Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:6

- S.14

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Tiroler Tageszeitung
Donnerstag, 28. Juni
STADT UND LAND
Vorsicht mit Blindgängern!
Vom Landhaus wird erklärt: In der letzten Zeit ist es in unserem Land dadurch zu mehreren schweren Unfällen gekommen, daß Leute, vor allem Kinder, mit Blindgängern oder herumliegender Munition unvorsichtig hantierten. Solche Unglücksfälle müssen in Zukunft unter allen Umständen vermieden werden. Die Eltern mögen ihre Kinder auf die Gefahren, die das Spielen mit Explosivkörpern mit sich bringt, eindringlich aufmerk
inschärfen, daß
##e alle unbekannten Metallgegenstände, die se irgendwo gewahren, liegen lassen. Wer M#lindgänger oder Munition findet, möge dies sofort dem nächsten Gendarmerie= oder Polizeiposten melden. Von dort wird alles Weitere veranlaßt.
Neuerfassung der Einwohnerschaft Innsbrucks
1. Juli als Stichtag wird die Einwoh
ist Innsbrucks neu erfaßt. Hiezu lie
Innsbruck, 26. Juni. Die Einwohnererfassungsstelle des Burgermeisteramtes der Landeshauptstadt gibt bekannt:
Mit nerschaf
gen ab 27. Juni bei den zuständigen Polizeirevieren Haus= und Einwohnerlisten auf. Die Hausbesitzer, bzw. ihre Verwalter werden angewiesen, die erforderliche Anzahl dieser Listen bei den Revieren abzuheben und sie ihren Wohnparteten bis spätestens 1. Juli nachweislich zuzustellen.
Die Einwohnerlisten sind von den Wohnparteien bis zum 3. Juli ordnungsgemäß ausgefüllt an die Hausbesitzer zurückzustellen. Die Hausbesitzer selbst haben diese Listen zu überprüfen und gesammelt mit der Hausliste, die von ihnen auszufüllen ist, bis spötestens 6. Juli beim zuständigen Polizeirevier abzugeben. Ab 11. Juli haben sich die Einwohner mit ihren Haushaltsausweisen — Einwohner ohne Haushaltsausweise mit ihrem letztgültigen polizeilichen Meldezettel — zur Abstempelung derselben bei dem zuständigen Polizeirevier nach folgenden Buchstaben und Tagen zu melden:
11. Juli A—F 14. Juli 9—R
12. Juli 6—3 15. Juli 8—2
13. Juli K—M 16. Juli 1—3
Es wird nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß Haushaltsausweise und polizeiliche Meldezettel ohne diesen Erfassungsstempel mit 17. Juli ungültig werden und sämtliche Bezugsberechtigungen (Lebensmittelkarten, Bezugscheine usw.) von den zuständigen Dienststellen nicht mehr beansprucht werden können.
Die Einwohnererfassungsstelle, welche die Ueberprüfung der Einwohnerlisten durchzuführen und allenfalls Erhebungen zu pflegen hat, befindet sich nicht, wie in den Fragebögen angegeben, im Musikvereinsgebaude, Museumstraße 17, sondern Burggraben 3, altes Polizeigebäude, 2. Stock.
Polizeireviere:
1 Innere Stadt, Neue. Universität, Innrain 52, 2. Stock.
2 Saggen, Rennweg 40, Mutterhaus.
3 Hötting mit Hungerburg, Hötting, Schulgasse 1.
4 Wilten, Klostergasse 1, Kindergarten.
5 Pradl mit Amras und Vilserberg, Pradl, Langstraße.
6 Arzl und Mühlau, Arzl, Arzler Straße 170. Für die Einwohnerschaft Igls und Vill in
der Polizeidienststelle in Igle.
Die polizeiliche An= und Abmeldung wird durch diese Maßnahme nicht berührt.
Rückkehr umquartierter Familien nach
Innsbruck
Innsbruck, 26. Juni. Der Landeshauptmann von Tirol hat mit Rücksicht auf die Wohnungsnot in Innsbruck folgendes an
geordnet:
1. Es haben alle Parteien, die ihre Innsbrucker Wohnung vorübergehend aufgegeben haben, vorläufig in ihren derzeitigen Quartieren zu verbleiben. Dies gilt vor allem für jene Parteien, deren Wohnungen durch Bom
benangriffe unbenutzbar geworden sind, durch Untermietern auf Kriegs
die Einweisung von dauer in Anspruch genommen wurden, oder zur Zeit von Besatzungstruppen besetzt sind.
2. Eine Rückkehr nach Innsbruck kann im Einzelfall nur nach Bewilligung durch den Bürgermeister der Landeshauptstadt erfolgen.
Diesbezügliche Anträge sind mit Begründung der Dringlichkeit an das Städtische Wohnungsamt in Innsbruck, Museumstraße Nr. 17 a, zu richten.
Wer ohne Bewilligung nach Innsbruck zurückkehrt, tut das auf eigene Gefahr und kann zur Zeit in seinen Ansprüchen auf seine Wohnung nicht geschützt werden. Durch diese
Regelung wird die Frage des Rechtes auf die Wohnung in keiner Weise berührt.
Behebung von Stromrechnungen
Die Innsbrücker Stadtwerke teilen mit: Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und um
teljährlich kassiert. Aus technischen Gründen bei wir verraten wollen, daß
ist ab 1. Juni die zweimonatige Behebung in einem Orte im Oetztal als Bürgermeister
eingeführt. Doch sind alle Vorbereitungen
getroffen, um die monatliche Behebung ab Oktooer durchführen zu können.
Verein Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
waltet.
Ribbentrops Goldschatz bei Faistenan
aufgefunden
Am 25. Juni trat der Verwaltungsausschuß des Museums Ferdinandeum unter dem Vorsitze des Vorstandes Dr. Oswald Graf Trapp zusammen, um über die Behebung der schweren Bauschäden am Museumsgebäude, die Durchführung der Sammlungen und die Eröffnung der Bibliothek zu beraten und für die am Montag, den 16. Juli, um 5 Uhr nachmittags im Museum Ferdinandeum stattfindende Vollversammlung Vorschläge auszuarbeiten.
In der Vollversammlung sind statutengemäß die Wahl des Vorstandes und Ausschusses, die Einsetzung eines Bauausschusses und die Ermächtigung des Verwaltungsausschusses zur Einlettung aller Vorbereitungen für die dringendsten Sofortmaßnahmen (Sicherung gegen Einsturz) und für den späteren Wiederaufbau des schwer beschädigten rechten Flügelbaues, die Genehmigung des Voranschlages und der Jahresrechnung sowie die Festsetzung des Mitgliedsbeitrages zu beschließen.
Die wertvolle Bibliothek des Vereines dürfte wohl zuerst wieder in den noch wenig beschädigten Teil des Museums zurückgebracht und der wissenschaftlichen Forschung wieder zugänglich gemacht werden können. Allmählich werden auch die anderen Sammlungen wieder zurückgeführt und vielleicht einer provisorischen Aufstellung zugeführt werden können, da natürlich der Wiederaufbau längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Auf diese Weise könnte das Institut, das internationalen Ruf besitzt, seine Wirksamkeit wenigstens teilweise in absehbarer Zeit wieder aufnehmen. Herr Medizinalrat Dr. Emil Reh, Fachreferent für Numismatik, wurde in Würdigung seiner Verdienste um die Neuordnung und Betreuung der Münzensammlung des Museums und der durch Jahre
aufgewendeten mühevollen Arbeit die WieserMedaille des Landesmuseums Ferdinandeum
verliehen.
Salzburg, 26. Juni. In einer, dem früheren Ortsbauernführer Alois Ziller, Gemeinde Hintersee bei Faistenau, gehörenden Hütte wurde ein mit annähernd 18,000.000 Goldschilling bewerteter Schatz aufgefunden, der aus dem zusammengeraubten Besitz des früheren Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop stammt und von Schloß Fuschl in das abgelegene Versteck gebracht worden war. Zwischen dem 15. und 20. April wurde Ziller nach seiner Angabe von dem ehemaltgen Kreisbauernführer Kastenauer und einem Unbekannten aufgesucht. Die beiden Männer fragten Ziller, ob er nicht einen guten Platz wisse, wo man etwas vergraben könnte. An einem der folgenden Tage hatte Ziller in Salzburg eine weitere Besprechung, der ein Vertrauter Ribbentrops beiwohnte.
Es wurde beschlossen, in einer Hütte Zillers mehrere Löcher von einem Kubikmeter Größe auszuheben, in die dann später mit Blech ausgeschlagene Kisten eingegraben wurden, um darin 80 Säcke mit gemünztem Gold zu verstauen. Der Goldschatz war mittels Autos vom Schloß Fuschl geholt worden. Erst nach Mitternacht traf der Transport, begleitet von Zivilisten und SS=Männern vor dem
Hundeversteuerung für das Rechnungsjahr 1945 für das Stadtgebiet Innsbruck
dem Abnehmer die Zahlung zu erleichtern. gehen die Stadtwerke ab 1. Ontober zum
monatlichen Inkasso über. Die Rechnungen für Wasser, Stiegenhausbeleuchtung und Kanalisation werden ab diesem Zeitpunkt vier
Unter Hinweis auf die Bestimmungen der Hundesteuerordnung für die Stadt bruck vom 30. 1. 1940 wird bekanntgegeben, daß die Hundesteuer für das Rechnungsjahr 1945 im Stadtsteueramt, Rathaus, MariaTheresien=Straße 18, 1. St., Zimmer 112, bis 30. Juli 1945 in der Zeit von 8 bis 12 Uhr, mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage zu bezahlen ist. Die Steuer beträgt für einen Hund RM. 30.—, für den zweiten im gleichen Haushalt gehaltenen Hund RM. 40.— und für jeden weiteren Hund RM. 50.—.
Hause Zillers ein. Die Goldsäcke von je 30,
#zw. 60
ozw. 60 Kilogramm waren plombiert. Sie wurden in eingegrabene Kisten gelegt und diese dann zugeschüttet. Ziller wurde bedeutet, daß er im Falle eines Verrates er schossen würde. Am 17. Juni wurde der Schatz, der ein Gesamtgewicht von 3600 Kilogramm aufwies, ausgehoben und mitteleines amerikanischen Raupenschleppers in Sicherheit gebracht.
Die Kreuze von Mauthausen
Linz, 26. Juni. Der amerikanische Lagerkommandant von Mauthausen hat die Toten dieses Konzentrationslagers mit ähnlich ein fachen Grabzeichen geehrt, wie sie für die Gräber der Gefallenen seiner eigenen Armee üblich sind. Die Toten von Mauthausen, die hier in militärisch ausgerichteten Reihen ihre letzte Ruhe fanden, waren mehr als nur anständige, gesittete und für ihr Bekenntnis oder ihre Ueberzeugung leidende Menschen. Sie waren Soldaten im harten Kampf des Weltgewissens gegen die braune
Bestände der Reichsfilmkammer gesunden
Salzburg, 26. Juni. In Bad Aussee wurden die Bestände und Büroräumlichkeiten der Reichsfilmkammer von Berlin und Wien und der allgemeinen Filmtrenhandgesellschaft beschlagnahmt.
ALPINES
Bewirtschaftete Schutzhütten
Der Oesterreichische Alpenverein gibt bekannt Karwendel: Solsteinhaus, Aspachhütte, Pfeishütte (einfach), Hallerangerhaus, Bettelwurfhütte (ab 29. Juni), Neue Magdeburger Hütte (ab 10. Juli).
Tuxer Vorberge: Nafinghütte, Tulfer Hütte, Meisner Haus, Patscherkofelhaus.
Stubaier: Adolf=Pichler=Hütte, Starkenburgerhütte, Roßkogelhütte (ab 1. Juli), Bamberger
Jubilare der Stadtgemeinde Linz Linz, 27. Juni. Im Linzer Rathaus versammelten sich der Bürgermeister und seine engeren Mitarbeiter mit 18 Arbeitern, die 25 und mehr Jahre im Dienste der Stadtverwaltung wirkten, zu einer kleinen Feier.
Hütte (ab 30. Juni), Regensburger Hutte, DresHü#te soh 7. Juli), Dortwunder Hutte
ener Hurte (ub 1. Juli), Vortmunder Halte, Sulzenauhütte. Die Franz=Senn=Hütte ist bis auf weiteres unzugänglich.
AUS OSTERREICH
Die ehemaligen Landeshauptleute Dr. Rehrl und Reither aufgefunden
Salzburg, 26. Juni. Wie man von amerikanischer Seite erfährt, wurde der ehe malige Landeshauptmann von Salzburg Dr. Franz Rehrl und der ehemalige Landeshauptmann von Niederösterreich Reither in einem Krankenhaus in Berlin aufgesunden. Beide Politiker waren von den Nazi verschleppt worden. Sobald es ihr Gesundheitszustand erlaubt, wird die amerikanische Militärregierung sie in ihre Heimat zurückbringen.
Wo halten sich unsere Künstler auf?
Salzburg, 26. Juni. Wenn man heute durch Ischl geht erinnert; sich
Die Neuordnung in Wels
Linz. 27. Juni. Zum Bezirkshauptmann von Wels wurde Dr. Viktor Gerbert ernannt. Die Leitung des Polizeiamtes Wels wurde dem Leutnant Gottfried Teufel anvertraut
In Kärnten verhaftete Nazis Klagenfurt, 26. Juni. Unter den zuletzt verhafteten Nazis befindet sich Helmuth Hierzegger, Reg.=Direktor und von 1941 bis 1943 Chef der Zivilverwaltung in den besetzten Gebieten von Kärnten und Oberkrain. 1943 übernahm Hierzegger die Stelle eines Obersten Kommissärs des adriatischen Küstenlandes in Triest. Weiters wurde verhaftet der ehemalige Gauinspektor für Kärnten Dr. Herbert Huber und die Hauptmädelführerin Elisabeth Ball.
Der neue Polizeidirektor von Klagenfurt
Klagenfurt, 26. Juni. Zum direktor wurde Hauptmann Harter ernannt. Er gehörte zu den Verfolgten des Naziregimes.
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lich an die Zeiten vor 1938, wo sich im Sommer die Größen der Wiener Bühnen= und
Filmwelt ein Stelldichein gaben. Altmeister Franz Lehar, von seiner Erkrankung voll
Am Dienstag abends fand vor ausverkauftem Haus eine Wiederholung des großen Symphoniekonzertes Ludwig van Beethoven im Riesensaal der Hofburg statt. Unser Bild geigt die beiden Künstler Dr. Hans Wolf. USA., und Musikdirektor Fritz Weidlich im zwanglosen, freundschaftlichen Beisammensein in der Privatwohnung Direktor Weidlichs.
Das Symphoniekonzert, das man im feinsinnigen, harmonischen Zusammenwirken aller Kräfte ##r#### als einen ganz großen Erfolg bezeichnen kann, findet am Donnerstag, den 28. Juni dr uis uu. 1945, zum letzten Mal statt.
kommen genesen, arbeitet in unglaublicher Frische weiter. In Aussee befinden sich neben der bekannten Operettensängerin Lizzi Holzschuh Rudolf Forster, Nico Dostal und Hans Unterkircher. Hans Moser, der in der letzten Woche im Salzburger Landestheater den amerikanischen Truppen zeigte, was ein Wiener Dienstmann alles kann, hat seinen gegenwärtigen Wohnsitz in Zellam Ziller. In Tirol lebt auch das Ehepaar Hörbiger=Wessely, wo
Rückführung der Archivalien nach Klagenfurt
Klagenfurt, 27. Juni. Mit Unter stützung des Vertreters der alltierten Militärregierung Captain Brock wurden die wegen der Bombengefahr außerhalb Klagenfurts untergebrachten Archivalien des Kärntner Landesarchives wieder zurüchgebracht. Die Archivalien sind in ungefähr 400 Kisten untergebracht. Unter ihnen befindet sich auch die berühmte Millstätter Handschrift.
Autobusverkehr in Kärnten
Klagenfurt, 26. Juni. Zwischen daKreishauptstädten wird ein von der Militätregierung vorbereiteter und gebilligter Autobusverkeyr eingeführt. Der Autobusverkehr soll in der Hauptsache lebenswichtigen Reisen
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