfung der Japan bedrohenden Gefahr der Mikado von seinen höchsten Vorrechten Gebrauch machen werde. Das auf Tradition und Zuneigung des japanischen Volkes fußende persönliche Regiment des Mikado sei tiefer im Lande verwurzelt als die verfassungsmäkige Regierung und könne mit größerem Erfolge Maßnahmen treffen, wie sie die Schwere der Lage erfordert.
Fortschritte der Chinesen #.
Tschungking, 25. Juni. Chinesische Truppen haben bei der Verfolgung zurückgehender japanischer Streitkräfte die chinesische Ostküste erreicht. Die amerikanische Luftflotte konzentrierte ihre Angriffe auf japanische Ziele in Südchina und Indochina. In Birma haben britische und indische Truppen einen Flußübergang nördlich von Rangoon bezwungen.
Die Lustangrisse
San Franzisko, 25. Juni. Die amerikanische Luftflotte führte am Samstag und Sonntag weitreichende Luftangriffe von den Kurilen bis zum mittleren Pazifik durch. Nach einem Bombardement Formosas stie
gen die Rauchschwaden bis zu 10.000 Fuß
hoch auf.
Zerstörungen in Japan
Guam, 25. Juni. Korrespondenten berichten, man schätze auf Grund photographischer Aufnahmen, daß 291 Quadratkilometer in japanischen Industriezentren durch Brandbombenwürfe amerikanischer Superfestungen dem Erdboden gleichgemacht worden sind. Zusammengefaßte Angrisse haben anfangs dieser Woche die Städte Schisnoka und Tosohaschi sowie den Hafen von Yokkaischi zur Hälfte zerstört und so die Totalzerstörung um 22 Quadratkilometer erhöht.
Ein Korrespondent fügt hinzu, daß 40 Quadratkilometer, etwa ein Viertel von Osaka, Japans zweitgrößter Industriestadt, in Schutt und Asche liegt 40 Prozent der Textilindustrie in Hamamatsu auf der Hauptinsel Honschu fielen den Flammen zum Opfer.
England im Krieg gegen Jopan
London, 25. Tuni. Ministerpräsident Churchill erneuerte heute sein Versprechen, daß England seine volle Kraft im Krieg gegen Japan einsetzen wird. Churchill erklärte seiner Zuhörerschaft auf dem Weg zu seinem Wochenendhaus:Wr werden Seite an
Seite mit den Vereinigten Staaten Japan niederschlagen, jene verräterische, gierige und schuldige Nation, die die Vereinigten Staaten und uns selbst aus dem Hinterhalt überfiel, während ihre Gesandten in Washingion noch verhandelten.
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Die im Halleiner Salzbergwerk gefundenen Gemälde aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum Velasquez. Maria Theresia; Velasquez. Carlos Bafthazar. Tieum Madonna: Rembrandt, Selbstbildnis mit Goldkette, Breughel, Bauernho#